2019

Singen mit Kindern – im Alltag und zu bestimmten Anlässen!

- Advertorial –

Alle LIEDER sind schon da: Das Kinderliederbuch der Carusos

Das Liederbuch richtet sich an alle, die gerne mit Kindern von 2 bis 7 Jahren singen – ob als Eltern oder pädagogische Fachkraft. Mit seinen vielen liebevollen Illustrationen spricht das Buch auch die Kinder selbst an und lädt dazu ein, gemeinsam entdeckt zu werden!

Alle Melodien sind in für Kinder geeignete Tonlagen gesetzt. Methodische Anregungen bei jedem Lied geben Tipps zur Liedvermittlung und -gestaltung.

Alle Lieder sind schon da bietet eine reichhaltige und sorgfältig ausgewählte Liedauswahl aus verschiedensten Kulturkreisen. Der große Liederschatz begleitet Kinder durch ihren Alltag und ihre Erlebnisse in Kita und im familiären Umfeld: Lieder zum Tagesablauf, zum Spielen, Singen und Tanzen, zu Jahreszeiten und Natur, zum Thema Mut und Freundschaft und zu vielem mehr.

So werden bereits die Kleinsten nachhaltig zum Singen und Musizieren motiviert! Das Kinderliederbuch ist in Zusammenarbeit des Helbling-Verlages mit der Initiative „Die Carusos!“ des Deutschen Chorverbandes entstanden.

Berliner Kinderkarneval der Kulturen

Start am 8. Juni

Der Berliner Kinderkarneval der Kulturen (Kika) ist mittlerweile eines der größten nicht-kommerziellen Kinder- und Familienfeste Berlins und basis-organisiert. Ein Ziel ist es, ihn als Forum für die Kinder- und Jugendarbeit zu organisieren und den Kinder- und Jugendeinrichtungen eine Plattform zu bieten, auf der sie ihre vielfältigen Aktivitäten und Angebote vor einer großen Öffentlichkeit präsentieren können.

Er findet alljährlich einen Tag vor dem großen „Karneval der Kulturen“, am Pfingstsamstag, statt und ist zwar mit diesem vernetzt, aber ein eigenständiges, vom Karneval unabhängiges, Kinderfest, das von der Kreuzberger Musikalischen Aktion e.V. (KMA) veranstaltet wird.

  1. Der Kinderkarneval der Kulturen am 08. Juni 2019 besteht aus dem bunten Kostüm-Umzug durch Kreuzberg und dem anschließenden multikulturellen Kinderkarnevalsfest im Görlitzer Park. 

    a) Der KOSTÜM-UMZUG startet um 13:30 Uhr vom Mariannenplatz/Bethanien und führt über Mariannenstraße, Heinrichplatz, Oranienstraße., Wiener Straße zum Görlitzer Park. 

    b) Dort beginnt um 15 Uhr das Kinderfest. Dauer bis 19 Uhr.
  2. Im Vorfeld hat der große Malwettbewerb zum Motto-Tier, dem Eisbären, stattgefunden. Die Ausstellung der eingegangenen Kunstwerke ist im Intihaus, Friedrichstr. 1, 10969 Berlin, U-Bhf. Hallesches Tor bis 14. Juni 2019 zu sehen.

Der Berliner Kinderkarneval der Kulturen wurde vor 23 Jahren ins Leben gerufen, um Berliner Kindern mit unterschiedlichem sozialem und kulturellem Hintergrund die Möglichkeit zu geben, über Musik, Tanz, Akrobatik und Spiel zusammenzukommen, zusammen zu feiern und dadurch die Vielfalt ihrer Kulturen zu präsentieren. Er ist ein Angebot für die ganze Familie, das sich an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder orientiert.

Der Kinderkarneval soll für alle teilnehmenden Kinder, Familien und Besucher aus unterschiedlichen Kulturen, unabhängig von Sprache und Herkunft; ein kreatives, friedliches und zukunftsweisendes Miteinander erfahrbar machen. Damit will er ein Zeichen gegen Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit setzen und die künstlerischen und sozialen Erfolge des Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen in Berlin verdeutlichen.

Beim Kinderfest gibt es viele größtenteils kostenlose Sport- und Spielangebote sowie Mitmach-Aktionen von Berliner Kinder- und Jugendeinrichtungen. Neben weiteren Angeboten wie einer Kinder-Rallye gibt es auch ein multikulturelles Programm auf den zwei Bühnen mit Aufführungen von Berliner und Brandenburger Kinder- und Jugendgruppen.

Das Kinderkarnevals-Team wählt jedes Jahr ein Tier aus, das als Mottotier für den Kinderkarneval fungiert, immer abwechselnd aus den Elementen Erde, Wasser und Luft. Damit soll die Aufmerksamkeit der Kinder auf in Vergessenheit geratene oder vom Aussterben bedrohte Tierarten und ihren Lebensraum gelenkt und somit auf spielerische Art und Weise ihr Bewusstsein für die Natur, Umwelt und Tiere geweckt werden.

2019 haben die Kinder den Eisbär gewünscht und schlussendlich zum Motto-Tier des Kinderkarnevals gekürt. Dazu wurde ebenfalls der diesjährige Motto-Spruch des Kinderkarnevals kreiert: „Den Eisbären wird’s zu heiss - retten wir das Eis!“

Es gibt 2019 auch wieder einen offiziellen Kika-Song zum Mottotier Eisbär, der mit Berliner Kindern eingespielt wurde und zum kostenlosen Download auf der Kinderkarnevals-Homepage bereitsteht. Weiterhin wird dazu auch wieder ein Video produziert.

Der Kinderkarneval der Kulturen hat sich in 23 Jahren zu einem der bedeutendsten und größten non-profit und basisorganisierten Kinderevents in Berlin entwickelt und ist in Vernetzung mit dem großen Karneval der Kulturen auch überregional bekannt. Zielgruppe des Kinderkarnevals sind Kinder von zwei bis zwölf Jahren. Diese werden meistens von größeren Geschwistern, Verwandten oder ihren Eltern begleitet.

Durchschnittliche Besucherzahlen: Karnevalsfest etwa 30.000 (vom Wetter abhängig), Kostümumzug: etwa 5.000 (vom Wetter abhängig).

Die Kreuzberger Musikalische Aktion e.V. ist der Veranstalter des „Berliner Kinderkarneval der Kulturen“. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der Kinderhilfsorganisation Children fördert die Veranstaltung und der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg unterstützt ihn. Weiterhin besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Büro des „Karnevals der Kulturen“. Die Schirmherrschaft hat die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres, übernommen!

Links:

Homepage: www.kma-kinderkarneval.de

Soundcloud (Motto-Song): https://soundcloud.com/kma-antenne/heiss-auf-dem-eis-1

Instagram: https://www.instagram.com/berlinerkinderkarneval/

Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCrWn7YdU1F4YeKKVln70BMA

Bewegung ist Voraussetzung für Entwicklung und Wachstum

Wie wir Kinder in Aktion bringen

In den vergangenen Jahren haben viele verschiedene Stimmen die Wichtigkeit der Bewegungsschulung im Vorschulalter hervorgehoben. Dabei liegt die Betonung auf der Bewegung als wichtigste Grundlage der kindlichen Wahrnehmungen und Erfahrungen. Gerade durch Bewegung erfährt das Kind sich selbst und nimmt seine Umwelt wahr, so dass es mit dieser in Interaktion treten kann. Es schafft dadurch die Voraussetzungen für neue Erfahrungen und kann seine geistigen Handlungen und motorischen Aktivitäten, die Bewegungen, ständig erweitern und aufbauen, also lernen.

Die räumliche Orientierungsfähigkeit

Bewegungen sind durch den Raum bestimmt, in dem wir sie ausführen. Wir können uns zur Decke strecken oder nahe am Boden bewegen, mit kurvigen oder gradlinigen Wegen den Raum durchmessen, uns um etwas herumbewegen und vieles mehr. Wir wissen, wie hoch wir springen müssen, um ein Hindernis zu überwinden, oder wie tief wir uns bücken müssen, um etwas vom Boden aufzuheben. Wenn wir ein Ziel ansteuern wollen, fixieren wir es mit den Augen, werden uns der Lage und Distanz bewusst und können es so auf direktem Weg „zielgerichtet“ erreichen. Die räumliche Orientierungsfähigkeit ist sehr stark von visuellen Wahrnehmungen abhängig, da wir vor allem mit unseren Augen räumliche Vorstellungen schaffen. Vor allem die Feinabstimmung von Bewegungshandlungen gelingt leichter, wenn sie visuell kontrolliert werden kann. Beteiligt sind daran aber auch andere Sinnesorgane. So ist es selbst mit geschlossenen Augen oder in dunklen Räumen möglich, die Körperposition aufrecht zu erhalten oder einen Finger, bzw. die Hand zielsicher zur Nase führen. Geräusche und Töne können uns Auskunft geben über räumliche Kriterien wie Entfernung, Höhe und Tiefe. Der Muskelsinn liefert uns Rückmeldung über die Lage unseres Körpers und stellt damit die Beziehung zum Raum und unseren Aktionen (Aktivitäten) sowie zur Stellung im Raum her.

 

Den Raum erkunden

Die Kinder bewegen sich (laufen, gehen, hüpfen, krabbeln etc.) vorwärts, rückwärts oder seitwärts durch den Raum und erfahren so seine Ausdehnungen. Als Erweiterung können die dreidimensionalen Raumebenen und ihre Ausdehnung hinzugenommen werden. Zur Einführung eignet sich ein Schaumstoffwürfel, mit dem die Ebenen erfahren werden können. Denn die Flächen des Würfels und die des Raumes weisen Gemeinsamkeiten auf. Diese gilt es im Spiel und zunächst verbal herauszufinden. Danach werden die Erfahrungen in den Raum und in die Bewegung übertragen. Da stehen Flächen „senkrecht“, die Würfelseiten und die Wände des Raumes. Da „liegen“ Flächen, sind waagerecht, die Ober- und Unterseite des Würfels, die Böden und die Decke. Die Kinder können diese Flächen am Würfel und dann im Raum zeigen oder berühren. Dann können sie sich ebenso positionieren, sie stehen mit ihren Rücken parallel zur Wand oder liegen auf dem Boden. In einem nächsten Schritt halten die Kinder dabei die Arme so, dass zugleich zwei Ebenen nachgestellt werden (etwa senkrecht und waagerecht). Auch schräge Linien sind in einem Raum zu finden. Es können die Diagonalen sein, aber auch schnell gebaute Rutschen (Bank in eine Sprossenwand einhängen). Kurvige Raumlinien (halbrunde Bodenmarkierungen) und runde (Kreise oder Reifen) sollten mit einbezogen werden. Rund sind meistens die Augen der Schaumstoffwürfel, Sie könnten als visuelle Bezugspunkte dienen.

Schattenlauf

Auf allen geraden Linien soll mit dem rechten Bein gehüpft werden, auf allen Bögen und Kreisen mit dem linken. Die Kinder bilden Paare. A führt B zu vielen senkrechten Linien, dann wird die Führung gewechselt und B zeigt A viele waagerechte Elemente. Ein Kind „geht“ (läuft) eine Figur (Kreis, Dreieck, Zahl, Buchstabe o. ä.), das andere beobachtet und versucht dann dies nachzuvollziehen. Die Kinder können auch gleich hintereinander gehen, um die Figuren zu erkennen.

Die Lokomotive

Mehrere Kinder stehen in einer Reihe hintereinander. Gemeinsam sollen sie Raumwege gehen. Hierbei empfiehlt es sich, einen Bezug zu dem Vorderen herzustellen. Kleine Stäbe, Tücher oder Seile können dazu dienen und gleichzeitig helfen, den Abstand zum vorderen Kind einzuhalten.
Die Kinder stellen sich vor, sie seien Teil einer Lokomotive, die sich ganz gleichmäßig durch den Raum bewegt. Der Lokomotivführer bestimmt die Raumwege. Er bewegt sich im Zick-Zack durch den Raum, immer nur auf kurvigen Wegen, nur auf bestimmten Linien oder Ähnlichem Ganz wichtig ist, dass jedes Kind einmal Lokomotivführer sein darf.

Der Zauberkreis

Mit einer Zauberschnur, die alle Kinder halten, wird ein Kreis gebildet. Die Schnur kann ganz hoch oder tief gehalten werden, in Kniehöhe oder tiefer, so dass einige darüber springen oder darunter her kriechen können. Der Kreis kann ganz weit werden (alle Kinder gehen einige Schritte rückwärts) oder ganz eng (dicht zusammenrücken).
Hierbei können auch die Begriffe „zu etwas hin, von etwas weg, über etwas darüber und unter etwas hindurch“ eingeflochten werden. Ebenso wie die Zuordnungen „hinter, neben, vor, um, in, über, unter, zwischen, außerhalb“: ein Kind steht in dem Kreis oder außerhalb, neben dem Spielleiter oder  läuft um den Kreis herum …

Musikstopp

Es wird ein Laufrhythmus gespielt oder mit einer Handtrommel vorgegeben, zu dem sich die Kinder frei bewegen. 
Wenn die Musik stoppt, werden Aufgaben gerufen, wie z. B.:

alle laufen:      

  • zur Bank
  • über die Matte
  • unter dem Seil hindurch

alle stellen sich:          

  • vor A
  • hinter B
  • neben C
  • um D herum …

Zwei kleine Mitmachgeschichten bringen den Kindern bestimmte Begriffe näher. Worte wie „groß“ und „klein“ sind noch einfach zu verstehen. Schwieriger wird es bei Begriffen wie „hoch“ und „tief“, „weit“ und „eng“ oder „nahe“, „flach“ und „steil“.

Die Tiergeschichte

„Bei unserem Spaziergang in der Natur können wir viele Tiere bewundern. Wenn wir mit ihnen umgehen wollen, müssen wir versuchen, so zu werden wie sie. Wir strecken uns und werden so groß wie ein Pferd, kauern uns zusammen und werden so klein wie ein Hamster und rund wie Igelchen. Wir springen so hoch wie ein Eichhörnchen und versuchen uns wie eine Schlange zu „schlängeln“ und bewegen uns so weich und lautlos wie eine Katze …“

Die Schiffsgeschichte

„Wir wollen mit dem Schiff fahren. Wir sehen es noch weit entfernt von der Anlegestelle, aber es kommt schnell näher und wir können einsteigen. Dazu geht es erst einen langen, aber breiten Steg entlang, auf dem wir gut spazieren können. Doch aufgepasst, da kommt eine ganz schmale Stelle; wie gut, dass sie nur kurz ist, wir müssen sehr vorsichtig hinüber. Auf dem Schiff ist alles ganz flach, wir können uns gut umsehen und ansehen. Da führt die steile Treppe zum Sonnendeck hinauf, die wir nur auf allen Vieren überwinden können. Auf dem Sonnendeck schläft ein Passagier auf einer Liege, um ihn nicht zu stören, schleichen wir auf Zehenspitzen an ihm vorbei …“

Die Hindernisbahn

Es wird eine Hindernisbahn gebaut. Alle zur Verfügung stehenden Geräte können eingesetzt werden: Kästen zum darüber Steigen; Bänke zum Durchkriechen; Hütchen zum Herumlaufen, Stühle, Tische, Seile, Teppichfliesen etc. Die Kinder können diese Hindernisse ausprobieren und auf unterschiedlichen Wegen ­durchlaufen. Wird der Parcours für alle verbindlich festgelegt, eignet sich hier wieder eine Bewegungsgeschichte.

Der Verkehrspolizist

Ein Kind steht als Verkehrspolizist in der Mitte des Raums, die anderen sind auf die vier Ecken verteilt. Der Verkehrspolizist gibt durch Armzeichen bekannt, welche Kinder die Ecken tauschen sollen. Er kann dazu auch noch die Bewegungsart auswählen.

Seilornamente

Mit Springseilchen werden Figuren auf den Boden gelegt (Kreise, Vierecke, Schnecken, Zahlen, Buchstaben oder ähnliches). Die Kinder balancieren darüber und erspüren die Figuren. Wenn sie es mit geschlossenen Augen probieren, können sie die Figuren erraten.
Barfuß üben (Hinweis: Reizvoll und effektiv ist es hier barfuß zu üben, dann ist es gleichzeitig eine taktile und Gleichgewichtsschulung. Wenn die Füße dann auch noch die Figuren legen würden, stärkt es nebenbei die Fußmuskulatur.) Die Seilchen werden lang auf den Boden gelegt und die Kinder springen oder hüpfen darüber: vorwärts, rückwärts, seitwärts, auf einem Bein, mit Richtungswechsel.

Heiße Reifen!

Viele Reifen liegen auf dem Boden. Die Kinder laufen zu einer Musik oder einer anderen Begleitung durch den Raum, um die Reifen herum, ohne sie zu berühren. Stoppt die Musik, sucht sich jedes Kind einen Reifen („Häuschen“) und setzt sich hinein. Acht Reifen liegen hintereinander. Zwischen ihnen ist ein Abstand von rund 30 bis 50 cm. Die Kinder laufen „Slalom“ um die Reifen herum. Sie springen in die Reifen mit: Schusssprüngen, Hasenhüpfern, vorwärts hinein, rückwärts hinaus …
Die Reifen werden zu einem großen Kreis gelegt. Die Kinder laufen oder hüpfen um den Kreis, auf ein Zeichen erfolgt ein Richtungswechsel. 
Paarweise: Ein Kind im Reifen, hält diesen etwa auf Bauchhöhe fest und wird von einem anderen Kind, das den Reifen außen hält, geführt (als Vorstellungshilfe dienen Hinweise auf Autos oder Pferde mit Reitern). Es müssen bestimmte Raumwege oder Linien eingehalten werden. Auf ein Signal „parken“ alle (setzen sich hin), es erfolgt der Partnertausch. Es können auch Fortbewegungsarten angegeben werden.
Wichtig ist, dass die „Autos“ oder „Gespanne“ andere nicht behindern oder anstoßen dürfen; aber auch die Paare umsichtig miteinander umgehen!
Die Aufgabe wird schwierig, wenn sich beide Kinder in den Reifen stellen, da dann die Anpassung aneinander und an den Reifen wesentlich besser funktionieren muss.

Der Ballon platzt

Alle Kinder stehen im Kreis, ganz dicht zusammen, die Hände locker gefasst. Sie stellen sich vor, dass sie alle Teil eines Ballons wären. Der imaginäre Ballon ist noch sehr klein. Der Spielleiter gibt das Kommando zum Aufpumpen. Der Ballon wächst und wächst (durch Rückwärtsschritte wird der Kreis immer größer). – Bis er platzt! – Das Signal dazu sollte zunächst von dem Spielleiter gegeben werden und orientiert sich an den ausgebreiteten Armen der Kinder, die dann die Hände lösen. Nun laufen alle Kinder durcheinander oder bewegen sich ganz wild. Wenn die Einzelteile des Ballons lange genug durch den Raum „gewirbelt“ sind, fallen sie auf den Boden und bleiben liegen. Das Hinlegen der Kinder sollte zu Anfang auch durch den Spielleiter gesteuert werden. Später können Kinder die Signalgebung übernehmen.

Diesen Artikel haben wir aus folgendem Buch entnommen:

Gefühl bis in die Fingerspitzen
Körpererfahrung in Kindergruppen
Falkenberg-Gurges, Gabriela
Burckhardthaus
3 bis 6 Jahre
96 Seiten, 9,90 €
ISBN: 9783944548104
Mehr auf www.oberstebrink.de



Wie Sie Kinder fürs Lernen begeistern

Sieben Fertigkeiten, die Kinder dazu motivieren, mitzuarbeiten

Während meines ersten Jahres als Lehrerin ähnelte meine Vorstellung davon, wie Zusammenarbeit entsteht, dem Nike-Slogan: „Just do it!“ Ich hatte viel Zeit darauf verwendet, den Tag sorgfältig zu planen und in eine Reihe sinnvoller Unterrichtsstunden einzuteilen. Wir hatten viel Stoff zu bearbeiten und wenig Zeit dazu. Wenn die Schüler also einfach still dasitzen und „zusammenarbeiten“ würden, könnten wir unsere Unterrichtszeit maximieren.

Zusammenarbeit bedeutet: zusammen auf ein gemeinsames Ziel hin zu arbeiten. Allerdings stellte ich fest, dass manche Schüler sich verhielten, als ob es ihr gemeinsames Ziel wäre, meine Arbeit zu boykottieren! Mitten in der Hausaufgabenkontrolle fragte jemand, ob er auf die Toilette gehen dürfe, ein Papierflieger flog durch den Raum und ein Schüler fiel vom Stuhl.

Was war mit diesen Kindern los? War ihnen nicht klar, wie wichtig Bildung für sie war? Wieso konnten sie sich nicht ein wenig Selbstkontrolle üben?

Dann eines Tages während der Pausenaufsicht zusammen mit einer älteren Kollegin beobachtete ich eine Gruppe von Schülern, die sich gegenseitig schubsten, schoben und anschrien, weil sie uneins waren, wer an der Reihe sei, mit einem Ball zu spielen. Meine Kollegin rollte mit den Augen und sagte: „Schau sie dir an. Sie sind unreif. Wieso verhalten sie sich so kindisch?“ Ich gab einen nicht zu deutenden Laut von mir. Aber bei mir dachte ich: „Vielleicht liegt es daran, dass sie Kinder sind, und vielleicht müssten wir Erwachsene ein bisschen verständnisvoller dafür sein, wie sich echte Kinder verhalten.“

Als ich Jessie im Lehrerzimmer traf, berichtete ich ihr von meiner großen Erkenntnis während der Pausenaufsicht. Jessie schüttelte den Kopf. „Was du siehst, ist mehr als einfach nur kindisches Verhalten. Manche von diesen Kindern sind mit Problemen konfrontiert, die wir uns nicht einmal hätten vorstellen können, als wir aufwuchsen. Ich habe Kinder in meiner Klasse, die kaum je ihre Eltern sehen. Die traurige Wahrheit ist, dass Kinder in der heutigen Welt mit beispiellosem Stress und Vernachlässigung konfrontiert werden. Wenn wir uns irgendwelche Hoffnungen machen wollen, dass wir ihnen helfen können, akademische Fähigkeiten zu erlangen, müssen wir ihnen helfen, ein wenig von dem emotionalen Gepäck abzuladen, das sie mit in unsere Klassenzimmer nehmen. Das bedeutet unsere Rolle als Lehrer muss sich so verändern, dass sie auch viele Elemente der Kindererziehung enthält.“

Ich vermutete, Jessie habe recht. Obwohl manche meiner Kinder vorbereitet und wissensdurstig in die Schule kamen, schienen andere abgelenkt und bedürftig. Vielleicht erklärte das, wieso sie sich meinen einfachsten Fragen verweigerten. Was auch immer zu Hause vor sich ging, lenkte ihr Verhalten auch in der Schule. Auf eine Weise, die fast Sinn ergab. Wenn Nils seine Mutter fragte, ob er ihr seinen Aufsatz vorlesen dürfe, sagte sie ihm, er solle sie in Ruhe lassen. (Ihr Freund hatte sie gerade verlassen.) Eriks Mutter war chronisch depressiv. Was konnte irgendeines dieser Kinder über Zusammenarbeit wissen?

Sie lernten sie sicherlich nicht von ihren Eltern. Natürlich konnte ich nicht ändern, was bei ihnen zu Hause geschah. Aber vielleicht konnte ich ändern, was in der Schule geschah.

Als ich über meinen Lehrstil nachdachte, musste ich zugeben, dass ich manchmal wie ein Offizier klang, der Befehle kläffte:

  • „Spitz deinen Bleistift.“
  • „Heb die Hand, bevor du sprichst.“
  • „Schreibt euren Namen auf das Blatt.“
  • „Bleib sitzen.“
  • „Nehmt eure Bücher raus.“
  • „Augen auf dein eigenes Blatt.“
  • „Bleibt in der Reihe.“
  • „Nicht so laut.“
  • „Kaugummi in den Müll.“
  • „Sei vorsichtig mit dem Computer!“
  • Ich sagte den Kindern nicht nur, was sie tun sollten, sondern auch, was sie nicht tun sollten:
  • „Im Gang wird nicht gelaufen.“

Statt Inhalte zu lehren, verbrachte ich die meiste Zeit mit dem Versuch, meine außer Kontrolle geratenen Schüler zu kontrollieren. Aber wenn ich das nicht tat, wie würden sie dann je lernen, sich auf zivilisierte Weise zu benehmen? Und doch schien es, dass sie umso mehr Widerstand leisteten, je mehr Befehle ich gab. Wertvolle Unterrichtszeit ging durch Trotz und Machtkämpfe verloren. An besonders harten Tagen hatte ich meine ganze Geduld, Energie und Stärke verbraucht, wenn ich nach Hause ging.

Ich kehrte zu meiner Ausgabe von „So sag ich‘s meinem Kind“ zurück ... und las das Kapitel „So fördern Sie die Zusammenarbeit mit ihrem Kind“ noch einmal. All die Beispiele spielten sich zu Hause ab. Wie wäre es, wenn ich sie durch Beispiele aus der Schule ersetzte? Ich warf meine Anmerkungen zu einer der Übungen aufs Blatt und brachte sie am nächsten Tag mit in die Schule, um sie meinen Kollegen in der Pause zu zeigen. Während sie ihren Kaffee tranken, sagte ich: „Okay Leute. Lasst uns Schule spielen – noch einmal. Ich bin die Lehrerin; ihr seid meine Schüler. Während ihr mir zuhört, stellt euch selbst die Frage: Welche Gedanken und Gefühle hat diese Lehrerin bei mir ausgelöst? Dann gebt mir eure offene Rückmeldung.“ „Auf keinen Fall“, sagte Jan und streckte die Hand nach meinem Blatt aus. „Ich war letztes Mal schon die Laborratte. Wie wäre es, wenn ich diesmal der Lehrer bin und ihr auf mich reagiert?“ Wir stimmten zu. Hier folgen die Aussagen, die Jan vorlas und die Reaktionen der „Schüler“ – Maria, Jessie und ich: Lehrer: (vorwurfsvoll und beschuldigend) Du hast schon wieder deinen Bleistift vergessen? Womit, dachtest du, würdest du schreiben? Jetzt müssen wir den Unterricht unterbrechen, und die Zeit aller wird verschwendet, während wir einen Bleistift für dich suchen. Reaktionen der Schüler: „Ich fühle mich gedemütigt.“ „Nie mache ich etwas richtig.“ „Der Lehrer ist gemein.“

Lehrer: (beleidigend) Du musst ganz schön dumm sein, um einen Aufsatz abzugeben, ohne darauf zu kommen, deinen Namen darauf zu schreiben.

Reaktionen der Schüler: „Ich hasse Sie!“ „Ich mache alles falsch.“ „Ich schätze, ich bin dumm.“

Lehrer: (drohend) Wenn ich noch ein Papierkügelchen fliegen sehe, schmeiße ich dich so schnell aus dem Klassenzimmer, dass sich dein Kopf dreht. Und wenn du mit diesem Verhalten weitermachst, wirst du von der Schule geschmissen!

Reaktionen der Schüler: „Das glaube ich Ihnen nicht.“ „Das ist mir egal!“ „Ich habe Angst.“

Lehrer: (kommandierend) Hört auf zu reden. Legt eure Hefte weg. Stellt euch in eine Reihe. Jetzt. Los!

Reaktionen der Schüler: „Ich bin nicht Ihr Sklave.“ „Ich mache es, aber langsam.“ „Wie kommt man aus diesem Gefängnis raus?“

Lehrer: (spielt den Märtyrer) Wegen euch Kindern gehe ich jeden Abend mit Kopfschmerzen nach Hause. Seht ihr diese grauen Haare? Für jeden von euch gibt es ein graues Haar.

Reaktionen der Schüler: „Ich werde Ihnen ein Flasche Haarfärbemittel kaufen.“ „Ich wünschte, ich müsste nicht hier sitzen. Dieses Gejammer muss ich mir nicht anhören.“ „Es ist meine Schuld.“

Lehrer: (sarkastisch) Niemand erinnert sich an das Jahr, in dem Kolumbus Amerika entdeckt hat? Fantastisch. Diese Schule scheint Minderbemittelte magnetisch anzuziehen. Die einzige Möglichkeit, den IQ der Klasse zu heben, ist, wenn ihr alle auf eure Stühle steigt.

Reaktionen der Schüler: „Ich bin dumm. Ich kann mir nichts merken.“ „Diese Schule scheint Minderbemittelte wirklich magnetisch anzuziehen. Schaut euch nur die Lehrerin an.“ „Zum Teufel mit der ...!“

Lehrer: (prophezeiend) Mit deiner Arbeitshaltung wirst du nie einen Job bekommen. Und wenn du keine besseren Noten bekommst, wird dich auch keine Universität nehmen.

Reaktionen der Schüler: „Es hat keinen Zweck.“ „Ich bin schlecht.“ „Wieso sollte ich es versuchen? ... Ich gebe auf.“

Als die Übung vorbei war, starrten wir uns an. Jessie formulierte, was wir uns dachten: „Wenn wir schon solche Wut und Verzweiflung fühlen, wenn wir nur so tun, als seien wir Schüler, wie müssen sich dann echte Schüler fühlen?“

„Besonders, wenn sie auch zu Hause diese Art zu reden hören“, ergänzte Maria. „Meine Schwester sagt ihren Kindern immer: ‚Wenn eure Noten nicht besser werden, nehme ich euch den Fernseher weg.‘ ‚Du solltest lernen wie dein Bruder. Vielleicht würdest du dann auch Einsen bekommen.‘ ‚Du machst deine Aufgaben nicht, weil du faul bist.‘ Sie ist immer hinter ihren Kindern her und der Vater belehrt die Kinder ständig.“

„Die Spezialität meines Vaters war Sarkasmus“, sagte Jessie. „Ich vermute, er dachte, er sei witzig oder clever. Er sagte etwa: ‚Du hast das Buch aus der Bibliothek verloren? Das war aber sehr verantwortungsvoll von dir.‘ Als ich jung war, hat mich das verwirrt. Ich dachte: ‚Wie kann es verantwortungsvoll sein, etwas zu verlieren? Als ich älter wurde, hat mich sein Sarkasmus wirklich verletzt, und ich wollte ihm auch etwas Sarkastisches entgegnen. Manchmal tat ich es. Leider wurde ich darin sehr gut. Als ich anfing zu unterrichten, kamen die Worte einfach so aus meinem Mund, vor allem wenn ich frustriert war. Ich erinnere mich, wie ich zu einem trödelnden Kind gesagt habe, was mein Vater mir tausende Male gesagt hatte: ‚Bist du von Natur aus langsam – oder hilft dir jemand dabei?‘ Die ganze Klasse grölte.“

„Und dieses Gelächter“, sagte Jan, „ist Musik in den Ohren eines Lehrers. Es spornt uns zu noch extremerem Sarkasmus an.“

„Ich weiß“, sagte Jessie feierlich, „aber außer dem Gelächter, gibt es da ein Kind, das öffentlich fertiggemacht wird. Ich mache das nicht mehr.“

„Wie hast du es geschafft, dich davon abzuhalten?“, fragte Maria.

Jessie zog ein Gesicht. „Es ist etwas unangenehm, das zu erzählen. In meinem zweiten Jahr als Lehrerin hatte ich ein besonders störendes Mädchen in der Klasse. Mitten in der Stunde fiel Theresa nichts Besseres ein, als einen Spiegel hervorzuholen und an ihren Haaren herumzumachen.

Einmal befragte ich die Kinder über einen Text über das antike Ägypten. Keine einzige Hand wurde gehoben. Dann bemerkte ich, wie Theresa ihre Nägel feilte. Da reichte es mir! Ich sagte: ‚Nun, ich werde Theresa nicht um eine Antwort bitten. Sie beteiligt sich so intensiv an den Diskussionen in der Klasse, dass wir auch jemand anderem einmal eine Chance geben müssen.‘ Ein paar Kinder kicherten, aber zu meinem größten Erstaunen sah Theresa von ihren Nägeln auf und strahlte mich an. Sie dachte, ich meinte es ernst! Mein ‚Kompliment‘ hatte sie begeistert. Es war mir so peinlich, dass ich mir sagte: ‚Nie wieder! Wenn ich einem Kind zeigen will, dass ich unzufrieden mit ihm bin, muss ich es auf eine direkte Weise tun. Wenn ich witzig sein will, muss ich sicherstellen, dass es nicht auf Kosten eines Kindes geschieht.‘“

„Okay“, sagte Jan, „also viele Dinge, die wir normalerweise zu Kindern sagen, führen dazu, dass sie sich schlecht fühlen oder eine schlechte Meinung von uns bekommen. Aber es bleibt immer noch die Tatsache, dass es unsere Aufgabe ist, sie dazu zu bringen, dass sie sich benehmen.“

„Das stimmt“, fügte Maria hinzu. „Was sollten Lehrer stattdessen tun – außer zu versuchen, nett zu sein und Dinge zu sagen, wie: ‚Bitte tu dies‘, oder: ‚Bitte unterlasse das‘“?

„Aha“, sagte ich, zog meine Ausgabe von „So sag ich‘s meinem Kind“ hervor. „Die Antwort findet sich hierin.“ Ich schlug das Kapitel „So fördern Sie die Zusammenarbeit mit Ihrem Kind“ auf und zeigte die Comics  Jan und Maria. Jan studierte die Zeichnung. „Das sind alles Beispiele von zu Hause“, sagte er.

Während der restlichen Pause arbeiteten wir alle zusammen daran, die Prinzipien zur Förderung der Zusammenarbeit mit den Kindern auf die Schulsituation zu übertragen:

Die Mitarbeit der Kinder fördern

Erwachsener: Wer ist für das Chaos am Boden verantwortlich?

Statt zu fragen und zu kritisieren, können wir ...

  1. das Problem beschreiben.

„Ich sehe überall auf dem Boden weiße Farbe.“

Wenn Lehrer das Problem beschreiben, statt zu beschuldigen oder zu befehlen, sind Schüler eher bereit, sich verantwortungsbewusst zu verhalten.

  1. informieren.

„Es ist einfacher, Farbe zu entfernen, bevor sie trocknet.“

Wenn Lehrer informieren, ohne zu beleidigen, ist es wahrscheinlicher, dass Schüler ihr Verhalten ändern.

  1. Wahlmöglichkeiten anbieten.

„Du kannst es mit einem feuchten Lappen oder mit einem nassen Schwamm aufwischen.“

Drohungen und Befehle können dazu führen, dass Schüler sich hilflos oder trotzig fühlen. Auswahlmöglichkeiten öffnen die Tür zu neuen Möglichkeiten.

  1. es in einem Wort oder durch eine Geste ausdrücken.

„Die Farbe!“

Schüler hören nicht gerne Belehrungen oder lange Erklärungen. Ein einzelnes Wort oder eine Geste ermutigen sie über die Probleme nachzudenken und herauszufinden, was getan werden muss.

  1. unsere Gefühle beschreiben.

„Es gefällt mir nicht zu sehen, dass der Boden mit Farbe vollgekleckert ist.“

Wenn Lehrer ihre Gefühle ohne Hohn und Anschuldigung beschreiben, können die Schüler verantwortungsvoll zuhören und antworten.

  1. es aufschreiben.

Achtung an alle Künstler: Bitte hinterlassen Sie den Boden freundlicherweise im ursprünglichen Zustand. Vielen Dank, die Geschäftsführung.

Schüler blenden es oft aus, wenn Erwachsene sprechen, aber eine geschriebene Nachricht erreicht sie. 

  1. albern sein (verwenden Sie eine andere Stimme oder einen Akzent) und mit Humor an die Sache herangehen.
  • Singen Sie im Country-Western-Stil:
  • Ich seh’ Farbspur’n auf’m Belag,
  • Das ist kein Anblick, den ich mag,
  • Hol dein’ Mopp raus und die Lappen,
  • Und hilf, die Farbe fortzuschaffen. 

Humor versetzt alle gleich in eine gute Stimmung und die Kinder arbeiten dadurch bereitwilliger mit.

Wir waren zufrieden mit uns. Die Beispiele, die wir zusammen ausgearbeitet hatten, sahen so aus, als könnte man sie gut umsetzen – jedenfalls auf dem Papier. „Das Kunststück besteht nun darin“, sagte ich, „all diese großartigen Ideen in der Praxis anzuwenden.“

Diesen Artikel haben wir aus folgendem Buch entnommen:

Wie Sie Kinder fürs Lernen begeistern
Was Eltern und Lehrer wissen müssen
Faber, Adele, Elaine Mazlish
Oberstebrink
280 Seiten, 19,95 €
ISBN: 9783963040009
Mehr auf www.oberstebrink.de



Deutscher Multimediapreis lädt zum Mitmachen ein

1998 feierte der Deutsche Multimediapreis Premiere. Damals wurden die Einreichungen noch auf Disketten, interaktiven CD-Roms oder Mini-Disks eingesendet. Mittlerweile zählt der Wettbewerb zu einer der bedeutendsten Plattformen für digitale Jugendkultur. »Ich wünsche mir«, so Bundesjugendministerin Dr. Franziska Giffey, »dass junge Menschen die Chancen der Digitalisierung selbstbewusst und kreativ, aber auch kritisch und verantwortungsvoll nutzen. Es gibt viele gute Beispiele – und diese Beispiele verdienen Aufmerksamkeit. Genau darum geht es beim Deutschen Multimediapreis«. 

Digital, netzbasiert und interaktiv

Teilnehmen können Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre – egal zu welchen Themen und mit welchen Medienformaten. Websites, Blogs und Video-Kanäle haben im Wettbewerb genauso ihren Platz wie Podcasts, Apps und Games. Auch medienkünstlerische Installationen sowie Coding- und Maker-Projekte sind zugelassen. Digital, netzbasiert oder interaktiv – das sind die Kriterien, die die beim Deutschen Multimediapreis ausgezeichneten Projekte besonders kennzeichnen.

Jahresthema 2019: „Irgendwas mit Medien!“

Zusätzlich zum offenen Wettbewerb schreibt der Deutsche Multimediapreis das Jahresthema „Irgendwas mit Medien!“ aus. Denn die Veranstalter interessiert nicht nur, was junge Kreative heute mit Medien machen, sondern vor allem, warum sie es tun. Wie haben sich Umgang und Haltung zu digitalen Medien in 21 Jahren entwickelt? Zu seinem Jubiläum blickt der Deutsche Multimediapreis zurück nach vorn und reflektiert das Verhältnis zwischen Medien und Medienmacher*innen.

Der Deutsche Multimediapreis wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Landeshauptstadt Dresden gefördert. Veranstalter sind das Deutsche Kinder- und Jugendfilmzentrum (KJF) sowie das Medienkulturzentrum Dresden.

Minibär im Wasser

Helmut Spanner

Minibär geht heute schwimmen. Was kann er im Wasser alles machen? Ball spielen, auf der Luftmatratze treiben, rutschen und natürlich „toter Bär“. Begleitet von kurzen lustigen Texten lädt das Pappbilderbuch zum Sprechen und Erzählen ein. Helmut Spanner beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit der Wahrnehmung von Kleinkindern und zeichnet seine Illustrationen so, dass es den Mädchen und Jungen leicht gelingt, die vertrauten Alltagsgegenstände auch im Buch zu erkennen. Dazu müssen die Bilder realistisch sein, aber eben nicht fotorealistisch. Denn dann würde ja keine Übertragungsleistung vom Buch zum Alltag mehr stattfinden. Aber genau hier hat Spanner einen eigenen Weg gefunden. Schließlich kennen die Kinder die Teddys und die Tätigkeiten. Da gelingt die Übertragung mit viel Spaß und Motivation. Denn, so folgert Spanner schon in seiner Examensarbeit vor über 40 Jahren: „Wichtig ist, woran ein Kind Spaß hat, und nicht, was ein Erwachsener unter Spaß versteht.“

Minibär im Wasser
24 Seiten
Oberstebrink
ISBN: 9783963040238
7,95 Euro
 
Mittlerweile gibt es acht Papbilderbücher von Minibär und Minimaus.


Studie: Bei der Kinderbetreuung wünschen sich Eltern mehr Unterstützung

Grundsätzlich steht jedem berufstätigen Elternteil eine bis zu drei Jahre lange Elternzeit für jedes Kind zu. Dennoch fürchten viele berufliche Nachteile, wenn sie die Familienauszeit in Anspruch nehmen. Nur vier von zehn Arbeitnehmern halten die Elternzeit für beide Geschlechter für vollkommen unproblematisch. Ein Viertel betrachtet sie als hinderlich für die Karriere, jeder Dritte empfindet die damit verbundene finanzielle Belastung als kaum tragbar. Frauen entscheiden sich zu 80 Prozent dennoch dafür. Ihre Auszeit dauert durchschnittlich 17,5 Monate und damit knapp doppelt so lang wie die der Väter, von denen mehr als die Hälfte (57 Prozent) gar nicht in Elternzeit geht. Das ergab eine repräsentative Bevölkerungs-Befragung der IKK classic mit 1000 Teilnehmern im Alter von 20 bis 50 Jahren.

Demnach wünschen sich Eltern deutlich mehr Unterstützung bei der Kinderbetreuung – sowohl von den Arbeitgebern als auch vom Staat. Für mehr als die Hälfte ist ein Mittagessenangebot an Schulen sehr wichtig, eine kostenlose Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe und den Ausbau von Ganztagsangeboten finden vier von zehn Befragten hilfreich. Auch bei der Gestaltung der beruflichen Rahmenbedingungen sehen viele Verbesserungspotenzial. 50 Prozent wünschen sich einen Arbeitgeber-Zuschuss zu den Betreuungskosten, 40 Prozent flexiblere Arbeitszeiten. „Die Umfrage bestätigt auch unsere Erfahrungen der vergangenen Jahre. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird ein familienfreundliches Arbeitsumfeld immer wichtiger. An diesen Erwartungen müssen sich auch die Unternehmen orientieren. Bei uns gibt es beispielsweise keine unternehmensweite Kernzeit, sondern flexible Gleitzeitmodelle und Teilzeitregelungen“, sagt Sabine Schonlau, Gleichstellungsbeauftragte bei der IKK classic.

Nach den Ergebnissen der Studie erleben Eltern ihre berufliche Umgebung momentan sehr unterschiedlich. So sind für ein Drittel der Befragten Teilzeitregelungen bereits Realität, ebenso viele sehen hier Handlungsbedarf. Ein Viertel hält die Rückkehr von einer Teil- in eine Vollzeitstelle für problemlos machbar, ein Drittel ist in diesem Punkt skeptisch. 25 Prozent bezeichnen ihre Firma als kinderfreundlich, für 30 Prozent trifft das eher nicht zu. Gut jeder zehnte Arbeitgeber stellt bereits kurzfristige Betreuungsangebote für Kinder zur Verfügung, rund 40 Prozent würden sich dies von dem eigenen Unternehmen wünschen. 

Hintergrundinformationen

 

Die Ergebnisse sind Teil einer repräsentativen Online-Befragung zum Thema „Kinderwunsch und Kinderbetreuung“, die im Februar 2019 im Auftrag der IKK classic durchgeführt wurde. 1000 Bundesbürger im Alter von 20 bis 50 Jahren wurden durch das Marktforschungsinstitut Toluno befragt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet. Die kompletten Studienergebnisse finden Sie hier: www.ikk-classic.de/studien.

Handreichung „Kinder mit Fluchthintergrund in der Kindertagesbetreuung“ erschienen

Jetzt Gratis-Download oder kostenlos vorbestellen

Die Handreichung „Kinder mit Fluchthintergrund in der Kindertagesbetreuung“ bietet pädagogischen Fachkräften praxisnahe Informationen und Ideen für ihre tägliche Arbeit mit geflüchteten Kindern und ihren Familien. Die Broschüre enthält Grundlagentexte zu verschiedenen Themen wie z.B. Ankommen, interkultureller Alltag, gesundheitsspezifische Fragen und Übergänge. Des Weiteren gibt es viele spannende Beispiele guter Praxis, hilfreiche Tipps und Ideen für die Gestaltung der eigenen pädagogischen Arbeit und nützliche Arbeitsmaterialien, um ein Thema weiter zu bearbeiten.

Die Broschüre ist hervorgegangen aus der mehr als zweijährigen Arbeit der drei hessenweit tätigen Beratungs- und Servicestellen für pädagogische Fachkräfte für Kinder mit Fluchthintergrund. Diese Service- und Beratungsstellen sind ein gemeinsames Projekt der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie und des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration zusammen mit dem DRK Darmstadt, der Universitätsstadt Marburg und dem Dachverband freier Kindertageseinrichtungen (DAKITS) in Kassel.

Die konkreten Fragen und Anliegen, die im Projektverlauf an die Beratungs- und Servicestellen herangetragen wurden, finden sich in der neu erschienenen Handreichung wieder. Alle Themen, die den Fachkräften „unter den Nägeln brennen“ wurden zusammengestellt und entsprechend aufbereitet.

So können Fachkräfte sich auch über den Projektverlauf hinaus schnell einen Überblick über die wichtigsten Informationen verschaffen und neue Inspirationen und Anregungen für die Praxis erhalten. Die Projektergebnisse werden dadurch nachhaltig gesichert.

Die Handreichung kann kostenfrei über die Karl Kübel Stiftung bezogen werden. Allerdings ist sie zurzeit leider vergriffen. Sie können aber schon jetzt die zweite Auflage vorbestellen. Diese wird zugeschickt, sobald sie wieder verfügbar ist. Alternativ können Sie die Online-Version herunterladen.

Erfahrungen auf zwei Spielebenen

Tobini® Meeresblick

Kinder erleben die Welt mit allen Sinnen! Eine gute Raumgestaltung mit verschiedenen Mitteln wie Farbe, Licht und Materialqualitäten regt die Sinne an, sodass der Raum zum Erlebnis- und Erfahrungsraum wird.

Bei „Tobini® Meeresblick“ gelangen die Kinder über zwei Podeste auf die obere Spielebene und können dort das „Aquarium“, die Schiebe-Fische, sowie die Schiebeblumen entdecken.

Material: Fichte massiv, Füllungen Birke Multiplex, Spielfläche mit hellgrünem Tretford-Teppich aus 80% Ziegenhaar, 20% Schurwolle belegt. Der Stoff der Fische besteht, bis auf den gelben Stoff, aus 100% Baumwolle. Der gelbe Stoff besteht aus 80% Polyester, 20% Baumwolle. Das Füllmaterial besteht aus 100% Polyester.

Maße: 317,4 cm breit, 186 cm tief, 136 cm hoch. Podesthöhen 59,9 cm, 40 cm und 20 cm.

UVP 5.200 €

Schulprobleme haben viele Ursachen

Erkennen ist der erste Schritt zur Besserung

Häufig kommt es vor, dass sich Eltern zum Beispiel über die mangelnde Konzentrationsfähigkeit ihres Kindes beklagen: „Würde sich mein Kind besser konzentrieren, hätte es weniger Schwierigkeiten in der Schule.“ Auf die Frage, warum sich das Kind so schlecht konzentrieren könne, heißt es dann meist, das Kind sei selbst schuld, weil es sich im Unterricht so unruhig und zappelig verhält. Dabei wissen die wenigsten Eltern, dass der Lernerfolg eines Kindes von einer ganzen Reihe von Faktoren ungünstig beeinflusst werden kann. Dazu gehören unter anderem:

  • Stress, der sich auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirkt
  • Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, die zu starken Konzentrations-Problemen führen können
  • Blockaden in der Halswirbelsäule
  • Mangelnde Zusammenarbeit der beiden Gehirn-Hälften

Hinzu kommt die Tatsache, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt. Es gilt also, sich genauer mit den möglichen Ursachen zu beschäftigen, um geeignete Lösungen zu finden.

Die Wirkung von Stress auf die geistige Leistungsfähigkeit

Wie funktioniert unser Gehirn in Stress-Situationen?

Die Zusammenarbeit der beiden Gehirn-Hälften kann durch Stress-Faktoren sehr stark beeinflusst werden. Man nimmt an, dass in Stress-Situationen die Funk­tion des Corpus callosum beeinträchtigt ist – mit der Folge, dass der Informa­tionsaustausch zwischen den beiden Hemisphären nur reduziert stattfindet.

Unsere uralten Überlebensinstinkte: Fight, Flight, Freeze

An zentraler Stelle unseres Gehirns befindet sich unser Überlebens-Kontro­ll­zentrum, in dem emotionale Erinnerungen gespeichert sind: die Amygdala, der sogenannte Mandelkern. Sie ist an komplexen Gehirnfunktionen wie Lernprozessen, Gedächtnisbildung, Emotionen (z.B. Furcht) und der Ver­haltenssteuerung beteiligt. Wenn wir einen Reiz wahrnehmen, der von diesem spezifischen Teil unseres Gehirns als möglicherweise gefährlich oder bedrohlich eingeordnet wird, wird das Fight (Kampf)-Flight (Flucht)- oder Freeze (Erstarren)-System aktiviert. Die Amygdala spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Steuerung von Emotionen. Vor allem durch Furcht oder Angst ausgelöste Verhaltensweisen werden durch diesen Mechanismus aktiviert.

Die meisten Tierarten verfügen über ein bis zwei typische Überlebenstechniken: Droht Gefahr, greift der Tiger an (Fight), die Gazelle rennt weg (Flight) und der Käfer stellt sich tot (Freeze). Uns Menschen stehen grundsätzlich alle drei Verhaltensweisen zur Verfügung. Welches Überlebensmuster gerade zum Einsatz kommt, wird oft unbewusst gesteuert und hängt von der Situation und dem jeweiligen Erfahrungsschatz des Betreffenden ab.

Welche Stress-Faktoren können das Zusammenspiel beider Gehirn-Hälften verschlechtern?

  • Gefühl der Überforderung (z. B. durch eine schwierig erscheinende Aufgabe oder Zeitmangel)
  • Emotionale Belastung durch Konflikte (z. B. mit Mitschülern, Lehrern, Eltern, Geschwistern)
  • Körperliche Faktoren (z. B. Müdigkeit durch Schlafmangel)
  • Nährstoffmangel (z. B. Vitamin B, Zink, Magnesium)
  • Heftige Gefühle (z. B. Angst, Ärger, Wut)
  • Mangelndes Gefühl von Sicherheit (z. B. Angst vor der Trennung der Eltern)

Welche Reaktionsketten werden ausgelöst, wenn wir gestresst sind?

Die Nebennieren sind unter anderem zuständig für die Produktion und Ausschüttung der beiden Stresshormone Adrenalin und Cortisol.

  • Adrenalin sorgt dafür, dass sich der Herzschlag erhöht, der Blutdruck ansteigt, die Pupillen sich vergrößern, der Blutzuckerspiegel ansteigt und sich bestimmte Muskelgruppen anspannen.
  • Cortisol hemmt das Immunsystem, damit es im Körper nicht zu Entzündungsreaktionen kommt. Außerdem sorgt es dafür, dass Blutzucker (Glucose) freigesetzt wird.

Durch diese Hormone wird in Stress-Momenten oft die Gedächtnisleistung reduziert: Ein dauerhafte Überproduktion von Cortisol, etwa nach lange andauernden traumatischen Erfahrungen, kann das Kurzzeitgedächtnis langfristig beeinträchtigen – es wird vorübergehend außer Kraft gesetzt. Der Körper hat dann ständig den Eindruck, es liege ein bedrohlicher Zustand vor. Dann sind am ehesten nur noch die Verhaltensmuster abrufbar, die beim letzten Mal aktiviert wurden, als man sich in einer vergleichbaren Situation befand.

Beispiel: Wenn man beim letzten Mal in einer bedrohlich erscheinenden Situation weggerannt ist, dann wird man diesmal wahrscheinlich ähnlich reagieren. Dieser Mechanismus spielte früher eine wichtige Rolle und war überlebensnotwendig, wenn der Mensch erheblichen körperlichen Gefahren ausgesetzt war.

Heute ist das nur noch selten der Fall. Mittlerweile geht es nicht mehr ums Überleben, sondern darum, wie man herausfordernde Situationen  erfolgreich meistern kann.

Instinktive Reaktion auf Stress

Wenn der Blutfluss zum Frontal-Hirn eingeschränkt ist, fließt mehr Blut zum Hirnstamm und zum limbischen System. Diese beiden entscheiden dann instinktiv, wie man in so einer Stress-Situation reagiert. Jegliches Denken und Analysieren fällt hier aus – und das ist gut so. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, Sie stünden in der Wüste einem Löwen gegenüber und fingen dann erstmal an,  lange über den optimalen Fluchtweg nachzudenken. Der Löwe würde vermutlich nicht warten, bis Sie mit dem Nachdenken fertig sind. In Stress-Situationen handeln wir instinktiv.

In extremen Stress-Situation kann es auch zu einer Anspannung von Schulter-, Nacken- und Gesichtsmuskulatur kommen. Mitunter können diese Symptome chronisch sein. Der Unterschied zwischen Entspannung und Anspannung ist meist nicht mehr erkennbar.

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

Auch Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und/oder falsche Ernährung können die geistige Leistungsfähigkeit – und damit den Lernerfolg – beeinträchtigen.

Allergie oder Nahrungsmittel-Unverträglichkeit?

Wer auf ein Nahrungsmittel allergisch reagiert, erlebt in der Regel unmittelbar nach dem Genuss dieses Nahrungsmittels eine Sofortreaktion. Menschen, die z. B. auf Nüsse allergisch reagieren, beschreiben als erste Reaktion bereits ein pelziges Gefühl im Mund, sobald sie die Nuss kauen. Bei einer Allergie werden Immunglobulin-E-Antikörper produziert, die eine akute Sofortreaktion zur Folge haben.

Bei einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit (-Intoleranz) treten die Symptome typischerweise nicht unmittelbar nach dem Verzehr eines Nahrungsmittels auf. Es kann eine halbe bis zu 72 Stunden dauern. Das bedeutet: Ein auslösender Faktor für den heutigen Migräne-Anfall eines Kindes kann der Kakao gewesen sein, den das Kind vorgestern Nachmittag getrunken hat.

Eine Nahrungsmittel-Intoleranz geht mit der Bildung von Immunglobulin-G-Antikörpern einher, die gegen das betreffende Nahrungsmittel gebildet werden. Die dadurch ausgelösten Beschwerden treten meist erst Stunden oder sogar Tage später auf.

Im Unterschied dazu werden bei einer Allergie Immunglobulin-E-Antikörper produziert, die eine akute Sofortreaktion zur Folge haben.

Durch eine Immunglobulin-E-Antikörper-Bestimmung gegen Nahrungsmittel in Form einer Blutuntersuchung kann lediglich festgestellt werden, ob eine allergische Reaktionsbereitschaft gegen ein Nahrungsmittel besteht. Damit kann nicht überprüft werden, ob eine Nahrungsmittel-Intoleranz (Unverträglichkeit) vorliegt.

Weizen-Unverträglichkeit

Weizen zählt in unserer Ernährung in den westlichen Ländern zu den häufigsten Nahrungsmitteln und ist Bestandteil der meisten Mahlzeiten. Weizen ist eine der Hauptzutaten in Brot, Keksen, Kuchen, Pizza und Nudeln.       

Nach Ergebnissen amerikanischer Studien haben bis zu 15 Prozent aller Menschen eine Weizen-Intoleranz. Häufige Symptome sind eine erhöhte Ablenkbarkeit, Konzentrations-Probleme, impulsives und aggressives Verhalten, Stimmungsschwankungen. Weitere mögliche Symptome: Appetitlosigkeit, Blässe, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Hautekzeme, Verdauungsprobleme wie Blähungen und Durchfall, Gliederschmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen, eine erhöhte Erschöpfbarkeit und niedrige Eisenwerte im Blut. Dabei treten meist nicht alle Symptome auf, sondern nur einzelne.

Wie kann man testen, ob eine Weizen-Unverträglichkeit eine Rolle spielt?

Am sinnvollsten ist unseres Erachtens ein vierwöchiger Auslassversuch. Das bedeutet, dass für diesen Zeitraum Weizenprodukte komplett gemieden werden. Vor Beginn und erneut in der letzten Woche der Auslassdiät sollten Sie die bestehenden psychischen und körperlichen Beschwerden notieren. Dadurch können Sie bei sonst vergleichbaren Lebensumständen ermitteln, welchen Unterschied eine weizenfreie Ernährung macht, und ob es sich lohnt, künftig Weizen durch andere (weizenfreie) Produkte wie etwa Reis, Mais, Kartoffeln zu ersetzen.

Weitere Test-Möglichkeiten: Kinesiologische Testung, Bioresonanz-Testung, Blutuntersuchung in Form einer Immunglobulin-G-Bestimmung.

Laktose-Unverträglichkeit

Milch enthält Laktose (Milchzucker). Damit Milchzucker verdaut werden kann, ist das Enzym Laktase notwendig. Wenn entweder das Enzym Laktase nicht vom Körper produziert wird oder die Laktase im Darm nicht aktiviert wird, kommt es durch den fehlenden Abbau von Laktose häufig zu Beschwerden beim Verzehr von Milch oder Milchprodukten. Typische Symptome – wenn auch nicht die alleinigen Auslöser – für eine Laktose-Intoleranz: Einschlafstörungen, Kopf- und Bauchschmerzen, Migräne, Verdauungsstörungen aller Art (etwa Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Völlegefühl etc.), Neurodermitis, Alpträume, Nachtschreck (Pavor nocturnus), Ängste, depressive Verstimmungen.

Eine Ursache für eine Laktose-Intoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit) ist ein angeborener (primärer) Laktosemangel. Das ist häufig bei Asiaten und Afrikanern der Fall. Dieser genetisch bedingte Mangel ist in Europa eher selten. Die häufigere Ursache für eine Laktose-Intoleranz ist eine erworbene ­(sekundäre) Laktose-Unverträglichkeit. Sie kann durch eine Darmfunktions-Störung ausgelöst werden, so dass das vorhandene Enzym Laktase nicht aktiviert werden kann.

Wie testet man eine Laktose-Intoleranz?

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auch hier ist eine effektive Methode der Auslassversuch. Dabei wird über einen Zeitraum von etwa vier Wochen komplett auf Milch und alle Milchprodukte verzichtet, die Laktose enthalten. Das bedeutet, dass Nahrungsmittel, die Kuhmilch, Ziegenmilch und Schafsmilch enthalten – wie Käse, Sahne, Joghurt, Kuchen und Kekse, Saucen etc. – in dieser Zeit nicht gegessen werden sollten. Laktosefreie Milch und Milchprodukte, die mittlerweile von mehreren Firmen hergestellt werden, gibt es in großen Supermärkten oder in Naturkostläden.

Vorteile der Auslassdiät sind, dass keine nennenswerten Kosten entstehen. Außerdem ist eine Beurteilung möglich, welche Auswirkungen laktosehaltige Nahrungsmittel auf das emotionale und körperliche Wohlbefinden haben.

Weitere Test-Möglichkeiten: Kinesiologische Testung, Bioresonanz-Testung, Blutuntersuchung auf Immunglobulin-G-Antikörper gegen Milchprodukte.

Mit einem Blutzucker-Laktose-Test oder einem Wasserstoff-Atemtest auf Laktose (H2-Atemtest) kann zwar getestet werden, ob und in welchem Umfang die Laktose (der Milchzucker) im Darm des Patienten gespalten wird, es wird jedoch nicht festgestellt, ob eine Antikörperbildung (Immunglobulin G) gegen Milchprodukte erfolgt ist. Das heißt, dass ein negatives Testergebnis nicht bedeuten muss, dass Milchprodukte vertragen werden. Ein weiterer Nachteil ist die hohe Laktose-Belastung im Rahmen der Testung (die einem Liter Kuhmilch entspricht), die oft Verdauungsprobleme auslöst.

Kiss-Syndrom

Der Begriff Kiss-Syndrom ist eine Abkürzung für Kopfgelenk-Induzierte Symmetrie-Störung (KISS). Es handelt sich dabei um eine Fehlstellung im Nacken, die durch eine Verschiebung im ersten und zweiten Halswirbel bedingt ist. Durch die beiden obersten Halswirbel ist die Wirbelsäule gelenkig mit dem Schädel verbunden. Der Bereich der Kopfgelenke steht in enger Verbindung mit den vegetativen Steuerungszentren des Gehirns.

Das Kiss-Syndrom gilt nicht als Krankheit, sondern als Steuerungsstörung.

Zu den häufigeren Ursachen für ein KISS-Syndrom zählen Besonderheiten bei der Geburt wie die Saugglocken- oder Zangengeburt, die Beckenendlage, Notfall-Kaiserschnitte, ein hohes Geburtsgewicht (über 4.000 g) und auch genetische Faktoren.

Bei den meisten Kindern besteht demnach das KISS-Syndrom bereits seit der Geburt. Zu typischen Beschwerden können ständiges Schreien und Schlafprobleme im Baby-Alter gehören.

Bei einem Teil der Kinder bildet sich die Fehlstellung im Laufe der Entwicklung auch ohne Behandlung zurück, bei anderen Kindern ist eine osteopathische oder auch krankengymnastische Behandlung erforderlich.

Typische Symptome bei einem KISS-Syndrom

  • Haltungsschwäche (hängende Schultern, schiefe Körperhaltung)
  • Auffälligkeiten beim Gangbild
  • Neigung zu ständigem Stolpern und Stürzen
  • Koordinations-Schwierigkeiten
  • Probleme beim Fahrradfahren und Balancieren
  • Schwierigkeiten im Bereich der Feinmotorik (Basteln, Knöpfe schließen)
  • Kaum leserliches Schriftbild
  • Abneigung gegen Malen und Basteln
  • Körperliche Unruhe und Zappeligkeit
  • Konzentrations-Probleme
  • Erhöhte Ablenkbarkeit
  • Verminderte Ausdauer
  • Neigung zu Impulsivität
  • Stimmungsschwankungen
  • Neigung zu Wutanfällen
  • Sprachentwicklungs-Verzögerungen
  • Ein- und Durchschlafprobleme
  • Lese-/Rechtschreibprobleme

Weil diese typischen Symptome aber auch durch viele andere Faktoren bedingt sein können, kann erst durch eine osteopathische Untersuchung geklärt werden, ob die Beschwerden durch ein KISS-Syndrom mit verursacht sein können.

Diesen Artikel haben wir aus folgendem Buch entnommen:

Erfolgreich durch die Grundschule
Wie Sie Ihr Schulkind unterstützen und motivieren können
Birgit Sesterhenn/Katrin Edelmann
Oberstebrink
208 Seiten, 22,90 €
ISBN 9783934333437
Mehr auf www.oberstebrink.de