2019

Vom Spiel zur Spielaktion – Eine psychomotorische Turnstunde

Das spielerische und freie Tun ist die maßgebende Zielsetzung. Auf der, hier nicht näher zu erörternden, Grundlage dieser Motopädagogik, sind die folgenden praxisnahen Berichte und Beschreibungen zu sehen.

Kinder im Kindergartenalter brauchen Gelegenheit für großräumige Bewegungen, mit einem großen Freiraum für spontanes und kreatives Handeln. Gerade in diesem Alter sind Kinder spiel-, experimentier- und bewegungsfreudig, lernbegierig und lernfähig. In der Turnhalle bietet sich die Möglichkeit, möglichst frei und selbstständig vielfältige Bewegungserfahrungen zu sammeln und Bewegungssicherheit zu gewinnen. Über die Bewegung setzt sich das Kind mit sich selbst und seiner Umwelt auseinander. Seine zunehmende Bewegungsfähigkeit ist ein wichtiger Beitrag für seine Persönlichkeitsentwicklung.

Vielleicht erscheint es einigen ErzieherInnen, PädagogInnen und BetreuerInnen von Kindergruppen unüblich, mit Vorschulkindern in eine Turnhalle zu gehen. Ich möchte aus eigenen Erfahrungen berichten und aufzeigen, wie viele Erfolgserlebnisse und Bewegungserfahrungen Kinder durch den Umgang mit Geräten in der Halle erfahren können, wie das Selbstbewusstsein gestärkt wird, wie Zutrauen und Vertrauen zu sich selbst und den eigenen Leistungen und Fähigkeiten aufgebaut und wie Angst und Unsicherheit durch das neu geschaffene Zutrauen abgebaut werden können.

Das erste Mal in der Turnhalle

Die Kinder kennen die Turnhalle nur von unseren Erzählungen, sind sehr aufgeregt und voller Pläne: Ganz hoch wollen sie klettern, die ganze Stunde schaukeln, mit den Rollbrettern (Flizzis) fahren, ohne dass gleich die nächste Wand sie stoppt. Von uns wissen sie, dass sie dort in der Halle machen dürfen, was sie wollen. Aber es gibt auch einige Regeln, die vorher besprochen worden sind: nicht von der Sprossenwand oder von einem Kasten oder Stufenbarren springen, ohne dass eine Matte darunter liegt. Niemanden von einem Gerät herunterschubsen.

Nachdem sich die Kinder so schnell wie noch nie umgezogen haben, stürmen sie in die Halle. Es entsteht ein ohrenbetörender Lärm. Wir rennen mit ihnen durch die Halle und kümmern uns um die Kinder, die dem Getümmel noch nicht so gewachsen sind. Bald sind die ersten Geräte, Weichböden, Taue entdeckt. Mit unserer Hilfestellung werden die ersten Aufbauten getätigt.

Zu Anfang geben wir Anregungen, Tipps, wie die Geräte aufgestellt werden können. Doch schon bald entwickeln die Kinder eigene Ideen und Vorstellungen, die sie umsetzen. So sind die verschiedensten Aufbauten zum Klettern, Rutschen und Springen entstanden. Alle Kinder sind eifrig dabei, die Geräte auszuprobieren.

Mit zwei Kästen, Matten und dem Schwungtuch haben wir eine Höhle als Rückzugsmöglichkeit für die Kinder geschaffen, die mal einen Moment Ruhe haben möchten.

In der einen Ecke entsteht ein Rollenspiel „Tiere im Wald“, wobei die Kästen und Matten als Höhle und die Bank zum Rutschen sich hervorragend mit einbeziehen lassen.

Zum Schluss räumen alle zusammen die Geräte wieder zurück, wobei natürlich einige Kinder immer wieder Gelegenheit finden, auf den Geräten zu turnen. Am Ende der Stunde machen wir Bewegungsspiele oder Angebote aus dem rhythmischen Bereich, um die Stunde gemeinsam in Ruhe zu beenden.

Nach dieser Stundenbeschreibung könnte der Eindruck entstehen, dass die Kinder während des Turnens tun und lassen können, was sie möchten und vom Betreuer vorher keine Zielsetzung und keine Stundenplanung über den Einsatz der Geräte und den Verlauf der Stunde vorgenommen worden ist. Deshalb möchte ich einige wichtige Vorüberlegungen zu einer Turnstunde aufzeigen.

Gespielte Förderung

Die Gestaltung einer Stunde ändert sich von Mal zu Mal durch das aktive Einbeziehen der Kinder und durch unseren gesteuerten Einsatz der Geräte. Nach jeder Stunde werden für die nächste Stunde von uns Schwerpunkte für die folgende Stunde gesetzt. Das heißt, dass die Kinder auch weiterhin ihre Ideen und Vorstellungen umsetzen können und wir diese mit aufgreifen. Aber es werden auch ganz gezielt Aufbauten oder Angebote zur Förderung und Stärkung der Muskeln (Fuß, Haltung), der Körperkoordination und des Gleichgewichts vorgenommen.

Anfangs sollte eine Auswahl an Geräteaufbauten stattfinden. Die Kinder wollen meistens alle Geräte auf einmal. Zu viele Aufbauten nebeneinander können auch hemmend wirken. Springen, Schaukeln, Laufen sind erst einmal die grundsätzlichen Bewegungsarten, die Kinder bevorzugen. Diese sollten am Anfang eingesetzt werden. Nach und nach andere Geräte einzusetzen, erhöht den Reiz des Neuen. Es ist ganz wichtig, vor und bei dem Aufbau einige Sicherheitsvorkehrungen zu beachten. Es müssen Bewegungsbereiche wie etwa Ballspielfläche, Rollbrettecke, Springen am Minitrampolin (Anlauf) ganz deutlich abgegrenzt werden.

Hierbei üben die Kinder das Planen der Aufbauten, bekommen eine Raumorientierung und üben das Einschätzen von Gefahren: z. B. kann nicht gleich hinter den Ringen, die Platz zum Schwingen brauchen, ein Aufbau stehen, der eine Anlaufstrecke benötigt, die zu den Ringen führt. Außerdem ist es unbedingt notwendig, immer einen Teil des Raumes zum Toben freizulassen.

Die Geräte und ihre Zusammenstellung zu Landschaften erfolgt erst, wenn die Kinder in der Turnhalle sind. Sobald die Kinder die Halle und die Bewegungsmöglichkeiten in ihr und an den Geräten kennengelernt haben, werden sie selbst angeregt, Bewegungsideen zu entwickeln und diese Ideen in Gerätearrangements einzubringen.

Durch das Miteinbeziehen entwickeln die Kinder eine Beziehung zu den Aufbauten und können nachvollziehen, wie aus Einzelteilen Gelegenheiten zum Springen, Klettern oder Rutschen entstehen können. Für Kinder stellen solche Aufbauten Bewegungsprobleme dar und sie werden zu einer Auseinandersetzung damit herausgefordert.

Bei einem Mattenberg versuchten die Kinder hinauf zu gelangen, sie probierten „Hinaufkrabbeln“ oder „Hochklettern“. Herunter kamen sie durch Springen oder „Herunterkrabbeln“.

Die Aufbauten sollten so gestaltet werden, dass sie zur Entwicklung von Ideen anregen und möglichst auch einen Eingriff zur Veränderung zulassen.

In einer Turnstunde geht es nicht darum, Fähigkeiten an Geräten zu vermitteln. Würde man versuchen den Kindern nahezubringen, wie man sich an bestimmten Geräten bewegen soll, würden die Kinder in ihrer Phantasie und ihrem Bewegungsdrang eingeengt und die soziale Dynamik einer Kindergruppe wäre nur auf die Anweisung der Betreuer/Erzieherinnen hin ausgerichtet.

Dies ist häufig das Problem im Schulsport Hier werden wenige Bewegungsmöglichkeiten angeboten, und genau vorgeschrieben, welche Bewegungsabläufe stattfinden sollen.

Der Reiz einer psychomotorischen Turnstunde liegt aber gerade in der Vielseitigkeit des Einsetzens der Geräte und des Miteinbeziehens der Kinder. Die Freude an der Bewegung, am Toben, am Wagen, stehen hier im Vordergrund. Welche Aufgaben, Funktionen hat der Erzieher während der Stunde?

Als Betreuer sind wir wichtige Bezugspersonen der Kinder und gestalten mit ihnen zusammen Bewegungsanlässe. Wir geben Hilfestellung beim Aufbau, regen an und motivieren, wo es nötig ist. Wir nehmen uns einzelner Kinder an und helfen bei Schwierigkeiten. Wir geben aber keine Bewegungsvorschriften. Direkte Eingriffe erfolgen nur, um Gefahren auszuschließen.

Wenn die Möglichkeit besteht, ist es sehr hilfreich, während der Stunde einige Beobachtungen anzustellen, die in die nächsten Stundenplanungen einbezogen werden können. Dazu folgende Anregungen:

  • Was tun die Kinder wo und wie lange?
  • Welche Veränderungen sind eventuell notwendig, um einige Kinder zusätzlich zu motivieren?
  • Was und wie lange tun die Kinder etwas gemeinsam?
  • Welche Konflikte und kritischen Ereignisse können auftreten, und wie kann der Erzieher darauf eingehen?
  • Welche neuen Aufbauten können erprobt werden, um neue Bewegungsanlässe zu geben und damit neue Erfahrungsmöglichkeiten zu eröffnen?
  • Welche Aufbauten sind geeignet, parallel aufgebaut zu werden, welche nicht?

Beobachtung des einzelnen Kindes

Anhand der Einzelbeschreibung eines Kindes möchte ich nochmals zeigen, welche Erfolgserlebnisse ein Kind innerhalb einer psychomotorischen Turnstunde erzielen kann. Florian (dreieinhalb Jahre) ist sehr ängstlich und zurückhaltend, aber voller Bewegungsdrang. Nur mit Hilfestellung der Mutter geht er zaghaft an die Geräte heran. Sie haben einen sehr großen Aufforderungscharakter für ihn und nach und nach wird er mutiger und klettert auf den Mattenberg. Wir ermuntern ihn immer wieder hinaufzuklettern, ohne ihn zu drängen. Er kann sich selbst seine Grenzen setzen und bestimmen, ob er sich weiter vorwagt oder nicht. Innerhalb der nächsten Wochen geht eine deutliche Veränderung mit ihm vor. Er wird wesentlich sicherer in seinen Bewegungen. Eine langsame Ablösung zur Mutter während der Stunde erfolgt durch das neu gewonnene Selbstbewusstsein (sie darf nun schon auf der Bank sitzen bleiben). Seine anfängliche Angst und Unsicherheit wird durch die Erfolgserlebnisse an den Geräten mehr und mehr abgebaut.

Diese Beobachtungen können wir in unseren Turnstunden immer wieder feststellen. Durch den angstfreien Umgang mit den Geräten, die einfach durch ihre vielseitige Zusammenstellung für die Kinder einen Aufforderungscharaker und Anreiz bieten, werden ängstliche Kinder über ihre Bewegung in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt. Überaktive Kinder können ihre motorische Unruhe ausleben, ohne gleich wieder in ihrer Bewegung durch Vorschriften eingeengt zu werden. Die Kinder werden nicht durch Leistungs- und Wettkampfdruck eingeengt. Im Folgenden finden Sie nun einige Anregungen und Möglichkeiten für Aufbauten in der Halle.

Praxisteil

Aus dem Angebot der Psychomotorischen Übungsgeräte möchte ich das Schwungtuch und die Flizzis/Rollbretter vorstellen:

In der Praxis haben sich diese Geräte als unerhört erfolgreich und vielseitig einsetzbar herausgestellt. Sie regen zum Spielen und Gestalten an, vermitteln vielfältige Erfahrensmomente im sozialen Bereich, locken spontane Bewegungsaktionen hervor, vermitteln Erlebensfreude und Erfolg und motivieren zum Lernen.

Das Schwungtuch

Das Tuch ist in verschiedenen Größen und Farben (weiß, rot) erhältlich, meist 5 mal 5 Meter und besteht aus reißfestem Gewebe. Durch seine Größe, seine Leichtigkeit und die Fähigkeit für verschiedene Flugbewegungen ist es ein unheimlich reizvolles Übungsgerät.

Für das Erlernen sozialen Verhaltens ist es sehr gut geeignet, da das Schwingen zu einem Zelt etc. nur gemeinsam passieren kann. Es eignet sich für das Sammeln von Gruppenerfahrungen genauso wie für Einzelaktivitäten.

Übungsbeispiele

  • das Tuch in der Gruppe schwingen, schweben lassen, sich darunter setzen und es auf sich fallen lassen
  • das Tuch hochschwingen und darunter laufen
  • sich zu mehreren unter dem Tuch bewegen
  • Bälle, Luftballons mit dem Tuch hochwerfen, auffangen
  • sich von der Gruppe auf dem Tuch im Sitzen, Knien, Stehen ziehen lassen, versuchen, aus dem Tuch zu krabbeln
  • Zelt, Höhlengänge mit dem Tuch gestalten.

Rollbretter

Sie bieten eine große Vielfalt an Bewegungsmöglichkeiten

  • Sie können einzeln und paarweise im Liegen, Sitzen und Knien vorwärts benutzt werden
  • paarweise können sich die Kinder im Raum ziehen oder schieben
  • Materialtransport

Hindernisbahnen

Aufgrund unserer Erfahrungen sind wir überzeugt, dass es sinnvoll ist, Bewegungsgelegenheiten zu schaffen, die ein eigenständiges Deuten der Geräte als Bewegungsgeräte ermöglichen. Tobe-, Bau- und Konstruktionsspiele, individuelle und gruppenbezogene Symbol- und Rollenspiele, R egelspiele, selbstständiges und angeleitetes Üben von Bewegungsformen: alles ist zugleich möglich und bietet eine Hülle von pädagogischen Ansätzen und Perspektiven.

 

Diesen Artikel haben wir aus dem Buch von Regina Grabbet mit dem Titel „Laufen, Toben, Springen ... Loben“ entnommen. Das Buch ist bei Burckhardthaus-Laetare erschienen:

Laufen, toben und springen – sehr oft mit Lärm verbunden – haben nicht nur den Zweck, den Bewegungsdrang der Kinder ausagieren zu lassen. Kinder erschließen sich die räumliche und soziale Welt, das Selbst und den eigenen Körper durch Bewegung. Erzieherinnen und Eltern finden hier eine profunde pädagogische Basis für den Bewegungsalltag mit Kindern. Erprobte Spielvorlagen führen dabei direkt in die Praxis.

Regina Grabbet
Laufen, Toben, Springen ... Loben
Bewegungsspiele in Kindergruppen
Broschur, 96 Seiten
ISBN: 978-3-944548-11-1
9,90 €

App: Vergiftungen bei Kindern

Gratis Notfall–App und Informationsmaterial

Die App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ bietet Vorsorge-Beratung und Notfall-Hilfe zugleich: Sie vermittelt Kenntnisse, um Babys und Kleinkinder vor Vergiftungen zu schützen. Zudem enthält sie Empfehlungen zur Unfallvermeidung, zum Beispiel durch kindersichere Aufbewahrung von Medikamenten, Haushaltschemikalien und anderen Produkten. „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ kann den Notruf 112 zwar nicht ersetzen, doch gibt die App Hinweise, die im Notfall Leben retten können. Auch ein Anruf bei einem der acht deutschen Giftinformationszentren ist direkt aus der App möglich. Vergiftungsunfälle müssen in jedem Fall fachgerecht versorgt werden.

Für Ärztinnen und Ärzte sowie für Apotheken und Kinderbetreuungseinrichtungen sind kostenlose Plakate, Aufsteller und Memocards zur App erhältlich. Die Plakate zur App sind in der Größe A2 verfügbar. Nach Bedarf können Memocards mit oder ohne Aufsteller über die Website des BfR, per E-Mail oder Post bestellt werden: Bundesinstitut für Risikobewertung, Max-Dohrn-Str. 8-10, 10589 Berlin, E-Mail: publikationen@bfr.bund.de

Die App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“ wurde im August 2013 als erste App des BfR veröffentlicht. In der Kategorie „Mobile und Apps“ erhielt die BfR-App den Deutschen Preis für Onlinekommunikation 2014. Ende 2018 hat das BfR die App technisch aktualisiert und inhaltlich erweitert. Beispielsweise sind nun alle Pflanzen der offiziellen Liste giftiger Pflanzenarten mit Bild aufgeführt. Für die Betriebssysteme Android und iOS steht die App kostenlos zum Download zur Verfügung.

Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung

Neues Onlineangebot

Unter www.duvk.de/multimedia-dossier ist ab sofort ein neues digitales Angebot verfügbar, das einen ersten Überblick über das Themenfeld Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung gibt. Die Aspekte Kinderrechte, Macht, Beteiligung, Vielfalt und Diskriminierung sind anschaulich aufbereitet und werden mit Praxisbeispielen untermauert. Verschiedene mediale Elemente, wie Bildgeschichten, Infografiken und ein animierter Kurzfilm, ermöglichen pädagogischen und nicht-pädagogischen Fachkräften, aber auch Eltern und anderen Interessierten einen leichten Einstieg in das Themenfeld frühe Demokratiebildung und Vielfaltspädagogik. Das neue Multimedia-Dossier soll dazu anregen, sich mit den verschiedenen vielfaltsbewussten und partizipativen Ansätzen in der Kindertagesbetreuung auseinanderzusetzen.

Weiterführende Informationen zum Kooperationsprojekt „Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“ sowie Materialien zu den Themen frühe Demokratiebildung und Vielfaltspädagogik finden sich auch unter www.duvk.de und in der Infothek www.duvk.de/infothek.

KikeriMuh: Tierisches Kartenspiel für Interaktion und Kommunikation

KikeriMuh ist ein tierisches Kartenspiel. Die Spieler versuchen reihum, ihre fünf Handkarten so schnell wie möglich abzulegen. Auf den Karten sind verschiedene Tiere wie Kuh, Schaf, Esel und Hahn in unterschiedlichen Größen abgebildet. Die Anzahl der Häufchen erleichtert die Einschätzung der Größe der Tiere und entscheidet, welche Karte passend abgelegt werden darf. Durch das Erkennen und Benennen von Größenverhältnissen werden erste mathematische Vorläuferkompetenzen gefördert. Beim Ablegen der Karten sollen die Spieler das entsprechende Tiergeräusch imitieren. Das Nachahmen der Geräusche verleiht dem Spiel einen witzigen Charakter und erleichtert die Interaktion und Kommunikation. Wer zuerst keine Karten mehr auf der Hand hat, gewinnt das Spiel.

Für 2 bis 4 Spieler

Ab 3 Jahre

Inhalt/Material: 36 Karten aus Karton, Anleitung

Maße: Karte 7 x 10 Zentimeter

UVP 9,95 €

Schulgarten: Naturvorgänge hautnah erleben

Broschüre zum kostenlosen Download

Mehr als 50 Ideen für Schulgärten sind in der Broschüre „Lernort Schulgarten – Projektideen aus der Praxis“ zusammengefasst - vom Nisthilfebau über den Schulteich bis zum Pfad der Sinne. Auf einen Blick wird deutlich, für welche Schulstufe sich die Projekte eignen. Lehrerinnen und Lehrer erhalten Anregungen, wie sie einen Schulgarten an ihrer Schule realisieren können. Denn Schulgartenarbeit bereichert den Alltag von Schülerinnen und Schülern nachhaltig und fördert und fordert sie in ihrer ganzen Persönlichkeit. Geduld und Kontinuität sind dabei gefragt, aber auch die Freude am praktischen Tun kommt nicht zu kurz. Die vielfältigen und manchmal auch ungewöhnlichen Projekte sind nach Schwierigkeitsgrad und Aufwand gegliedert und laden zur Nachahmung ein. Sie wurden von Praktikern der Schulgartenarbeit zusammengetragen und lassen sich gut nachvollziehbar realisieren. Eigene Kapitel zur Finanzierung eines Schulgartens, zur Vermarktung der Produkte sowie zu rechtlichen Fragen ergänzen die Broschüre und geben den verantwortlichen Akteuren wertvolle Tipps für die Anlage eines Schulgartens.

Das pdf steht gratis zum Download bereit. Die gedruckte Broschüre kostet 9 €. 

Bibliographie:

ISBN/EAN 978-3-8308-1281-4
Bestell-Nr. 3910
Medium Broschüre
Format DIN A4 (21x29,7cm)
Umfang 120 Seiten
Auflage 3. Auflage
Erscheinungsjahr 2018
Redakteur/in Hildegard Gräf, Anne Staeves
Autor/in Enno Gerken, Jürgen Rose, Konrad Blattner, Stefanie Zentner, Doortje Schulz, Reinhard Marquardt, Edelgard Werding, Sigrid Neumann, Herenia Wesche, Michael Geier, Lissy Jäkel, Hans-Peter Ziemek

Kompetenz und Karriere: Chancen effektiv nutzen!

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Nicht selten stellen sich elementarpädagogische Fachkräfte durch erlebte Überforderungen oder eine zunehmende Berufsmüdigkeit die Frage, ob es überhaupt berufliche Veränderungen oder gar Aufstiegschancen im Hinblick auf eine Karriere für Erzieher/-innen gibt. Viele sind der Meinung, diese Frage sei schon im Ansatz unberechtigt, überflüssig oder gar provokativ gestellt, und die Antwort erübrige sich schon von selbst. Doch bei einer sorgsamen, genaueren Betrachtung fällt die Antwort für manche Fachkraft vielleicht überraschend aus!

Beruf Erzieher/-in – ein Klassiker im Arbeitsfeld des Kindergartens

Ohne Frage stellen Erzieher/-innen die größte Berufsgruppe im Kindergarten dar – neben Sozialassistenten/Sozialassistentinnen, Kinderpflegern/Kinderpflegerinnen und einigen (zunehmend mehr) Diplom-Sozialpädagogen/-Sozialpädagoginnen, Diplom-Pädagogen/-Pädagoginnen und Heilpädagogen/Heilpädagoginnen. Zwar gibt es auch Männer in dieser Frauendomäne – doch ist ihr Prozentsatz verschwindend gering. Berichten beispielsweise Erzieher/-innen von ihrem Berufsbild, wird ihnen von der Öffentlichkeit als erstes das Tätigkeitsfeld „Kindergarten“ zugeordnet. Auch wenn seit vielen Jahren das Berufsbild „Erzieher/-in“ existiert, so wird auch heute noch häufig in der Öffentlichkeit synonym von „der Kindergärtnerin“ gesprochen – eine ebenso falsche und fachlich betrachtet ärgerliche wie unangemessene Berufsbezeichnung. Sie provoziert das Bild einer Tätigkeit, in der mit Kindern hauptsächlich am Tisch gebastelt wird, wo Papierfaltarbeiten auf der Tagesordnung stehen und vielleicht sogar noch gemeinsame Toilettengänge Praxis wären. Doch zeigt sich damit sehr deutlich die „gedankliche Verschmelzung“ zwischen Beruf und Tätigkeit. Es darf an dieser Stelle kurz erwähnt werden, dass es dringend erforderlich ist, diesem Berufsklischee noch deutlicher und klarer durch Professionalität und offensiv gezeigte Kompetenzen entgegenzuwirken. Dafür bieten einige der bekannten Qualitätsmanagementsysteme besonders gute Möglichkeiten an.

Erst Berufung, dann Beruf und schließlich Job

Viele elementarpädagogische Fachkräfte haben im Laufe ihrer Berufstätigkeit immer wieder Höhen und Tiefen erlebt – sei es im alltäglichen Umgang mit Kindern oder Eltern, im Kollegium oder mit dem Träger. Dieses „Auf und Ab“ ist ein fester Bestandteil und gehört sicherlich vom Kern betrachtet zum normalen Spannungsfeld dieser verantwortungsvollen Tätigkeit dazu. Doch sind es aber auch objektive Umstände, die dazu beitragen (können), dass Erzieher/-innen ihren Berufsalltag als äußerst anstrengend erfahren müssen. Unbestritten werden die Arbeitsbedingungen immer komplizierter und schwieriger. Die finanziellen Mittel werden Jahr für Jahr gekürzt, die Gruppengröße wird aufgestockt, sogenannte Springkräfte werden nicht mehr finanziert, frei gewordene Stellen werden entweder nicht mehr oder erst nach längerer Zeit mit Fachpersonal besetzt und Arbeitszeiten werden je nach den vorhandenen Haushaltsmitteln gekürzt oder verlängert, sodass persönliche und berufliche Lebensziele durcheinandergeraten können. Dazu kommen neue Aufgaben, die erfüllt werden müssen und die im Rahmen der europaweiten Qualitätsoffensive sicherlich ihre Berechtigung haben. Allerdings stellt sich die Frage, mit welchem Zeitbudget und zu welchem Zeitpunkt diese zusätzlichen Anforderungen im Rahmen der bisherigen Tätigkeit tatsächlich geleistet werden können, bei gleichzeitiger Kürzung bzw. völligem Wegfall einer arbeitsnotwendigen Vor- und Nachbereitungszeit. Da ist es schon verwunderlich und beachtenswert, wenn elementarpädagogische Fachkräfte wie Felsen in einer Brandung stehen und ihre Aufgaben fachkompetent zu meistern versuchen – nicht selten von anderen Berufsgruppen verhöhnt oder belächelt, von der Öffentlichkeit und der Politik verkannt, in keinem Maße auch nur annähernd fürstlich entlohnt, von vielen Eltern mit höchsten Erwartungen überfrachtet oder auch bei Kindergartenaktionen allein gelassen, von den Grundschulen nicht selten mit unangemessenen Forderungen unter Druck gesetzt und von den eigenen Erwartungen an sich selbst immer wieder aufs Neue gefordert. So kann schnell aus einem ursprünglichen „Traumberuf“ ein „beruflicher Albtraum“ werden und manches Mal wird in einem schleichenden Prozess die innerlich gespürte Berufung zu einem Routinejob. Eine Erzieherin hat es einmal so formuliert: „Ich fühle mich wie auf einer Rutsche, die mit Schmierseife beschichtet ist. Jeder Versuch, sich festzuhalten oder nach oben zu klettern, wird durch immer neue Anforderungen oder irritierende Entscheidungen von oben zunichtegemacht. Was bleibt, ist eine Illusion von damals und was vorherrscht ist Stress, Orientierungslosigkeit und eine zunehmende Mutlosigkeit.“

Auswege – Wege aus dem Aus

Viele elementarpädagogische Fachkräfte fragen sich am Ende eines Tages oder in den unterschiedlichen Situationen: Wie haben Kinder den heutigen Tag mit mir erlebt? Habe ich Kinder in ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen verstanden und sie in ihren vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten aktiv unterstützt? Habe ich die Kinder ernst genommen, konnte ich ihre wirklichen Anliegen spüren und erkennen? Ist es mir gelungen, das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken? Habe ich alle Kinder beachtet oder habe ich vielleicht bestimmte Kinder übersehen? Konnten die Kinder wirklich zeigen, welche Fähigkeiten in ihnen stecken und war ich ihnen hilfreich, diesen Tag – wie auch die anderen Tage – als ein Geschenk des Kindergartens zu erleben? Konnten Kinder ihre Fülle an Fantasie und Kreativität zum Ausdruck bringen und wie konnte ich mich darauf einlassen? War ich den Kindern gegenüber gerecht? Habe ich am heutigen Tage etwas Wesentliches übersehen? Gab es etwas, was ich heute falsch gemacht habe und in Zukunft dringend anders machen will? Waren meine Kompetenzen ausreichend, um gesetzte Ziele zu erreichen? In welchem Bereich muss ich dringend etwas dazulernen, damit ich besser werden kann? Kann bzw. will ich überhaupt die vielfältigen Ziele erreichen? Muss ich mich selbst ständig hinterfragen und immer wieder auf Veränderungen einlassen? Ja, ist der Beruf eigentlich noch mein Wunschberuf? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beginnt der Prozess der Selbstauseinandersetzung und gleichzeitig die Konfrontation mit sich selbst. Ohne Frage bieten sich in diesem Zusammenhang sehr unterschiedliche Möglichkeiten an, Antworten zu finden: Sei es durch kollegiale Gespräche, durch ein Coaching, durch Einzel-, Gruppen- oder Teamsupervision oder durch den Besuch von Fort- und Weiterbildungsseminaren. Das Entscheidende ist dabei immer, dass(!) diese und alle anderen Fragen einer Beantwortung bedürfen, um aus dem Grübeln herauszukommen. Andernfalls wird ein permanent schlechtes Gewissen oder eine vor sich ständig hergeschobene Frage den Blick für die neuen Herausforderungen vernebeln und verstellen. Wie heißt es doch so treffend im Krisenmanagement: „Es gibt keine Probleme – es gibt nur Aufgaben.“

Fort-, Weiter- und Zusatzausbildungen: Wege aus der Krise

So kann es sein, dass durch den Besuch von Fort-, Weiter- oder Zusatzausbildungen der Weg aus der Krise gefunden wird. Wenn Bildungsmaßnahmen auf der einen Seite dazu beitragen, die Professionalität im Beruf zu verbessern und auf der anderen Seite dabei helfen, die eigene Identität zu stärken, ist der Kern einer Entwicklung getroffen. (Anmerkung: Die Erweiterung der Professionalität – gemeint ist der Fachaspekt- und die Stabilisierung der eigenen Identität – gemeint ist der Personaspekt – sollten immer gleichzeitig Ziel, Aufgabe und Weg einer Bildungsmaßnahme sein, weil das eine ohne das andere nicht funktioniert! Im Allgemeinen wird von ­Fortbildungsmaßnahmen gesprochen, wenn es sich um zeitlich kleinere Bildungseinheiten handelt (von einem Tag bis zu ca. 12 Tagen). Weiterbildungen umfassen ca. 100 – 250 Stunden, also ca. 13 –30 Tage und Zusatzausbildungen beziehen sich auf den Erwerb zusätzlicher Berufsqualifikationen – ihr Zeitumfang beträgt häufig zwischen 31 und 150 Ausbildungstagen – und enden mit einer Abschlussprüfung und einem Zertifikat. Fort- und Weiterbildungen dienen in der Regel der Verbesserung der bisherigen Arbeit. Zusatzausbildungen hingegen, die in Vollzeit- oder berufsbegleitender Form angeboten und durchgeführt werden, bieten nicht nur eine Legitimation für eine neue, zusätzliche Schwerpunktlegung, sondern eröffnen den Absolventen auch neue Wege für ihre Berufs- und Karriereplanung. Das kann vor allem für die elementarpädagogischen Fachkräfte von Bedeutung sein, die sich von ihrem bisherigen Tätigkeitsbereich „Kindergarten“ verabschieden möchten und neue Herausforderungen suchen. Dabei sind einige Fragen und Überlegungen im Vorhinein von besonders ausschlaggebender Bedeutung: In welchem Bereich liegen meine besonderen Begabungen? Welches Aufgabenfeld bzw. welcher Arbeitsbereich interessiert mich dabei in höchstem Maße? Was gehört genau zu den möglichen Tätigkeiten? Welche Qualitäten und Begabungen sind dafür real erforderlich und wie „passen“ sie zu meiner Persönlichkeit? Welche Fachkompetenzen und Qualifikationsnachweise sind dafür notwendig? Auf welche Weise können und müssen die Begabungen im Hinblick auf das ausgewählte Aufgabenfeld perfektioniert werden? Wie umfangreich ist eine solche Zusatzausbildung in Vollzeit- oder berufsbegleitender Form? Welche Anbieter kommen infrage, wie ist die Zusatzausbildung strukturiert und welchen Ruf haben die entsprechenden Anbieter in der Fachwelt? Wie (unterschiedlich) hoch sind die Kosten für die Zusatzausbildung? Welche staatliche bzw. berufspolitische Anerkennung haben die Zusatzausbildungen? Wie hoch ist der Bedarf an diesem Beruf und wie sehen zum jetzigen Zeitpunkt die späteren Berufschancen aus? Wo/bei wem finde ich ausreichende Informationsmöglichkeiten? Will ich meinen neuen, angedachten Weg allein planen und durchführen oder suche ich mir einen Begleiter (i. S. eines ­beruflichen Coachings)?

Es gibt mehr Möglichkeiten als gedacht

Schaut man sich im „Markt der Möglichkeiten“ einmal genauer um, ist es für viele elementarpädagogische Fachkräfte völlig überraschend festzustellen, wie umfangreich und vielfältig die Angebote für qualitätsorientierte Zusatzausbildungen in Deutschland sind. So reichen diese von Zusatzausbildungen in (heilpädagogischer) Musiktherapie, in Psychodrama oder Trauerbegleitung, Märchentherapie oder Medienpädagogik, Pantomime oder Zauberpädagogik, Theaterpädagogik oder personzentrierter Gesprächsführung, Sozialmanagement oder analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Bioenergetik oder Gestaltpädagogik, Andragogik (Wissenschaft der Erwachsenenbildung) oder Sexualpädagogik und Sexualberatung, Motopädagogik oder Ergotherapeutik, Konfliktmanagement oder Coaching, Erziehungstherapeutik, Kinder- und Jugendtherapeutik, Kunsttherapie, Sprachtherapeutik oder Spielpädagogik. Weiterhin gibt es Zusatzausbildungen in therapeutischem Puppenspiel, Tanztherapie, zur Spielleiterin von Theatergruppen, in Bibliodrama, sozialpädagogischer Familienhilfe, Konfliktmanagement, Trennungsberatung, Mediation, Familien-, Krisen- und Scheidungsberatung, pädagogischer und psychotherapeutischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, als Familien- und Systemtherapeutin, in systemischer Beratung und zur Supervisorin, in Themenzentrierter Interaktion, pädagogischer Psychotherapie, Tanz- und Ausdruckstherapie, rhythmisch-musikalischer Erziehung, klientenzentrierter Spielpädagogik, Psychodramagruppentherapie mit Kindern, Kulturarbeit, Museumspädagogik, Erziehungspsychologie, wissenschaftlicher Schriftpsychologie, Ausdrucksmalen, Zusatzausbildung zur Leitung sozialer Institutionen, in integrativer Gestaltpädagogik, zur staatl. zugel. Psychologischen Beraterin, in sensorischer Integrationstherapie, in Religionspädagogik, zur Sozialwirtin, zur Fachtherapeutin für Psychotherapie (HPG) oder zum „Bachelor of Arts“ (als Hochschulabschluss). Darüber hinaus gibt es weitere Zusatzausbildungen, die aber an dieser Stelle nicht alle genannt werden können. Schon allein diese Übersicht macht deutlich, dass der Grundberuf einer Erzieherin die Basis bildet für unzählige Möglichkeiten der beruflichen und personalen Weiterentwicklung. Wer heute noch behauptet, dass Erzieher/-innen kaum oder keine Aufstiegschancen haben, ist entweder völlig uninformiert oder hat ein Interesse daran, elementarpädagogische Fachkräfte in einer möglichen Unkenntnis zu belassen. Ebenso interessant dürfte es für Erzieher/-innen sein, dass beispielsweise durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG 3C 34.90 8 OVG A 5/88 vom 21. 1. 1993) auch Erzieher/-innen mit entsprechender Zusatzausbildung die Möglichkeit offensteht, im Rahmen des Heilpraktikergesetzes (mit staatlicher Anerkennung) das Arbeitsfeld Psychotherapie auszuüben, wenn auch nicht mit Kassenzulassung bzw. Kassenabrechnung, so aber doch mit privater Abrechnungspraxis!

Ein paar Worte zum Schluss 

Wichtig ist vor allem, dass sich Interessenten und InteressentInnen für bestimmte Zusatzausbildungen fachkompetent und umfassend bei den anbietenden Institutionen oder anderen Ansprechpartnern informieren, um bestehende Vorurteile abzubauen und neue Erfahrungen/Erkenntnisse sorgsam be-/auswerten. Ebenso wichtig ist es, dass elementarpädagogische Fachkräfte ihre eigenen Kompetenzen realistisch einschätzen und gleichzeitig ihre Entwicklungsmöglichkeiten ausloten, nutzen und erweitern. Neue Wege und innovative Berufs-/Karriereplanungen sind immer mit Mut, Engagement, Wissen und gleichzeitigem Abschied von alten eingeschlagenen Wegen und entwicklungshemmenden Verhaltensmustern verbunden. Das macht eine lebendige Persönlichkeits- und Berufsentwicklung aus. Und schließlich geht es immer um die rechtzeitige Planung von Zusatzausbildungen, um diese dann für die eigene Karriereplanung zur Verfügung zu haben, wenn ein Ausstieg aus der klassischen Elementarpädagogik ansteht.

Diesen Beitrag haben wir aus dem Buch von Dr. Armin Krenz Grundlagen der Elementarpädagogik – Unverzichtbare Eckwerte für eine professionell gestaltete Frühpädagogik. Krenz gibt auf Fragen nach produktiver Selbstreflektion, optimierter Teambildung, effizienter Öffentlichkeitsarbeit, nach respektvoller und doch zielorientierter Gesprächsführung, sei es mit Fachkollegen oder Eltern, fachlich fundierte und doch leicht verständliche Antworten, die vor allem stets äußerst praxisnah ausfallen und durch leicht zugängliche Beispiele illustriert werden.

Armin Krenz
Grundlagen der Elementarpädagogik
Unverzichtbare Eckwerte für eine professionell gestaltete Frühpädagogik
192 Seiten, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-944548-03-6
22 €

Minibär, was machst du da?

Helmut Spanner

Minibär hat immer was zu tun, ob Malen, Kuchenbacken, Essen, Putzen oder Telefonieren. Lauter Dinge, die die kleinen Betrachter auch zuhause bei Eltern und Geschwistern beobachten können. So fällt der Einstieg in die Welt der Bücher leicht. Minibär lädt alle kleinen Betrachter zum Entdecken, Sprechen und Erzählen ein.

Helmut Spanner beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit der Wahrnehmung von Kleinkindern und zeichnet seine Illustrationen so, dass es den Mädchen und Jungen leicht gelingt, die vertrauten Alltagsgegenstände auch im Buch zu erkennen.

Minibär was machst du da?
24 Seiten
Oberstebrink
ISBN: 9783963040221
7,95 Euro


Großes Bildungsprogramm auf der Buchmesse in Leipzig

Tauchen Sie ein in die Lernwelt von Morgen – nicht nur, um sich von neuen Literaten und ihren Werken inspirieren zu lassen, sondern um neue Impulse für die tägliche Arbeit zu finden. Diese erhalten Sie beim Fokus Bildung, dem mittlerweile zweitgrößten Ausstellungsbereich der Leipziger Buchmesse, mit über 270 Fachveranstaltungen. Schwerpunkt in diesem Jahr bilden zahlreiche Angebote zur Medien- und Demokratiebildung.

Spannende Angebote zur politischen Bildung

Schwerpunkt in diesem Jahr bilden zahlreiche Angebote zur Politik und Medienbildung. Demokratie gehört in die Schule. Darüber sind sich Experten einig. Doch wie gelingt dies in einer politisch hoch diversen Gesellschaft? Diese Frage stellt die Bertelsmann Stiftung im Rahmen der Leipziger Buchmesse. Vor Ort werden am 21. März die Ergebnisse der Lehrkräftebefragung „Demokratiebildung in Schulen“ vorgestellt. Außerdem informiert die Stiftung über den digitalen Kurs „Citizenship Education – Demokratiebildung in Schulen“. Der frei zugängliche Online-Kurs für Lehrer beinhaltet neun Module mit allem Wissenswerten über demokratische Kita- und Schulentwicklung, das Zusammenleben in der diversen Gesellschaft, Mitgestaltung durch Engagement und Partizipation von Anfang an und vieles mehr. Die Medienwelt wird immer vielfältiger. Und mit ihr entstehen neue Wege, zu lernen und zu arbeiten. Industrie 4.0 heißt das Schlagwort. Doch wie bereiten wir Schüler darauf vor? Antworten darauf liefert die Podiumsdiskussion des Sächsischen Kultusministeriums am 22. März. Welche Bildung ist in der digitalen Welt erforderlich? Wie werden Schüler auf das Arbeitsleben vorbereitet? Ziel der Diskussion ist es, aus vielfältigen Perspektiven Bildungsprozesse in Zeiten des digitalen und gesellschaftlichen Wandels zu beleuchten und das Verständnis von Bildung in der digitalen Welt zu diskutieren.

Die Zukunft im Blick: Deutscher Lehrertag

„Schule 2019 – Zukunft gestalten!“: Dies ist das Motto der Frühjahrstagung des Deutschen Lehrertags am 21. März. Es soll dazu einladen an morgen zu denken. Der Schweizer Gedächtnistrainer Georg Straub hält den Eröffnungsvortrag dieser Tagung. Er nutzt sein langjähriges Wissen, um frische Lernstrategien zu entwickeln. Diese neuen Methoden für den Schulalltag stellt er in dem Vortrag „Effizienter lernen – Die Magie des optimalen Gedächtnisses“ vor. Der Deutsche Lehrertag wird vom Verband Bildungsmedien e.V. und dem Verband Bildung und Erziehung e.V. organisiert. Das detaillierte Programm gibt es unter www.deutscher-lehrertag.de.

Symposium zur frühkindlichen Bildung: Mitbestimmung

Kinder haben Rechte. Doch das beinhaltet nicht nur die Beteiligung, Förderung und den Schutz der Kinder, sondern auch den freien Zugang zu kindgerechten Medien und zur Mitbestimmung. Letzteres ist am 22. März Schwerpunkt des diesjährigen Symposiums zur frühkindlichen Bildung. In unterschiedlichen Foren wird diskutiert, wie Medienbildung, Stärkenorientierung und Mitbestimmung funktionieren und optimal und pädagogisch im Kita-Alltag umgesetzt werden können. Weitere Informationen zum Symposium.

Musiklehrertag mit tschechischem Rhythmical

Wie klingt Literatur? Seit vier Jahren beweist der Musiklehrertag am Messefreitag, dass Literatur jede Menge Töne hat. Im Mittelpunkt steht dieses Jahr die Rhythmik des Gastlands Tschechien. Zur Eröffnung sind alle Teilnehmer eingeladen, ein typisch tschechisches Rhythmical zu kreieren. Im weiteren Verlauf des Tages finden zahlreiche Veranstaltungen für Musikpädagogen statt. Den Höhepunkt im Bereich „Musik“ bildet der Buchmessechor. Bei diesem Projektchor proben die Sänger und Sängerinnen, alle Besucher, Aussteller und Fans der Leipziger Buchmesse vorab zu Hause die Musikstücke. Kurz vor dem großen Auftritt treffen sie dann zu einer erstmaligen und einzigen Probe zusammen. Das Ergebnis kann sich hören lassen, diesmal am Sonntag, den 24. März, in der Glashalle der Leipziger Messe. Die Anmeldung für den Buchmessechor ist ab Ende Januar hier möglich: https://www.leipziger-buchmesse.de/Themen/Musik/

Tickets und Öffnungszeiten

Die Leipziger Buchmesse findet vom 21. bis 24. März auf der Leipziger Messe statt. Lehrer, Erzieher und Pädagogen können Fachbesuchertickets erwerben. Dafür müssen sie sich bis 22. März unter www.leipziger-buchmesse.de/ticket registrieren. Damit erhalten sie vergünstigten Eintritt sowie Zugang zu Fachzentren und dem umfangreichen Programm von Fokus Bildung.

Clever in Sonne und Schatten

Kostenfreie Projektpakete für Kitas

Endlich Frühling! Nicht nur die Temperaturen steigen, sondern auch der UV-Index (UVI) und damit die Gefahr für Sonnenbrand. Kinderhaut ist der UV-Strahlung gegenüber besonders empfindlich, da die Stammzellen der Haut noch viel dichter unter der Hautoberfläche liegen als bei Erwachsenen. UV-bedingte Schädigungen der Haut im Kindesalter wiederum erhöhen das Risiko, im Erwachsenenalter an Hautkrebs zu erkranken.

Um bereits die Jüngsten an das richtige Sonnenschutzverhalten heranzuführen, wurde vom Universitäts KrebsCentrum Dresden (UCC) – in Kooperation mit der Deutschen Krebshilfe, der Arbeitsgemeinschaft für Dermatologische Prävention e. V. und der Universität zu Köln/Uniklinik Köln – ein Sonnenschutzprojekt für Kitas entwickelt. „Clever in Sonne und Schatten für Kitas – mit dem SonnenschutzClown“ richtet sich in erster Linie an Einrichtungen, in denen Drei- bis Sechsjährige betreut werden. Das kostenfrei erhältliche und komplett werbefreie Projektpaket enthält Materialien, mit denen Erzieherinnen und Erzieher selbstständig eine Projektwoche durchführen können. Dazu gehören unter anderem eine interaktive Weiterbildung für das pädagogische Kita-Team (auf DVD), verschiedene Aktivitätsvorschläge für die tägliche Arbeit mit den Kindern sowie eine kindgerechte DVD mit dem „Lied vom Sonnenschutz“ und kurzen Filmen zum Sonnenschutz.

Neben der Vermittlung der wichtigsten Sonnenschutzmaßnahmen – das Aufsuchen von Schatten, das Tragen von schützender Kleidung, Sonnenbrille und -hut und die Verwendung von Sonnencreme – kommt bei dem Projekt auch der Spaß nicht zu kurz. „Hauptfigur des Projekts ist der SonnenschutzClown Zitzewitz“, erläutern Dr. Friederike Stölzel und Vera Fieber vom Präventionszentrum des UCC. „Clown Zitzewitz bringt beim Sonnenschutz leider einiges durcheinander. Mit seinen Tollpatschigkeiten kommt er bei den meisten Kindern ziemlich gut an. Die wissen nämlich ziemlich gut, wie Sonnenschutz richtig geht, zum Beispiel, dass man die Sonnenmilch nicht trinkt, sondern auf die Haut aufträgt, oder dass der Sonnenbrand nicht von der Feuerwehr gelöscht werden kann. So werden die Kinder auf altersgerechte Weise zu kleinen Sonnenschutzexperten.“

Im vergangenen Jahr wurde das Projektpaket bereits an über 700 Kitas in ganz Deutschland verschickt. Schon 70 Kitas konnten vom UCC und der Deutschen Krebshilfe als „Clever in Sonne und Schatten“-Kita ausgezeichnet werden und sind nun auf einer interaktiven Deutschlandkarte auf der Homepage der Deutschen Krebshilfe zu finden. „Wir stellen uns diese Karte wie einen großen Sonnenschutzschirm vor, der sich über ganz Deutschland spannt“, so Vera Fieber. „Und wir hoffen natürlich, dass in diesem Jahr noch viele weitere Kitas an unserem Projekt teilnehmen.“

Nicht nur die Kinder profitieren von der Sonnenschutzbotschaft. Seit 2015 sind Plattenepithelkarzinome (eine Form des „hellen“ Hautkrebses) und multiple aktinische Keratosen (Vorstufen des Plattenepithelkarzinoms) als Berufskrankheiten anerkannt. Dies betrifft Menschen, die viel Zeit im Freien arbeiten und der natürlichen UV-Strahlung in höherem Maße ausgesetzt sind als andere Berufsgruppen. Seitdem machen auch immer mehr Erzieherinnen und Erzieher diese berufsbedingte Erkrankung geltend. Damit es erst gar nicht zur Erkrankung kommt, ist Vorsorge durch angemessenes Sonnenschutzverhalten in dieser Berufsgruppe besonders wichtig. (vf)

Kontakt:

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der TU Dresden

Präventionszentrum des Universitäts KrebsCentrums

Dr. Friederike Stölzel, Vera Fieber

Tel.: 0351 458-7445/-7446

krebsprävention@ukdd.de

 

Liedermemo: Klassische Kinderlieder mit vielen Spielideen

Ob „Backe, backe Kuchen“ oder „Alle Vögel sind schon da“ – klassische Kinderlieder erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit und sind aus der musikalischen Früherziehung nicht mehr wegzudenken. Das Liedermemo ist eine Zusammenstellung beliebter Lieder mit vielen Spielideen. Es fördert den kognitiven Bereich insbesondere die Merkfähigkeit und die Fähigkeit der Zuordnung von Texten und Bildern. Die Aspekte der musikalischen Frühförderung beinhalten das Training von Spracherwerb, Mundmotorik, auditiver Wahrnehmung, Rhythmusgefühl und Stimmbildung. Bei der Umsetzung der Lieder in Bewegung wird Motorik und Koordination gefördert und die Körperwahrnehmung sensibilisiert.

Ab 3 Jahre. Hinweis: Unter Aufsicht eines Erwachsenen sind auch Spielvariationen mit jüngeren Kindern möglich.

Inhalt/Material: Zwölf Kartenpaare mit unterschiedlichen Bildern zu den Liedtexten. Anleitung mit Texten und Noten.

Maße: Karte 9 x 9 cm.