Oktober 2021

Online-Seminar zum Ansehen: Vorlesen mit Büchern und Apps ohne Text

Charlotte May von Pexels

Vorlesen mit Büchern und Apps ohne Text – was soll denn da gelesen werden? Wir verraten es Ihnen! Und zeigen dabei, wie viel Potential in textfreien Medien steckt. Denn kniffligen Suchaufträgen in Wimmelbüchern nachgehen, mit Bildkarten Geschichten erfinden oder ganz intuitiv kleine Funktionen einer App entdecken – das sind alles spannende Möglichkeiten für Kinder, sich ohne Vorgaben und in ihrem eigenen Tempo mit Worten und Geschichten auseinanderzusetzen. I

n diesem Online-Seminar erhalten Sie viele hilfreiche Tipps und Tricks für das textfreie Vorlesen von unseren Referentinnen Melanie Würtz und Christine Kranz. Mehr zu dem Thema Textfreie Medien gibt es auch bei dem Projekt #medienvielfalt von der Stiftung Lesen. 

Textfreie Medien - Online-Seminar #medienvielfalt

Vorlesestudie 2021: Kitas als Schlüsselakteure in der Leseförderung

Foto von Timur Weber von Pexels
Foto von Timur Weber von Pexels

Jährlich untersucht die Vorlesestudie, wie es um das Vorlesen in Deutschland bestellt ist. Erstmalig geht die Studie nun der Frage nach, wie die Vorlesepraxis in den Kitas aussieht – neben dem Elternhaus das wichtigste Lernumfeld von Kindern bis 6 Jahren. Befragt wurden dazu 507 pädagogische Fachkräfte aus Einrichtungen, die repräsentativ für Kitas in Deutschland sind. Die Vorlesestudie 2021 ist wie der Bundesweite Vorlesetag am 19. November ein gemeinsames Projekt von Stiftung Lesen, DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung.

Vorlesen ist ein Grundbedürfnis von Kindern

In 91 Prozent der Kitas erhalten Kinder mindestens einmal am Tag Impulse durch Geschichten. Vorlesenwird außerdem vielfältig in den Tagesablauf integriert: als festes Ritual, zu regelmäßigen Zeiten, beispontanen Gelegenheiten oder aus pädagogischen Gründen, etwa um Kinder zu beruhigen. Die Initiative zum Vorlesen geht in allen Kitas auch von den Kindern selbst aus. Als Grund nennen 99 Prozent der Kita-Fachkräfte den Spaß der Kinder am Vorlesen, gefolgt von Nähe und Wissbegierde „Geschichten begeistern und schaffen ein echtes Miteinander. Der Zugang zur Welt der Phantasie durch Vorlesen ist ein wichtiger Grundstein für die weitere kindliche Entwicklung und die Ausbildung einer guten Lesekompetenz“, so Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer der ZEIT Verlagsgruppe. „Kitas bei der flächendeckenden Ausstattung mit guten Geschichten zu unterstützen, ist uns ein echtes gesamtgesellschaftliches Anliegen“.

Warum ist Vorlesen für unsere Kinder so wichtig? Zu Gast: Sabine Bonewitz und Ulrike Weber von der Stiftung Lesen

Elternarbeit essentiell wichtig

In 41 Prozent der Kitas nehmen Fachkräfte überdurchschnittlich viele Kinder wahr, denen Impulse durch Vorlesen zu Hause fehlen. Sie nennen vielfältige Gründe: Neben Nutzung anderer Medien, zu wenig Zeit und zu wenig Lust zum Vorlesen fehlt es beispielsweise in Familien mit nicht-deutscher Herkunftssprache an Lesematerial in der eigenen Sprache. Die Hälfte der befragten Fachkräfte gibt an, dass außerdem Unsicherheit und fehlende Erfahrung beim Vorlesen eine Rolle spielen, aber auch eine fehlende Lesekompetenz der Eltern.

Deshalb zielen Aktivitäten und Expertise der Fachkräfte auch darauf ab, Eltern das Vorlesen näher zu bringen. „Die Elternarbeit der Kita-Fachkräfte ist essentiell, um Vorlesen auch für leseferne Familien umsetzbar zu machen. Diese Arbeit müssen wir unterstützen“, fordert Jürgen Kornmann, Leiter Marketing & PR der Deutschen Bahn AG und Beauftragter Leseförderung der Deutsche Bahn Stiftung. Kita-Fachkräfte wünschen sich dazu neben Medien-Empfehlungen und Ausstattung mit Vorlesematerial auch konkrete Unterstützung für die Elternarbeit.

Vorlesen in allen Lebensbereichen der Kinder unterstützen

Kitas sind neben der Familie das wichtigste Lernumfeld für Kinder vor der Schulzeit. Dort ist Vorlesen organisch verankert. „Kitas sind vorbildliche Schlüsselakteure in der frühen Leseförderung – sie erreichen fast alle Kinder mit ihren Vorlese-Impulsen“, so Sabine Uehlein, Geschäftsführerin Programme der Stiftung Lesen. „Es ist vielfach belegt, dass diese Vorlese-Impulse Kindern helfen, ihr volles Potenzial zu entfalten. Deshalb sind Familie, Kita und auch alle Akteure in der Freizeit von Kindern dazu aufgefordert, Geschichten für sie erlebbar zu machen. Denn Vorlesen und Lesen muss fester Bestandteil aller Lebensbereiche von Kindern sein.“

Die Vorlesestudie wird seit 2007 jährlich durchgeführt. 2021 hat das Umfragezentrum Bonn (uzbonn) im Mai und Juni 507 pädagogische Fachkräfte in Kitas mündlich und online befragt. Die Einrichtungen sind repräsentativ für Kitas in der Bundesrepublik Deutschland.

Alle Ergebnisse sowie Vorleseempfehlungen für Kinder zwischen einem und acht Jahren finden Sie unter: www.stiftunglesen.de/vorlesestudie

Beim Bundesweiten Vorlesetag setzen jedes Jahr Hundertausende Menschen ein Zeichen für das Vorlesen. 2021 findet er am 19. November unter dem Jahresmotto „Freundschaft und Zusammenhalt“ statt. Weitere Informationen und Anmeldung: www.vorlesetag.de 

Kita-Verbände fordern ein Bundesqualitätsgesetz

Ben Wicks on Unsplash

Für ein Bundesqualitätsgesetz!

Die Arbeiterwohlfahrt Bundesverband (AWO), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) – Bundesverband setzen sich für ein KiTa-Bundesqualitätsgesetz ein.

Das Bündnis hält es für dringend erforderlich, dass Rahmenbedingungen wie eine bessere Fachkraft-Kind-Relation, mehr Zeit für Leitungsaufgaben und die mittelbare pädagogische Arbeit länderübergreifend verbindlich in einem Bundesqualitätsgesetz festgeschrieben werden. Die Finanzierung dieser Maßnahmen für eine gute frühkindliche Bildung muss dauerhaft gesichert werden. Dies ist von zentraler Bedeutung, um das Recht eines jeden Kindes auf eine hochwertige Bildung, Erziehung und Betreuung nachhaltig zu garantieren und die Arbeitsbedingungen der pädagogischen Fachkräfte deutlich zu verbessern.

Dem Positionspapier des Bündnisses haben sich 38 Verbände und diverse Einzelpersonen durch ihre Erstunterzeichnung angeschlossen und unterstützen die Forderung für ein Bundesqualitätsgesetz.

Fünf zentrale Punkte für ein Bundesqualitätsgesetz:

  1. einheitliche Standards und ausschließliche Förderung von Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung
  2. ein verbesserter Fachkraft-Kind-Schlüssel von 1:2 für unter Einjährige, 1:3 für Ein- bis Dreijährige, 1:8 für Dreijährige bis Kinder zum Schuleintritt und 1:10 für Kinder ab sechs Jahren
  3. ausreichend Zeit – konkret mindestens 25 Prozent der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit – für mittelbare pädagogische Arbeit wie Planung und Reflexion, Beobachtung und Dokumentation, Elternarbeit, Fort- und Weiterbildungen und Beratung im Team
  4. ausreichend Zeit – konkret 20 Stunden je Woche plus 0,35 Stunden pro Ganztagsplatz – für Leitungsaufgaben und Entlastung der Leitungskräfte von Verwaltungstätigkeiten 
  5. Beteiligung der Fachkräfte, Verbände, Gewerkschaften, Wissenschaft und zivilgesellschaftlicher Akteure bei der Umsetzung und Weiterentwicklung dieser Qualiätsmerkmale auf Bundes- und Länderebene

„Kitas sind Bildungsorte. Jedes Kind, egal wo es in Deutschland zu Hause ist, muss in jeder Kita einen Ort finden, an dem es individuell und seinen Bedürfnissen entsprechend gefördert wird. Damit das klappt, braucht es einen fixen Rahmen: ein Bundesqualitätsgesetz“, betont Doreen Siebernik, GEW-Vorstandsmitglied Jugendhilfe und Sozialarbeit, während einer Pressekonferenz des Bündnisses am 25.10.2021 in Berlin.

„In einem Bundesqualitätsgesetz sind Standards für alle Länder verbindlich zu regeln, die wissenschaftlich begründet und unabhängig von der Haushaltslage definiert werden“, so Frank Jansen, Geschäftsführer des KTK- Bundesverbandes. „Qualität braucht einen verbindlichen Rahmen und kostet Geld. Hier sind wir auf eine verlässliche und dauerhafte Unterstützung des Bundes angewiesen“, betont Jansen. „Unsere pädagogischen Fachkräfte sind der Schlüssel für eine gute frühe Bildung in Kindertageseinrichtungen.“

„Für eine konsequente Sicherung der Qualität in Kindertageseinrichtungen ist nun der politische Wille erforderlich, der zu einem Bundesqualitätsgesetz führt“, unterstreicht Selvi Naidu, Mitglied des AWO Bundesvorstandes, „Diesen politischen Willen gilt es nun in einem ersten Schritt im Koalitionsvertrag der neuen Regierungskoalition zu dokumentieren."

Pressekonferenz zur Aufnahme eines Bundesqualitätsgesetzes für KiTas in den Koalitionsvertrag

Vorlesen mit Peppa Pig: Geschichten und Vorlesetipps für Familien mit Vorschulkindern

Stiftung Lesen

Kinder lieben Peppa Pig. Sie zählt zu den beliebtesten Charakteren bei den 3- bis 5-Jährigen, die die Episoden rund um Peppa und ihre Freunde regelmäßig im TV und auch über Streamingdienste verfolgen. Diese Begeisterung nutzt die Stiftung Lesen in einer gemeinsamen Initiative mit Entertainment One und SUPER RTL, um Vorschulkinder und ihre Eltern für das Vorlesen zu begeistern. Denn wir wissen, 32 Prozent der Eltern von Kindern im Vorschulalter lesen ihren Kindern nicht oder nur selten vor.

Ab sofort können Familien, Kitafachkräfte und Interessierte daher kostenfrei Peppa-Geschichten, Malblätter und Tipps rund ums Vorlesen herunterladen: http://www.stiftunglesen.de/vorlesenmitpeppa! Einrichtungen wie Kitas können zusätzlich kostenlos Broschüren mit Vorlesetipps und Ausmalbildern der Stiftung Lesen bestellen, um Eltern auf das Angebot aufmerksam zu machen. Unterstützt wird die Aktion von Lesebotschafter/-in und TOGGO-Moderator/-in Vanessa Meisinger und Marc Dumitru. Die beiden erklären in kurzen Videoclips, wie und warum es sich lohnt, Peppa und ihre Freunde auch beim Vorlesen kennenzulernen. Dabei können Kinder und Erwachsene an einem Peppa-Quiz teilnehmen, Vorlesetipps erhalten und den Geschichten von Peppa zuhören. Außerdem lesen Vanessa Meisinger und Marc Dumitru in einer Kita aus den Peppa Pig-Geschichten vor.

Vanessa Meisinger liest vor - Peppa Wutz SchakkaLakkaBumm

Peppa soll auch zum Vorlesen anregen

„Peppa und ihre Alltagsepisoden treffen bei vielen Kindern einen Nerv. Mit Witz und Neugier entdeckt sie die Welt und löst Probleme, die jedes Vorschulkind aus dem eigenen Leben kennt. Daher freuen wir uns, dass wir gemeinsam mit SUPER RTL, Entertainment One und dem Nelson Verlag ein Geschichten- und Aktionspaket geschnürt haben, das viele Fans erreicht und Eltern zum Vorlesen anregt. Wir sind der festen Überzeugung, dass es solche alltagstauglichen Angebote braucht, damit alle Kinder den Spaß am Lesen entdecken“, sagt Sabine Uehlein, Geschäftsführerin Programme der Stiftung Lesen.

„Peppa ist eine perfekte Begleiterin im kindlichen Alltag. Mit ihr haben ihre kleinen Fans Spaß und können gleichzeitig eine Menge lernen. Insofern eignet sie sich hervorragend für eine Initiative, die auf kindlichem Wissensdurst aufsetzt und im Rahmen von gemeinsamer Familienzeit das Lesen und Vorlesen in den Mittelpunkt rückt. So können wir mit starken Partnern dazu beitragen, Lese- und Lernspaß in den Familienalltag zu bringen“, sagt Thorsten Braun, Geschäftsführer von SUPER RTL.

Warum ist Vorlesen für unsere Kinder so wichtig? Zu Gast: Sabine Bonewitz und Ulrike Weber von der Stiftung Lesen

Stiftung Kindergesundheit: Läusealarm in Schulen oder Kitas oft unnötig

Jakub Kriz on Unsplash

Der Befall mit Kopfläusen ist die häufigste Parasiten-Erkrankung im Kindesalter und nach den Atemwegsinfektionen die zweithäufigste Infektionskrankheit im Grundschulalter. Immer wieder werden in Kindergärten und Schulen Läusealarme ausgelöst und Besuchsverbote ausgesprochen, um die Verbreitung der unwillkommenen Besucher zu stoppen. Die Aufregung sei jedoch in der Regel nicht gerechtfertigt, betont die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme: Läuse übertragen keine Krankheiten und auch die bisher üblichen Verbote des Kita- oder Schulbesuchs seien meist ineffektiv und unnötig.

Grundlage für die überraschende Abkehr von den bisherigen strengen Regeln ist eine jüngst vorgenommene Analyse internationaler Studien durch die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin DAKJ. Eine siebenköpfige Kommission für Infektionskrankheiten und Impffragen der DAKJ hat dazu 63 weltweite Studien und Informationsmedien über Kopfläuse ausgewertet und räumt nun mit vielen althergebrachten Empfehlungen auf, die im Zuge eines „Läusealarms“ das Leben vieler Kinder und ihrer Eltern ungebührlich beeinträchtigen können.

Die Stiftung Kindergesundheit fasst die wichtigsten Aussagen der wissenschaftlichen Studien zusammen:

  • Läuse sind harmlos. Einem Läusebefall wird durch die teilweise erheblichen emotionalen Reaktionen der Betroffenen und ihrer Umgebung eine übertriebene Bedeutung beigemessen.
  • Epidemische Verläufe mit rascher Ausbreitung auf ganze Schulklassen sind nur selten nachweisbar.
  • Ein „Läusealarm“ ist in der Regel nicht gerechtfertigt. Empfehlenswert ist dagegen eine gezielte Nachforschung bei Familienangehörigen und eng befreundeten Kindern, z.B. von Übernachtungsbesuchern.
  • Lediglich der Nachweis wenigstens einer lebenden Laus auf dem behaarten Kopf stellt einen triftigen Grund für eine Behandlung dar.
  • Maßnahmen außerhalb des behaarten Kopfes sind in aller Regel unnötig: Ein umfangreiches Reinigen von Leib- und Bettwäsche, Wegschließen von Kuscheltieren und Spielsachen, das luftdichte Verpacken oder Einfrieren von Textilien oder Spielzeug haben keinerlei nachweisbaren Effekt bei der Beendigung einer Pediculosis capitis.
  • Wesentlicher Ansatz der Behandlung ist die Verminderung der auf dem Kopf befindlichen Läuse. Dies gelingt rasch und weitgehend schmerzfrei durch Auskämmen des nassen Haares mit Haarspülung und einem geeigneten Läusekamm. Dieses systematische Auskämmen hat bereits einen therapeutischen Effekt und ist auch zusätzlich und wiederholt bei der Anwendung von Läusemitteln (Medikamenten oder Medizinprodukten) empfohlen, um den Behandlungserfolg zu sichern.

Kombination aus Insektizid und Auskämmen

Besonders wohl fühlen sich Kopfläuse im Nacken, an der Schläfe und hinter den Ohren, gelegentlich aber auch in den Augenbrauen der Kinder, bei Erwachsenen auch unter den Achseln und zwischen den Barthaaren. Sie saugen alle zwei bis drei Stunden Blut und hinterlassen dabei hochrote, stark juckende Stichstellen.

Übertragungen finden praktisch ausschließlich durch unmittelbare Haar-zu-Haar-Kontakte statt. Von der weit verbreiteten Vorstellung, man könne auch durch Kopfpolster in Bussen und Bahnen mit Läusen angesteckt werden, halten Experten nur wenig: Als Parasit, abhängig von der täglichen Blutaufnahme, neigen Läuse nicht dazu, ihren Lebensraum, den behaarten Kopf, freiwillig zu verlassen. Läuse machen übrigens keine Unterschiede zwischen Nationalitäten und Kulturkreisen: Kinder mit Migrationshintergrund haben in Deutschland laut RKI ähnlich häufig Kopflausbefall wie Kinder deutscher Eltern.

Da die Stichstellen der Läuse meist stark jucken, kratzen sich die Kinder oft intensiv am Kopf. Haben sich jedoch nur wenige Läuse auf dem Kopf eingenistet, werden die Eltern oft nur durch die weißlichen Nissen auf den Befall aufmerksam. Nissen unterscheiden sich von Kopfschuppen oder Haarspraypartikeln dadurch, dass sie fest am Haar haften und nicht abgestreift werden können.

Leider ist es nicht einfach, die lästigen Insekte wieder loszuwerden. Mit häufigem Waschen der Haare allein ist das jedenfalls nicht zu schaffen, betont die Stiftung Kindergesundheit: Durch das Waschen der Haare werden die Läuse keineswegs beseitigt, sie werden lediglich sauberer.

Nur eine lokale Behandlung hilft

Erfolg verspricht nur eine gründliche und geduldige lokale Behandlung. Ziel der Therapie ist es, sowohl geschlechtsreife Läuse als auch ihre Larven wirksam abzutöten. Das Robert-Koch-Institut Berlin empfiehlt dazu die Kombination von nassem Auskämmen und die Anwendung von Insektiziden.

Zum Auffinden der Läuse muss das Haar systematisch Strähne für Strähne gekämmt werden. Dabei muss der Kamm so geführt werden, dass er von der Kopfhaut aus fest zu den Haarspitzen heruntergezogen wird. Besonders geeignet, um die Läuse oder Nissen zu erfassen, sind spezielle Kämme, deren Zinken nicht mehr als 0,2–0,3 mm voneinander entfernt sind (sog. Nissenkämme). Nach jedem Kämmen sollte der Kamm sorgfältig nach Läusen untersucht und diese entfernt werden.

Ziel der Therapie ist es, sowohl geschlechtsreife Läuse als auch ihre Larven wirksam abzutöten, unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit. Günstig ist es, wenn auch die Eier erreicht werden, was jedoch nicht immer der Fall ist. Dazu werden zahlreiche Medikamente und Medizinprodukte angeboten.

Insektizide nur streng nach Vorschrift!

Die Medikamente, die zur Bekämpfung von Läusen zur Verfügung stehen, sind allesamt Insektizide, allerdings unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichem Wirkungsgrad. Der gegen Kopfläuse hochwirksame Wirkstoff Lindan darf seit 2008 gemäß einer EU-Regelung nicht mehr eingesetzt werden. Andere Mittel zur Kopflausbekämpfung erhalten Pyrethroide (Pyrethrum, Bioallethrin, Permethrin). Gegen diese pflanzlichen Substanzen entwickeln indes weltweit immer mehr Läuse eine Resistenz.

Da diese Mittel potentielle Nervengifte sind und außerdem Allergien und Hautirritationen hervorrufen können, muss man sie streng nach Vorschrift anwenden – nicht häufiger als wirklich nötig.

Silikonöl: Keine Probleme mit Resistenzen
Als gut wirksame Alternative gelten Dimeticone mit einer Wirksamkeit von 97 Prozent. Diese apothekenpflichtigen Medizinprodukte enthalten synthetische Silikonöle und wirken nicht chemisch, sondern physikalisch: Sie verkleben die winzigen Atemöffnungen der Insekte - die erwachsenen Läuse sowie alle ihrer Entwicklungsstadien ersticken dadurch. Eine Resistenz ist ausgeschlossen.

Dimeticone gelten als sicher ungiftig, sind jedoch mit einem anderen Risiko behaftet, warnt die Stiftung Kindergesundheit: Sie sind extrem leicht entflammbar! Es sind schon schwere Brandverletzungen berichtet worden. Die Haare müssen deshalb nach Auftragen des Mittels von offenen Flammen wie Zigaretten, Gasboilern oder Kerzen und starken Wärmequellen (z. B. heißer Haartrockner) unbedingt ferngehalten werden.

Haben die Haare engen Kontakt, findet die Übertragung in wenigen Augenblicken statt. Besteht der Kontakt längere Zeit, zum Beispiel wenn die Kinder zusammen in einem Bett schlafen, können die Läuse auch mehrfach hin und her wechseln.

Auch Essigwasser kann helfen
Als Hausmittel gilt in vielen Familien Haushaltsessig mit Wasser gemischt, der sich besonders bei Schwangeren und stillenden Müttern bewährt hat, denen von manchem chemischen Mittel abgeraten wird.

Dazu das RKI Berlin: „In diesem Fall kann eine alternative Behandlung durch mehrfaches Spülen der Haare mit Essigwasser durchgeführt werden (1 Teil 6prozentiger Speiseessig auf 2 Teile Wasser; kein Essigkonzentrat verwenden!). Dadurch werden Eier und Nissen in der Anhaftung an das Haar gelockert. Die Einwirkzeit sollte mindestens 10 Minuten betragen. Anschließend werden die feuchten Haare mit einem Nissenkamm sorgfältig ausgekämmt. Durch die Behandlung mit Essigwasser werden allerdings Läuse oder Nissen nicht abgetötet, es wird lediglich das Auskämmen erleichtert“

Wann darf das Kind wieder zur Schule?
Nach der sachgerechten Anwendung eines wirksamen Läusemittels ist eine Weiterverbreitung auch bei noch vorhandenen Nissen nicht mehr zu befürchten. Wird das befallene Kind mit einem der zugelassenen Läusebehandlungsmitteln behandelt, darf es am Tag darauf wieder in die Kita oder zur Schule, auch wenn die Therapie noch nicht abgeschlossen ist. Es befinden sich nämlich keine lebenden Läuse mehr in seinen Haaren. Eine Weiterverbreitung der Läuse ist auch bei noch vorhandenen Nissen mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr zu befürchten.

Aus diesem Grund halten die Autoren der DAKJ Ausschlussmaßnahmen in Kitas und Schulen selbst unter Berücksichtigung des Infektionsschutzgesetzes IfSG für unnötig: „Ein Besuchsverbot für Gemeinschaftseinrichtungen hat für die Kontrolle einer Pedikulose keine Bedeutung“.

Warum selbst Experten Läuse „igitt“ finden
„Die Pedikulose hat allerdings eine hohe Potenz, nicht nur bei Betroffenen, sondern auch bei Fachpersonen erhebliche adversive Empfindungen (Entomophobie) auszulösen“, stellen die Experten fest. Nur so lasse es sich erklären, dass sich auch in zahlreichen Expertisen wissenschaftlicher Institutionen und Fachgesellschaften Aussagen und Empfehlungen finden, für die es an wissenschaftlicher Evidenz fehlt.

Den weit verbreiteten Aversionen könne nur durch gezielte und evidenzbasierte Aufklärung sowie besonnenes Handeln begegnet werden, betont die Stiftung Kindergesundheit. Arztpraxen, Apotheken sowie dem Personal von Gemeinschaftseinrichtungen komme dabei eine wesentliche Aufklärungsrolle zu.

Fünf Tipps zur Behandlung von Kopfläusen

Mehr Sicherheit für Kinder e.V. startet Toolbox für KiTa-Alltag

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Unfallprävention ist ein Thema, das sich gut in den Alltag einer KiTa integrieren lässt. Mit verbesserter Risikokompetenz und mehr Bewegungssicherheit können viele Unfälle vermieden werden, bei denen sich Kinder schwer verletzen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. (BAG) hat deshalb in Zusammenarbeit mit KiTa-Fachkräften gefördert durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Toolbox "GIB 8 - Unfallprävention für den KiTa-Alltag" entwickelt.
 
"Mit Hilfe der Toolbox können Erzieherinnen und Erzieher das Thema Unfallprävention im KiTa-Alltag spielerisch und kindgerecht vermitteln und das Verhalten von Kindern in Gefahrensituationen üben", erklärt Andreas Kalbitz, Geschäftsführer der BAG. Kernstück der Toolbox sind 64 Spiel- und Aktionskarten, die sich acht Schwerpunktthema widmen. Dabei geht es unter anderem um Stürze, Vergiftungen, Gefahren, die am Wasser lauern sowie um das Erlangen einer individuellen Risikokompetenz.

Kostenlose Toolbox mit Spiele und Aktionen, die Kinder an das Thema Sicherheit heranführen

Zu jedem Thema gibt es verschiedene Spiele und Aktionen, die Kinder von drei bis sechs Jahren einfach und ohne lange Vorbereitung an das Thema Sicherheit heranführen. Darüber hinaus enthält die Toolbox Arbeitsblätter und Arbeitshilfen, Informationsmaterial zur Elternansprache sowie Adressen und Links zu weiterführenden Informationen.
 
Prof. Dr. Freia De Bock, Abteilungsleiterin für den Bereich Kindergesundheit in der BZgA, erklärt: "Die altersgerechte Förderung der Bewegungsfreude und -koordination und der Risikowahrnehmung sind grundlegende Bausteine in der Unfallprävention - in der Kita und zu Hause. Sie gibt Kindern ein gutes und sicheres Körpergefühl und Selbstvertrauen." Die BZgA sieht in der neuen Toolbox eine vielversprechende neue Arbeitshilfe zur Unfallprävention in der für Kinder zentralen Lebenswelt Kita. Wichtig ist der BZgA auch, dass gleichzeitig Eltern mit konkreten Tipps angesprochen werden, wie sie die häusliche Umgebung und die alltäglichen Aktivitäten in der Familie noch kindersicherer gestalten können.
 
Kleinere Unfälle und Missgeschicke sind in der kindlichen Entwicklung kaum zu vermeiden, schwere Unfälle allerdings müssen unbedingt verhindert werden. Wie dringend dieses Anliegen ist, beweist die Zahl von rund 1,84 Millionen Kindern, die sich Jahr für Jahr so schwer verletzen, dass sie ärztliche Hilfe benötigen. Die Mehrzahl der Unfälle ereignet sich zu Hause. Auch in KiTas kommt es immer wieder zu Situationen, bei denen Kleinkinder sich ernsthaft verletzen. Die KiTa ist deshalb ein wichtiger Ort, um möglichst viele Kinder und Eltern zu erreichen und auf das Thema aufmerksam zu machen.
 
Auf der Website https://www.kindersicherheit.de/service/bestellservice/toolbox-gib8.html können pädagogische Fachkräfte die Toolbox kostenfrei bestellen und finden darüber hinaus weitere Informationen.

Über die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

Die BAG Mehr Sicherheit für Kinder e.V. informiert über die Verhütung von Kinderunfällen, gibt zahlreiche Broschüren zur Kindersicherheit heraus und veranstaltet Fortbildungen. Unterstützt durch verschiedene Bundesministerien und weitere Institutionen setzt die BAG sich dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren und innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit sowie Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene voranzubringen.
 
 

 

Ganztag für Grundschulkinder: Ausbaubedarf insbesondere in den westdeutschen Flächenländern

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Ganztag für Grundschulkinder

Erstmals liegen Vorausberechnungen für die einzelnen Bundesländer zur Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztag für Grundschulkinder bis zum Schuljahr 2029/30 vor. Insgesamt ist der zusätzliche Ausbaubedarf geringer als bislang angenommen.

Anders als zu Beginn der Verhandlungen zwischen Bund und Ländern über die Einführung eines Rechtsanspruchs für Grundschulkinder angenommen, zeigen neue Vorausberechnungen des Forschungsverbunds DJI/TU Dortmund, dass weniger Plätze notwendig sind, um dieses Projekt zu realisieren. Bundesweit müssten bis zum Schuljahr 2029/30 rund 600.000 zusätzliche Ganztagsplätze für die Kinder im Grundschulalter geschaffen werden. Zuletzt besuchten bereits über 1,6 Mio. Grundschulkinder ein Ganztagsangebot. Das bedeutet, dass drei von vier der benötigten Plätze aktuell bereits vorhanden sind. Die Situation in den Bundesländern ist jedoch sehr unterschiedlich. Während in den ostdeutschen Flächenländern und Hamburg nur noch ein kleiner Teil der Plätze fehlt, zeigen die Vorausberechnungen, dass in den westdeutschen Flächenländern im Mittel noch zwischen 30 und 40 Prozent der Plätze geschaffen werden müssen.

Erstmals Vorausberechnungen für das zusätzlich benötigte Personal

In der neu vorgelegten Studie wird erstmals auch der Personalbedarf für die zusätzlich zu schaffenden Plätze ausgewiesen. Bundesweit werden dafür rund 35.000 Vollzeitstellen zusätzlich benötigt. Da in diesem Bereich jedoch von einem hohen Teilzeitanteil auszugehen ist, müssten dafür bis zum Schuljahr 2029/30 rund 57.000 Personen gewonnen werden. „Damit ist der Personalbedarf deutlich geringer als derjenige, der noch für den Ausbau für die Kinder im Kita-Alter bis Mitte des Jahrzehnts benötigt wird. Für den Kita-Bereich konnten wir bereits Ende letzten Jahres Ergebnisse vorlegen. Hier gehen wir von einem zusätzlichen Personalbedarf für die fehlenden Plätze von rund 138.000 Personen aus. Das zeigt, dass die Anstrengungen für den Ganztag im Grundschulalter deutlich geringer sein dürften,“ erläutert Dr. Christiane Meiner-Teubner, Mitautorin der Studie.

Anstrengungen erforderlich, um Personalbedarf in westdeutschen Flächenländern zu erfüllen

Die Höhe des zusätzlichen Personalbedarfs für die noch zu schaffenden Plätze für die Grundschulkinder variiert stark zwischen den Bundesländern. „In den westdeutschen Flächenländern, vor allem in Nordrhein-Westfalen und Bayern, werden noch deutliche Anstrengungen notwendig sein, um ausreichend qualifiziertes Personal zu finden, damit der vollständige Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz im Grundschulalter ab dem Schuljahr 2029/30 erfüllt werden kann“, sagt Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, wissenschaftlicher Leiter des Dortmunder Forschungsverbunds und bis vor kurzem Direktor des Deutschen Jugendinstituts (DJI). Für diese beiden Länder geht die Autorengruppe der Studie jeweils von einem zusätzlichen Bedarf von rund 7.000 beziehungsweise 7.500 zusätzlichen Vollzeitstellen aus.

In den ostdeutschen Flächenländern kaum zusätzlicher Personalbedarf

In den ostdeutschen Flächenländern besteht nur noch ein geringer Personalbedarf. Hier ist das Angebot bereits gut ausgebaut und die Kinderzahlen gehen teilweise in wenigen Jahren zurück. Der zusätzliche Personalbedarf liegt mit Ausnahme von Thüringen – wo bis zum Schuljahr 2029/30 kein zusätzlicher Bedarf erwartet wird – pro Bundesland bei im Mittel zwischen 400 und 500 zusätzlichen Vollzeitstellen.

Ausbaukosten geringer als bislang angenommen

Der geringere Bedarf an zu schaffenden Plätzen führt auch dazu, dass die anfallenden Kosten geringer sein werden, als bislang angenommen, obwohl der Zeitpunkt des vollständigen Inkrafttretens des Rechtsanspruchs im Rahmen der Verhandlungen zwischen Bund und Ländern nach hinten verschoben wurde. Bundesweit wird nun von Investitionskosten zur Schaffung neuer Plätze von rund 4,6 Mrd. Euro ausgegangen.
Die jährlichen Betriebskosten hängen maßgeblich von der Anzahl der Kinder ab, für die das Personal zuständig ist. Da hierzu bislang große Unklarheit besteht, hat die Autorengruppe verschiedene Modelle gerechnet. In einer Maximumvariante kommen sie zu dem Ergebnis, dass für das Schuljahr 2029/30 mit zusätzlichen Betriebskosten von rund 2,6 Mrd. Euro zu rechnen ist. Die höchsten Kosten entstünden in Nordrhein-Westfalen und Bayern mit etwa 575 Mio. Euro beziehungsweise 531 Mio. Euro, während in Thüringen keine zusätzlichen Betriebskosten in diesem Schuljahr anfallen würden.

„Insgesamt wird damit deutlich, dass das Projekt Ganztag eine bildungspolitische Herausforderung ist, allerdings im Lichte der noch ausstehenden Vorbereitungszeit machbar erscheint,“ resümiert Prof. Dr. Thomas Rauschenbach.

Der Forschungsverbund DJI/TU Dortmund führt Forschungsprojekte zu den Themen Kindertagesbetreuung, Hilfen zur Erziehung, Kooperation von Jugendhilfe und Schule, Familien und Frühe Hilfen, Kinder- und Jugendarbeit, Personal und Qualifikation sowie Freiwilliges Engagement durch. Zu den Aufgaben des Forschungsverbunds gehören wissenschaftsbasierte Dienstleistungen sowie die Beratung von Politik und Fachpraxis auf allen föderalen Ebenen.

Mehr Infos zu der Vorausberechnungen für die Kindertages- und Grundschulbetreuung gibt es unter forschungsverbund.tu-dortmund.de

 

Hörtipp: Der Achtsame Tiger – Das Musik-Hörspiel

Der Tiger ist gefährlich? Ein wirklich wildes Raubtier? So’n Quatsch – diese Beschreibung findet der Achtsame Tiger nun doch ganz schön unpassend. Schließlich hat er alle Pfoten voll zu tun, um seinen tierischen Freunden zu helfen! Er nimmt uns mit in seine bunte, geheimnisvolle Dschungelwelt und zeigt uns, wie ein Tag im echten Tigerleben aussieht. Der Achtsame Tiger steckt zwar im typischen Tigerfell, ist eben eher „ein friedvoller Krieger in der friedlichen Liga“. Im Dschungel erklärt er dem kleinen Elefanten, was sein Leibgericht Kokomeloranganavokakizitrosine ist, macht zwischendurch den Orang-Utans die Haare schön oder verrät der vor Stress verknoteten Boa seinen ganz geheimen Tigertrick – nämlich erstmal ganz in Ruhe ein- und auszuatmen. Er hilft dem Krokodil dabei, endlich mutiger zu werden, löst den erschöpften Papagei beim Brüten ab, hängt ‘ne entspannte Runde mit dem Faultier ab und zeigt dem Tapir, dass man auch mit kurzen Beinen richtig gut tanzen kann. Denn am Schluss gibt’s eine fröhliche Party, natürlich gemeinsam mit allen Dschungeltieren in all ihrer Artenvielfalt. Roaaar!

Musicals zum Hören haben eine bewährte Tradition, denn die Bilder zu den Geschichten entstehen ganz von allein im Kopf. Und so zieht auch „Der Achtsame Tiger“ als lustiges Familienmusical mit zehn eingängigen und mitsingbaren Pop-Songs und vielen starken Botschaften die Hörer in ihren Bann. Die Songs sind mitreißend und verbreiten musicalhaften Bühnenglanz. In diese wunderbare Stimmung hinein fügen sich die kleinen Weisheiten der Achtsamkeitslehre mit ganz besonderem Charme ein. So erfahren wir, was Achtsamkeit überhaupt ist, lernen etwas über Entschleunigung, beruhigende Atmung, bewusste Ernährung und über die manchmal auch notwendige Langeweile. Als Held und Hauptfigur eignet sich der aus der Rolle fallende Tiger dafür ganz wunderbar.

Der Achtsame Tiger - Rolf Zuckowski | Liedergeschichten aus dem Dachstübchen

Für ihre jüngste Produktion haben sich die Musicalmacher Martin Lingnau und Heiko Wohlgemuth – die wohl erfolgreichsten Autoren dieses Genres im deutschsprachigen Raum – von einem wundervollen Kinderbuch-Bestseller inspirieren lassen: Mit überraschenden Ideen, einer großen Portion Wortwitz und ganz viel Musik verwandeln sie „Der Achtsame Tiger“, das Kinderbuch des Jahres 2019 von Przemysław Wechterowicz und Emilia Dziubak (Mentor Verlag), in einen turbulenten Musicalspaß in prachtvoller Dschungelkulisse, der Klein und Groß gleichermaßen verzaubert. Regie führt Carolin Spieß, die neben der „Weihnachtsbäckerei“ schon zahlreiche Kinderproduktionen des Hamburger Schmidt-Theaters wie „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ oder „Der kleine Störtebeker“ inszeniert hat.

„Der Achtsame Tiger“ ist bezaubernde Familienunterhaltung mit einer tigerstarken Botschaft, die auf sanften und doch packenden Pfötchen daherkommt. Rolf Zuckowski war von Anfang an so begeistert, dass er das Musik-Hörspiel unbedingt auf seinem Universal Music-Label „noch mal!!!“ veröffentlichen wollte. „Der Achtsame Tiger“ erschien als Doppel-CD mit allen Liedtexten und vielen Illustrationen des Buches im Booklet sowie in Form von zwei Digitalalben - einmal mit dem kompletten Hörspiel inkl. der eingebundenen Lieder, einmal mit allen Songs in speziellen Edits plus allen Instrumentals. Das famose Ensemble, angeführt vom großartigen Schauspieler und Sänger Alex Melcher als Achtsamem Tiger, weiß mit so viel Leidenschaft und Humor durch die Geschichte zu führen, und die Songs von Martin Lingnau sind derart zeitlos, mitsingtauglich und evergreenartig griffig, dass viele Familiengenerationen gern mitsingen dürften.

Der Achtsame Tiger - Der Achtsame Tiger

Der Achtsame Tiger

Das Musik-Hörspiel von Martin Lingnau und Heiko Wohlgemuth

2CD (CD1: Das Musik-Hörspiel, CD2: Alle Songs und Mitsing-Versionen)

UPC 00602435393469

LC 28836

VÖ: 04.06.2021 UPV ca. 15 Euro.

A noch mal!!! release; (P) 2021 Martin Lingnau under exclusive licence to Universal Music GmbH; © 2021 Mentor Verlag GmbH

https://www.universal-music.de/der-achtsame-tiger https://youtu.be/neWqvpHHkkI

Empfohlen für Menschen von 4 bis 104 Jahren

Haus der kleinen Forscher bringt Forschen mit digitalen Medien in die Grundschule

Christoph Wehrer/ (c) Stiftung Haus der kleinen Forscher

Ein interdisziplinäres Team erarbeitet für und mit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ eine Fortbildung zum Thema forschendes Lernen mit digitalen Medien im Grundschulunterricht. Die neue Fortbildung soll Lehrerinnen und Lehrer in ganz Deutschland dabei unterstützen, digitale Lernangebote sinnvoll in ihren Unterricht zu integrieren – insbesondere in Fächern mit Bezug zu Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT).

Welche Unterstützung brauchen Lehrerinnen und Lehrer, damit Grundschulkinder MINT-Phänomene im Unterricht auch mit digitalen Medien erforschen können? Und wie können Schülerinnen und Schüler dabei Kompetenzen für eine digitalisierte Welt entwickeln? Auf diese Fragen findet seit heute ein Entwicklungsteam aus Lehrerinnen, Trainern und Fachleuten aus Wissenschaft und pädagogischer Praxis Antworten. Noch bis Jahresende werden sie im „Ko-Lab“ im Rahmen von Design-Thinking-Workshops ko-kreativ ein Fortbildungskonzept und entsprechende Prototypen entwickeln. Im Anschluss wird die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ die Ergebnisse mit Trainerinnen, Lehrern und Grundschulklassen erproben. Ziel ist es, dass perspektivisch alle Grundschullehrkräfte in Deutschland das neue Fortbildungsangebot zum forschenden Lernen mit digitalen Medien nutzen können. 

Forschendes Lernen im Unterricht – analog und digital

„Unser Hauptanliegen ist es bei Kindern, sowohl MINT-Bildung für eine nachhaltige Entwicklung zu fördern als auch Kompetenzen für eine digitalisierte Welt. Dabei wollen wir weg von der ‚analog versus digital‘-Denke, hin zu einer Lernkultur der Digitalität“, erklärt Projektleiterin Anne Lehmann. „Unterricht, der Schülerinnen und Schüler stark für unsere zunehmend digitalisierte Welt machen möchte, muss alle Zugänge in integrierten Lernszenarien vereinen, also digitale und analoge Formate als verschiedene Elemente einesUnterrichtsszenariums betrachten“, so Lehmann weiter. 

Hinter „Ko-Lab“ stehen starke Partner für die Grundschule

Die Fortbildungsentwicklung wird im Rahmen des Projekts „Kollaboratives Konzept-Lab“ (Ko-Lab) umgesetzt. Das innovative Projekt läuft noch bis Ende September 2022 und wird durch die Friede Springer Stiftung ermöglicht. Das "Ko-Lab"-Projekt knüpft an das Bildungsangebot "MINT geht digital" vom „Haus der kleinen Forscher“ und dem inzwischen abgeschlossenen Stiftungsprojekt "Digital Lab" an, in dem in den letzten Jahren bereits gemeinsam mit Grundschullehrerinnen und -lehrern Unterrichts-Apps zum Thema Energie und Strom entwickelt wurden. 

 

Kinderzeit-Podcast zum Thema forschendes Lernen

Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“

Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ engagiert sich für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) – mit dem Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen und zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern vor Ort bietet die Stiftung bundesweit ein Bildungsprogramm an, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei unterstützt, Kinder im Kita- und Grundschulalter qualifiziert beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Das „Haus der kleinen Forscher“ verbessert Bildungschancen, fördert Interesse am MINT-Bereich und professionalisiert dafür pädagogisches Personal. Partner der Stiftung sind die Siemens Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung, die Dieter Schwarz Stiftung und die Friede Springer Stiftung. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Workshop zu gewinnen: Ästhetische Bildung mit Leuchttabletts

Ästhetische Bildung mit Leuchttabletts
© 2021 Klax

Welche Farbe hat das Licht? Welchen Schatten wirft ein Korken? Wenn Kinder Dinge aus Natur und Alltag untersuchen, einordnen und sich über ihre Erkenntnisse austauschen, entwickeln sie wie ganz von selbst ein Verständnis für Ästhetik und die Zusammenhänge dieser Welt. Pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen sollten in der Lage sein, ästhetische Momente im Alltag zu erkennen und gemeinsam mit den Kindern zu erleben. Genau hier möchte das ganztägige Seminar Ästhetische Bildung mit Leuchttabletts ansetzten und Ihnen wichtige Werkzeuge zur ästhetischen Bildung im Kindergarten an die Hand geben. Denn Dinge, die uns faszinieren und neugierig machen, regen zum Lernen an.

Ästhetische Bildung mit Leuchttabletts
© 2021 Klax

Pädagogische Fachkräfte sorgen dafür, dass jede Facette der kindlichen Persönlichkeit genug Anregung erfährt, um sich zu entwickeln, Wissen und Fähigkeiten zu erlangen sowie soziale Kompetenzen auszubilden. Ein wichtiges Ziel ist aber auch, den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihr eigenes Lernen zu beobachten, zu reflektieren und es selbst zu regulieren. Das Prinzip der Aktionstabletts unterstützt selbstständiges Lernen und die Selbsterkenntnis über den eigenen Lernstand. Tabletts geben dem Kind einen klar abgegrenzten Rahmen, in dem es eine Aufgabe vorfindet, sie erkennen und lösen kann. Es kann den eigenen Lösungsweg nachvollziehen, die Lösung überprüfen und noch einen Schritt weiter gehen, indem es selbst neue Aufgabenstellungen aus dem angebotenen Materialarrangement heraus entwickelt.

Ästhetische Bildung mit Leuchttabletts
© 2021 Klax

Das Seminar Ästhetische Bildung mit Leuchttabletts findet in Kooperation mit dem Institut für Klax-Pädagogik statt und richtet sich an eine Einrichtung.  Alle Teilnehmer*Innen werden von einer erfahrenen Dozentin durch den Tag geführt und erhalten spannende Anregungen, Einblicke und direkt umsetzbares Wissen für den Kindergartenalltag. Lernen Sie, wie man situationsgerechte und dem Entwicklungsstand entsprechende Angebote mit Leuchttabletts erstellen kann!

Weitere Informationen zum Seminar „Ästhetische Bildung mit Leuchttabletts“ finde Sie hier. Natürlich bietet das Institut für Klax-Pädagogik auch noch weitere spannende Workshops an.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann nehmen Sie am Gewinnspiel teil und/oder bestellen Sie das Buch „Aktionstabletts – Muster in Licht und Schatten“ direkt im Bananenblau Online-Shop.

Die Verlosung ist am 28. November 2021 abgelaufen.

Wir bedanken uns für die vielen Einsendungen und gratulieren der Gewinnerin:

  • Ulli Sch. aus Paderborn