November 2020

Tipp: Mehrsprachigkeit und inklusive sprachliche Bildung in Kitas

Mehrsprachiges Aufwachsen gehört nicht erst seit den jüngsten Fluchtbewegungen zur Realität im Einwanderungsland Deutschland: Viele Kinder verständigen sich in ihren Familien anhand mehrerer Sprachen. Vor diesem Hintergrund hat Professorin Dr. Argyro Panagiotopoulou (Universität zu Köln, Lehrstuhl für Bildung und Entwicklung in Früher Kindheit) im Auftrag der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) eine Expertise verfasst, die beschreibt, wie das Potenzial der Mehrsprachigkeit von Kindern und pädagogischen Fachkräften genutzt werden kann, um die frühkindliche Sprachentwicklung zu unterstützen.

Inklusive sprachliche Bildung hat zum Ziel, alle Kinder zu erreichen – eine verantwortungsvolle und herausfordernde Aufgabe für frühpädagogische Fachkräfte. Welche Kompetenzen Fachkräfte dafür benötigen beschreibt Band 11 der Reihe Wegweiser Weiterbildung, insbesondere das darin enthaltene Kompetenzprofil: Es berücksichtigt die Aspekte Mehrsprachigkeit, Migration und Behinderung und wurde von Expertinnen und Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen gemeinsam erarbeitet. Der Wegweiser Weiterbildung unterstützt Weiterbildnerinnen und Weiterbildner dabei, kompetenzorientierte Angebote zur inklusiven sprachlichen Bildung zu konzipieren und umzusetzen.

Download der Publikationen

Panagiotopoulou, Argyro (2016): Mehrsprachigkeit in der Kindheit. Perspektiven für die frühpädagogische Praxis, Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte, WiFF Expertisen, Band 46. München.

Deutsches Jugendinstitut/Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (Hrsg.) (2016): Inklusive Sprachliche Bildung. Grundlagen für die kompetenzorientierte Weiterbildung, Band 11. München

 

Die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) ist ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Jugendinstituts e.V. und wird aus Mitteln des BMBF gefördert.

Download der Publikationen

 

Panagiotopoulou, Argyro (2016): Mehrsprachigkeit in der Kindheit. Perspektiven für die frühpädagogische Praxis, Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte, WiFF Expertisen, Band 46. München.

Deutsches Jugendinstitut/Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (Hrsg.) (2016): Inklusive Sprachliche Bildung. Grundlagen für die kompetenzorientierte Weiterbildung, Band 11. München

 

Die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WiFF) ist ein Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Jugendinstituts e.V. und wird aus Mitteln des BMBF gefördert.

Bücherheld:innen, die keinem Muster entsprechen

Fernando Espinoza, Bogota

Flucht, Behinderung oder sexuelle Orientierung - das sind Themen, die für zahlreiche Kinder von großer Bedeutung sind. In Kinderbüchern aber werden sie oft ausgeklammert. Es fehlt an Identifikationsfiguren. Als weihnachtliche Geschenktipps stellen die SOS-Kinderdörfer Bücher vor, die die Vielfalt der Kinderwelten widerspiegeln und deren Held:innen mit besonderen Lebensumständen zu tun haben: Da ist ein Junge mit nur einem Bein, ein Fantasietierchen auf der Flucht und da sind die beiden Entendamen, die sich küssen. Boris Breyer, stellvertretender Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer, sagt: „Diese Kinderbücher machen fantasievoll und lebendig vor, wie wir Grenzen überwinden können. Sie zeigen, wie bunt und facettenreich die Welt der Kinder ist, und passen damit gut zur Arbeit der SOS-Kinderdörfer. Weltweit unterstützen wir junge Menschen unabhängig von ihrer Kultur, Religion oder Hautfarbe. Jedes Kind hat ein Recht auf Liebe und Respekt.

Die Buchempfehlungen der SOS-Kinderdörfer:

Flucht, Armut, Fremde – und das Leben geht trotzdem weiter

  • Der Koffer. Wie ergeht es jemandem, der aus seiner Heimat fliehen muss und mit ein paar Habseligkeiten und viel Heimweh im Gepäck an einem fremden Ort landet? Ein geflüchtetes Fantasietierchen trifft auf eine Gruppe einheimischer Tiere, die es erst misstrauisch beäugen, ihm dann aber helfen, sich bei ihnen Zuhause zu fühlen. (Von Chris Naylor-Ballesteros, ab 3 Jahren; Fischer Sauerländer, 14,99 Euro)
  • Wie ist es, wenn man arm ist? Alles über Armut und Hunger. Viele Kinder und Erwachsene haben ein warmes, sicheres Zuhause und immer genug zu essen. Wie aber geht es Familien, deren Zuhause durch eine Naturkatastrophe oder durch Krieg zerstört wurde? Verständlich und eingängig werden die Gründe und Auswirkungen von Armut erklärt. Am Ende gibt es Tipps, wie Kinder anderen helfen können. (Von Louise Spilsbury & Hanane Kai, ab 5 Jahren; Gabriel, 10 Euro)
  • Wir sind viele. Auf der einen (Buch)-Seite leben die schwarzen Punkte, die genug zu essen und jede Menge Spaß haben. Auf der anderen (Buch)-Seite leben die weißen Punkte, denen es schlecht geht, weshalb sie auch auf die Seite der schwarzen Punkte wollen. Nur wird es dort dann ganz schön voll... Ein Ausnahme-Bilderbuch, weil sich die Geschichte von Wohlstands- und Entwicklungsländern im Wesentlichen über die Grafik transportiert. (Von Carolina Zanotti & Giancarlo Macri, ab 5 Jahren; 360 Grad Verlag, 16 Euro)

 

Mit und ohne Handicap - jeder ist anders

  • Ich bin anders als du - Ich bin wie du. Ein Kind ist gehörlos und redet mit den Händen, das andere spricht mit dem Mund. Ein Kind hat Geschwister und eines ist Einzelkind. In dem Pappbilderbuch geht es um Unterschiede, die jedes Kind einzigartig machen, und um Gemeinsamkeiten, die sie zu Freunden werden lassen. (Von Constanze von Kitzing, ab 3 Jahren; Carlsen, 13 Euro)
  • Alle behindert! 25 spannende und bekannte Beeinträchtigungen in Wort und Bild. Sophia hat Spina Bifida und mag gern Jogginghosen. José hat eine Lernbehinderung und man kann alles mit ihm spielen außer Scrabble. Julien ist ein Angeber, sein Spitzname: Cooltuer. Kurz und knapp und mit viel Leichtigkeit werden unterschiedliche Handicaps erklärt, und wie andere damit unverkrampft umgehen können. (Von Horst Klein & Monika Osberghaus, ab 6 Jahren; Klett Kinderbuch, 14 Euro)
  • Mbongis Weg zur Schule. Die interaktive Geschichte für Leseanfänger handelt von Mbongi. Er lebt in einem kleinen Dorf in Südafrika und kommt demnächst in die Schule. Da er nur ein Bein hat und der Weg zur Schule weit ist, suchen und finden seine Freunde Thandi und Thobile einen fahrbaren Untersatz für ihn. (Von Lutz von Dijk, ab 7 Jahren; Fischer, 7,99 Euro)

 

Schwarz, Weiß und Gelb – Freundschaften überwinden Kulturgrenzen  

  • Kalle und Elsa lieben die Nacht – heut schlaf ich bei dir. Zum ersten Mal bei einer Freundin oder einem Freund zu übernachten, ist eine aufregende, aber auch ein bisschen unheimliche Sache. So fühlen auch Elsa, weiß, und Kalle, dunkelhäutig. Doch dann erleben sie nachts spannende Abenteuer. (Von Jenny Westin Verona & Jesus Verona, ab 3 Jahren; Bohem Press, 16, 95 Euro)
  • Meine Freunde, das Glück und ich. Violetta organisiert mit ihren Freunden ein Stadtteilfest. Viele Leute leisten ihren Beitrag, denn sowas Großes klappt nur gemeinsam. Ganz selbstverständlich sind Freunde chinesischer und afrikanischer Abstammung mit von der Partie und neben der klassischen Familie auch gleichgeschlechtliche Elternpaare. (Von Elisenda Roca & Rocio Bonilla, ab 4 Jahren; Ellermann, 15 Euro)
  • Halb und halb macht doppelt glücklich. Der feinsinnige Kinderroman erzählt die Geschichte von Pembo, die halb türkisch und halb deutsch ist, und aus der Türkei nach Hamburg zieht. Bis sie sich in ihrer neuen Heimat wohlfühlt, muss Pembo einige Klippen umsteuern - und neue Freunde finden. (Von Ayse Bosse & Ceylan Beyoglu, ab 9 Jahren; Carlsen, 10 Euro)

 

Mädchen, Junge, Transgender – jenseits von Rollenklischees

  • Julian ist eine Meerjungfrau. Ohne viel Worte, stattdessen in stimmungsvollen Bildern wird von der Wandlung Julians erzählt, der in der Straßenbahn drei Meerjungfrauen bestaunt und nur eines will: sich selbst als Meerjungfrau verkleiden. Seine Oma hilft ihm dabei und dann geht’s los zu einer schillernden Parade. Die Grenzen zwischen männlich und weiblich verwischen. (Von Jessica Love, ab 4 Jahren; Knesebeck, 13 Euro)
  • Küssen verboten? Dass Frau Nilpferd ihren Herrn Nilpferd küsst, dagegen hat die Tierwelt nichts einzuwenden. Was aber, wenn Herr Schildkröte sich zu Herrn Schildkröte hingezogen fühlt? Oder Frau Hase plötzlich Herrn Dachs und Frau Ente gar Frau Ente küsst? Sollen sie doch! Tierart oder Geschlecht spielen keine Rollen, wenn man sich liebhat. (Von Anne Hassel & Eva Künzel, ab 4 Jahren; Thienemann, 12 Euro)
  • Ein Mädchen wie du. Kung-Fu, Posaune spielen und Müll sammeln, mit Freundinnen lachen und sie auch mal trösten - die mutige Heldin zeigt, was Mädchen alles sein und machen können. Ein Vorlesebuch, das Mut macht. Das Pendant dazu: Ein Junge wie du. (Von Frank & Carla Murphy/Kayla Harren, ab 4 Jahren; Zuckersüß, 24,90 Euro)
  • Mein Bruder heißt Jessica. Der 17-jährige Jason möchte in Zukunft lieber als Mädchen leben, denn genauso fühlt er sich. Sein kleiner Bruder ist hin- und hergerissen zwischen Angst und Verständnis. Der Autor John Boyne versteht es, schwierige Themen kindgerecht als Roman aufzubereiten. Sein Buch „Der Junge im gestreiften Pyjama“, eine KZ-Geschichte für Kinder, war ein Welterfolg. (Von John Boyne, ab 12 Jahren; Fischer, 14 Euro)

Lebendiges Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung

Die SOS-Kinderdörfer sind vielerorts ein lebendiges Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung: Es gehört zu ihren Grundsätzen, Kinder in Not zu unterstützen, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Im SOS-Kinderdorf Ksarnaba im Libanon wachsen Sunniten, Schiiten und Christen zusammen auf, in den SOS-Kinderdörfern in Ecuador finden sowohl Nachkommen der Ureinwohner als auch der europäischen Einwanderer ein Zuhause und in Indien freuen sich christliche Kinder, die Feste ihrer Hindu-Freunde mit zu feiern - und umgekehrt.

Dieses ist der II. Teil des Rassismus-Ratgebers der SOS-Kinderdörfer. Teil I ist unter auf Kinderzeit.de oder Website der SOS Kinderdörfer zu finden. Er gibt Hilfestellung für weiße Eltern, die mit ihren Kindern über Rassismus sprechen wollen.

Kinderzeit-Podcast: Familie Horn, wird in der Kita genug gesungen?

Photo by Austin Distel on Unsplash

Kinderzeit – der Kita–Podcast für Erzieher:innen in Krippe, Kindergarten und Schule

Was macht eigentlich eine gute Kindertagesstätte aus? Wie steht um den Kinderschutz im Kita-Alltag? Wie begegnen man als Kita-Leitung dem Fachkräftemangel? Wie können wir Kinder ihre Talente und Interessen fördern? Was macht eine gute digitale Bildung für kleine Kinder aus? Diesen und anderen wichtigen Fragen des Kita-Alltags widmet sich der neue Kinderzeit-Podcast. Alle zwei Wochen spricht Bildungsjournalist Birk Grüling mit spannenden Expert:innen aus der frühkindlichen Bildung. Praxisnah und mit nützlichen Impulsen für die tägliche Praxis in Krippe, Kindergarten und Schule – so wie ihr es als Erzieherin und Erzieher vom Kinderzeit-Newsletter gewohnt seid.  

Warum sollten wir mehr mit unseren Kindern singen? Zu Gast: Reinhard Horn und herrH

Zu Gast in der vierten Folge des Kinderzeit-Podcasts sind die Kindermusiker Reinhard Horn und herrH. Vater Reinhard macht seit über 20 Jahren Musik für und mit Kindern. Inzwischen ist er mit über zwei Millionen verkauften Tonträgern einer der bekanntesten Kindermusiker des Landes. Außerdem gibt er regelmäßig Seminare für Erzieher*innen. herrH (Simon Horn) zieht nach, mit lustigen Texten und eingängigen Beats ist der studierte Grundschullehrer als aufstrebender Stern am Kindermusikhimmel. Mit den beiden sprechen wir über Kindermusik in der Corona-Krise, die Bedeutung von Musik und die Frage, ob es unmusikalische Menschen gibt.

Diese Folge wird euch präsentiert von Betzold.de – seit 50 Jahren der Experte für Kindergarten, Kita, Krippe und Schule. https://www.betzold.de

Shownotes:

Warum Singen Seelenproviant ist

https://www.kinderzeit.de/news-detail-zeitnah/nachhaltigkeit-in-der-kita.html

Musikalische Webinare mit Reinhard Horn

https://www.kinderzeit.de/news-detail-weiterbildung/musikalische-webinare-mit-reinhard-horn-5682.html

Mehr über die Musik von herrH

https://herrh.com
 
Mehr über die Musik von Reinhard Horn
 
https://www.reinhardhorn.de

Diese Folge wird euch präsentiert von Betzold.de – seit 50 Jahren der Experte für Kindergarten, Kita, Krippe und Schule.

 

Auf die Plätzchen, fertig, los! Weihnachtsbäckerei mit Kindern

Pixabay

Spritzgebäck, Nuss-Makronen, bunte Mürbeteigplätzchen mit Zuckerstreuseln und als Krönung noch ein reichhaltig bestücktes Lebkuchenhaus mit Zuckerguss! Jetzt, wo Besuche und Freizeitaktivitäten stark eingeschränkt sind, ist das Rühren, Ausrollen, Ausstechen, Verzieren und Backen von Weihnachtsplätzchen und Co. ein willkommener Spaß und eine gute Idee, um Oma, Opa und andere liebe Menschen mit selbstgemachten Leckereien zu beschenken. „Die Weihnachtsbäckerei macht allen Beteiligten viel Freude. Plätzchen nach dem Backen probieren ja, aber rohen Teig und Zuckerguss mit Eiweiß naschen besser nicht“, rät die Verbraucherzentrale NRW zum richtigen Backrezept: „Bakterien im Mehl und Eiweiß im Zuckerguss können nach ausgiebigem Schlecken den Magen verderben.“ Damit der Plätzchenspaß auch ohne Bauchweh gelingt, sollten folgende Tipps der Verbraucherzentrale NRW beachtet werden:

  • Selbstgemachte Plätzchen: Gemeinsames Plätzchenbacken in der Vorweihnachtszeit ist eine prima Gelegenheit, um Kindern beim Spaß am Ausstechen und Verzieren einfache Kenntnisse und Fertigkeiten in der Küche zu vermitteln. Zutaten wie Mehl, Zucker, Butter, Eier, Nüsse, Vanille oder Zimt zu einem Plätzchenteig zu verarbeiten ist kinderleicht.  Und in puncto Qualität können selbstgemachte Plätzchen dem Vergleich mit den Fertigprodukten aus dem Supermarkt spielend standhalten.
  • Keks- und Lebkuchenteig: Roh besser nicht naschen! Im Mehl aus Weizen und Dinkel können krankheitserregende EHEC-Bakterien enthalten sein, die erst beim Backen ab einer Temperatur von 70 Grad Celsius abgetötet werden. Damit keine der bösen Bakterien in den Kindermund gelangt, sollten nach dem Hantieren mit Mehl alle benutzen Flächen in der Küche und die verwendeten Utensilien (Brett, Teller, Schüssel und Rührgerät) gereinigt und die Hände sorgfältig gewaschen werden.
  • Zuckerguss ohne Frischei: In vielen Familien darf das Backen oder das Basteln und mit Süßigkeiten Bekleben von Lebkuchenhäusern nicht fehlen. In Rezepten oder Bastelanleitungen wird häufig die Herstellung des Zuckergusses mit Eiweiß empfohlen. Doch auf der Schale und im Inneren von rohen Eiern können Salmonellen lauern. Diese für Kinder, Schwangere, ältere und immungeschwächte Menschen gefährlichen Krankheitserreger können nach dem Genuss des Zuckergusses mit rohem Eiweiß eine üble Lebensmittelinfektion auslösen. Finger abschlecken und Zuckerguss naschen – auch wenn er getrocknet ist – sind deshalb tabu! Im Handel gibt es zwar Zuckerkleber ohne Ei. Doch wegen langer Zutatenlisten mit Zusatz- und Farbstoffen, zu kleinen Mengen und gesalzenen Preisen rät die Verbraucherzentrale NRW vom Kauf eher ab. Ein schneeweißer Zuckerkleber lässt sich auch einfach und kostengünstig ohne Eiweiß herstellen – nämlich aus dem abgetropften Sud von Kichererbsen aus Dose oder Glas, aufgeschlagen und vermischt mit Puderzucker.
  • Kontra Fertigteige: Die backfertigen Rollen und Platten aus der Kühltheke enthalten häufig viele hochverarbeitete Zutaten und Zusatzstoffe: Emulgatoren, Feuchthalte- und Antioxidationsmittel binden den Teig und machen ihn länger haltbar. Klassische Zutaten wie Eier und Zucker werden oft durch industriell hergestelltes Volleipulver und einen Mix aus Süßungsmitteln ersetzt. Auch der Anteil an Schokolade, Kakao und Nüssen ist bei Fertigteigen eher gering.

Rolf Zuckowski – In der Weihnachtsbäckere

Haus der kleinen Forscher: Wenn Rosinen tanzen

André Wunstorf/ Stiftung Haus der kleinen Forscher

Experimente mit Sprudelgasen tragen nicht nur zur naturwissenschaftlichen Bildung bei, sie haben auch einen hohen Unterhaltungswert: da blubbert, brodelt, zischt und spritzt es und die Kinder müssen umrühren, hinzufügen, tröpfeln und schütteln.

Bei der Diskussion der Experimente kommen viele Verben und Adjektive ins Spiel und die Mädchen und Jungen bilden unterschiedliche Zeitformen, um die Reihenfolge der Geschehnisse wiederzugeben.

So funktioniert es

Die Kinder füllen Gläser mit Sprudelwasser und geben einige Senfkörner, Rosinen oder Perlen hinein. Beobachten Sie gemeinsam, wie die Dinge zunächst auf den Grund sinken. Sehr schnell bilden sich an ihnen viele kleine Bläschen, die nach oben steigen und die Gegenstände dabei mitnehmen. An der Wasseroberfläche platzen die Bläschen und die Senfkörner, Rosinen und Perlen sinken wieder zu Boden. Dort sammeln sich erneut Bläschen an ihnen und der Tanz beginnt von neuem. Können die Mädchen und Jungen durch die Lupe noch mehr entdecken?
Machen Sie den Versuch zum Vergleich mit stillem Wasser. Was passiert nun? Und ändert sich etwas, wenn das Glas geschüttelt wird?

Mit möglichst vielen Wörtern beschreiben
Fordern Sie die Kinder auf, ihre Beobachtungen genau zu beschreiben und erweitern Sie dabei ihren Wortschatz. Welches Wort trifft es am besten: tanzen, schweben oder trudeln die Rosinen im Glas? Und wie tanzen sie eigentlich: „gemächlich“, „unruhig“, „schnell“ oder „taumelnd“? Bieten Sie bei Bedarf auch Worte an, die Ihnen passend erscheinen und die die Mädchen und Jungen noch nicht kennen.  

Tanzen wie Rosinen und Senfkörner

Wenn sie Lust haben, können sich die Kinder auch zu den Beschreibungen bewegen. Sie taumeln, tanzen oder hüpfen durch den Raum. Verstehen alle Kinder dasselbe unter einem Wort? Manchmal können auch Missverständnisse entstehen, weil zwei Menschen ein Wort unterschiedlich auffassen.

Weitere Angebote der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“:

Weitere Forscherideen, Praxisbeispiele und Hintergrundinformationen gibt es in der E-Paper-Ausgabe „Lass uns reden“ des Magazins „Forscht mit!“ von der Stiftung „Haus der keinen Forscher“: http://my.page2flip.de/17620262/18544626/18544627/html5.html#/1

In der Fortbildung „Forschen mit Sprudelgas“ geht es nicht nur darum, mit Kindern Chemie in unserem Alltag zu entdecken, sondern auch darum Forschungssituationen für die sprachliche Bildung zu nutzen: https://www.haus-der-kleinen-forscher.de/de/fortbildungen/bildungsangebot/fortbildungen-vor-ort/forschen-mit-sprudelgas

In regelmäßigen Abständen gibt es außerdem den moderierten Online-Kurs „Forschungsdialoge gestalten“ auf der Lernplattform Campus: https://campus.haus-der-kleinen-forscher.de/wws/mk-forschungsdialoge-gestalten.php

 

Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“

Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ engagiert sich für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) – mit dem Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen und zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern vor Ort bietet die Stiftung bundesweit ein Bildungsprogramm an, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei unterstützt, Kinder im Kita- und Grundschulalter qualifiziert beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Das „Haus der kleinen Forscher“ verbessert Bildungschancen, fördert Interesse am MINT-Bereich und professionalisiert dafür pädagogisches Personal. Partner der Stiftung sind die Helmholtz-Gemeinschaft, die Siemens Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung, die Deutsche Telekom Stiftung und die Dieter Schwarz Stiftung. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Stiftung Lesen testet Apps für Einsatz in Kitas und Schulen

Foto von Julia M Cameron von Pexels

In Zeiten von Corona zeigt sich die Bedeutung digitaler Förder- und Lernangebote in besonderer Weise. Motivierende digitale Anwendungen unterstützen Kinder und Jugendliche ganz unmittelbar, nicht nur in der Kita oder Schule und Ganztag, sondern auch zu Hause.

Darüber hinaus können digitale Angebote pädagogische Fachkräfte bei ihrer Arbeit unterstützen und den Austausch mit den Elternhäusern verbessern. Apps sind dafür besonders gut geeignet, weil sie auf Smartphones und Tablets laufen – Geräten, die in Schulen und Familien oft schon vorhanden sind. Welche Apps eignen sich aber zur Sprach- und Leseförderung? Welche Kompetenzen werden mit einer App besonders gefördert? An welche Zielgruppe richten sich die Inhalte?

lesenmit.app

Antworten auf diese Frage finden Userinnen und User auf der neuen Website www.lesenmit.app, einer Initiative der Stiftung Lesen, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wird. Auf der Plattform finden Fachkräfte und Eltern einen schnellen Überblick über das App-Angebot zur Sprach- und Leseförderung. Die vorgestellten Apps werden von einem interdisziplinären Prüfgremium aus Expertinnen und Experten gesichtet, geprüft und bewertet.

Jede App erhält eine Bewertung von einem bis fünf Sterne, die Fachkräften und Eltern als erste Orientierung im App-Dschungel dient. Neben einer Beschreibung finden Nutzerinnen und Nutzer eine ausführliche Einordnung jeder App. Darüber hinaus stehen Fachkräften und Eltern Informationen zur App-Nutzung, zum Einsatz digitaler Medien und viele Tipps zur Verfügung.

Dazu sagt Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Lesen ist der Schlüssel zu einer guten Bildung für unsere Kinder. Es ist wichtig, dass Familien, Kitas und Kindertagespflege den Nachwuchs so gut wie möglich beim Spracherwerb unterstützen und die sprachlichen Fähigkeiten der Kleinen von Anfang an fördern – spielerisch und kindgerecht. Das gute alte Kinderbuch gibt es zwar glücklicherweise immer noch. Doch auch vor dem Lesen macht die Digitalisierung nicht halt. Apps sowie digitale Spiele und Lernangebote sind dazu gekommen. Die Stiftung Lesen hilft Eltern mit zwei neuen Initiativen, der lesenmit.app und dem Portal www.vorleseideen.de, einen Überblick über gute Angebote für ihre Kinder zu bekommen und gibt Anregungen, wie sie diese im Alltag nutzen können. Auch Erzieherinnen und Erzieher bekommen hier pädagogisch geprüfte Angebote zur Sprachförderung an die Hand. Und schließlich ist Lesen nicht nur wichtig, es macht auch Spaß und eröffnet Einblicke in ganz neue und andere Welten.“

„Apps fördern nicht nur die Motivation von Kindern, sondern unterstützen ebenso die pädagogische Arbeit“, ergänzt Sabine Uehlein, Programmgeschäftsführerin der Stiftung Lesen. „Genau das wollen wir nutzen und empfehlen Fachkräften und Eltern Apps für die Sprach- und Leseförderung. Damit unterstützen wir sie in der Kita oder im schulischen Ganztag mit ganz konkreten Tipps und Anregungen.“

Vorleseideen

Für Kitas und Elternhäuser, die digital noch nicht so gut ausgestattet sind oder sich stärker für den Mix aus analogen und digitalen (Vor-)Lesemedien interessieren, gibt es „Vorleseideen“ als Newsletter. Er bietet wöchentlich Buchtipps, Medienempfehlungen und Aktionsideen. Die Tipps und Empfehlungen stehen immer unter einem bestimmten Thema, etwa Freundschaft oder Musik, oder sie passen zu einem aktuellen Anlass, wie etwa der Jahreszeit. Auch dieses Projekt wird vom BMFSFJ gefördert.

Basteltipp: Weihnachtliche Papierlaterne

TOPP

Wir basteln eine weihnachtliche Papierlaterne

Weihnachten steht vor der Tür. Passend dazu haben wir in diesem Monat eine festliche Bastelanleitung für euch und zwar eine Papierlaterne mit Rentier. Mit einem LED-Teelicht sorgt die Laterne für eine schöne Stimmung im Gruppenraum oder Wohnzimmer, ohne dass ihr Angst vor brennenden Laternen haben müsst. 

Motivhöhe: Rentier, 21 cm

Ihr braucht:
  • Strukturpapier in Weiß, 110 g/m2, 29,7 cm x 21 cm

  • Transparentpapier in Grün, 42 g/m2, 29,7 cm x 21 cm

  • Papierkordel in Rot, 2x 30 cm lang

  • Blattgold

  • Anlegemilch

  • Pinsel

Anleitung:

1.Die Vorlage „Rentier" (PDF-Download) auf das Strukturpapier übertragen. Die Umrisse nachschneiden.

2. Etwas Anlegmilch auf den Stern auftragen und antrocknen lassen. Dann mit einem Pinsel das Blattgold auftragen. Entlang der oberen und unteren Papierkante jeweils die Papierkordel ankleben.

3. Das Transparentpapier und das Strukturpapier mit doppelseitigem Klebeband zusammenfügen. Dabei liegt das Transparentpapier unten, das Strukturpapier oben.

4. Alles zusammenkleben. Fertig!

 

Buchtipp: PAPIERLATERNEN – Stimmungsvolle Leuchtdeko für alle Jahreszeiten

45 Anleitungen für Laternen aus Papier zu jeder Jahreszeit!

Die Laternen werden in dem Ratgeber in Zweier- oder Dreiersets in unterschiedlichen Größen vorgestellt und hängen jeweils thematisch zusammen. Gestaltet mit Trendmotiven wie Flamingo und Monstera, zeitlosen Designs oder saisonalen Motiven für Ostern und Weihnachten, sind die effektvollen Laternen die ideale Deko für die Gartenparty, gemütliche Herbstabende zu Hause oder das besinnliche Weihnachtsfest. Dank Vorlagen in Originalgröße und ausführlichen Anleitungen zum leichten Nacharbeiten wird so jedes Zuhause zum Palast..

45 Anleitungen für Papierlaternen für alle Anlässe und Vorlagen in Originalgröße auch zum Download

Papierlaternen – Stimmungsvolle Leuchtdeko für alle Jahreszeiten von Mariam Kloses, TOPP. 32 Seiten, ISBN-13: 9783772443206. Preis: 8,99 Euro. 

 

Broschüre: Praxistipps für die Kindertagesbetreuung im Regelbetrieb

Photo by Mika Baumeister on Unsplash

Die Corona-Pandemie stellt Kitas und Kindertagespflege vor große Herausforderungen. Wie kann trotz Corona gute Zusammenarbeit mit Familien gelingen? Was passiert, wenn ein Kind Symptome zeigt? Wie können Hygiene- und Schutzmaßnahmen in den Kita-Alltag integriert werden?

Um Kita-Leitungen und Erzieher'Innen Orientierung bei der Gestaltung des Regelbetriebs unter Pandemiebedingungen zu geben, stellt das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium eine interaktive Broschüre mit Praxistipps und Hintergrundwissen bereit.

Kinderzeit-Podcast: Michael Fritz, wie forschen eigentlich Kinder?

Kinder digitale Bildung
© 2019 stock.adobe.com Foto: pressmaster

Kinderzeit – der Kita–Podcast für Erzieher:innen in Krippe, Kindergarten und Schule

Was macht eigentlich eine gute Kindertagesstätte aus? Wie steht um den Kinderschutz im Kita-Alltag? Wie begegnen man als Kita-Leitung dem Fachkräftemangel? Wie können wir Kinder ihre Talente und Interessen fördern? Was macht eine gute digitale Bildung für kleine Kinder aus? Diesen und anderen wichtigen Fragen des Kita-Alltags widmet sich der neue Kinderzeit-Podcast. Alle zwei Wochen spricht Bildungsjournalist Birk Grüling mit spannenden Expert:innen aus der frühkindlichen Bildung. Praxisnah und mit nützlichen Impulsen für die tägliche Praxis in Krippe, Kindergarten und Schule – so wie ihr es als Erzieherin und Erzieher vom Kinderzeit-Newsletter gewohnt seid.  

Wie geht eigentlich digitale Bildung und forschendes Lernen in der Kita?

Heidi Scherm / Stiftung "Haus der kleinen Forscher"
Zu Gast in der dritten Folge des Kinderzeit-Podcasts ist Michael Fritz. Er ist studierter Grundschullehrer, war lange Schulleiter und ist heute Vorstandsvorsitzender der Stiftung "Haus der Kleinen Forscher". Die Stiftung setzt sich für gerechte Bildungschancen aller Mädchen und Jungen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Mit ihm haben wir über forschendes Lernen in der Kita, nachhaltige Entwicklung als Thema für Kinder und die Chancen von digitalen Medien gesprochen.

Diese Folge wird euch präsentiert von Betzold.de – seit 50 Jahren der Experte für Kindergarten, Kita, Krippe und Schule. https://www.betzold.de

Shownotes:

Mehr zu Nachhaltigkeit in der Kita

https://www.kinderzeit.de/news-detail-zeitnah/nachhaltigkeit-in-der-kita.html

Informatik in Grundschule und Kita: Ein Interview mit Michael Fritz

https://www.haus-der-kleinen-forscher.de/de/ueberuns/neuigkeiten/informatik-interview-mit-michael-fritz

Mehr über die Stiftung "Haus der Kleinen Forscher."

https://www.haus-der-kleinen-forscher.de

Diese Folge wird euch präsentiert von Betzold.de – seit 50 Jahren der Experte für Kindergarten, Kita, Krippe und Schule.

Fachkräfte in Kitas: Ein Brief an Deutschland

FRÖBEL e.V./Bettina Straub

Die Politik beteuert, dass die Kitas während der zweiten Welle geöffnet bleiben. In einem gemeinsamen Brief wenden sich die Kita-Fachkräfte von über 30 Trägern jetzt an die Öffentlichkeit.

Kita-Regelbetrieb bis ganz zuletzt: Geht es nach dem Willen der Politik werden die Kindertagesstätten in diesem Lockdown für alle Familien geöffnet bleiben. Eine Notbetreuung nur für Eltern in systemrelevanten Berufsgruppen wie im Frühjahr soll um jeden Preis vermieden werden. Jetzt melden sich diejenigen zu Wort, die den Kita-Regelbetrieb in den kommenden Wochen sicherstellen müssen: In einem "Brief an Deutschland" wenden sich die Fachkräfte aus Einrichtungen verschiedener Träger an die Öffentlichkeit. 

Der Brief an Deutschland

Liebe Eltern,
liebe Verantwortliche in der Politik,

uns allen ist bewusst, dass einmal mehr schwierige Wochen auf unser Land zukommen. Doch etwas ist anders als beim letzten Lockdown: Unsere Kindertageseinrichtungen müssen diesmal nicht zur Notbetreuung zurückkehren und es ist ein großes Glück für uns alle, dass wir weiterhin für Ihre Kinder da sein dürfen – denn wir haben sie im Frühjahr wirklich sehr vermisst!

Doch während der Betreuungsalltag bei uns irgendwie weitergeht, tobt draußen immer noch die größte Gesundheitskatastrophe seit rund hundert Jahren. Wir tun alles dafür, dass unsere Einrichtungen auch in dieser schweren Zeit geöffnet bleiben können. Auch deshalb wenden wir uns jetzt mit einer Bitte an Sie: Unterstützen Sie uns, damit wir Sie weiterhin unterstützen können!

Wir brauchen Eltern als Verbündete

Unsere Kitas befinden sich nicht im luftleeren Raum. Auch wir können uns mit COVID 19 infizieren. Und wenn das passiert, dann begeben wir uns natürlich sofort in Quarantäne – genau wie die Kollegen und Kolleginnen, mit denen wir in der fraglichen Zeit Kontakt hatten. Beides bleibt dann nicht ohne Konsequenzen: Denn Kindertagesstätten ohne Personal können nicht geöffnet bleiben, auch wenn die Politik gerade gebetsmühlenartig das Gegenteil beteuert.

Im Sommer hat sich vielerorts die Zuordnung von Kindern und Fachkräften in strikt getrennte Gruppen etabliert. Leider ist diese Form der Betreuung aber wesentlich personalintensiver als der Kita-Alltag unter Normalbedingungen. Sollten die krankheitsbedingten Ausfälle in den kommenden Wochen zunehmen, werden wir gemeinsam mit Ihnen Alternativen finden, wie Ihre Einrichtung dennoch geöffnet bleiben kann: Die Lösung kann dann  zum Beispiel eine eng befristete Verkürzung der Öffnungszeiten sein. Und einige Bundesländer geben auch Spielraum für eine Vergrößerung der Betreuungsgruppen. Sollten wir eine solche Maßnahme in Ihrer Einrichtung für sinnvoll halten, dann gehen wir selbstverständlich vorher mit Ihnen ins Gespräch. Für diesen Fall bitten wir Sie schon jetzt um Ihr Verständnis aber auch um Ihre Kreativität bei der Suche nach anderen Lösungen, die vielleicht eher in Ihrem Sinne sind – denn so können wir die zeitweise Schließung von Einrichtungen gemeinsam vermeiden.

Wir fordern Rückendeckung der Politik für einen flexiblen Regelbetrieb

Wenn unsere Leitungen aufgrund der spürbar steigenden Personalausfälle mit dem Rücken zur Wand stehen, ist es oftmals nur das Wohlwollen bereits stark gebeutelter Eltern, das sie rettet. Anderswo bringen Mütter und Väter weniger Verständnis für Szenarien mit Einschränkungen auf – zu sehr sitzt ihnen die Erfahrung des ersten Lockdowns noch im Nacken. Und zu sehr bauen sie auf die Versprechen zahlreicher Politikerinnen und Politiker, dass es diesmal nicht so weit kommen wird.

Die gute Nachricht ist: Wir können gemeinsam eine ganze Menge dafür tun, dass die Politik recht behält. Dafür müssen wir aber alle akzeptieren, dass die Welt nicht nur schwarzweiß ist: Es gibt mehr als „Die Kita öffnet wie immer“ oder „Die Kita macht nur Notbetreuung“. Dazwischen ist vieles möglich, was Eltern, Arbeitgebern und uns Kita-Fachkräften hilft, gut durch diese schwierige Zeit zu kommen. Gemeinsam mit den Eltern wurden vielerorts bereits gute Lösungen gefunden. Wir würden uns aber viel wohler fühlen, wenn wir im Krisenfall verschiedene festdefinierte Lösungsmodelle rechtssicher mit den Eltern aushandeln könnten: Dazu gehören die Vergrößerung oder Auflösung getrennter Gruppen (offener Regelbetrieb), die Einschränkung der Öffnungszeiten (fixer Regelbetrieb) und auch die zeitlich eng befristete Verkürzung der Betreuungszeiten (verkürzter  Regelbetrieb) als allerletztes Mittel. Nur wenn wir flexibel bleiben, können wir auch offen bleiben.

Liebe Verantwortlichen in der Politik, Sie haben uns in dieser Krise jetzt zum zweiten Mal in die erste Reihe geschickt. Wir nehmen diese Verantwortung gerne wieder an. Bitte lassen Sie uns jetzt nicht hängen!

Bleiben Sie gesund!

Ihre pädagogischen Fachkräfte bei

  • Berliner Stadtmission
  • Deutscher Kinderschutzbund LV Berlin e.V.
  • Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Berlin-Nordost e.V.
  • Diakonisches Werk Berlin-Stadtmitte e.V. 
  • Evangelischer Kirchenkreisverband für Kindertageseinrichtungen Berlin Mitte-Nord
  • Evangelischer Kitaverband Mitte-West, Berlin
  • eventus-BILDUNG e.V.
  • FiPP e.V. – Fortbildungsinstitut für die pädagogische Praxis, Berlin
  • Forum Soziale Dienste GmbH
  • Forum Soziale Dienste Kita I GmbH
  • FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH
  • Hanna gGmbH
  • IKT-Stadtindianer e.V.
  • Johannesstift Diakonie Jugendhilfe Berlin
  • Jugendwerk Aufbau Ost JAO gGmbH
  • Kindertageseinrichtungen Ev. Kirchenkreis Spandau - Berlin
  • Kinder und Jugend der Volkssolidarität Berlin gGmbH
  • KITA-Dialog gGmbH
  • Kleiner Fratz GmbH
  • KUBIBE.Berlin gGmbH
  • Kunterbunt gGmbH
  • Lebenshilfe iKita gGmbH
  • Mittelhof e.V.
  • Outlaw gemeinnützige Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe mbH
  • pad – präventive, altersübergreifende Dienste im sozialen Bereich – gGmbH
  • PUTTE e.V.
  • Spielhaus e.V.
  • Stadtteilzentrum Steglitz e.V.
  • urban kita gGmbH
  • VAK e.V. – Kindertagesstätten
  • Verein für aktive Vielfalt e.V.
  • Vereinigung für Jugendhilfe Berlin e.V.
  • Villa Luna gGmbH
  • Zweckverband Katholische Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen

Die Unterzeichner kündigen an, das Gespräch mit den Eltern zu suchen, falls sich der krankheitsbedingte Personalausfall in den kommenden Wochen verschärfen sollte – um gemeinsam Lösungen zu finden wie der Betreuungsalltag aufrecht erhalten werden kann. Dabei seien die Kita-Leitungen aber auf das Wohlwollen der „bereits stark gebeutelten“ Familien angewiesen. Von der Politik fordern die Kita-Mitarbeitenden deshalb Rechtssicherheit beim Aushandeln abgestufter Modelle des Regelbetriebs – damit Eirichtungen auch mit bei großen Personalengpässen geöffnet bleiben können. Dazu gehören die Vergrößerung oder Auflösung von bisher getrennt betreuten Gruppen, die Einschränkung von Öffnungszeiten und die zeitlich befristete Verkürzung von Betreuungszeiten als letztes Mittel.

Nur wenn man anerkenne, dass es mehr gebe als "Die Kita öffnet wie immer" oder "Die Kita macht nur Notbetreuung" könne man gemeinsam dafür sorgen, dass die Einrichtungen in der zweiten Welle auch wirklich geöffnet bleiben. "Dazwischen ist vieles möglich, was Eltern, Arbeitgebern und uns Kita-Fachkräften hilft, gut durch diese schwierige Zeit zu kommen."

Über FRÖBEL

FRÖBEL ist Deutschlands größter überregionaler freigemeinnütziger Träger von Kindertageseinrichtungen. FRÖBEL betreibt 190 Krippen, Kindergärten und Horte sowie weitere Einrichtungen in zehn Bundesländern. 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten bei FRÖBEL gemeinsam für die beste Bildung, Erziehung und Betreuung von rund 17.000 Kindern. 

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