März 2020

Musiktipp: Eule findet den Beat – mit Gefühl

Universal Family Music

 

Das Musikhörspiel „Eule findet den Beat“ ist eine echte Erfolgsgeschichte. Die ersten beiden Teile über die Entdeckungsreise einer kleinen Eule durch die Musikwelt sind bei Eltern und Kindern gleichermaßen beliebt. Nun ist der dritte Teil erschienen und diesmal entdeckt die kleine Eule die Musik der Gefühle. 

Geschichte: Die Eule ist inzwischen ein echter Musikexperte. Im ersten Teil lernte sie mit Pop-Fliege, Rock-Maulwurf und HipHop-Ratte viele verschiedenen Musikstile kennen. Im zweiten Teil brach sie mit mit Schlagerbiber zu einem musikalischen Roadtrip quer über den europäischen Kontinent auf. Und nun will die Eule endlich mal selbst einen Song schreiben. Passenderweise hat sie vom Tausendfüssler eine Ukulele geschenkt bekommen. Doch es bleibt eine große Frage: Wie schreibt man eigentlich einen Song? In jedem Fall, so erfährt sie recht bald, geht ohne Gefühl beim Musikmachen eher wenig. Liebe und Freude, aber auch Traurigkeit und Wut sind dabei erlaubt und bringen ihren ganz eigenen Beat mit sich.

 

Jedes Gefühl wird nach bekannten Konzept mit einem eigenen Lied erklärt und von unterschiedlichen Tieren besungen. So entdecken die Eule und natürlich auch die Zuhörer, dass Musik je nach Stimmung ganz unterschiedlich klingen kann. Die besungenden Gefühle sind sehr kindgerecht beschrieben. Bei der Liebe geht es um die Liebe der Eltern zu ihrem Kind und bei Angst um eine typische kindliche Angst: die vor Monstern. Die ist nämlich gar nicht nötig. Schließlich zerbrechen die Monster jede Eiswaffel und sind auch sonst ziemlich vertrottelt. Und bei Wut geht es um Umweltschutz. Der Igel ist wütend, weil so viel Müll im Wald liegt.

Unser Fazit: Gerade bei erfolgreichen Serienproduktionen stellen sich schnell Ermüdungserscheinungen ein. Nicht so bei der "Eule findet den Beat"-Reihe. Der dritte Teil ist mindestens genauso empfehlenswert wie die beiden Vorgänger. Deshalb können wir uns ganz dem Urteil von Rolf Zuckowski anschießen, der sagte:

„Die kleine Eule geht auf ihre wohl spannendste Reise. Sie führt dieses Mal nicht hinaus in die weite Welt, sondern tief hinein zu dem, was in uns allen schlummert: Gefühle, Träume, Freude aber auch Traurigkeit. Da gibt es viel zu entdecken mit wundervollen neuen Liedern zum Zuhören und Mitsingen. Danke, kleine Eule, dass Du uns mitnimmst, auf eine überraschende Reise zu uns selbst.“ Rolf Zuckowski.

Und so spielt man den Titelsong auf der Ukulele

Digitale Turnstunde mit Alba Berlin

Screenshot Alba Berlin

 

Die Kitas haben geschlossen, Kinderturnen fällt auf unbestimmte Zeit aus und nicht jeder hat einen Garten zum Austoben. Und das Haus soll man möglichst nicht verlassen. Viele Kinder haben kaum Möglichkeiten sich auszutoben. Deshalb hat der Basketballverein Alba Berlin eine tägliche Sportstunde ins Leben gerufen und zwar auf Youtube.

Mit dieser Idee hat der Basketballverein aus der Hauptstadt voll ins Schwarze getroffen. Seit gut einer Woche bietet Alba eine tägliche digitale Sportstunde für Kita-Kinder, Schüler und Jugendliche an. Längst haben die ersten Videos die Millionen-Klicks-Grenze geknackt. Für viele Familien gehört die tägliche Sportstunde zur Corona-Routine.

 

 Montags bis Freitags, immer morgens um 9 Uhr kommt die Sportstunde für die Kita-Kinder. 30 Minuten lang wird getobt und gespielt. Um 10 Uhr sind die Grundschüler dran und um 11 Uhr die Oberschüler. Ihre Sportstunden dauern sogar 45 Minuten. 

Die Übungen und Spiele wurden von den Jugendtrainern Alba Berlins entwickelt. Sie sind auch regelmäßig in den Schulen und Kitas der Hauptstadt unterwegs. In den Sendungen schauen auch die Profis oder der Albatros von ALBA Berlin vorbei und Freitags bekommen die Eltern Tipps für die Bewegung am Wochenende. 

„All das, was wir normalerweise mit Kindern und Jugendlichen machen – Training, Spiele, Reisen, im Verein, an Schulen, an Kitas – wird auf unabsehbare Zeit nicht möglich sein. Das ist eine ungewohnte und gerade für Kinder auch beunruhigende Situation. Wir gehen positiv und kreativ mit dieser Krise um, leben die Gemeinschaft trotz der Trennung und machen die Wohnungen zu Sportorten. Deshalb machen wir jetzt das, was Schulsportexperten ohnehin seit Jahren fordern: Eine tägliche Sportstunde, für Kinder und Jugendliche aller Altersklassen", erklärt Alba-Vizepräsident Henning Harnisch die Idee.

 

Licht und Farben entdecken mit dem Regenbogen Steckbrett

Dusyma

Mit dem Wand-Steckspiel entdecken schon kleine Kinder Licht und Farbe. Dabei können sie eine Fülle von unterschiedlichen bunten Bildern stecken. Mit den Luxy Regenbogen-Säulen und einer eingeschobener Lichtplatte ergeben sich leuchtende farbenfrohe Bilder.

Bunte Bilder stecken und dabei Licht und Farbe entdecken. Das können schon kleine Kinder mit dem Wand-Steckspiel. Die Luxy Regenbogen-Säulen eignen sich am besten, die farbigen bunten Lichteffekte zu schaffen. Mit der eingeschobenen Lichtplatte mit integriertem Farbwechsler ergeben sich bunte gesteckte Bilder. Auch die kleine Lichtplatte passt hinter das Steckbrett. Außerdem können die Kinder geometrische Formen oder Buchstaben stecken. Mit den Holz-Steckern lassen sich die Löcher des Steckbretts verdunkeln, so dass sich der Negativ-Effekt zeigt. Dieses Steckbrett kann auch liegend auf einem Tisch verwendet werden.

Ab 2 Jahre.

Inhalt/Material: 1 Steckbrett mit 99 Löchern, 2 Montageleisten, inkl. Montagematerial, HPL-beschichtetes Plattenmaterial.

Maße: Steckbrett 49 x 49 cm.

UVP: 144 €.

Kita-Leitung: Spagat zwischen Alltagsbelastungen und Zukunftsanforderungen

Akkon Hochschule für Humanwissenschaften

 

Ein Plädoyer zur Notwendigkeit der Professionalisierung und Akademisierung in der frühkindlichen Bildung

Von Gordon Heringshausen

Erzieherinnen und Erzieher nehmen in Deutschland per Gesetz vielfältige Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsaufgaben in Kindertagesstätten wahr. Der Berufsalltag ist dabei von verschiedenen Anforderungen, hohen arbeitsbedingten Belastungen und starken Beanspruchungen geprägt. Um ihrem frühkindlichen Bildungsauftrag gerecht werden zu können, benötigen sie neben einer professionellen pädagogischen Ausbildung und gesundheitsfördernden Rahmenbedingungen vor allem Fach- und Handlungswissen. Insbesondere den Leitungen in den Einrichtungen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Als zentrale Akteure in der frühkindlichen Bildung sind sie durch aktuelle politische Entwicklungen (z. B. Gute-Kita-Gesetz) und die damit verbundenen Qualitätsentwicklungs- und Professionalisierungsansprüche ins Zentrum fachpolitischer und wissenschaftlicher Diskurse gerückt. Derzeit bieten allerdings weder die länderspezifischen Berufsausbildungen noch die diversen Fort- und Weiterbildungsangebote die Entwicklung der für Leitungsaufgaben im System der frühkindlichen Bildung notwendigen Leitungs- und Managementkompetenzen. Auch mit Blick auf Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung und weiterführenden Qualifikation von Erzieherinnen und Erziehern wären zielorientierte Angebote wichtig. Solche Optionen, die eine dynamische und potenzialorientierte Entwicklung der individuellen Berufsbiografien eröffnen, werten ein jedes Berufsbild auf. Vor dem Hintergrund des Fachkräfteengpasses kann Weiterentwicklung hier auch als Vehikel verstanden werden, das Berufsfeld frühkindliche Erziehung attraktiver zu machen. Dementsprechend könnte eine berufsbegleitende Akademisierung als Möglichkeit der beruflichen Weiterbildung für Erzieherinnen und Erzieher, im Sinne des Konzeptes des lebenslangen Lernens, die notwendige Kompetenzentwicklung im thematischen Bezug zu Leitung und Management ermöglichen. 

Arbeitsplatz mit vielfältigen Belastungen

Erzieherinnen und Erzieher benötigen neben einer pädagogischen Professionalität auch gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen um – neben dem eigentlichen frühkindlichen Bildungsauftrag – auch den hohen arbeitsbedingten Belastungen und Beanspruchungen gerecht werden zu können. Darüber hinaus sind qualifizierte und engagierte Fachkräfte gefragt, da die Anforderungen an Bildung, Betreuung und Erziehung in Kitas stetig ansteigen. Ferner ist festzustellen, dass im derzeitigen deutschen Bildungssystem Kinder auf umso höher qualifiziertes pädagogisches Personal treffen, je älter sie werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies – leider – dass, je jünger sie sind, sie auf desto geringer qualifiziertes Personal treffen. Insbesondere für die vorschulische Bildungsphase, dass das frühpädagogische Personal im Regelfall nur eine jeweils länderspezifisch geregelte Berufs- oder eine Fachschulausbildung absolviert hat. Aus meiner Sicht ein systemischer Missstand, dem wir entgegenwirken müssen, wenn wir das Berufsfeld frühkindliche Erziehung für junge Talente attraktiver gestalten wollen.

Der Arbeitsalltag von Erzieherinnen und Erziehern ist durch eine Vielzahl von arbeitsbedingten gesundheitlichen Belastungen geprägt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich eine Vielzahl dieser Belastungsfaktoren regelmäßig addiert und viele dieser Stressoren mit den Rahmenbedingungen der Kitas in ihrer Struktur und Organisation verbunden sind. Dazu zählen Faktoren wie z. B. zu geringe personelle Ausstattung bzw. zu große Gruppen, etc. Zusätzlich dazu kommen klassische physische Belastungen wie Lärm, häufig ungünstige Körperhaltungen, z. T. schweres Tragen und Heben aber auch psychische Belastungen, z. B. durch ungünstige Arbeitsorganisation, vermehrtem Aufwand für Beobachtung, Dokumentation und Verwaltung, geringe gesellschaftliche Anerkennung des Berufsstatus und ein häufig eher geringes Einkommen. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die wahrgenommene Arbeitszufriedenheit der Erzieherinnen und Erzieher. Im bundesweiten Vergleich mit anderen Berufsgruppen lässt sich eine geringere Arbeitszufriedenheit darstellen. Auch das stellt die Leitungen von Kitas regelmäßig vor Herausforderungen hinsichtlich Teamführung und Management.

Fachkräftesituation in Kitas

Durch den schrittweisen Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen in den letzten Jahren haben sich die Zahl der betreuten Kinder und ebenso die Zahl der Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen deutlich gesteigert. Dementsprechend ist auch die Zahl der Arbeitslosen im Feld der Kinderbetreuung und -erziehung in den letzten Jahren überdurchschnittlich zurückgegangen. Die geringe Arbeitslosenquote signalisiert Vollbeschäftigung. Gleichzeitig hat die Zahl der gemeldeten Stellen seitens der Arbeitgeber allerdings überdurchschnittlich zugenommen, hier liegt ein weiteres systemisches Problem: Denn die Zahl der gemeldeten Stellen fällt deutlich höher aus, als die der arbeitslos gemeldeten Erzieher und Erzieherinnen. Zumeist werden Fachkräfte mit einem Abschluss als Erzieherin oder Erzieher gesucht. Zu bedenken ist zudem, dass ich hier die der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Zahlen zugrunde lege. Das beudetet, dass alle nicht gemeldeten Stellen nur zu schätzen sind. Mein Eindruck ist: die „Dunkelziffer“ liegt noch höher und steigert die Diskrepanz zwischen Stellenangeboten und Stellengesuchen. Gesucht werden aktuell sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitkräfte, wobei der Anteil der Teilzeitstellen überdurchschnittlich hoch erscheint.

Notwendigkeit von Professionalisierung und Akademisierung

Im frühkindlichen Bildungsprozess übernehmen Erzieherinnen und Erzieher eine zentrale Rolle. Auf den Schultern dieser – wie uns in der Coronakrise einmal mehr deutlich wird – systemrelevanten Berufsgruppe lastet erhebliche Verantwortung und eine große Vielzahl fachlich anspruchsvoller Aufgaben. Dabei handelt es sich insbesondere bei den Einrichtungsleiterinnen und -leitern in Kitas und Kindergärten um Managementaufgaben. Auf diese Bildungs- und Führungsaufgaben bereiten weder die Berufsausbildung noch die vorhandenen Fort- und Weiterbildungsangebote für frühpädagogischen Fachkräfte ausreichend vor.

Anschlussfähigkeit an Arbeits- und Lebenswirklichkeit sicherstellen

Speziell für diese Zielgruppe konzipierte akademische Weiterbildungsangebote, wie der berufsbegleitende Bachelorstudiengang „Leitung und Management in Kindertageseinrichtungen B.A.“, den die Akkon Hochschule für Humanwissenschaften jetzt eigens für Leitungskräfte in Kindergärten und -tagesstätten konzipiert hat, schließen hier eine entscheidende Lücke im System. Berufsbegleitende Studiengänge eröffnen Erzieherinnen und Erziehern nicht nur die Möglichkeit der eigenen Weiterbildung, sondern auch Raum und akademische Expertise für die Entwicklung von Kompetenzen, die für Leitungsfunktionen heute unabdingbar sind. Das berufsbegleitende Modell stellt die Integration der akademischen Weiterbildung in die berufliche Praxis und stellt einen multiperspektivischen fachlichen Austausch der Teilnehmenden her. Auf diese Weise ist die Akzeptanz und die Anschlussfähigkeit an die Arbeits- und Lebenswirklichkeiten von Erzieherinnen und Erziehern aus Kitas und Kindergärten im Sinne eines nachhaltigen Transfers in das pädagogische Arbeitsumfeld gesichert.

 

Über den Autor

Prof. Dr. sc. hum. Gordon Heringshausen, M.A. ist Professor für Pädagogik an der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften und hat dort den Lehrstuhl für Gesundheitspädagogik und angewandte Gesundheitswissenschaften inne. Hier hat er jüngst den Studiengang „Leitung und Management in Kindertageseinrichtungen B.A.“ entwickelt, der im Oktober 2020 startet. Gordon Heringshausen hat Ausbildungen in systemischer Therapie sowie klinischer Hypnotherapie absolviert und ist neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit als Lehrrettungsassistent, Notfallsanitäter und Praxisanleiter tätig.

 

Kita-Leitung studieren

Studiengang: „Leitung und Management in Kindertageseinrichtungen B.A.“

Ziel: ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher werden akademisch und praxisorientiert auf Leitung, Führung und das Management von Einrichtungen der öffentlichen sowie freien Kinder- und Jugendhilfe vorbereitet.

Anbieter: Akkon Hochschule für Humanwissenschaften, Berlin

Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.) 180 Credit Points

Studienform: berufsbegleitend (Teilzeit)

Studiendauer: 6 Semester in Blockveranstaltungen bei Anrechnung der Berufsausbildung (9 Semester Regelstudienzeit)

 

Interview mit André Gatzke: Kinder brauchen Bewegung.

WDR/ Annika Fußwinkel

 

Früher arbeitete André Gatzke als Ergotherapeut für Kinder, heute moderiert er die „Sendung mit dem Elefanten“. Ein großes Anliegen ist ihm aus der Zeit als Therapeut geblieben. Er will Kinder (und ihre Eltern) zu mehr Bewegung motivieren. Wie das gelingt, verrät er im kinderzeit-Interview.

 
Warum ist Bewegung so wichtig für Kinder?

André Gatzke: Bewegung ist so immens wichtig für unsere Entwicklung. Durch Bewegungserfahrungen entwickelt sich nicht nur unsere gesamte Grob- und Feinmotorik, sondern auch unser Gehirn. Sich selbst und seine Umwelt zu erfahren, gelingt am besten durch Bewegung. Genau deshalb sollten wir als Eltern und als Pädagogen den Kindern unbedingt die Freude an der Bewegung vermitteln. Das gelingt durch Bewegungsspiele, durch Anreize zum Toben, Kicken und Klettern, aber auch durch das eigene Verhalten. Ich gehe zum Beispiel unheimlich gerne Treppe und nehme nie den Aufzug. Das färbt auch auf meine Kinder ab.

 

Wie schafft man im Kita-Alltag vielfältige Bewegungsanlässe?

André Gatzke: Alle Kitas sollten aus meiner Sicht vielfältige Angebote zur Bewegung bieten – Klettergerüste, Bewegungsräume, Fahrzeuge und vieles mehr. Im zweiten Schritt müssen diese Angebote den Kindern immer wieder schmackhaft gemacht werden. Aus dem Klettergerüst wird zum Beispiel mit ein bisschen Deko ein Zirkuszelt. Mit einem Plakat kündigt man eine große Vorstellung an. Am nächsten Tag darf jedes Kind etwas am Klettergerüst oder an der Schaukel vormachen. Schon entsteht ein neuer Bewegungsanreiz für die ganze Gruppe. Auch die Natur bietet viele Bewegungsanregungen – nicht nur im Frühling und Sommer. Selbst bei schlechtem Wetter kann man alle Kinder in die Regensachen stecken und beispielsweise einen Matschpfützen–Wettspringen veranstalten. Toll sind natürlich auch Ausflüge in den Wald. Allerdings sollten solche Aktivitäten auch Erzieher übernehmen, die selbst Lust auf Bewegung in der Natur haben und diese Freude an die Kinder weitergeben können.

 

Eltern sollten und können sich in Sachen Bewegung ja nicht allein auf die Kita verlassen. Wie schafft man im Familienalltag genug Bewegung?

André Gatzke: Natürlich ist es schön, wenn Kinder und Eltern möglichst viel Zeit mit Bewegung und an der frischen Luft verbringen. Ich persönlich finde aber allgemeine Verhaltens- oder Erziehungstipps eher schwierig. Eltern sollten selbst Lust auf Bewegung haben. Man kann niemand dazu zwingen, nochmal mit Kind und Laufrad joggen zu gehen oder mit dem Nachwuchs fangen zu spielen. Ich glaube, das muss von jedem selbst kommen. Ich persönlich habe einen enormen Bewegungsdrang, gehe gerne vor die Tür oder fahre Skateboard. Das färbt zum Glück auch auf meine Kinder ab.

 

Welche Rolle spielen Angebote wie Kinderturnen?

André Gatzke: Kinderturnen ist toll. Die Kinder können mit vielen Gleichaltrigen spielen und neue Bewegungserfahrungen machen, die zuhause vielleicht schwierig umsetzbar sind. Aber natürlich muss das Kind Lust darauf haben. Es bringt nichts, nur aus eigenem pädagogischem Anspruch, die Kinder auch gegen den Willen zum Turnen zu fahren. Im Zweifel verbaut das eher die Lust auf die Bewegung. Ein bisschen anders verhält es sich beim Schwimmen. Darauf habe ich bei meinen Kindern bestanden, auch wenn sie manchmal keine Lust dazu hatten. Mit Erfolg: Heute können sie alle schwimmen und gehen immer noch gerne ins Schwimmbad.

 

Schwimmen ist ein gutes Stichwort. Immer weniger Schulkinder können schwimmen. Müssten hier die Kitas und Vorschulen stärker aktiv werden?

André Gatzke: Das wäre sicher begrüßenswert. Unsere Kita war regelmäßig mit den Kindern beim Schwimmen. Aber natürlich hängt das stark von den Rahmenbedingungen ab. Ich glaube aber schon, dass gerade in Bezirken mit vielen sozial benachteiligten Familien Schwimmen und Bewegung noch stärker von den Kitas und Schulen geleistet werden müsste. Einfach weil die Eltern oft nicht die Zeit oder das Geld haben, regelmäßig schwimmen zu gehen. 

 

Wie findet man eigentlich den richtigen Sport für sein Kind?

André Gatzke: Viele Angebote machen, viel ausprobieren und dann am Ende das Kind entscheiden lassen. Ich zum Beispiel liebe Skateboard fahren, seit Kindertagen stehe ich fast jeden Tag auf dem Brett. Mein Vater war dagegen ein leidenschaftlicher Fußballer und hat mich trotzdem immer unterstützt. Sogar zur Geburt meines Sohnes hat er uns ein kleines Skateboard geschenkt. Das hat mich unheimlich gerührt. Geholfen hat es nichts, mein Sohn ist wiederum Fußballer geworden. Auch wenn ich keinen Bezug zu diesem Sport habe, stehe ich oft genug am Spielfeldrand und feure ihn an. Gleichzeitig nehme ich ihn natürlich auch mal in die Skatehalle mit und zeige ihm meine Leidenschaft. Aber der Funke ist dort nie so übergesprungen wie beim Fußball. Was also wichtig ist: Freiheit lassen, Unterstützung geben, offen sein für neue Sportarten, auch wenn man dazu selbst keinen Draht hat.

 

Skateboard ist ein tolles Beispiel. Stehen wir als Eltern mit all unseren Sorgen den Kindern und ihren Bewegungserfahrungen auch manchmal im Weg?

André Gatzke: Ja, leider. Es fällt vielen Eltern sehr schwer Ruhe zu bewahren, wenn das Kind auf einen hohen Baum klettert. Wir sollten uns immer sagen, es ist immer besser, wenn das Kind auf einen Baum klettert, als wenn es unten stehen bleibt. Genauso ist es auch mit dem Skateboard fahren. Kinder fallen ständig vom Board und klettern immer wieder drauf. Immerhin wollen sie das Skateboard ja beherrschen lernen. Das ist eine ganz tolle Motivation. Für Eltern, die selbst noch nie auf einem Brett standen, wirkt das von außen sehr gefährlich. Aber ich habe mir in zwei Jahrzehnten Skate- und Snowboard nur zwei Mal echt weh getan. Und selbst ein zertrümmertes Handgelenk ist kein Grund dafür, auf all die tolle Erfahrungen auf dem Skateboard zu verzichten. Ich würde Eltern immer raten, sich auch mal an die eigenen wilden und guten Bewegungserfahrungen zu erinnern und sich etwas mehr zurückzunehmen. Bewegung und Abenteuer zu verbieten, ist jedenfalls keine Alternative.

Eine Spielidee aus dem Hause Gatzke
Andre Gatzke im Fernsehen

Andre Gatzke moderiert bei KiKA die „Sendung mit dem Elefanten“ und „Die Sendung mit der Maus"- zum Hören. Außerhalb des Fernsehens moderiert er große Kinder- und Familienveranstaltungen. Außerdem spricht er Hörbücher und Hörspiele. Gatzke ist gelernter Ergotherapeut und leitete zehn Jahre eine Praxis in Köln.

Und er moderiert die „Sendung mit dem Elefanten“, täglich zu sehen um 6.55 Uhr bei KiKA, auf der Elefantenseite und in der ElefantenApp. Ab dem 23. März moderiert er außerdem gemeinsam mit der Grundschullehrerin Pamela Fobbe das Lernprogramm "Der etwas André Unterricht". Morgens von 9 bis 12 Uhr strahlt das WDR Fernsehen diese speziell für die Grundschüler*innen zusammengestellte Sendestrecke aus. Die Moderatoren führen nicht nur durchs Programm, sondern animieren die Schüler*innen zu Hause auch zum Mitmachen und Mitdenken. 

 

Kinderbuchtipps im März

cottonbro from Pexels

 

Ab sofort stellen wir an dieser Stelle jeden Monat drei neue und besonders lesenswerte Kinderbücher für kleine Leser im Kita-Alter vor. Im März geht es, um das Wir zwischen zwei Freunden, um eine Giraffe, die ihren Hals nicht mag und Plastikmüll im Meer.

Das kleine WIR von Daniela Kunkel

Das kleine Wir ist ein humorvolles, lehrreiches Bilderbuch über das WIR-Gefühl. Das WIR-Gefühl ist für Erwachsene wie für Kinder sehr wichtig. Wie kann man das WIR-Gefühl Kindern nahebringen und erklären? Eines Tages geht zwei befreundeten Kindern ihr WIR-Gefühl verloren, weil sie sich zuviel gestritten und weil sie immer zuviel "ICH!" gesagt haben. Das WIR ist scheu und hat sich versteckt. Die beiden Kinder vermissen es sehr. Ohne das WIR bleibt alles grau und ohne Freude. Und so machen sie sich auf die Suche nach ihm. Wo steckt das WIR? Die beiden Kinder schreiben ihm Briefe und bitten es, zu ihnen zurückzukommen. Und schließlich ist das WIR wieder Teil ihres Lebens - und die Freude ist groß.

„Das kleine Wir“ ist ein gan tolles Kinderbuch über einem grünen, freundlichen Monster, das bei Harmonie wächst, bei Streit schrumpft. Schöner und kinngerechter als von Daniela Kunkel wurde das Wir-Gefühl selten beschrieben.

"Das kleine Wir" von Daniela Kunkel. Carlsen Verlag. Ab 4 Jahre. ISBN: ISBN 978-3-551-51874-3.  Preis: 12,99 Euro.

 

Roberta und Henry von Jory John und Lane Smith

Giraffe Roberta ist unglücklich. Ihr Hals macht sie fertig. Er ist zu lang, zu biegsam, zu scheckig … Sie wünscht sich einen ganz normalen Hals und versucht alles, um von ihrem Problem abzulenken. Das Kinderbuch ist eine humorvolle Geschichte über eine Giraffe, die am Ende erkennt, welche Vorteile so ein langer Hals haben kann. Denn nicht zuletzt beschert er ihr eine wunderbare Freundschaft.

Das Kinderbuch "Roberta und Henry" erzählt verpackt in eine wunderbare Geschichte, wie stark Selbstzweifel unser Leben beeinflussen können und wie man sie am Ende doch überwindet.

Roberta und Henry von Jory John und Lane Smith. CARLSEN Verlag. Ab 4 Jahre. ISBN: 978-3-551-21005-0  Preis: 15,00 Euro.

 

 

Der Tag, an dem das Meer verschwand von Sam Haynes und Jago

Das Bilderbuch "Der Tag, an dem das Meer verschwand" erzählt vom kleinen Jack, dem bei einem Segelausflug aus Versehen ein Plastikstrohhalm ins Meer fällt. Am nächsten Tag ist das Meer verschwunden, und als Jack sich auf die Suche nach dem Wasser macht, findet er stattdessen Berge von Müll. Schließlich entdeckt er seinen blau-weiß gestreiften Strohhalm wieder: Er steckt in der Nase einer Meeresschildkröte. 

Jack lernt an diesem Tag, dass es einen Unterschied machen kann, wie sich der Einzelne verhält. Denn was er am Boden des Meeres findet, sind lauter Dinge, die er aus seinem alltäglichen Leben kennt: Plastiktüten, Flaschen, Bonbonpapier und eben Strohhalme. Und er schwört sich, künftig selbst einen Beitrag dazu zu leisten, dass dieser Müll vermieden oder zumindest richtig entsorgt wird. 

Der Tag, an dem das Meer verschwandist ein berührendes Bilderbuch, das die Auswirkungen der Meeresverschmutzung kindgerecht darstellt.

Der Tag, an dem das Meer verschwand von Sam Haynes und Jago.  Knesebeck Verlag. Ab 5 Jahre. ISBN: 978-3-95728-398-6. Preis: 14,00 Euro – Der Knesebeck Verlag unterstützt die Arbeit von Pacific Garbage Screening mit einem Euro pro gedrucktem Kinderbuch „Der Tag, an dem das Meer verschwand“. 

Digitaler Kindergarten in Corona-Zeiten

Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

 

Alle Kindertagesstätten, Kindergärten und Betreuungsangebote von Tagesmüttern wurden im Zuge der Corona-Pandemie geschlossen. Nur eine Notbetreuung für Eltern mit systemrelevanten Berufen besteht noch. Fünf Wochen ohne Kita sind eine große Herausforderung für viele Eltern (und natürlich auch die Kinder). In der Kita Zauberwind will man die Familien in dieser Zeit etwas unterstützen. Martin Mucha und sein Team produzieren nun täglich Video-Inhalte für die Kinder zuhause – unter anderem einen digitalen Morgenkreis. 

Experiment Homekindergarding

Auch wenn die Schule sich durchaus noch digital bewegen kann, gibt es vereinzelte digitale Angebote für die Schüler*innen, die zu Hause lernen wollen. Bei Kindern im Kita-Alter sieht es da schon schwieriger aus. Digitale Impulse die Kindern in der frühen Kindheit sollten ausgewogen und in Balance zu analogen Reizen stehen. Dazu kommt das digitale Medien eher selten in den Kita-Alltag integriert werden. D.h. die Kinder kennen digitale Medienerfahrung in der Folge wenig bis gar nicht.

"Wir sollten digital als Chance begreifen, um auf kreativen Wegen, neue Erfahrungsräume für unsere Kinder zu öffnen" – Martin Mucha.

Das Team von der Kita Zauberwind hat aus der Not eine digitale Tugend gemacht und bietet nun täglich Video-Inhalte für die Kinder in den Familien zu Hause an. Die Erzieher*innen produzieren dabei Videos von …

  • Morgenkreisen
  • Bewegungsspiele
  • Fingerspiele
  • Kinderlieder
  • Reime
  • usw.

Hier könnt ihr euch die Video-Inhalte der Kita-Zauberwind ansehen.

 

Der Gefühlssmiley der Kita Zauberwind
Über seine Idee und die ersten Erfahrungen spricht Kita-Leiter Martin Mucha auch im neuen Digikids-Podcast

Vier tolle Kinderlieder für den Frühling

Jill Wellington von Pexels

 

In wenigen Tagen beginnt offiziell der Frühling. Die Sonne scheint, die Blumen blühen und die Tage werden länger und wärmer. Der Kita-Alltag verlagert sich nach draußen. Passend dazu haben wir vier tolle Kinderlieder zu der vielleicht schönsten aller Jahreszeiten herausgesucht.

Eule - Eule fühlt den Beat
Rolf Zuckowski – Immer wieder kommt ein neuer Frühling
Liedtext: Immer wieder kommt ein neuer Frühling
Immer wieder kommt ein neuer Frühling
Immer wieder kommt ein neuer März
Immer wieder bringt er neue Blumen
Immer wieder Licht in unser Herz
 
Hokuspokus steckt der Krokus
Seine Nase schon ans Licht
 
Immer wieder kommt ein neuer Frühling
Immer wieder kommt ein neuer März
Immer wieder bringt er neue Blumen
Immer wieder Licht in unser Herz
 
Auch das Häschen steckt sein Näschen
Frech heraus aus seinem Bau
 
Immer wieder kommt ein neuer Frühling
Immer wieder kommt ein neuer März
Immer wieder bringt er neue Blumen
Immer wieder Licht in unser Herz
 
Still und leise hat die Meise
Sich ein neues Nest gebaut
 
Immer wieder kommt ein neuer Frühling
Immer wieder kommt ein neuer März
Immer wieder bringt er neue Blumen
Immer wieder Licht in unser Herz
 
Auch die Schlange freut sich lange
Schon auf ihre neue Haut
 
Immer wieder kommt ein neuer Frühling
Immer wieder kommt ein neuer März
Immer wieder bringt er neue Blumen
Immer wieder Licht in unser Herz
 
Und die Sonne strahlt voll Wonne
Denn der Winter ist vorbei
Musste sich geschlagen geben
Ringsherum will alles leben
Farbenpracht aus Schnee und Eis
So schließt sich der Lebenskreis
 
Immer wieder kommt ein neuer Frühling
Immer wieder kommt ein neuer März
Immer wieder bringt er neue Blumen
Immer wieder Licht in unser Herz
Immer wieder bringt er neue Blumen
Immer wieder Licht in unser Herz
Deine Freunde – Häschen hüpf
Liedtext zu "Häschen hüpf"
Häschen in der Grube
Langweielt sich sehr
Kann sich noch erinnern
Gar nicht lange her
Da gabs in Wald noch Parties
Da steppte hier der Bär
Jetzt halten alle Winterschlaf
Und keiner ruft „Oh yeah!“
Armes Häschen wirst du krank
Wenn du nicht mehr hüpfen kannst
Dann zieh dir diesen Song hier rein
Der Rest passiert von ganz allein
 
Häschen hüpf!
Häschen hüpf! Hüpf Hüpf Hüpf Hüpf
Häschen hüpf!
Häschen hüpf! Hüpf Hüpf Hüpf Hüpf
Häschen hüpf!
Häschen hüpf! Hüpf Hüpf Hüpf Hüpf
Häschen hüpf!
Häschen hüpf! Hüpf Hüpf Hüpf Hüpf
 
Häschen in der Grube
Fühlt sich so allein
Alleine in der Grube
Zieh dir das mal rein
Das ist doch so nicht richtig
Das soll doch so nicht sein
Es grübelt und es grübelt
Und dann fällt ihm etwas ein
Das Häschen checkt die Lage
Und was der Wald jetzt brauch
Es besorgt sich große Boxen
Plattenspieler auch
Dann weckt es all die anderen
Vom Biber bis zum Bär
Die Grube wird zur Disco
Und die Tiere schreien „Oh yeah!“
Oh yeah! Oh yeah! Oh yeah! Oh yeah!
Nur der Dachs hatte wieder mal keinen Bock
Das interresierte hier kein Schwein
Nicht mal das Schwein
Und alle Tiere stimmten gleich mit ein
Nur nicht der Dachs
Sie riefen: „Häschen, Häschen, Häschen“
 
Häschen hüpf!
Häschen hüpf! Hüpf Hüpf Hüpf Hüpf
Häschen hüpf!
Häschen hüpf! Hüpf Hüpf Hüpf Hüpf
Häschen hüpf!
Häschen hüpf! Hüpf Hüpf Hüpf Hüpf
Häschen hüpf!
Häschen hüpf! Hüpf Hüpf Hüpf Hüpf
Simone Sommerland – Ich lieb den Frühling
Liedtext zu "Ich lieb den Frühling"
Ich lieb' den Frühling,
Ich lieb' den Sonnenschein.
Wann wird es endlich
Mal wieder Sommer sein?
Schnee, Eis und Kälte
Müssen bald vergeh'n.
 
Dum di di da di, Dum di di da di,
Dum di di da di, dum di di da di
 
Ich lieb' den Sommer,
Ich lieb' den Sand, das Meer,
Sandburgen bauen
Und keinen Regen mehr.
Eis essen, Sonnenschein,
So soll's immer sein.
 
Dum di di da di, Dum di di da di,
Dum di di da di, dum di di da di
 
Ich lieb' die Herbstzeit,
Stürmt's auf dem Stoppelfeld.
Drachen, die steigen,
Hoch in das Himmelszelt.
Blätter, die fallen
Von dem Baum herab.
 
Dum di di da di, Dum di di da di,
Dum di di da di, dum di di da di
 
Ich lieb' den Winter,
Wenn es dann endlich schneit,
Hol' ich den Schlitten,
Denn es ist Winterzeit.
Schneemann bau'n, Rodeln gehn,
Ja, das find ich schön.

Sprachenvielfalt in Kinderbüchern – FRÖBEL PädagogikBlog

Andrew Ebrahim on Unsplash

 

Für Kinder sind sowohl die Familiensprache(n) als auch die Sprache(n) ihrer Umgebung bedeutsam. Deshalb ist es die Aufgabe von Kindertageseinrichtungen, dass alle Sprachen der Kinder im Alltag auftauchen. Mehrsprachige Begrüßungs- und Abschiedsrituale, Lieder oder Reime stellen für Kinder eine Verbindung zwischen der Alltagssprache der Kita und der Familiensprache her. Neben Hörspielen und Hörbüchern bieten Kinderbücher in verschiedenen Sprachen die Möglichkeit, mehrsprachige Erlebnisse in den pädagogischen Alltag zu integrieren.

Von Annegret Kieschnick, Referentin für Pädagogik und Qualitätsentwicklung bei der FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH

In Krippen, Kindergärten und Horten kommen Kinder mit vielen verschiedenen Sprachen zusammen. Zum Teil sind in Kindergärten bis zu 20 verschiedene Familiensprachen vertreten. 

Für Kinder sind sowohl die Familiensprache(n) als auch die Sprache(n) ihrer Umgebung bedeutsam. Deshalb ist es die Aufgabe von Kindertageseinrichtungen, dass alle Sprachen der Kinder im Alltag auftauchen. Mehrsprachige Begrüßungs- und Abschiedsrituale, Lieder oder Reime stellen für Kinder eine Verbindung zwischen der Alltagssprache der Kita und der Familiensprache her. Neben Hörspielen und Hörbüchern bieten Kinderbücher in verschiedenen Sprachen die Möglichkeit, mehrsprachige Erlebnisse in den pädagogischen Alltag zu integrieren. Geeignete Vorlesende können dabei Vorlesepaten, Familienmitglieder oder pädagogische Fachkräfte sein. Die Kindertageseinrichtung bildet damit lebensnah ab, dass die Welt mehrsprachig ist. Sprachliche Vielfalt ist eine Bereicherung für alle Kinder, das zeigt auch unser Video „Sprachliche Vielfalt im Kindergarten: Warum es wichtig ist, Mehrsprachigkeit zu fördern“.

 

Beispiele für tolle, mehrsprachige Kinderbücher
Schlaf gut! Ein Bilderbuch aus Georgien

Georgisch – Deutsch

‚Schlaf gut‘ ist ein wunderschönes, zweisprachiges Buch aus Georgien. Wer kennt es nicht, es ist Abend, man liegt in seinem Bett und kann nicht einschlafen. So geht es auch dem kleinen Jungen in dem Buch. Er kann nicht einschlafen und beschließt, noch einen kleinen Spaziergang zu machen. Auf dem Weg trifft er viele Tiere und alle haben eine Idee, wie es mit dem Einschlafen klappen könnte.

Doch nichts hilft und so macht er sich wieder auf den Heimweg. Und auf einmal, zu Hause schläft er ein.

Schlaf gut | Tatia Nadareischwili | Baobabbooks | ab 4 Jahre

 

So weit oben

Paschtu – Deutsch

Der Bär hat großen Appetit und sieht im obersten Fenster des Hauses einen köstlichen Kuchen stehen. Schön, süß und uner­reichbar. Aber da kommt schon das Schwein, dann der Hund, der Hase, das Huhn und der Frosch. Der alte Trick funk­tio­niert: Auf jeder Buch­seite wächst sie höher, die lustige, wacke­lige Räuber­leiter!

Das Buch ist auch in folgenden Sprachen erhältlich: Arabisch – Deutsch

So weit oben | Susanne Straßer | Hans-Schiler-Verlag | ab 2 Jahre

 

Gastbeitrag: Wie die Digitalen Medien in unsere Kita kamen

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„Was sollen wir denn damit in der Kita? Das hat bei kleinen Kindern nichts verloren! Die Kinder sitzen doch eh schon viel zu viel vor den Geräten, da brauchen wir das nicht auch noch in der Kita!“ Vor zweieinhalb Jahren, als wir Tablets für unsere Kita Zauberwind in Hüffelsheim in Rheinland-Pfalz bestellten, bekamen meine Kolleginnen und ich viele solcher Reaktionen.

Es begegneten uns viele Vorurteile, und wir hatten sowohl bei den Mitarbeiterinnen als auch bei den Eltern viel an Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit zu leisten. Ich hoffte, dass sich diese schnell auflösen. Und siehe da: Die Kolleginnen trauten sich schneller an die Tablets, als ich mir vorstellen konnte. Und das altersunabhängig. So bedienten bereits nach kurzer Zeit auch ältere Mitarbeiterinnen die Tablets per Sprachsteuerung und entdeckten mit den Kindern, wie per Spracheingabe, Texterkennung und Gestensteuerung digitale Literacy stattfinden kann.

Bei den Eltern gab es ähnliche Vorbehalte, welche sich jedoch schnell auflösten, als wir mithilfe der digitalen Medien die Arbeit in der Kita auf eine ganz neue und aufregende Art transparenter durch Videos und eBooks gestalteten. Es gab nur positive Stimmen, da die Eltern die Wichtigkeit des Themas direkt verstanden.

Wichtig war mir von Beginn an, die Tablets alltagsorientiert einzusetzen. Sie sollten keinen Sonderstatus haben, also nicht nur in bestimmten Projekten oder von bestimmten Personen eingesetzt werden dürfen. Die digitalen Medien in unserer Kita werden nicht nur speziell für die pädagogische Arbeit mit den Kindern genutzt, sondern auch von den Pädagog:innen, beispielsweise für Dokumentationsarbeiten oder als Nachschlagewerk.

 Was mache ich eigentlich mit einem Tablet in der Kita?

So kamen etwa an einem Tag Kinder zu mir mit dem Wunsch, ein Bild eines Dinosauriers abzumalen. Ich war noch auf der Suche nach einem Buch, als die Kinder sagten, ich solle doch auf dem Tablet „googlen“ (Anm. d. Red. oder eine andere Suchmaschine bedienen.) Dort fanden wir dann schnell entsprechende Bilder, die abgemalt werden konnten. Aus dem digitalen Medium wird somit ein Werkzeug für den Alltag, wie eine Schere zum Schneiden oder ein Stift zum Malen. Kinder arbeiten in Begleitung an den Tablets, wobei manche mit der Zeit auch lernten, eigenständig an Geburtstagen Fotos zu machen.

Die Kinder in der Kita Zauberwind können mit ein wenig Unterstützung eigenständig Videos drehen und diese dann auf einen TV streamen. So haben wir beispielsweise die Geschichte des Stankt Martin in einem Rollenspiel dargestellt, gefilmt und vorgeführt. Durch diese ziel bezogene und bewusste Nutzung lernen die Kinder frühzeitig einen gesunden Umgang mit den digitalen Medien. Sie erfahren, dass diese weit mehr Möglichkeiten bieten als nur Spiele zu spielen, und manche zeigen schon ihren Eltern, was man so alles pädagogisch Wertvolles mit digitaler Unterstützung machen kann.

Kinder können schnell eigenständig kreative Inhalte produzieren. Das hat einen ganz besonderen Effekt für alle beteiligten.

Digitale Medien müssen bei der Nutzung nicht nur einen Mehrwert bringen, zu einem Ziel zu gelangen. Es geht vielmehr darum, wie schnell und wie kreativ kann ich zu einem Ziel kommen und darüber hinaus. So würde ich den „Mehrwert“ eher als Reiseziel beschreiben, welches ich entweder mit der Kutsche oder z.B. dem Flugzeug erreichen kann.

Aufgrund dieser Arbeit bewarben wir uns 2017 erfolgreich als Konsultationskindertagesstätte beim rheinland-pfälzischen Ministerium für Bildung, was mich und mein Team mit viel Stolz und Freude erfüllt. Seitdem arbeiten wir eng mit dem Ministerium zusammen. Dieses fördert und unterstützt uns dabei, in anderen Kindertagesstätten über digitale Medien aufzuklären und dort für mehr Gelassenheit im Umgang mit digitalen Medien zu werben. Denn es gibt so viele fruchtbare Möglichkeiten und Herausforderungen in diesem Bereich. Ich finde, wir müssen unseren Kindern schon früh aufzeigen, dass die Welt, in die sie hineinwachsen, digital sein wird, und sie sowohl mit den Chancen als auch mit den Gefahren vertraut machen. Wir müssen außerdem erkennen und lernen, dass die Lebensrealität unserer Kinder bereits jetzt schon stark digital geprägt ist und es in Zukunft noch wesentlich mehr sein wird.

Bei all diesen Möglichkeiten ist der wichtigste Aspekt jedoch der, dass die Kinder lernen, digitale Medien als Werkzeug zu sehen und somit auch das „Weglegen“ lernen. So liegen die Tablets einfach nur in den Gruppen und werden nur dann benutzt, wenn sie benötigt werden.

Martin Mucha ist Kitaleiter der Kindertagesstätte Zauberwind in Hüffelsheim, Rheinland-Pfalz. Ursprünglich erschien sein Gastbeitrag auf dem Blog des Medienkompetenz-Projektes DigiKids.
Auch im DigiKids Podcast spricht Martin Mucha über seine Erfahrungen mit digitale Medien in der Kita

Über DigiKids

DigiKids ist ein Modellvorhaben der Techniker Krankenkasse (TK) und der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) e. V. Als ein Medienkompetenz-Projekt setzt es bereits im Kindergarten an. Ziel ist es, Kinder zu befähigen, sich in digitalen Lebensräumen souverän zu bewegen, anstatt von ihnen beherrscht zu werden. Gleichzeitig beabsichtigt DigiKids, die Verbindung der Kinder zur analogen Welt zu erhalten, zu stärken und weiterzuentwickeln sowie Eltern und Pädagog:innen in diesen Prozess einzubinden und mit Schulungen in ihrem Handeln zu unterstützen. 

Mehr Infos gibt es unter digikids.online