Juni 2022

Musiktipp: Herr Jan – Meine 5 Minuten

Herr Jan Presse

Herr Jan ist der Gewinner des Deutschen Kinderliederpreises 2022. Sein stampfender A-Capella-Dancehall-Kracher »Meine 5 Minuten« wird in diesem Jahr als bester Song ausgezeichnet. »Ich will hüpfen und springen wie ein Ping-Pong-Ball, ich hab meine 5 Minuten« – der Song behandelt die sprichwörtlichen 5 Minuten und wechselt zwischen groovenden Mitmachparts und ausgelassenen Yeah-Chören. »Meine 5 Minuten« ist auf dem im März diesen Jahres veröffentlichten Album »Irgendwie anders« erschienen.

Herr Jan - Meine 5 Minuten (Offizielles Video)

Der Deutsche Kinderliederpreis wird am 16. Oktober 2022 im Rahmen des Geraldino Kindermusik-Festivals in der Nürnberger Tafelhalle verliehen. Gestiftet wird er von den Nürnberger Nachrichten.

Wer Herr Jan und seine Superbänd in diesem Sommer live erleben möchte, hat dazu zahlreiche Gelegenheiten:

  • 03.07.22 Darmstadt, Heinerfest
  • 07.07.22 Frankfurt
  • 10.07.22 Cottbus, Filmnächte
  • 14.07.22 10 Uhr Osnabrück, Haus der Jugend
  • 16.07.22 Dresden, Filmnächte
  • 17.07.22 Bremen, Breminale
  • 22.07.22 10 Uhr Cloppenburg, Kinderkulturfest
  • 24.07.22 Oldenburg, Oldenburger Kultursommer
  • 25.07.22 Lübecker Bucht

Alle Live-Termine unter: https://www.herrjan.de/konzerte/

Kinderzeit-Podcast: Mathematik in der Kita

Yan Krukov
Yan Krukov

Kinderzeit – der Kita–Podcast für Erzieher:innen in Krippe, Kindergarten und Schule

Mathematik prägt unsere Welt und schon Kleinkinder sind bereits lange vor Schulbeginn von mathematischen Zusammenhängen fasziniert. Neugierig erkunden sie Zahlen, Formen, Mengen und Muster. In der neuen Folge des Kinderzeit-Podcast sprechen wir darüber, wie sich diese natürliche Mathe-Begeisterung im Kita-Alltag aufgreifen lässt. Zu Gast ist Kerstin Vogt. Die studierte Mathematikerin hat viele Fortbildungen und Projekte zu frühkindlicher Mathematik durchgeführt und arbeitet heute als Grundschullehrerin in Berlin. Viel Spaß beim Hören.

Kinderzeit-Podcast: Mathematik in der Kita


Diese Folge wird euch präsentiert von QiK – Online-Akademie für mehr Qualität in Kitas. Mehr unter: qualitaet-kita.de

Shownotes:

Mehr zur Arbeit von Kerstin Vogt

http://www.kerstin-vogt.de

Alle Kinder sind Matheforscher: Was sind eigentlich mathematische Vorläuferfähigkeiten?
 
  • Antje Damm: Alle Zeit der Welt; moritz - Verlag
  • Jon Klassen, Mac Barnett: Dreieck Quadrat Kreis; Nord-Süd Verlag
  • Eric Carle: Mein allererstes Buch der Zahlen; Gerstenberg Verlag
 
Programme und Konzepte:
  • Kerensa Lee: Gleiches Material in Großer Zahl
  • PiKAs - Stärkung des Grundverständnisses
 
Ausstellungen:
  • Mathematikum in Giessen:
  • Technik Museum Berlin:
  • Ausstellung in Leipzig:
 
Fachliteratur:
  • Prof. Fthenakis: Natur Wissen schaffen: Mathematische Bildung Bd. 2; Bildungsverlag eins
  • Schneider, Küspert, Krajewski: Die Entwicklung mathematischer Kompetenzen; utb Verlag
  • Jens Holger Lorenz: Kinder begreifen Mathematik; Kohlhammer Verlag
 

Diese Folge wird euch präsentiert von QiK – Online-Akademie für mehr Qualität in Kitas.
Mehr unter:
qualitaet-kita.de

Trotz Kita-Ausbau: Großeltern bleiben wichtig für die Enkelbetreuung

Ravensburger Verlag

Großeltern spielen bei der Betreuung von Kindern eine große Rolle – und das hat sich auch durch den Kita-Ausbau in Deutschland kaum verändert, wie eine am 27. Juni 2022 in Berlin vorgestellte Studie zeigt. Das 2-jährige Forschungsprojekt des BiB Wiesbaden/Berlin und des DIW Berlin weist auf der Basis repräsentativer Daten nach, dass Oma und Opa ein wichtiger Bestandteil und eine Hilfe im Leben von jungen Familien sind. Der Anteil der Jungen und Mädchen unter 6 Jahren, deren Großeltern nach Bedarf oder regelmäßig an der Betreuung beteiligt sind, liegt in Deutschland bei über 50 Prozent. Regelmäßig werden in einer normalen Woche zwischen 20 und 40 Prozent der Mädchen und Jungen unter 10 Jahren von den Großeltern beaufsichtigt.

Bedeutsam auch ein weiterer Effekt: Wenn zu viele Parteien an der Betreuung beteiligt sind, sich also Großeltern in Kombination mit Schule, Nachmittagsbetreuung und Eltern kümmern, kann das negative Auswirkungen auf die sozio-emotionale Entwicklung der Kinder haben. Die Endergebnisse der Studie „Oma und Opa gefragt? Veränderungen in der Enkelbetreuung – Wohlbefinden von Eltern – Wohlergehen von Kindern“ wurden am 27. Juni 2022 in Berlin vorgestellt. Professorin C. Katharina Spieß leitete das von der Stiftung Ravensburger Verlag geförderte Forschungsprojekt des BiB und des DIW Berlin.

Wiesbaden/Berlin/Ravensburg (Juni 2022). Oma und Opa werden nicht nur aus emotionalen, sondern auch aus ganz praktischen Gründen gebraucht: Zwar besuchen 9 von 10 Vorschul-Kindern in Deutschland eine Kita, dennoch kümmern sich Großeltern – größtenteils Großmütter – zusätzlich um jedes zweite Klein- und Vorschulkind. „Großelternbetreuung ist in den letzten Jahren trotz Kita-Ausbau weitgehend konstant geblieben, sie ist eine wichtige Komponente im Leben von jungen Familien, und hilft den Eltern“, erläutert Professorin C. Katharina Spieß, die mit ihrem Team seit Juni 2020 am Projekt „Oma und Opa gefragt?“ geforscht hat. Eltern, die sie nicht nutzen (können), wünschten sich in großem Maß eine stärkere Einbindung von Oma und Opa – das äußerten rund zwei Drittel der im Panel abgebildeten Familien.

Im Westen Deutschlands sind die Großeltern am Nachmittag neben den Eltern bei jungen Kindern sogar die Hauptbetreuungsform, im Osten werden sie am Nachmittag dabei sehr häufig mit der Kita kombiniert, beispielsweise um die (Randzeiten-) Umsorgung der unter 10-Jährigen sicherzustellen.

Augenmerk auf „Betreuungs-Patchwork“

Allerdings zeigt die Studie auch: Wenn Oma- und Opa-Betreuung in Kombination mit zu vielen Bezugspersonen - ganztags Kita, danach Großeltern und dann Eltern - genutzt wird, können sich negative Effekte im sozio-emotionalen Bereich ergeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder zwischen 3 und 5 Jahren sozio-emotional instabiler sind, erhöht sich um 36 Prozent, wenn Mädchen und Jungen „im Ganztag“ sind und zusätzlich von den Großeltern betreut werden. Diese Effekte sind für Kinder, die nur halbtags eine Kita besuchen, nicht zu beobachten.

„Die Familien- und Bildungspolitik muss sich der Frage stellen, wie eine stabile und damit qualitativ gute Betreuungsumwelt in Kitas und dem schulischen Ganztag bei einer Kombination mehrerer Betreuungsformen gesichert werden kann“, so Johannes Hauenstein, Vorstand der Stiftung Ravensburger Verlag, die das Forschungsprojekt finanziert hat. Etwa den Wechsel der Fachkräfte in den Kitas auf ein notwendiges Maß reduzieren, indem das Arbeitsumfeld so attraktiv gemacht wird, dass die Pädagoginnen und Pädagogen hier über einen längeren Zeitraum arbeiten und das aus Sicht der Kita-Kinder idealerweise in Vollzeit.

Zufriedene Mütter = positiver Effekt auf die Entwicklung der Kinder

Wissenschaftlich bis jetzt selten belegt, konnten die Forscherinnen nun empirisch messbar nachweisen: Helfen Großeltern mit, unterstützt das vor allem die Mütter, die nach wie vor die Hauptbetreuungsperson sind. Zwei Effekte kann man beobachten: Die Mütter sind zufriedener mit ihrer Kinderbetreuungs-Situation und mit ihrer eigenen Freizeit. Erstere steigt um 11 %, die Zufriedenheit mit der Freizeit erhöht sich sogar um 14%. Diese Effekte sind besonders groß in Haushalten mit Kindern bis 6 Jahren. Bei den Vätern sind die Effekte auf die Zufriedenheit nicht so groß. Diese Zahlen zeigen, wie Oma und Opa die Entwicklung der Mädchen und Jungen entscheidend mitprägen, so C. Katharina Spieß: „Die Steigerung der mütterlichen Zufriedenheit hat einen direkten Zusammenhang mit der kindlichen Entwicklung. Salopp gesagt: Zufriedene Mütter haben sozio-emotional stabilere Kinder.“

Großelternbetreuung – ein Ausblick

Immer mehr Frauen gehen bis ins Rentenalter einer Erwerbstätigkeit nach. Das will besonders in Bezug auf junge Enkel bedacht sein, für die die Beschäftigung mit Oma und Opa eine sehr große Bedeutung hat. Zwischen 50 und 60 Prozent der Eltern, die sich eine stärkere Einbindung der Großeltern wünschen, geben deren Erwerbstätigkeit als Grund an, warum das nicht geht. Diese Zahl wird somit mit der Zeit wohl noch steigen.

2-jähriges Forschungsprojekt mit BiB und DIW Berlin

An dem Forschungsprojekt arbeitete seit Januar 2020 ein Team unter Leitung der Bildungs- und Familienökonomin Professorin Dr. C. Katharina Spieß, Direktorin des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden und Professorin an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Seine Basis bildete die Auswertung repräsentativer Datensätze der Jahre 1997 bis 2020, mit der die Wissenschaftlerinnen die Rolle von Großeltern in Deutschland bei der Bildung und Betreuung des Nachwuchses in der Altersgruppe 0 bis 10 Jahre beleuchten. „Die nun vorliegenden Forschungsergebnisse zeigen, dass bei zwei erwerbstätigen Elternteilen große Herausforderungen auf die Familie warten – selbst, wenn die Kita-Betreuung noch weiter ausgebaut wird. Reagieren zu können, wenn die Kinder im Notfall ungeplant Betreuung brauchen, fordert eine familienfreundliche Arbeitswelt, die künftig noch an Bedeutung gewinnen könnte“, erläutert Johannes Hauenstein, Vorstand der Stiftung Ravensburger Verlag. Die Stiftung förderte das Projekt „Oma und Opa gefragt?“ mit 160.000 Euro.

Bildungsbericht: Eine erste übergreifende Bildungsbilanz im Licht der Corona-Pandemie

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Die Entwicklung des Bildungswesens war in den vergangenen zwei Jahren maßgeblich von der Corona-Pandemie geprägt. Das wird auch im heute veröffentlichten 9. nationalen Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2022“ deutlich. Unter anderem wurden die digitalen Bildungsangebote enorm ausgebaut, ohne den Wegfall von Präsenzformaten überall ersetzen zu können. Zugleich ergaben sich große Zusatzbelastungen für Familien, Lernende und die pädagogischen Fachkräfte. Das Bildungspersonal steht auch im Mittelpunkt des Schwerpunktkapitels des Berichts. Wichtige Befunde: Der Bedarf an Qualifizierung steigt, und vor allem im Kita- und Schulbereich fehlt Personal.

„Viele Trends und Problemlagen, auf die vorherige Bildungsberichte hingewiesen haben, sind weiter aktuell. Die Corona-Pandemie hat den Blick hierfür geschärft und zugleich das Bildungsgeschehen erheblich beeinflusst. Wenngleich die Folgen noch nicht vollständig absehbar sind, erlaubt die Systematik des Bildungsberichts eine erste übergreifende Bilanz“, sagt Professor Dr. Kai Maaz, der Geschäftsführende Direktor des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation. Er ist Sprecher der Gruppe von Wissenschaftler*innen, die für den nationalen Bildungsbericht verantwortlich ist. Der Bericht wird alle zwei Jahre auf Basis von amtlichen Statistiken sowie sozialwissenschaftlichen Daten und Studien erstellt. Als systematische Bestandsaufnahme des gesamten Bildungswesens verfolgt er langfristige Entwicklungslinien und benennt neue Akzentuierungen.

Einige zentrale Befunde zu den Folgen der Corona-Pandemie für das Bildungswesen:

  • Seit dem ersten Lockdown im März 2020 haben viele Bildungseinrichtungen wiederholt keine Präsenzangebote machen können. An den Schulen erstreckte sich der Distanzunterricht allein bis Juni 2021 auf insgesamt vier bis fünf Monate. Das Aus- und Weiterbildungsangebot ist wiederum in einem Maße eingebrochen, das mit den Folgen der Finanzkrise 2008 vergleichbar ist.
  • Es fehlen mehr belastbare Daten, aber es gibt bereits Hinweise auf zurückgegangene fachspezifische Leistungen von Schüler*innen. Nach ersten Befunden sind etwa die Lesekompetenzen der Viertklässler*innen im Jahr 2021 gegenüber 2016 gesunken – auch wenn sich das nicht allein auf die Pandemie zurückführen lässt.
  • Der Wegfall von Bildungseinrichtungen als Sozialraum brachte erhebliche psychosoziale Belastungen mit sich. So beklagt die Mehrheit der Studierenden, dass ihnen der persönliche Kontakt zu Mitstudent*innen und Lehrenden fehlt. Und während des Lockdowns im Frühjahr 2020 standen nach eigenen Angaben nur 38 Prozent der Lehrkräfte mit allen oder fast allen Schüler*innen in regelmäßigem Kontakt.
  • An den Übergängen im Bildungssystem ergaben sich starke Unsicherheiten. Zwischen 2019 und 2021 sind zum Beispiel 7 Prozent weniger Jugendliche in eine berufliche Ausbildung eingemündet. Verlängerte Regelstudienzeiten und aufgeschobene Prüfungen dürften auch dazu beigetragen haben, dass die Zahl der Hochschulabsolvent*innen von 2019 auf 2020 um 6 Prozent gesunken ist.
  • Der Ausbau digital unterstützter Bildungsangebote hat sich beschleunigt. Dennoch nutzte während der Pandemie nur ein Drittel der Kitas digitale Formate für den Austausch mit Eltern und Kindern. Bei manchen Weiterbildungsanbietern stieß der Umstieg ebenfalls auf Hürden: Die Volkshochschulen konnten etwa im ersten Lockdown nur einen geringen Teil des geplanten Angebots digital umsetzen.
  • Die zuletzt sehr angespannte Personalsituation erschwerte in einigen Bereichen auch den Umgang mit der Pandemie. Zudem waren viele Lehrende gerade zu Beginn der Pandemie unzureichend auf den Wechsel zu Online-Formaten vorbereitet.

Das Schwerpunktkapitel des aktuellen Bildungsberichts widmet sich dem pädagogischen Personal. „Für gelingende Bildungsprozesse nimmt das Bildungspersonal eine Schlüsselrolle ein. Daher rückt es immer stärker in den Fokus des Interesses, Fachkräfte zu gewinnen und zu qualifizieren – nicht nur in Krisenzeiten“, betont Professor Maaz.

Ausgewählte Analysen des Schwerpunktkapitels „Bildungspersonal“:

  • Im Bildungsbereich arbeiten vielfältige Berufsgruppen mit unterschiedlichen Aufgaben zusammen – unter heterogenen Bedingungen. Beispiel: Während Lehrkräfte an Schulen vor allem hauptberuflich tätig sind, reicht der Anteil nebenberuflich Beschäftigter in der Weiterbildung bis zu 70 Prozent.
  • Die Anzahl der Beschäftigten an Kitas, allgemeinbildenden Schulen und Hochschulen sowie in Teilen der Weiterbildung ist seit 2010 teils merklich gestiegen. Allein in der Frühen Bildung lag der Zuwachs des Personals bei 75 Prozent. Die Beteiligung an den einzelnen Bildungsbereichen hat jedoch in einem ähnlichen Maß zugelegt, sodass sich die Betreuungsrelation im Ergebnis kaum verbessert hat.
  • Die Nachfrage nach Personal ist groß, was sich etwa an der gestiegenen Anzahl von Quer- und Seiteneinsteiger*innen festmachen lässt. Und der Bedarf wird weiter steigen. Das betrifft vor allem die Frühe Bildung in Westdeutschland (geschätzt 72.500 fehlende Fachkräfte bis 2025) und die Schulen (gut 30.000 fehlende Lehrkräfte bis 2030). Aufgrund neuer Anforderungen – etwa der Digitalisierung oder der Inklusionsbemühungen – braucht es zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen.
  • Die Qualifizierungsstandards beim Zugang zu pädagogischen Berufen sind sehr unterschiedlich. Das Spektrum reicht von niederschwelligen Belegen von Fachexpertise ohne pädagogische Qualifikation (etwa bei Lehrbeauftragten an Hochschulen) über berufliche Bildungsabschlüsse (zum Beispiel bei betrieblichen Ausbilder*innen) bis zum Hochschulstudium (beispielsweise für Lehrkräfte an Schulen).
  • Die Regularien für Fortbildungen und die Teilnahme daran variieren stark zwischen den Bildungsbereichen. Ohne Verpflichtung ist eine stetige Fortbildungsteilnahme abhängig von den Erwartungen der Träger und Einrichtungen oder eine private Angelegenheit. Mit 33 Prozent liegt die Fortbildungsquote des pädagogischen Personals aber über der aller Erwerbstätigen (17 Prozent). 

Nicht nur vor diesem Hintergrund ergeben sich große Handlungsbedarfe im Bildungswesen. Maaz betont: „Viele Herausforderungen erfordern gesteigerte Aufmerksamkeit und haben sich durch die Corona-Pandemie teilweise noch verschärft. Dazu gehören unter anderem die nach wie vor hohe soziale Ungleichheit der Bildungschancen sowie der Abbau von Kompetenzarmut.“ Insgesamt verweist der Bericht vor allem auf drei Ansatzpunkte:

  • Es braucht intensive, verbindliche und bereichsübergreifende Abstimmungsprozesse zwischen den Akteur*innen im Bildungswesen – auf Basis von empirisch gesicherten Informationen. Ziel ist, so die Reaktions- und Handlungsfähigkeit sowie die Verantwortlichkeit aller Beteiligten zu steigern. 
  • Die Digitalisierung des Bildungsbereichs schreitet voran und muss systematisch begleitet werden. Besonders kommt es darauf an, die Investitionen in die Infrastruktur zu verstetigen, die digitalen Bildungsangebote auszubauen und das Personal dafür zu qualifizieren.
  • Angesichts wachsender Bedarfe sind in den kommenden Jahren erhebliche Anstrengungen vonnöten, um qualifiziertes pädagogisches Personal zu gewinnen. Neben zusätzlichen Fachkräften ist es auch von zentraler Bedeutung, die Fortbildungsstruktur und -kultur weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen und der gesamte aktuelle Bericht: www.bildungsbericht.de

Bildungsbericht 2022 "Personalnotstand wird Schlüsselfrage der Zukunftsfähigkeit der Frühen Bildung"

Über den nationalen Bildungsbericht:

Der Bericht „Bildung in Deutschland“ wird von einer unabhängigen Gruppe von Wissenschaftler*innen erstellt, die folgende Einrichtungen vertreten: Das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (Federführung), das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE), das Deutsche Jugendinstitut (DJI), das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi), das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) an der Georg-August-Universität sowie die Statistischen Ämter des Bundes (Destatis) und der Länder. Die Kultusministerkonferenz (KMK) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördern die Erarbeitung des Berichts.

So stark belastet die Pandemie Grundschulkinder

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Wie geht es Kindern nach zwei Jahren Corona? Dieser Frage gingen Bildungsforscher*innen der Bergischen Universität Wuppertal nach. In der ersten Jahreshälfte 2022 befragten sie deshalb in Kooperation mit einem Schulamtsbezirk in Köln zahlreiche Eltern, Lehrkräfte, Kinder und Schulleitungen über die aktuelle Situation in den Grundschulen. Das Ergebnis: Die vergangenen zwei Pandemie-Jahre haben deutliche Spuren hinterlassen.

„Ausgangslage für die Studie war die hohe Anzahl an Problemen, die viele Lehrkräfte während der Corona-Pandemie bei Kindern festgestellt haben“, erklärt Prof. Dr. Christian Huber vom Arbeitsbereich für Rehabilitationswissenschaften mit dem Förderschwerpunkt Emotional-Soziale Entwicklung an der Bergischen Universität. Gemeint sind zum einen sogenannte externalisierende Auffälligkeiten – also etwa Unterrichtsstörungen, Konflikte und Hyperaktivität – aber auch internalisierende Verhaltensprobleme, wie sozialer Rückzug und Angst. Und auch die Lehrkräfte selber fühlten sich überfordert und hätten vor allem das Problem, dass sie die inhaltlichen Rückstände nach den Lockdowns – wie etwa Lesen, Schreiben, Rechnen – nicht aufholen können.

Auffälligkeiten und Belastungen sorgen für schwierige Lernatmosphäre

Um die aktuelle Situation genauer zu analysieren, befragte das Team um Prof. Christian Huber über 1200 Grundschulkinder, rund 1150 Eltern, fast 150 Lehrkräfte und 22 Schulleitungen aus insgesamt 30 Grundschulen im Schulamtsbezirk 3 in Köln.

Dabei stellte sich heraus,

- dass Kinder selbst eine stark erhöhte Aggressivität bei sich selbst wahrnehmen, was laut den Forscher*innen eher ungewöhnlich ist,
- dass diese Aggressivität insbesondere bei Kindern feststellbar ist, die auch starke Zukunftsängste im Zuge der Corona-Pandemie entwickelt haben,
- dass Kinder der dritten und vierten Klassen im Schnitt deutlich in ihrem sozialen Lernen, insbesondere bei der sozial-kognitiven Verarbeitung, zurückliegen, weil sie in der Coronazeit viele soziale Lernerfahrungen nicht machen konnten.

Neben der gesteigerten Aggressivität waren auch Ängste und depressive Symptome bei den Kindern erhöht. „Viele Grundschulkinder sitzen somit in einem Zustand in den Klassenzimmern, in dem inhaltliches Lernen nur schwer möglich sein dürfte“, so Christian Huber.

Die Studie ergab aber auch, dass etwa 30 Prozent der Lehrkräfte stark oder auch sehr stark belastet sind, etwa 10 Prozent so stark, dass man befürchten muss, dass sie perspektivisch ausfallen könnten.

„Die Ergebnisse sind insofern interessant, weil sie unter anderem zeigen, wie stark die Pandemie – und auch die Situation in der Ukraine – viele Kinder noch beschäftigt und wie stark insbesondere coronabedingte Sorgen mit extern- und internalisierenden Verhaltensproblemen zusammenhängen“, sagt Huber.

Gemeinsame Aufbereitung und soziale Kontakte jetzt besonders wichtig

Aus ihren Ergebnissen konnten die Forscher*innen einige Empfehlungen ableiten, wie die Situation für Kinder, Familien und Eltern jetzt aufbereitet werden und der Stress im System reduziert werden könnte. So sind zum Beispiel viele Kinder mit der Aufbereitung der Corona-Pandemie und der Kriegsereignisse alleine. „Die Aufbereitung dieser Erlebnisse sollte in den Familien, Schule und Ganztag Vorrang vor dem Aufholen des verpassten Lernstoffs haben – sonst werden sich die Verhaltensprobleme auch im kommenden Schuljahr nicht oder nur sehr langsam reduzieren“, schätzt der Professor.

Zum anderen vollziehe sich soziales Lernen bei Kindern meist im Umgang mit Gleichaltrigen. Dies war in der Pandemiezeit aber nicht oder nur erschwert möglich. „Alle sozialen Erfahrungen in Schule, Sport und Freizeit sind jetzt wichtig. Die Rolle von Eltern und Schulen ist dabei, Konflikte regelmäßig zu besprechen und Konfliktlösungen mit den Kindern zu erarbeiten“, weiß Christian Huber. Zusätzlich können auch Sozialtrainings und Elterncoachings ein Teil der Lösung sein. Hier müssen jetzt alle Kräfte einer Schulregion gebündelt und niederschwellige Angebote geschaffen werden.

Neues Infoportal: Wollen Sie mehr über Begabtenförderung wissen?

Die Themen Begabungs- und Begabtenförderung sowie Hochbegabung erfahren glücklicherweise in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit. Dennoch halten sich zu viele Stereotype über (Hoch-)Begabte. Dazu gehört beispielsweise die Auffassung, dass (hoch-) begabte Kinder und Jugendliche keine Förderung benötigen – schließlich sollten sie mit ihrem kognitiven Potenzial in der Lage sein, sich Wissen selbst anzueignen. Das Karg Fachportal Hochbegabung setzt genau hier an und beantwortet Fragen, die sich Fachkräfte in Kita, Schule und Beratung zu Begabungs- und Begabtenförderung stellen.

Begabungsgerechtigkeit  
Schon seit Jahren weisen Bildungsforscher:innen darauf hin, dass auch hochbegabte Kinder Unterstützung beim Lernen lernen benötigen und Bildungsgerechtigkeit nur entsteht, wenn auch diese Kinder durch Förderung ihre Potenziale bestmöglich entwickeln können. „Die Karg-Stiftung will hochbegabten Kindern und Jugendlichen zu ihrem Recht verhelfen, die gleiche Aufmerksamkeit und die gleiche Förderung auf ihrem Bildungsweg zu erhalten, die allen Kindern zusteht. Besonders Kinder, die von sozialer Ungleichheit betroffen sind, und Mädchen haben wir dabei im Blick, denn deren Hochbegabung wird oft nicht erkannt. Letztlich profitieren alle Kinder und Jugendlichen von einer inklusiven und individuellen Förderung. Unser  KARG FACHPORTAL HOCHBEGABUNG  stellt grundständiges und vertiefendes Wissen zur Verfügung, ist wissenschaftlich fundiert und praxisbezogen. Damit unterstützen wir alle Fachkräfte, die sich für ein begabungsgerechtes Bildungssystem einsetzen“, so Dr. Ingmar Ahl, Vorstand Zweckerfüllung, über das neue Portal. 

Kinderzeit-Podcast: Hochbegabung in der Kita

Karg Fachportal Hochbegabung

Das vollständig überarbeitete Karg Fachportal ist ein Angebot der Karg-Stiftung und bietet pädagogischen und psychologischen Fachkräften, Menschen aus der Bildungspolitik und allen an der Hochbegabung Interessierten Fachinformationen zum Thema. Neben Datenbanken zu qualifizierten  BERATUNGSSTELLEN  und umfassenden  IQ-TEST-REZENSIONEN  liefert es umfangreiche Informationen zur Begabungs- und Begabtenförderung in Kita, Schule und in Beratungskontexten. Eine Datenbank zu  WEITERBILDUNGSANGEBOTEN  und  KONGRESSEN  im deutschsprachigen Raum sowie eine  LINKSAMMLUNG  zu themenspezifischen Informationen anderer Anbieter geben eine schnelle Übersicht über das Feld.

Das ist neu  
Das neue Karg Fachportal Hochbegabung macht die Expertise des Teams der Karg-Stiftung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Beiträge und Interviews in Text-, Audio- und Videoformaten zeigen das in zahlreichen Projekten gesammelte Wissen; auch externe Expert:innen aus Praxis und Wissenschaft kommen regelmäßig zu Wort. Ziel ist es, Fachkräften konkrete Hilfe für ihren Arbeitsalltag zu bieten. 

Um eine schnelle Orientierung zu ermöglichen, sind die Beiträge zum Erkennen von (Hoch-) Begabung sowie zum Fördern und Beraten (Hoch-)Begabter im neuen Fachportal speziell für Kita, Schule und für Beratungskontexte aufbereitet. Zusammen mit einigen grundlegenden Beiträgen sind diese Artikel in den zwei Bereichen „Hochbegabung verstehen“ und „Hochbegabte unterstützen“ gebündelt. Zusätzlich gibt es einen Blog, der sich in diesem Jahr dem Thema Underachievement widmet, ein Glossar, das sukzessive um weitere Begriffe ergänzt wird, und weiterführende themenspezifische Leseempfehlungen. 

Das Portal wächst kontinuierlich auf Grundlage neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, ebenso werden die Datenbanken regelmäßig aktualisiert. Sämtliche Beiträge entsprechen wissenschaftlichen Standards, etwa durch umfassende Quellenangaben und korrekte Zitationen. Zusätzliche Download- und Druckfunktion ermöglichen es Fachkräften, die Beiträge im beruflichen Kontext weiterzuverwenden. 

Karg-Stiftung

Unser Auftrag ist die Förderung des hochbegabten Kindes in Kita, Schule und Beratung. Nah am Menschen und dem Bildungsalltag suchen wir gute Ideen und begleiten praxisnah in der Begabtenförderung. Wir klären den Bedarf, knüpfen Netzwerke und entwickeln Konzepte. Wir beraten, informieren und qualifizieren in der Begabtenförderung. Gemeinsam mit Politik, Wissenschaft und Praxis schaffen wir so ein allseits gerechtes Bildungssystem. Denn dieses ermöglicht auch Kindern und Jugendlichen mit hohem intellektuellem Potenzial die Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Die Karg-Stiftung, von dem Unternehmer Hans-Georg Karg und seiner Frau Adelheid Karg 1989 errichtet, ist verlässliche Partnerin und treibende Kraft der Begabtenförderung in Deutschland.

Weitere Informationen: karg-stiftung.de

Bewerbungsphase für den Deutschen Kita-Preis 2023 verlängert

DKJS / F. Schmitt

Das Bundesfamilienministerium und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung rufen gemeinsam mit weiteren Partnern bundesweit Kitas und lokale Bündnisse für frühe Bildung auf, sich um den Deutschen Kita-Preis zu bewerben. Dafür haben sie die Einreichungsfrist verlängert. Interessierte können noch in den nächsten sechs Wochen, bis zum 29. Juli, ihre Bewerbung einreichen. Und das geht ganz einfach in drei Schritten: 1. Registrieren unter www.deutscher-kita-preis.de/bewerbung, 2. Motivationsfragen beantworten und 3. Bewerbung abschicken. Alle Teilnehmenden haben die Chance auf Preisgelder in Höhe von 25.000 oder 10.000 Euro. Insgesamt ist der Deutsche Kita-Preis mit 130.000 Euro dotiert und wird in den Kategorien „Kita des Jahres“ und „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ vergeben.

Mitmachen können alle Kitas und lokalen Bündnisse Deutschlands

Zur Bewerbung aufgefordert sind Kitas und lokale Initiativen, die kontinuierlich an der Qualität der frühen Bildung in ihrer direkten Umgebung arbeiten. Deutschlandweit gibt es zahlreiche Einrichtungen der frühkindlichen Bildung, die hervorragende Arbeit leisten, eine Auszeichnung verdient haben und sich deshalb bewerben sollten. Die Preisträger des Deutschen Kita-Preises werden in einem mehrstufigen Auswahlverfahren ermittelt. Grundlage für die Auswahl bilden die vier Qualitätsdimensionen „Kindorientierung“, „Sozialraumorientierung“, „Partizipation“ und „Lernende Organisation“. Damit alle Kitas und Bündnisse vergleichbare Chancen haben, schaut die Jury aber auch auf Entwicklungsprozesse und nimmt die jeweiligen Rahmenbedingungen vor Ort mit in den Blick. Mitte September entscheidet sich, welche Kitas und lokalen Bündnisse die erste Hürde überwunden haben und für den Deutschen Kita-Preis nominiert werden. Wer schließlich ausgezeichnet wird, geben die Initiatoren im Mai 2023 bekannt.

Nicht nur Kitas: Auch lokale Bündnisse gesucht

Neben Kitas können sich auch lokale Bündnisse beim Deutschen Kita-Preis bewerben. Das sind Kooperationen mehrerer Partner, die sich gemeinsam mit Kitas, Familienzentren oder Tagesmüttern und Tagesvätern für gute frühe Bildung in ihrer Region stark machen. Auch eine gleichzeitige Bewerbung in der Kita- und Bündnis-Kategorie ist möglich und erhöht die Chance auf eine Auszeichnung.

Informationen und Fragen rund um den Deutschen Kita-Preis

Fragen zum Bewerbungsverfahren werden unter www.deutscher-kita-preis.de/faq beantwortet. Zudem steht das Team des Deutschen Kita-Preises mit Rat und Tat unter kontakt@deutscher-kita-preis.de oder während der Hotlinezeiten (montags 14 - 16 Uhr und mittwochs 10 - 12:30 Uhr und freitags 10 bis 12 Uhr) telefonisch unter 030 40 36 45 400 zur Verfügung.

Deutscher Kita-Preis 2023: Noch bis zum 29. Juli bewerben!

Über den Deutschen Kita-Preis

Der Deutsche Kita-Preis ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, dem ELTERN-Magazin, der Soziallotterie freiheit+ und dem Didacta-Verband. Die Auszeichnung setzt Impulse für Qualität in der frühkindlichen Bildung und würdigt das Engagement der Menschen, die tagtäglich in Kitas zeigen, wie gute Qualität vor Ort gelingt.

Mehr über den Deutschen Kita-Preis: deutscher-kita-preis.de

 

 

Anzahl der Kinder, die ein Angebot der Kindertagesbetreuung in Anspruch nehmen, ist weiter angestiegen

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Gerade hat das Bundesfamilienministerium die siebte Ausgabe von „Kindertagesbetreuung Kompakt“ veröffentlicht. Die aktuellen Zahlen 2021 zum Ausbau und Betreuungsbedarf der Kindertagesbetreuung zeigen deutlich, dass die Anzahl der Kinder, die ein Angebot der Kindertagesbetreuung in Anspruch nehmen, weiter angestiegen ist und der Betreuungsbedarf von Kindern das Angebot in allen Altersgruppen weiterhin übersteigt. Allein bezogen auf Kinder im Grundschulalter liegt die Lücke zwischen Betreuungsquote und Betreuungsbedarf bei 19 Prozent. Der Betreuungsausbau muss deshalb konsequent fortgesetzt werden.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus: „Als Bundesfamilienministerin bin ich für mehr Chancen- und Bildungsgerechtigkeit für Kinder angetreten. Dafür brauchen wir qualitativ hochwertige Angebote der Kindertagesbetreuung. Dies wird umso herausfordernder, da das Personal in Kitas und Schulen sowie Tagesmütter und -väter während der Corona-Pandemie unglaubliches geleistet haben und der Bedarf an Personal weiter steigen wird. Daher setze ich mich gemeinsam mit Ländern und Kommunen weiterhin für die Gewinnung von Fachkräften ein, und ich will die Qualität der Kinderbetreuung weiter verbessern: Im Koalitionsvertrag haben wir uns vorgenommen, das Gesetz zur Qualität und Teilhabe in der Kinderbetreuung weiter zu entwickeln und in ein Qualitätsentwicklungsgesetz mit bundesweiten Standards zu überführen. Daran arbeiten wir mit den Ländern intensiv, denn wenn Kinder hochwertig gefördert und betreut werden, schaffen wir mehr Chancengerechtigkeit für Kinder, verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und fördern die Erwerbstätigkeit von Frauen.“

Mehr Kinder besuchen Kindertagesbetreuung

Insgesamt besuchten 2.613.058 Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt ein Angebot der Kindertagesbetreuung. Das sind 48.343 Kinder mehr als im Vorjahr. Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen betrug am 1. März 2021 34,4 Prozent. Bei Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt lag die Betreuungsquote bei 92,2 Prozent. Damit sind die Quoten im Vergleich zum Vorjahr zwar um jeweils 0,6 Prozentpunkte leicht gesunken, die sinkenden Zahlen beruhen unter anderem auf der weiterhin wachsenden Anzahl der Kinder dieser Altersgruppe in der Bevölkerung.

Zahl der betreuten Grundschulkinder leicht gesunken

Die Zahl der betreuten Grundschulkinder ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken: Zum Schuljahresbeginn 2021 wurden 1.621.000 Kinder in Hort- und Ganztagsschulangeboten gemeldet. Das sind 13.000 Grundschulkinder weniger als im Vorjahr und entspricht einem Rückgang um 0,5 Prozentpunkte. In den Jahren zuvor war die Anzahl der betreuten Kinder in Kita sowie Hort- und schulischen Ganztagsangeboten kontinuierlich angestiegen.

Betreuungsbedarf erfordert weiteren Ausbau

Nach den Zahlen der neuen Ausgabe von „Kindertagesbetreuung Kompakt“ wünschten sich 2021 insgesamt 46,8 Prozent der Eltern von Kindern unter drei Jahren einen Betreuungsplatz für ihr Kind. Hier liegt die Differenz zwischen Betreuungsquote und Betreuungsbedarf bei 12,4 Prozent. Bei Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt liegt die Differenz bei 3,6 Prozent, der Betreuungsbedarf liegt hier bei 95,8 Prozent. Bezogen auf Kinder im Grundschulalter äußerten 73 Prozent der Eltern einen Betreuungsbedarf. Einen Hort- oder Ganztagsplatz besuchten 54 Prozent. Damit gibt es auch hier eine Lücke von 19 Prozent zwischen Betreuungsquote und Betreuungsbedarf.


Maßnahmen zum Ausbau der Kindertagesbetreuung im Überblick:

Schutzsuchende Kinder und ihre Familien aus der Ukraine

Seit Beginn des Krieges ist die Anzahl der schutzsuchenden Kinder und ihrer Familien in Deutschland angestiegen. Für sie leisten Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege einen wichtigen Beitrag: Die Kinder finden sich in der neuen Situation schneller zurecht, knüpfen neue Kontakte und lernen die deutsche Sprache. Die schutzsuchenden Kinder haben mit dem Tag ihres Ankommens in Deutschland – wie alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr – einen Rechtsanspruch auf eine qualitativ hochwertige Bildung, Betreuung und Erziehung in einer Kita oder Kindertagespflege. Sie sollen in Deutschland einen guten Start haben und sich hier wohlfühlen. Der Bund unterstützt die Länder und Kommunen im Jahr 2022 mit insgesamt zwei Milliarden Euro bei ihren Mehraufwendungen für die schutzsuchenden Menschen aus der Ukraine. Darunter fällt auch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln für die Kindertagesbetreuung und Beschulung.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026

Um die Betreuungslücke, wenn Kinder nach der Kita eingeschult werden, zu schließen, ist der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder für Kinder und Eltern wichtig. Ab August 2026 haben zunächst alle Kinder der ersten Klasse einen Anspruch auf ganztägige Förderung. In den Folgejahren wird der Anspruch um jeweils eine Klassenstufe ausgeweitet. Ab August 2029 hat jedes Grundschulkind der Klassenstufen eins bis vier einen Anspruch auf ganztägige Betreuung. Der Bund unterstützt die Länder und Kommunen beim quantitativen und qualitativen Ganztagsausbau mit Finanzhilfen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro und beteiligt sich ab 2026 aufsteigend an den Betriebskosten.

Mehr Qualität in Kitas und Kindertagespflege

Gemeinsam mit den Ländern setzt sich der Bund außerdem für mehr Qualität ein. Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung beteiligt sich der Bund bis 2022 mit rund 5,5 Milliarden Euro an der Weiterentwicklung der Qualität in der Kindertagesbetreuung. Trotz vielfältiger positiver Entwicklungen zeigt der Monitoringbericht zum Gesetz zum Teil große Unterschiede zwischen den Ländern. Die Evaluation des Gesetzes zeigt Stellschrauben auf, an denen das Gesetz weiterentwickelt werden kann. Der Koalitionsvertrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP sieht daher vor, das Gute-KiTa-Gesetz auf der Grundlage der Ergebnisse des Monitorings und der Evaluation weiterzuentwickeln und dieses bis Ende der Legislaturperiode gemeinsam mit den Ländern in ein Qualitätsentwicklungsgesetz mit bundesweiten Standards zu überführen. Zusätzlich fördert das Bundesfamilienministerium die Qualitätsentwicklung durch mehrere Bundesprogramme.2022 ist das Bundesprogramm „Integrationskurs mit Kind“ gestartet.

Die siebte Ausgabe von „Kindertagesbetreuung Kompakt“ finden Sie hier: www.bmfsfj.de/kita-kompakt

Paritätischer Wohlfahrtsverband veröffentlicht Kita-Bericht 2022

Gabe Pierce on Unsplash

Der aktuelle Kita-Bericht des Paritätischen Gesamtverbandes, der auf einer Befragung von über 1000 Kindertageseinrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet basiert, illustriert die höchst angespannte Situation in Deutschlands Kitas: Arbeitsbelastung und Rahmenbedingungen während der Pandemie sowie vielerorts unzureichende Personalschlüssel und teilweise mangelhafte Ausstattung erschweren es, den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden und führen zu einer hohen Unzufriedenheit bei den pädagogischen Fachkräften. Nach der Studie verhindert der anhaltend hohe Fachkräftemangel bundesweit in jeder zweiten Kindertageseinrichtung, dass Kapazitäten vollständig ausgeschöpft werden. Der Paritätische fordert angesichts der alarmierenden Befunde konzertierte Anstrengungen aller politischen Ebenen zur Qualitätsentwicklung und Fachkräftegewinnung.

Erstmals untersucht wurde mit der Studie auch der Zusammenhang mit der sozialräumlichen Lage der Kindertageseinrichtungen. Der Befund: Unabhängig von der Pandemie fehlt es insbesondere für Kitas in benachteiligten Sozialräumen an gezielter Unterstützung. “Die Fachkräfte vor Ort leisten Tag für Tag Enormes unter vielerorts wirklich schweren Bedingungen. Gerade dort, wo viele Kinder in Armut aufwachsen oder auf besondere Unterstützung angewiesen sind, klagen auch die Kitas über schlechtere Ausstattung. Hier braucht es dringend gezielte und bessere Unterstützung”, fordert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands.

Insgesamt gehen 60 Prozent der Teilnehmenden an der Befragung davon aus, dass sie mit dem gegenwärtigen Personalschlüssel den Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht werden können. Kindertageseinrichtungen in benachteiligten Sozialräumen sind davon besonders betroffen. Defizite belegt der Bericht dabei unter anderem im Bereich der Sprachförderung: Je höher die sozialräumliche Benachteiligung, desto größer ist die Zahl der Kinder mit Unterstützungsbedarf bei der sprachlichen Bildung. Gleichzeitig könne dieser Bedarf mit dem gegenwärtigen Personalschlüssel überwiegend nicht gedeckt werden.

Strukturelle Defizite werden nicht nur bei den Personal-Schlüsseln, sondern u.a. auch im Bereich der Kita-Finanzierung ausgemacht. Neu- und Ersatzanschaffungen seien kaum selbstverständlich. Mehr als ein Drittel der Teilnehmenden gibt zudem an, dass die vorgesehenen Finanzmittel nicht ausreichen, um die Kinder mit einer ausgewogenen Ernährung zu versorgen. “Die Befunde des Kita-Berichts sind erschütternd. Es ist schon ein Armutszeugnis, wenn es uns in diesem reichen Land nicht gelingt, jedem Kind eine gesunde Mahlzeit, bestmögliche Förderung in der individuellen Entwicklung und eine möglichst unbeschwerte Kindheit zu ermöglichen”, so Schneider.

Zur Studie:
Der Kita-Bericht des Paritätischen erscheint inzwischen zum zweiten Mal. Die Studie gibt detaillierte Einblicke zum Stand der Qualitätsentwicklung und der praktischen Umsetzung des so genannten Gute-Kita-Gesetzes. Die Umfrage wurde gemeinsam mit Wissenschaftler*innen der Universität Osnabrück ausgewertet. Defizite wurden in allen Handlungsfeldern der frühen Bildung, Erziehung und Betreuung festgestellt. Insgesamt haben 1.171 Personen aus unterschiedlichen Kindertageseinrichtungen vollständig teilgenommen. Damit erfasst die Umfrage ein Fünftel aller Paritätischen Kindertageseinrichtungen in Deutschland. Die Teilnehmenden an der Umfrage kommen aus dem gesamten Bundesgebiet

Forscheridee Juni: Naturbingo

Stiftung Haus der kleinen Forscher
Stiftung Haus der kleinen Forscher

Forscheridee im Mai: Naturbingo

Was finden wir eigentlich alles auf dem Boden? Drinnen vielleicht Staubfusseln oder Bauklötze, aber draußen? Wer findet zuerst eine Vogelfeder? Und wo steht nochmal der große Kastanienbaum?

Material:

  • 10er Eierkartons
  • 10 kleine Bilder der gesuchten Gegenstände

Papier (DIN A4), Drucker, ggf. Kleber zum Fixieren, Schere

So geht’s:

In einem 10er-Eierkarton werden auf der Deckelinnenseite zehn Bilder von Materialien gezeigt, die im Erdreich gefunden und gesammelt werden sollen (z. B. verschiedene Bodenarten, Stöckchen, Rinde, eine Pusteblume). Nun müssen die Kinder, aufgeteilt in Gruppen, diese Gegenstände in der Natur suchen und an der richtigen Stelle im Eierkarton sammeln. Das Team, das zuerst alle gesuchten Fundstücke gesammelt hat, ruft „Bingo!“ und hat gewonnen.

Spannende Fragen:

  • Wie fühlen sich Gras, Moos und Erde an?
  • Sehen Spinnennetze immer gleich aus?
  • Wie viele Blätter hat ein Kleeblatt?
  • Wie weit fliegen die Schirmchen einer Pusteblume?
  • Was wäre, wenn es die Dinge, die gesammelt wurden, nicht gäbe?

Weiterführende Ideen für Kitagruppen:

Sammeln Sie gemeinsam mit den Kindern auf einer Entdeckertour zehn Dinge, die dann im Kindergarten mit Hilfe von Nachschlagewerken oder einer Internetrecherche analysiert werden.
Im Außenbereich der Kita können Sie die Materialien dann verstecken, damit die Kinder sie suchen können. Suchen Sie sich Orte aus, die eine ähnliche Farbe aufweisen, so dass die Materialien nicht so leicht zu finden sind. Dadurch erhöhen Sie den Schwierigkeitsgrad.

Kinderzeit-Podcast zum Thema forschendes Lernen

„Tag der kleinen Forscher“ 2022

Stiftung Haus der kleinen Forscher
Stiftung Haus der kleinen Forscher

Im Erdreich ist mächtig viel los – Zeit, einen Blick in, auf und unter die Erde zu werfen. „Geheimnisvolles Erdreich – die Welt unter unseren Füßen“ lautet deshalb in diesem Jahr das Motto zum „Tag der kleinen Forscher“ am 23. Juni. Mädchen und Jungen in ganz Deutschland sind eingeladen, den Erdboden mit Schaufel, Lupe, Händen und Füßen zu entdecken, zu erleben und zu nutzen. Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ ruft deshalb Kitas, Horte und Grundschulen auf, sich zu beteiligen – sei es mit einem Forscherfest, einer Projektwoche oder einer anderen besonderen Aktion. Kostenloses Aktionsmaterial gibt es unter www.tag-der-kleinen-forscher.de.

Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“

Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ engagiert sich für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) – mit dem Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen und zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern vor Ort bietet die Stiftung bundesweit ein Bildungsprogramm an, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei unterstützt, Kinder im Kita- und Grundschulalter qualifiziert beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Das „Haus der kleinen Forscher“ verbessert Bildungschancen, fördert Interesse am MINT-Bereich und professionalisiert dafür pädagogisches Personal. Partner der Stiftung sind die Siemens Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung, die Dieter Schwarz Stiftung und die Friede Springer Stiftung. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.