2020

"Tag der kleinen Forscher": Was hält Wasser auf?

Christoph Wehrer / Stiftung Haus der kleinen Forscher

 

Es wird nass beim „Tag der kleinen Forscher“ 2020, dem bundesweiten Mitmachtag der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Am 16. Juni folgen Mädchen und Jungen den Wegen des Wassers und entdecken dabei die vielen Besonderheiten dieses für uns so alltäglichen Elements. Ganz nach dem Motto: „Von der Quelle bis ins Meer – Wasser neu entdecken!“. Als kleine Einstimmung auf den „Tag der kleinen Forscher“ stellen wir ab sofort jeden Monat ein Wasser-Experiment für den Kita-Alltag vor. Im April fragen wir uns, was Wasser aufhalten kann.

Experiment: Was hält Wasser auf?

 
Material:
  • Wasserglas und ein kleine Kanne mit Wasser
  • farbiges Krepppapier, Pipette, Gummiband
  • Verschiedene Materialien, die auf Wasserdurchlässigkeit geprüft werden sollen, z. B. Plastikfolie, T-Shirt-Stoff, Wind- oder Regenjacke, Zeitungspapier, Küchenpapier, Schreibpapier, Kaffeefilter usw.ggf. Wachsmalstifte
So geht’s:

Die Kinder legen sich ein kleines Stück farbiges Krepppapier auf den Boden des Wasserglases. Nun spannen sie unterschiedliche Materialien mit einem Gummiband über die Öffnung des Wasserglases und träufeln mit der Pipette Wasser darauf. Können die Kinder erkennen, ob das Wasser hindurchsickert? Ist das Testmaterial wasserdicht oder nicht? Sollte es wasserdurchlässig sein, wird das darunterliegende Krepppapier nass, dies erkennt man sofort daran, dass es dunkel wird und die Farbe sich ggf. vom Papier löst. So wird jeder durchgesickerte Wassertropfen sofort sichtbar.

So geht’s weiter:

Die Kinder können auch versuchen, ihre Materialien zu bearbeiten und zu verändern, um sie wasserdicht zu machen. Welche Ideen haben die Mädchen und Jungen? Sie könnten z. B. ein Blatt Papier mit Wachsmalstiften bemalen. Hält die Wachsschicht dicht? Mit etwas Hilfe von Erwachsenen könnten die Kinder auch Kerzenwachs aufs Papier reiben. Oder die Kinder testen mehrere Lagen Papier. Hält mehr Papier besser dicht? Lassen Sie die Kinder z. B. die Wassertropfen zählen, die sie auf das zu testende Material tropfen. Wie viel Tropfen „halten“ vier Lagen Küchenpapier aus, bevor das Krepppapier darunter nass wird?

Fragen:
  • Wozu brauche ich ggf. wasserdichte Kleidung? Ist wasserdicht immer besser?
  • Warum schwitzt man schnell in Regenjacken?
  • Wann will ich verhindern, dass Wasser irgendwo hindurchkommt? / Wofür brauche ich
    wasserdichte Materialien?
  • Ist unsere Haut wasserdurchlässig?
Wissenswertes:

Nicht immer sind komplett wasserdichte Materialien vorteilhaft. Z.B. reicht es oft aus, wenn eine Regenjacke zwar keine Regenspritzer durchlässt, aber dennoch atmungsaktiv bleibt – also winzige Öffnungen im Material besitzt. Eine Methode, Stoffe wasserabweisend (jedoch nicht 100% wasserdicht) zu bekommen, ist, sie mit Wachs zu behandeln. Das Wasser dringt dann nicht in den Stoff ein, sondern perlt am Wachs ab. Gummistiefel, mit denen wir durch tiefe Pfützen laufen, sollten dagegen möglichst dicht sein.

 

Kostenloses Aktionmaterial zum "Tag der kleinen Forscher"

Das Aktionsmaterial zum Tag der kleinen Forscher mit Ideen und Anregungen zum gemeinsamen Forschen und Entdecken können pädagogische Fach- und Lehrkräfte aus Kitas, Horten und Grundschulen kostenfrei online unter tag-der-kleinen-forscher.de bestellen. Für jede Einrichtung steht ein Aktionspaket zur Verfügung. 

 

Über die Stiftung "Haus der kleinen Forscher"

Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ engagiert sich für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) – mit dem Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen und zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Partner der Stiftung sind die Helmholtz-Gemeinschaft, die Siemens Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung und die Deutsche Telekom Stiftung. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Gastbeitrag: Wie wir in Corona-Zeiten Kontakt zu den Familien halten

Familienzentrum Haan

 

Immer mehr Kitas haben inzwischen digitale Wege entdeckt, um den Kontakt zu den Familien zu halten. Auch das Familienzentrum Alleezwerge in Haan dreht lustige und lehrreiche Clips für die Kinder – Mal-Aktionen, Bastelanleitungen oder ein Musikvideo. Geteilt werden die Videos auf der eigenen Facebook-Seite und bei Instagram. Für uns berichtet Leiter Andreas Aguirre über die Idee. 

Als wir von den Schul- und Kitaschließungen im Zuge der Corona Pandemie erfuhren, war sich das Team ziemlich schnell einig, dass wir einen Weg finden wollen, trotz des Distanzgebots den Kontakt zu den Kindern und Familien zu halten. Dafür nutzen wir derzeit fast sämtliche zur Verfügung stehenden Mittel. Es werden Briefe und Karten gebastelt und versendet, WhatsApp Gruppen wurden gegründet, E-Mail Verteiler erstellt und natürlich unsere Facebook-Seite um Instagram erweitert und erheblich belebt.

 
 
 
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#kita #kinderlieder #rap #entchenrap #allemeineentchen #familienzentrum @k1k1lein @rosaa2102 @jennytimel @andreas.ag

Ein Beitrag geteilt von FZ am Bollenberg (@familienzentrum.haan) am

 

Unser Anliegen war es den Kindern in dieser gleichermaßen schwierigen und langweiligen Zeit ein bisschen Normalität, Abwechslung und Lächeln nach Hause zu schicken. Die meisten Videos entstehen recht spontan, nur die wenigsten folgen einem Drehplan. Ebenso laienhaft ist unsere Ausrüstung. Gedreht und bearbeitet wird hauptsächlich mit dem Handy und der vorinstallierten Software, da keiner von uns professionelles Equipment oder Vorerfahrungen aus diesem Bereich mitbringt.

Die schnell erfolgte positive Rückmeldung der Kinder und Eltern überzeugte uns davon auf jeden Fall weiter zu machen. Täglich erreichen uns neue Briefe, Bilder, Sprach- und Videobotschaften der Familien, über die wir Erzieher uns riesig freuen und die uns auch in dieser Zeit weiter motivieren. Dass wir inzwischen sogar manchmal ein paar mehr Menschen erreichen als nur unsere Kinder, ist natürlich auch schön. Wir erfreuen die Kinder gerne, von wo auch immer sie uns zusehen. 

Wenn all das überstanden ist und wir uns endlich wieder sehen können, wollen wir den Kindern ihre gesammelten Werke in einer Ausstellung zugänglich machen um mit ihnen die Zeit gemeinsam noch einmal zu betrachten. Natürlich ist auch ein Zusammenschnitt ihrer Clips geplant, aber das bleibt dann wieder privat.

Auf der Facebookseite und dem Instagram-Kanal der Kita „Alleezwerge“ gibt es fast täglich neue Videos zu sehen.

 

Ankündigung: herrH – Das Online-Mitmach-Konzert am 03.04

Die Kindertagesstätten haben geschlossen. Auch Singkreis und Kindernturnen fallen aus, genau wie sämtliche Konzerte oder Lesungen für Familien. Doch die Kindermusik-Welt wird kreativ und verlagert Konzerte zunehmend ins Internet. Nach seinem Vater Reinhard gibt nun auch herrH am Freitag, den 03. April, ein großes Online-Mitmach-Konzert.

Die Ankündigung: 

Am Freitag, den 03. April, ist es soweit: Um 15 Uhr startet das erste herrH Online-Mitmach-Konzert 

Ort: Bei Youtube

Also: Bügelt eure Fanshirts, räumt Tische & Stühle weg und packt euch eure Lieblingskuscheltiere auf eure Schultern! Lasst die Jalousien runter und hängt die Discokugeln auf: ich komm zu euch nach Hause und wir verwandeln eure Kinderzimmer / Wohnzimmer & Küchen in ein Konzertlocation! Es wird gesungen und wir lassen es krachen bis eure Wände zuhause wackeln! "Emma, die Ente, die ewig verpennte", "Raffi, die Giraffe" und ganz viele von euren Lieblingssongs werden auf die Setlist für dieses spannende Experiment gepackt! 

Eine große Bitte habe ich noch: ich möchte, dass ganz viele Kinder und Familien in diesen Zeiten eine richtig gute und unbeschwerte Stunde haben! Deshalb zähl ich auf euren Support: erzählt es allen Freunden, ladet sie zur Veranstaltung ein, teilt es über eure sozialen Medien, pusht es durch eure WhatsApp Gruppen und über alle eure Kanäle! Es gibt unendlich viele Plätze, keine Altersgrenzen und ausverkauft ist dieses Mal unmöglich 

Mit dem Konzert wird die Initiative kulturretter unterstützt. Checkt dafür bitte: www.kulturretter.de und werde auch du Kulturretter.

So klingt herrH

Musiktipp: Eule findet den Beat – mit Gefühl

Universal Family Music

 

Das Musikhörspiel „Eule findet den Beat“ ist eine echte Erfolgsgeschichte. Die ersten beiden Teile über die Entdeckungsreise einer kleinen Eule durch die Musikwelt sind bei Eltern und Kindern gleichermaßen beliebt. Nun ist der dritte Teil erschienen und diesmal entdeckt die kleine Eule die Musik der Gefühle. 

Geschichte: Die Eule ist inzwischen ein echter Musikexperte. Im ersten Teil lernte sie mit Pop-Fliege, Rock-Maulwurf und HipHop-Ratte viele verschiedenen Musikstile kennen. Im zweiten Teil brach sie mit mit Schlagerbiber zu einem musikalischen Roadtrip quer über den europäischen Kontinent auf. Und nun will die Eule endlich mal selbst einen Song schreiben. Passenderweise hat sie vom Tausendfüssler eine Ukulele geschenkt bekommen. Doch es bleibt eine große Frage: Wie schreibt man eigentlich einen Song? In jedem Fall, so erfährt sie recht bald, geht ohne Gefühl beim Musikmachen eher wenig. Liebe und Freude, aber auch Traurigkeit und Wut sind dabei erlaubt und bringen ihren ganz eigenen Beat mit sich.

 

Jedes Gefühl wird nach bekannten Konzept mit einem eigenen Lied erklärt und von unterschiedlichen Tieren besungen. So entdecken die Eule und natürlich auch die Zuhörer, dass Musik je nach Stimmung ganz unterschiedlich klingen kann. Die besungenden Gefühle sind sehr kindgerecht beschrieben. Bei der Liebe geht es um die Liebe der Eltern zu ihrem Kind und bei Angst um eine typische kindliche Angst: die vor Monstern. Die ist nämlich gar nicht nötig. Schließlich zerbrechen die Monster jede Eiswaffel und sind auch sonst ziemlich vertrottelt. Und bei Wut geht es um Umweltschutz. Der Igel ist wütend, weil so viel Müll im Wald liegt.

Unser Fazit: Gerade bei erfolgreichen Serienproduktionen stellen sich schnell Ermüdungserscheinungen ein. Nicht so bei der "Eule findet den Beat"-Reihe. Der dritte Teil ist mindestens genauso empfehlenswert wie die beiden Vorgänger. Deshalb können wir uns ganz dem Urteil von Rolf Zuckowski anschießen, der sagte:

„Die kleine Eule geht auf ihre wohl spannendste Reise. Sie führt dieses Mal nicht hinaus in die weite Welt, sondern tief hinein zu dem, was in uns allen schlummert: Gefühle, Träume, Freude aber auch Traurigkeit. Da gibt es viel zu entdecken mit wundervollen neuen Liedern zum Zuhören und Mitsingen. Danke, kleine Eule, dass Du uns mitnimmst, auf eine überraschende Reise zu uns selbst.“ Rolf Zuckowski.

Und so spielt man den Titelsong auf der Ukulele

Musikalische Webinare mit Reinhard Horn

Wegen der Corona-Pandemie fallen zahlreiche Kongresse und Fortbildungen für Pädagog:Innen aus. Deshalb wächst derzeit das Interesse an neuen E-Learning-Formaten. Auch Kindermusiker Reinhard Horn geht mit der Zeit und bietet vier musikalische Webinare für Erzieher*innen und Lehrkräfte an.

Die Webinare:

31.03.  Singen und Bewegen

07.04.  Wir feiern Ostern

14.04.  Frühling!

16.04.  Lieder mit Boomwhackern begleiten

Die Webinare beginnen immer um 11 Uhr und dauern etwa 30 Minuten. Am Ende jeden WEBINARs gibt es die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Reinhard Horn wird diese sehr gern beantworten.

Die Kosten für die Teilnahme an einem WEBINAR belaufen sich auf 10 EUR.

Darin enthalten ist das ganze Material des WEBNIARs :

  • Noten und Texte ( ca 4 Lieder )
  • Unterrichtsideen, praktische Anregungen
  • Die Lieder als MP3 Download ( ca 4 Lieder)

 

Digitale Turnstunde mit Alba Berlin

Screenshot Alba Berlin

 

Die Kitas haben geschlossen, Kinderturnen fällt auf unbestimmte Zeit aus und nicht jeder hat einen Garten zum Austoben. Und das Haus soll man möglichst nicht verlassen. Viele Kinder haben kaum Möglichkeiten sich auszutoben. Deshalb hat der Basketballverein Alba Berlin eine tägliche Sportstunde ins Leben gerufen und zwar auf Youtube.

Mit dieser Idee hat der Basketballverein aus der Hauptstadt voll ins Schwarze getroffen. Seit gut einer Woche bietet Alba eine tägliche digitale Sportstunde für Kita-Kinder, Schüler und Jugendliche an. Längst haben die ersten Videos die Millionen-Klicks-Grenze geknackt. Für viele Familien gehört die tägliche Sportstunde zur Corona-Routine.

 

 Montags bis Freitags, immer morgens um 9 Uhr kommt die Sportstunde für die Kita-Kinder. 30 Minuten lang wird getobt und gespielt. Um 10 Uhr sind die Grundschüler dran und um 11 Uhr die Oberschüler. Ihre Sportstunden dauern sogar 45 Minuten. 

Die Übungen und Spiele wurden von den Jugendtrainern Alba Berlins entwickelt. Sie sind auch regelmäßig in den Schulen und Kitas der Hauptstadt unterwegs. In den Sendungen schauen auch die Profis oder der Albatros von ALBA Berlin vorbei und Freitags bekommen die Eltern Tipps für die Bewegung am Wochenende. 

„All das, was wir normalerweise mit Kindern und Jugendlichen machen – Training, Spiele, Reisen, im Verein, an Schulen, an Kitas – wird auf unabsehbare Zeit nicht möglich sein. Das ist eine ungewohnte und gerade für Kinder auch beunruhigende Situation. Wir gehen positiv und kreativ mit dieser Krise um, leben die Gemeinschaft trotz der Trennung und machen die Wohnungen zu Sportorten. Deshalb machen wir jetzt das, was Schulsportexperten ohnehin seit Jahren fordern: Eine tägliche Sportstunde, für Kinder und Jugendliche aller Altersklassen", erklärt Alba-Vizepräsident Henning Harnisch die Idee.

 

Licht und Farben entdecken mit dem Regenbogen Steckbrett

Dusyma

Mit dem Wand-Steckspiel entdecken schon kleine Kinder Licht und Farbe. Dabei können sie eine Fülle von unterschiedlichen bunten Bildern stecken. Mit den Luxy Regenbogen-Säulen und einer eingeschobener Lichtplatte ergeben sich leuchtende farbenfrohe Bilder.

Bunte Bilder stecken und dabei Licht und Farbe entdecken. Das können schon kleine Kinder mit dem Wand-Steckspiel. Die Luxy Regenbogen-Säulen eignen sich am besten, die farbigen bunten Lichteffekte zu schaffen. Mit der eingeschobenen Lichtplatte mit integriertem Farbwechsler ergeben sich bunte gesteckte Bilder. Auch die kleine Lichtplatte passt hinter das Steckbrett. Außerdem können die Kinder geometrische Formen oder Buchstaben stecken. Mit den Holz-Steckern lassen sich die Löcher des Steckbretts verdunkeln, so dass sich der Negativ-Effekt zeigt. Dieses Steckbrett kann auch liegend auf einem Tisch verwendet werden.

Ab 2 Jahre.

Inhalt/Material: 1 Steckbrett mit 99 Löchern, 2 Montageleisten, inkl. Montagematerial, HPL-beschichtetes Plattenmaterial.

Maße: Steckbrett 49 x 49 cm.

UVP: 144 €.

Kita-Leitung: Spagat zwischen Alltagsbelastungen und Zukunftsanforderungen

Akkon Hochschule für Humanwissenschaften

 

Ein Plädoyer zur Notwendigkeit der Professionalisierung und Akademisierung in der frühkindlichen Bildung

Von Gordon Heringshausen

Erzieherinnen und Erzieher nehmen in Deutschland per Gesetz vielfältige Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsaufgaben in Kindertagesstätten wahr. Der Berufsalltag ist dabei von verschiedenen Anforderungen, hohen arbeitsbedingten Belastungen und starken Beanspruchungen geprägt. Um ihrem frühkindlichen Bildungsauftrag gerecht werden zu können, benötigen sie neben einer professionellen pädagogischen Ausbildung und gesundheitsfördernden Rahmenbedingungen vor allem Fach- und Handlungswissen. Insbesondere den Leitungen in den Einrichtungen kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Als zentrale Akteure in der frühkindlichen Bildung sind sie durch aktuelle politische Entwicklungen (z. B. Gute-Kita-Gesetz) und die damit verbundenen Qualitätsentwicklungs- und Professionalisierungsansprüche ins Zentrum fachpolitischer und wissenschaftlicher Diskurse gerückt. Derzeit bieten allerdings weder die länderspezifischen Berufsausbildungen noch die diversen Fort- und Weiterbildungsangebote die Entwicklung der für Leitungsaufgaben im System der frühkindlichen Bildung notwendigen Leitungs- und Managementkompetenzen. Auch mit Blick auf Möglichkeiten der beruflichen Weiterentwicklung und weiterführenden Qualifikation von Erzieherinnen und Erziehern wären zielorientierte Angebote wichtig. Solche Optionen, die eine dynamische und potenzialorientierte Entwicklung der individuellen Berufsbiografien eröffnen, werten ein jedes Berufsbild auf. Vor dem Hintergrund des Fachkräfteengpasses kann Weiterentwicklung hier auch als Vehikel verstanden werden, das Berufsfeld frühkindliche Erziehung attraktiver zu machen. Dementsprechend könnte eine berufsbegleitende Akademisierung als Möglichkeit der beruflichen Weiterbildung für Erzieherinnen und Erzieher, im Sinne des Konzeptes des lebenslangen Lernens, die notwendige Kompetenzentwicklung im thematischen Bezug zu Leitung und Management ermöglichen. 

Arbeitsplatz mit vielfältigen Belastungen

Erzieherinnen und Erzieher benötigen neben einer pädagogischen Professionalität auch gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen um – neben dem eigentlichen frühkindlichen Bildungsauftrag – auch den hohen arbeitsbedingten Belastungen und Beanspruchungen gerecht werden zu können. Darüber hinaus sind qualifizierte und engagierte Fachkräfte gefragt, da die Anforderungen an Bildung, Betreuung und Erziehung in Kitas stetig ansteigen. Ferner ist festzustellen, dass im derzeitigen deutschen Bildungssystem Kinder auf umso höher qualifiziertes pädagogisches Personal treffen, je älter sie werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies – leider – dass, je jünger sie sind, sie auf desto geringer qualifiziertes Personal treffen. Insbesondere für die vorschulische Bildungsphase, dass das frühpädagogische Personal im Regelfall nur eine jeweils länderspezifisch geregelte Berufs- oder eine Fachschulausbildung absolviert hat. Aus meiner Sicht ein systemischer Missstand, dem wir entgegenwirken müssen, wenn wir das Berufsfeld frühkindliche Erziehung für junge Talente attraktiver gestalten wollen.

Der Arbeitsalltag von Erzieherinnen und Erziehern ist durch eine Vielzahl von arbeitsbedingten gesundheitlichen Belastungen geprägt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich eine Vielzahl dieser Belastungsfaktoren regelmäßig addiert und viele dieser Stressoren mit den Rahmenbedingungen der Kitas in ihrer Struktur und Organisation verbunden sind. Dazu zählen Faktoren wie z. B. zu geringe personelle Ausstattung bzw. zu große Gruppen, etc. Zusätzlich dazu kommen klassische physische Belastungen wie Lärm, häufig ungünstige Körperhaltungen, z. T. schweres Tragen und Heben aber auch psychische Belastungen, z. B. durch ungünstige Arbeitsorganisation, vermehrtem Aufwand für Beobachtung, Dokumentation und Verwaltung, geringe gesellschaftliche Anerkennung des Berufsstatus und ein häufig eher geringes Einkommen. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die wahrgenommene Arbeitszufriedenheit der Erzieherinnen und Erzieher. Im bundesweiten Vergleich mit anderen Berufsgruppen lässt sich eine geringere Arbeitszufriedenheit darstellen. Auch das stellt die Leitungen von Kitas regelmäßig vor Herausforderungen hinsichtlich Teamführung und Management.

Fachkräftesituation in Kitas

Durch den schrittweisen Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen in den letzten Jahren haben sich die Zahl der betreuten Kinder und ebenso die Zahl der Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen deutlich gesteigert. Dementsprechend ist auch die Zahl der Arbeitslosen im Feld der Kinderbetreuung und -erziehung in den letzten Jahren überdurchschnittlich zurückgegangen. Die geringe Arbeitslosenquote signalisiert Vollbeschäftigung. Gleichzeitig hat die Zahl der gemeldeten Stellen seitens der Arbeitgeber allerdings überdurchschnittlich zugenommen, hier liegt ein weiteres systemisches Problem: Denn die Zahl der gemeldeten Stellen fällt deutlich höher aus, als die der arbeitslos gemeldeten Erzieher und Erzieherinnen. Zumeist werden Fachkräfte mit einem Abschluss als Erzieherin oder Erzieher gesucht. Zu bedenken ist zudem, dass ich hier die der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Zahlen zugrunde lege. Das beudetet, dass alle nicht gemeldeten Stellen nur zu schätzen sind. Mein Eindruck ist: die „Dunkelziffer“ liegt noch höher und steigert die Diskrepanz zwischen Stellenangeboten und Stellengesuchen. Gesucht werden aktuell sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitkräfte, wobei der Anteil der Teilzeitstellen überdurchschnittlich hoch erscheint.

Notwendigkeit von Professionalisierung und Akademisierung

Im frühkindlichen Bildungsprozess übernehmen Erzieherinnen und Erzieher eine zentrale Rolle. Auf den Schultern dieser – wie uns in der Coronakrise einmal mehr deutlich wird – systemrelevanten Berufsgruppe lastet erhebliche Verantwortung und eine große Vielzahl fachlich anspruchsvoller Aufgaben. Dabei handelt es sich insbesondere bei den Einrichtungsleiterinnen und -leitern in Kitas und Kindergärten um Managementaufgaben. Auf diese Bildungs- und Führungsaufgaben bereiten weder die Berufsausbildung noch die vorhandenen Fort- und Weiterbildungsangebote für frühpädagogischen Fachkräfte ausreichend vor.

Anschlussfähigkeit an Arbeits- und Lebenswirklichkeit sicherstellen

Speziell für diese Zielgruppe konzipierte akademische Weiterbildungsangebote, wie der berufsbegleitende Bachelorstudiengang „Leitung und Management in Kindertageseinrichtungen B.A.“, den die Akkon Hochschule für Humanwissenschaften jetzt eigens für Leitungskräfte in Kindergärten und -tagesstätten konzipiert hat, schließen hier eine entscheidende Lücke im System. Berufsbegleitende Studiengänge eröffnen Erzieherinnen und Erziehern nicht nur die Möglichkeit der eigenen Weiterbildung, sondern auch Raum und akademische Expertise für die Entwicklung von Kompetenzen, die für Leitungsfunktionen heute unabdingbar sind. Das berufsbegleitende Modell stellt die Integration der akademischen Weiterbildung in die berufliche Praxis und stellt einen multiperspektivischen fachlichen Austausch der Teilnehmenden her. Auf diese Weise ist die Akzeptanz und die Anschlussfähigkeit an die Arbeits- und Lebenswirklichkeiten von Erzieherinnen und Erziehern aus Kitas und Kindergärten im Sinne eines nachhaltigen Transfers in das pädagogische Arbeitsumfeld gesichert.

 

Über den Autor

Prof. Dr. sc. hum. Gordon Heringshausen, M.A. ist Professor für Pädagogik an der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften und hat dort den Lehrstuhl für Gesundheitspädagogik und angewandte Gesundheitswissenschaften inne. Hier hat er jüngst den Studiengang „Leitung und Management in Kindertageseinrichtungen B.A.“ entwickelt, der im Oktober 2020 startet. Gordon Heringshausen hat Ausbildungen in systemischer Therapie sowie klinischer Hypnotherapie absolviert und ist neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit als Lehrrettungsassistent, Notfallsanitäter und Praxisanleiter tätig.

 

Kita-Leitung studieren

Studiengang: „Leitung und Management in Kindertageseinrichtungen B.A.“

Ziel: ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher werden akademisch und praxisorientiert auf Leitung, Führung und das Management von Einrichtungen der öffentlichen sowie freien Kinder- und Jugendhilfe vorbereitet.

Anbieter: Akkon Hochschule für Humanwissenschaften, Berlin

Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.) 180 Credit Points

Studienform: berufsbegleitend (Teilzeit)

Studiendauer: 6 Semester in Blockveranstaltungen bei Anrechnung der Berufsausbildung (9 Semester Regelstudienzeit)

 

Interview mit André Gatzke: Kinder brauchen Bewegung.

WDR/ Annika Fußwinkel

 

Früher arbeitete André Gatzke als Ergotherapeut für Kinder, heute moderiert er die „Sendung mit dem Elefanten“. Ein großes Anliegen ist ihm aus der Zeit als Therapeut geblieben. Er will Kinder (und ihre Eltern) zu mehr Bewegung motivieren. Wie das gelingt, verrät er im kinderzeit-Interview.

 
Warum ist Bewegung so wichtig für Kinder?

André Gatzke: Bewegung ist so immens wichtig für unsere Entwicklung. Durch Bewegungserfahrungen entwickelt sich nicht nur unsere gesamte Grob- und Feinmotorik, sondern auch unser Gehirn. Sich selbst und seine Umwelt zu erfahren, gelingt am besten durch Bewegung. Genau deshalb sollten wir als Eltern und als Pädagogen den Kindern unbedingt die Freude an der Bewegung vermitteln. Das gelingt durch Bewegungsspiele, durch Anreize zum Toben, Kicken und Klettern, aber auch durch das eigene Verhalten. Ich gehe zum Beispiel unheimlich gerne Treppe und nehme nie den Aufzug. Das färbt auch auf meine Kinder ab.

 

Wie schafft man im Kita-Alltag vielfältige Bewegungsanlässe?

André Gatzke: Alle Kitas sollten aus meiner Sicht vielfältige Angebote zur Bewegung bieten – Klettergerüste, Bewegungsräume, Fahrzeuge und vieles mehr. Im zweiten Schritt müssen diese Angebote den Kindern immer wieder schmackhaft gemacht werden. Aus dem Klettergerüst wird zum Beispiel mit ein bisschen Deko ein Zirkuszelt. Mit einem Plakat kündigt man eine große Vorstellung an. Am nächsten Tag darf jedes Kind etwas am Klettergerüst oder an der Schaukel vormachen. Schon entsteht ein neuer Bewegungsanreiz für die ganze Gruppe. Auch die Natur bietet viele Bewegungsanregungen – nicht nur im Frühling und Sommer. Selbst bei schlechtem Wetter kann man alle Kinder in die Regensachen stecken und beispielsweise einen Matschpfützen–Wettspringen veranstalten. Toll sind natürlich auch Ausflüge in den Wald. Allerdings sollten solche Aktivitäten auch Erzieher übernehmen, die selbst Lust auf Bewegung in der Natur haben und diese Freude an die Kinder weitergeben können.

 

Eltern sollten und können sich in Sachen Bewegung ja nicht allein auf die Kita verlassen. Wie schafft man im Familienalltag genug Bewegung?

André Gatzke: Natürlich ist es schön, wenn Kinder und Eltern möglichst viel Zeit mit Bewegung und an der frischen Luft verbringen. Ich persönlich finde aber allgemeine Verhaltens- oder Erziehungstipps eher schwierig. Eltern sollten selbst Lust auf Bewegung haben. Man kann niemand dazu zwingen, nochmal mit Kind und Laufrad joggen zu gehen oder mit dem Nachwuchs fangen zu spielen. Ich glaube, das muss von jedem selbst kommen. Ich persönlich habe einen enormen Bewegungsdrang, gehe gerne vor die Tür oder fahre Skateboard. Das färbt zum Glück auch auf meine Kinder ab.

 

Welche Rolle spielen Angebote wie Kinderturnen?

André Gatzke: Kinderturnen ist toll. Die Kinder können mit vielen Gleichaltrigen spielen und neue Bewegungserfahrungen machen, die zuhause vielleicht schwierig umsetzbar sind. Aber natürlich muss das Kind Lust darauf haben. Es bringt nichts, nur aus eigenem pädagogischem Anspruch, die Kinder auch gegen den Willen zum Turnen zu fahren. Im Zweifel verbaut das eher die Lust auf die Bewegung. Ein bisschen anders verhält es sich beim Schwimmen. Darauf habe ich bei meinen Kindern bestanden, auch wenn sie manchmal keine Lust dazu hatten. Mit Erfolg: Heute können sie alle schwimmen und gehen immer noch gerne ins Schwimmbad.

 

Schwimmen ist ein gutes Stichwort. Immer weniger Schulkinder können schwimmen. Müssten hier die Kitas und Vorschulen stärker aktiv werden?

André Gatzke: Das wäre sicher begrüßenswert. Unsere Kita war regelmäßig mit den Kindern beim Schwimmen. Aber natürlich hängt das stark von den Rahmenbedingungen ab. Ich glaube aber schon, dass gerade in Bezirken mit vielen sozial benachteiligten Familien Schwimmen und Bewegung noch stärker von den Kitas und Schulen geleistet werden müsste. Einfach weil die Eltern oft nicht die Zeit oder das Geld haben, regelmäßig schwimmen zu gehen. 

 

Wie findet man eigentlich den richtigen Sport für sein Kind?

André Gatzke: Viele Angebote machen, viel ausprobieren und dann am Ende das Kind entscheiden lassen. Ich zum Beispiel liebe Skateboard fahren, seit Kindertagen stehe ich fast jeden Tag auf dem Brett. Mein Vater war dagegen ein leidenschaftlicher Fußballer und hat mich trotzdem immer unterstützt. Sogar zur Geburt meines Sohnes hat er uns ein kleines Skateboard geschenkt. Das hat mich unheimlich gerührt. Geholfen hat es nichts, mein Sohn ist wiederum Fußballer geworden. Auch wenn ich keinen Bezug zu diesem Sport habe, stehe ich oft genug am Spielfeldrand und feure ihn an. Gleichzeitig nehme ich ihn natürlich auch mal in die Skatehalle mit und zeige ihm meine Leidenschaft. Aber der Funke ist dort nie so übergesprungen wie beim Fußball. Was also wichtig ist: Freiheit lassen, Unterstützung geben, offen sein für neue Sportarten, auch wenn man dazu selbst keinen Draht hat.

 

Skateboard ist ein tolles Beispiel. Stehen wir als Eltern mit all unseren Sorgen den Kindern und ihren Bewegungserfahrungen auch manchmal im Weg?

André Gatzke: Ja, leider. Es fällt vielen Eltern sehr schwer Ruhe zu bewahren, wenn das Kind auf einen hohen Baum klettert. Wir sollten uns immer sagen, es ist immer besser, wenn das Kind auf einen Baum klettert, als wenn es unten stehen bleibt. Genauso ist es auch mit dem Skateboard fahren. Kinder fallen ständig vom Board und klettern immer wieder drauf. Immerhin wollen sie das Skateboard ja beherrschen lernen. Das ist eine ganz tolle Motivation. Für Eltern, die selbst noch nie auf einem Brett standen, wirkt das von außen sehr gefährlich. Aber ich habe mir in zwei Jahrzehnten Skate- und Snowboard nur zwei Mal echt weh getan. Und selbst ein zertrümmertes Handgelenk ist kein Grund dafür, auf all die tolle Erfahrungen auf dem Skateboard zu verzichten. Ich würde Eltern immer raten, sich auch mal an die eigenen wilden und guten Bewegungserfahrungen zu erinnern und sich etwas mehr zurückzunehmen. Bewegung und Abenteuer zu verbieten, ist jedenfalls keine Alternative.

Eine Spielidee aus dem Hause Gatzke
Andre Gatzke im Fernsehen

Andre Gatzke moderiert bei KiKA die „Sendung mit dem Elefanten“ und „Die Sendung mit der Maus"- zum Hören. Außerhalb des Fernsehens moderiert er große Kinder- und Familienveranstaltungen. Außerdem spricht er Hörbücher und Hörspiele. Gatzke ist gelernter Ergotherapeut und leitete zehn Jahre eine Praxis in Köln.

Und er moderiert die „Sendung mit dem Elefanten“, täglich zu sehen um 6.55 Uhr bei KiKA, auf der Elefantenseite und in der ElefantenApp. Ab dem 23. März moderiert er außerdem gemeinsam mit der Grundschullehrerin Pamela Fobbe das Lernprogramm "Der etwas André Unterricht". Morgens von 9 bis 12 Uhr strahlt das WDR Fernsehen diese speziell für die Grundschüler*innen zusammengestellte Sendestrecke aus. Die Moderatoren führen nicht nur durchs Programm, sondern animieren die Schüler*innen zu Hause auch zum Mitmachen und Mitdenken. 

 

Ankündigung: INTERNET-KINDER-MITMACH-Konzert mit Reinhard Horn am 27.03

Lachen, Singen, Tanzen!

Die Kindertagesstätten haben geschlossen. Auch Singkreis und Kindernturnen fallen aus, genau wie sämtliche Konzerte oder Lesungen für Familien. Doch die Kindermusik-Welt wird kreativ und verlagert Konzerte zunehmend ins Internet. Auch der beliebte Kinderliederautor Reinhard Horn gibt am Freitag, den 27.03, ein digitales Live-Konzert für die ganze Familie!

Die Ankündigung aus dem Hause Horn

Was ist das Beste in dieser besonderen Zeit?
Natürlich : Lachen – Singen und Tanzen!

Und so wird Reinhard Horn live aus seinem Verlag 45 Minuten lang mit seinen Liedern alle – groß und klein – mitnehmen in seine Liederwelt! Reinhard Horn macht aus eurem Wohnzimmer ein Konzertsaal! Also schon mal Tisch und Stühle wegräumen, und dann kann gemeinsam gesungen und getanzt werden.

Das Konzert findet am Freitag, den 27. März 2020 ab 15 Uhr statt!

Hier ist der link zum Konzert : www.k-mv.eu/livekonzert

Eintrittskarten?

Braucht man nicht – das Konzert ist natürlich kostenlos.

Aber als Erinnerung kann man eine persönliche Eintrittskarte downloaden unter :www.k-mv.eu/eintrittskarte

Gerne könnt ihr danach auf der Facebook Seite von Reinhard Horn eure Fotos und kleine Videos aus den Wohnzimmer posten, damit jeder sehen kann, wie bei dem Konzert mitgemacht wurde!

 

Und so bunt und wild geht es auf einem normalen Reinhard Horn Konzert zu