Dezember 2023

Top Themen Zeitnah

Wer gute Noten schreibt, ist in der Regel auch beliebt

Wer gute Noten schreibt, ist in der Regel auch beliebt

Studie der Universität Tübingen zeigt, dass – entgegen vielen Klischees – leistungsstarke Schülerinnen und Schüler gut in ihren Klassen integriert sind

Stereotype über unbeliebte Streberinnen und Streber halten sich hartnäckig – nicht zuletzt aufgrund einer häufig klischeehaften Darstellung in den Medien. Ein Forschungsteam vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen und dem Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin hat nun anhand von Daten einer großangelegten Studie untersucht, wie es tatsächlich um die soziale Integration von leistungsstarken Schülerinnen und Schülern steht. Dr. Claudia Neuendorf, die inzwischen an der Universität Potsdam forscht, leitete das Projekt.

Das Ergebnis: Jugendliche, die gute Schulleistungen erbringen, sind in der Regel auch besser in ihre Klassen integriert als solche, die schlechter abschneiden. Außerdem werden leistungsstarke Schülerinnen und Schüler wesentlich häufiger um Hilfe gebeten als leistungsschwächere. Am deutlichsten ausgeprägt ist dies bei jenen Jungen und Mädchen, die in mehreren Fächern leistungsstark sind. Diese Erkenntnisse widersprechen dem weitverbreiteten Klischee, wonach Heranwachsende mit guten schulischen Leistungen vermehrt Hänseleien ausgesetzt und eher Einzelgängerinnen und Einzelgänger sind.

Für ihre Studie untersuchten Neuendorf und ihr Team die Daten aus dem IQB-Bildungstrend von etwa 45.000 Schülerinnen und Schülern der neunten Jahrgangsstufe in Deutschland. Ziel war es, einen Zusammenhang zwischen schulischer Leistung und mehreren Facetten der sozialen Integration, wie Freundschaft, Akzeptanz, Kontakt und subjektive Integration, herzustellen.

Für die ersten drei Facetten wurden die Schülerinnen und Schüler konkret gefragt, wer ihre Freunde in der Klasse sind. Aus den Antworten konnten dann soziometrische Maße berechnet werden, zum Beispiel wie beliebt jemand ist, von wie vielen er oder sie um Hilfe gefragt wird, wer eher abgelehnt wird („Neben wem möchtest du nicht sitzen?“) und wie viele reziproke Freundschaften jemand hat. Die subjektive Integration wurde über psychometrische Maße festgestellt, das heißt, die Schülerinnen und Schüler wurden gefragt, wie gut integriert sie sich selbst fühlen.

Dabei interessierte die Bildungsforschenden auch, wie die Situation bei Jungen und Mädchen ist, die gute Leistungen in Fächern erbringen, die dem jeweils anderen Geschlechterstereotyp zugeordnet werden. Sie gelangten zu der Erkenntnis, dass auch Jungen, die leistungsstark in Sprachen und Biologie sind, und Mädchen, die gut in Mathematik und Physik sind, eine gute soziale Integration auf-weisen.

„Die Botschaft unserer Studie lautet, dass viele leistungsstarke Kinder sehr gut sozial integriert sind, unabhängig davon, ob ihre Leistungen vermeintlich genderkonform oder non-konform sind“, sagt Neuendorf. „Diese Erkenntnis ist hoffentlich ein weiterer Baustein, um Ängste und Vorurteile in der Hinsicht abzubauen.“ Die Bildungsforscherin betont, dass Stereotype aller Art in allen Bereichen der Gesellschaft aufgelöst werden müssen, damit Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrem Geschlecht ihr Potenzial entfalten können. Damit dies gelingt, sollten sich Lehrkräfte, Eltern, Medienschaffende, aber auch die Wissenschaft dafür einsetzen, dass Stereotype sich nicht verfestigen.

Neuendorf, C. & Jansen. M. (2023). Comparing different facets of the social integration of high-achieving students in their classroom: No gender stereotyping, but some non-linear relationships. Journal of Educational Psychology, 115(4), 609-623. https://dx.doi.org/10.1037/edu0000778

 


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Kinderzeit-Podcast: Demokratie und Partizipation in der Kita

Kinderzeit – der Kita–Podcast für Erzieher:innen in Krippe, Kindergarten und Schule

Für Demokratie ist es nie zu früh. Und Kinder haben sogar ein Recht darauf, den Alltag in Familie und Kita aktiv mitzubestimmen. Doch wie kann das im Alltag gelingen, darüber sprechen wir in dieser Episode des Kinderzeit-Podcast mit Melanie Meyser. Sie ist pädagogische Fachberatung bei der AWO in Schleswig-Holstein und begleitet Einrichtungen auf dem Weg zur Demokratie-Kita. 

Kinderzeit-Podcast: Demokratie und Partizipation in der Kita

Diese Episode wird euch von polylino präsentiert. Die Nummer 1 für pädagogische Sprachförderung aus Skandinavien umfasst mehr als 1.000 Bücher namhafter Kinderbuchverlage in über 60 Vorlesesprachen. Auf polylino.de könnt ihr das Angebot jederzeit für 30 Tage testen und euch selbst überzeugen.

Shownotes:

 

Infos zu Demokratie und Partizipation in den AWO Kitas in Schleswig-Holstein

https://www.awo-sh.de/partizipation

 

Fachbeitrag Demokratiebildung in der Kita

https://www.dji.de/themen/politische-bildung/demokratiebildung-in-der-kita.html

 

Interview: Partizipation im Kita-Alltag

https://www.kinderzeit.de/news-detail-zeitnah/interview-partizipation-im-kita-alltag.html

 

Reportage aus einer Demokratie-Kita

https://www.herder.de/kizz/hefte/archiv/2020/2-2020/die-kinder-bestimmen/

 

Portal zu Demokratiebildung in Kita und Hort 

https://www.kinderzeit.de/news-detail-medien/medientipp-neues-portal-zu-demokratiebildung-in-kita-hort-und-ganztag.html

 

Kita-Material zu Demokratie und Vielfalt

https://www.kinderzeit.de/news-detail-medien/demokratie-und-vielfalt-in-der-kindertagesbetreuung-5185.html

 

E-Learning Angebot zu Partizipation in der Kindertagesbetreuung

https://www.kinderzeit.de/news-detail-weiterbildung/e-learning-partizipation-und-demokratiebildung-in-der-kindertagesbetreuung.html

 

Abonniert den Kinderzeit-Newsletter

https://www.kinderzeit.de/newsletter.html

 

Diese Episode wird euch von polylino präsentiert. Die Nummer 1 für pädagogische Sprachförderung aus Skandinavien umfasst mehr als 1.000 Bücher namhafter Kinderbuchverlage in über 60 Vorlesesprachen. Auf polylino.de könnt ihr das Angebot jederzeit für 30 Tage testen und euch selbst überzeugen.


Top Themen Gesundheit

TÜV SÜD gibt Tipps zu Schlitten, Bobs und Co.

TÜV SÜD AG

Kaum liegt der erste Schnee, hält es den Nachwuchs nicht mehr im Haus. Es ist Zeit für Schneeengel, Schneeballschlachten und natürlich Schlittenfahren. Bester Begleiter an einem Tag in der verschneiten Winterlandschaft ist daher der passende Schlitten. Welche Arten es gibt, worauf es beim Kauf und der Lagerung ankommt und wie man am sichersten am Rodelhang unterwegs ist, weiß TÜV SÜD-Produktexperte Robert Ziegler.

Klassischer Hörnerschlitten oder rasanter Bob?

Nicht nur Kinder können sich für das Schlittenfahren begeistern, auch so mancher Erwachsene freut sich über eine ausgelassene Rutschpartie. Doch Schlitten ist nicht gleich Schlitten. Das traditionellste Modell ist nach wie vor der Holzschlitten mit Metallkufen. Die Hörner am vorderen Ende dienen dem Lenken, gebremst wird mit den Füßen. Varianten mit Rückenlehnen eignen sich zum Ziehen kleinerer Kinder. Aluschlitten sind genauso wie Holzschlitten sehr stabil, haben gute Fahreigenschaften und sind durch ihr geringes Gewicht leicht zu handhaben. Sie sind besonders bei erfahrenen Rodlern beliebt; Anfänger sollten lieber eine andere Schlittenart wählen.

Schneebobs aus Plastik lassen sich leichter kontrollieren, denn sie verfügen über ein Lenkrad und eine Bremse, können allerdings schnell hohe Geschwindigkeiten erreichen. Rodelteller oder -woks aus Plastik können zwar Spaß machen, sind jedoch sehr instabil und lassen sich vor allem auf steilen oder längeren Hängen kaum kontrollieren. Eine weitere Variante sind aufblasbare Schlitten, die platzsparend transportiert werden können, allerdings nicht ganz ungefährlich sind, weil sie ein hohes Tempo aufnehmen können und keine Bremsen haben. Vor dem Kauf sollte man auch das Gewicht des Schlittens bedenken, rät Robert Ziegler: "Es spielt vor allem beim Hinaufziehen eine Rolle. Ein schwerer Schlitten ist insbesondere für Kinder mühsam zu handhaben. Kleine Unterschiede machen sich hier deutlich bemerkbar."

Wichtige Sicherheitsaspekte

Egal, ob ein Schlitten neu oder gebraucht gekauft wurde oder der alte aus dem Keller hervorgeholt wird - bevor es auf die Rodelpiste geht, sollte das Gefährt einem gründlichen Sicherheitscheck unterzogen werden. Der Experte weiß, auf welche Aspekte geachtet werden muss: "Ist das Material intakt und einwandfrei? Besteht Verletzungsgefahr durch scharfe Kanten oder hervorstehende Nägel? Sind alle Schrauben angezogen? Gibt es irgendwo Quetschgefahr für Finger oder Füße? Sind die Farben und Lacke wasserfest? Liegt eine verständliche Gebrauchsinformation bei, die zum Beispiel Hinweise zur maximalen Belastung oder Montage gibt?"

Sofern es sich nicht um einen Renn- oder Sportrodel handelt, werden Schlitten meist als Spielzeug eingestuft, da sie von Kindern bis 14 Jahren (zum Spielen) verwendet werden können. Sie müssen die Sicherheitsanforderungen der entsprechenden EU-Richtlinien erfüllen und eine CE-Kennzeichnung tragen. Außerdem sollten sie über das GS-Zeichen für Geprüfte Sicherheit und das TÜV SÜD-Oktagon verfügen, welche über Qualitäts- und Sicherheitsaspekte Aufschluss geben.

Die richtige Lagerung

Nach dem letzten Einsatz der Saison sollte der Schlitten von Schnee, Streusalz und Split gereinigt, gut getrocknet und schließlich nicht allzu warm - am besten im Keller oder auf dem Dachboden - eingelagert werden. Hat sich nach der Sommerpause Rost auf den Schlittenkufen gebildet, entfernt man dieses am besten mit feinem Schleifpapier in Laufrichtung und einer anschließenden Versiegelung mit Spezialwachs. "Sind am Kunststoffschlitten schon Haarrisse oder Verfärbungen zu sehen, muss das Gerät entsorgt werden", warnt der TÜV SÜD-Experte. "Sie sind ein deutliches Warnzeichen, dass das Material an seiner Belastungsgrenze angelangt ist und in Kürze zu Bruch gehen könnte."

Kleines Rodel-Einmaleins

Schneegerechte warme Kleidung, feste Schuhe, dicke Handschuhe und ein Helm - ein schöner Tag am Rodelhang beginnt mit der richtigen Kleidung. Ab wann Kinder allein rodeln können, hängt davon ab, wann sie sicher lenken und bremsen können. In der Regel ist dies erst im Schulalter möglich. Bevor es losgeht, sollten Eltern ihrem Nachwuchs genau erklären, wie der Schlitten richtig benutzt wird. "Mit Kindern sollte man das Bremsen und Lenken zunächst an einem flachen Hügel üben, bevor man sich auf den großen Schlittenberg wagt", empfiehlt Robert Ziegler. Auf dem Bauch liegend sollten Kinder nicht fahren, denn dann können sie im Notfall nicht schnell genug reagieren. Kleinkinder fahren zwischen den Beinen eines Erwachsenen mit.

Der Hang selbst muss natürlich auch zum Rodeln geeignet sein. Im besten Fall sind Wege und Straßen weit entfernt. Bäume, Pfosten oder Zäune sollten mit Strohballen gesichert sein. Am sichersten ist es daher, nur ausgewiesene Rodelhänge zu benutzen. Wichtige Regeln sind außerdem: genügend Abstand zu anderen, nicht über die Rodelpiste laufen und nur am äußersten Rand entlang nach oben gehen. "Auf Plastiktüten oder Planen den Berg hinunterzurasen ist ein absolutes Tabu - sie werden viel zu schnell und sind quasi nicht zu kontrollieren", so der Experte abschließend.

Mehr Informationen unter https://ots.de/XAnakh


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Wie die Qualität im Kinderschutz verbessert werden kann

25 Expertisen des DJI beschreiben Herausforderungen für Kinderschutz-Fachkräfte in Baden-Württemberg

Mehrere Gesetzbücher, unter anderem das Bürgerliche Gesetzbuch, das Gesetz über das Verfahren in Familiensachen, das Jugendgerichtsgesetz sowie das Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz, stellen die Grundlagen für einen gelingenden Kinderschutz in Deutschland dar und sollen die Situation von benachteiligten Kindern und Jugendlichen verbessern. Die Gesetzestexte sehen unter anderem einen professionellen Kinder- und Jugendschutz, eine gelingende Prävention vor Ort und mehr Beteiligung von Kindern, jungen Menschen, Eltern und Familien sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) und dem Gesundheitswesen, den Strafverfolgungsbehörden, den Familiengerichten, der Jugendstrafjustiz und anderen wichtigen Akteurinnen und Akteuren im Kinderschutz vor. Die Umsetzung stellt Jugendämter und dort tätige Fachkräfte, aber auch Familiengerichte und andere Fachpersonen im Kinderschutz immer wieder vor große Herausforderungen.

Hier setzt das Projekt „Qualitätsentwicklung im Kinderschutz in Baden-Württemberg“ des Deutschen Jugendinstituts (DJI) an: Forschende befragten Fachkräfte des ASD zu ihrer Arbeitssituation im Kinderschutz. Insgesamt beteiligten sich 84 Prozent der Fachkräfte mit Kinderschutzaufgaben. Die Ergebnisse wurden vor Ort mit dem befragten Personal und den Leitungen diskutiert und interpretiert. Jedes Jugendamt legte auf dieser Grundlage bis zu drei Qualitätsentwicklungsbedarfe fest.

Themenfelder, die Jugendämter beschäftigen

Bei den Qualitätsentwicklungsbedarfen handelte es sich um Themen, die das jeweilige Jugendamt besonders beschäftigten. Häufig genannt wurden beispielsweise die Ausgestaltung der Beziehung zu Kindern und ihren Erziehungsberechtigten in Kinderschutzverfahren sowie die Vermittlung passender und spezialisierter Hilfen für verschiedene Bedarfe in den Familien. Zu weiteren Themen zählten die Zusammenarbeit mit den Gerichten und dem Gesundheits- und Bildungsbereich sowie Prozesse, die zu nachvollziehbaren und qualifizierten Entscheidungen in Kinderschutzverfahren führen. Darüber hinaus thematisierten die Fachkräfte den Umgang mit Multiproblemfamilien und das Vorgehen bei Verdacht auf sexuelle Gewalt sowie Unterstützungsmöglichkeiten bei besonderen Belastungen und Kritik.

Forschungsstand zu ausgewählten Kinderschutzthemen

Zu den genannten Qualitätsentwicklungsbedarfen analysierten DJI-Forschende zusammen mit Kinderschutz-Expertinnen und -Experten in insgesamt 25 Expertisen den Forschungsstand und gaben Empfehlungen für die Gestaltung einer qualifizierten Kinderschutzarbeit. Im Umgang mit Kindern ist es beispielsweise wichtig, eine Gesprächsatmosphäre zu erzeugen, in der ihnen mit Zeit, Aufmerksamkeit und Interesse begegnet wird. Bei der Exploration der Bedürfnisse und Gefährdungslagen eines Kindes sollte zunächst eine positive Beziehungsebene geschaffen und offene, nichtleitende Fragestellungen bevorzugt werden. Für Entlastung der im Kinderschutz Tätigen können unter anderem Co-Arbeit, Wertschätzung und Rückhalt im Team, klare Strukturen und Verfahrensabläufe sowie eine regelhafte Fallsupervision sorgen.

Das Projekt wurde vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg gefördert.

Mehr Infos:

DJI-Projekt „Qualitätsentwicklung im Kinderschutz in Baden-Württemberg“

25 Kinderschutz-Expertisen zum Download

DJI-Themenseite Kinderschutz

 


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Programm zu Integrationskursen mit Kind wird weitergeführt

Die Kinderbeaufsichtigung bei Integrationskursen hat sich im Bundesprogramm „Integrationskurs mit Kind: Bausteine für die Zukunft“ als wirksames und erfolgreiches Modell zur Integration insbesondere von Müttern erwiesen. Auf Grundlage der bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem laufenden Programm werden das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) die integrationskursbegleitende Kinderbeaufsichtigung in den Jahren 2024 bis 2026 - vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Haushaltsmittel - mithilfe des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) im Programm „Integrationskurs mit Kind Plus: Perspektive durch Qualifizierung“ weiter fördern. Die Förderrichtlinie wurde - vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Haushaltsmittel - auf www.esf.de veröffentlicht und ist damit in Kraft getreten. Träger, die berechtigt sind, Integrationskurse durchzuführen, können ab heute eine Förderung beantragen.

Integrationskurse mit Kinderbeaufsichtigung erleichtern die Teilnahme für Eltern, die ihre Kinder in räumlicher Nähe gut beaufsichtigt wissen. Gleichzeitig ebnet das Angebot den Kindern sowie auch den Eltern den Übergang in das Regelangebot der Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Beaufsichtigungskräfte eine Qualifizierung erlangen. So können Fachkräfte gewonnen werden, die in vielen Bereichen der Kinderbetreuung fehlen. Der Fokus des geplanten neuen Programms liegt daher insbesondere auf der Gewinnung, der Qualifizierung und dem Einsatz von Kinderbeaufsichtigungspersonen und damit auf potentiellen Fachkräften.

Weitere Informationen gibt es unter www.esf.de sowie https://www.fruehe-chancen.de/intmikiplus.

Fragen rund um die Fördervoraussetzungen und das Antragsverfahren zum Bundesprogramm beantwortet die Servicestelle "Integrationskurs mit Kind Plus" telefonisch unter 030 390 634 730 sowie per E-Mail unter service@integrations-kibe.de. Eine finanz-technische Beratung kann unter 030 544 533 712 erfolgen.


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Umgang mit Rassismus: 5 Tipps für pädagogische Fachkräfte

Aktuelle Zahlen zeigen, dass Antisemitismus und Rassismus stark zunehmen – das ist auch an Schulen ein ernstzunehmendes Problem. Das Projekt „Aktiv gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus“ der Stiftung Lesen und des Bundesamts für Kultur und Medien unterstützt pädagogische Fachkräfte dabei, junge Menschen aufzuklären und zu schützen. Wie erkennen Kinder und Jugendliche leichter rassistische oder diskriminierende Aussagen? Welche Maßnahmen und Methoden helfen dabei, von Vorfällen außerhalb des Klassenraums zu erfahren? Die Stiftung Lesen gibt fünf Tipps für den Schulalltag.

Erfahrungen mit Ausgrenzung und Diskriminierung gehören leider immer noch zum Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Folgende fünf Tipps können pädagogische Fachkräfte in Schulen, aber auch im außerschulischen Umfeld helfen, mit Rassismus im Alltag umzugehen und langfristig vorzubeugen.

Tipp 1: Vorbild sein und Bewusstsein schaffen

Rassistische Äußerungen werden häufig nicht direkt angesprochen, sondern beiseitegeschoben. Das ist verständlich: das Thema ist unangenehm und kann Konflikte verursachen. Doch nur wer selbst Vorbild ist, kann Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass ihre Probleme erkannt werden und es eine Ansprechperson für sie gibt. Es kann helfen, auch ohne dass es einen Anlass gibt, offen über das Thema Rassismus zu sprechen, um eine Sprache und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln.

Tipp 2: Einschreiten, wenn Diskriminierung stattfindet

Ein aktives Einschreiten ist erlaubt. Es ist wichtig, Grenzen zu setzen, die nicht verhandelbar sind. Zusätzlich dazu sollte auch begründet werden, warum Dinge nicht in Ordnung sind und was die Folgen sind, wenn sich nicht daran gehalten wird. Wichtig ist an der Stelle, Transparenz und Verbindlichkeit für Regeln des gemeinsamen Miteinanders zu schaffen.

Tipp 3: Den Kindern und Jugendlichen einen Schutzraum anbieten

Sobald Diskriminierung stattfindet, ist es wichtig, sofort zu handeln, das Opfer zu stärken und zu verdeutlichen, dass sie nicht alleine sind. Es kann helfen, den Kindern und Jugendlichen zu erklären, dass sie widersprechen können, wenn sie etwas nicht in Ordnung finden. Wichtig ist auch, über alle Themen zu sprechen und einen Raum zu schaffen, in denen ihre Verletzungen anerkannt werden. 

Tipp 4: Auf die Sprache achten

Es kann helfen, beim Sprechen immer wieder zu überprüfen und zu reflektieren, welche Geschichten/Perspektiven fehlen. Diskussionen mit Kindern und Jugendlichen zu komplexen Themen sollten auch immer sachlich und mehrperspektivische sein. Wichtig ist dabei, das Aufzählen von Differenzkategorien zu vermeiden und kein „Wir“ und „Ihr“ zu verwenden. Durch eine regelmäßige Reflexion, mit welcher Sprache gesprochen wird, kann an den Alltag und die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen angeknüpft werden.

Tipp 5: Einsatz von altersgerechten Medien

Über altersgerechte Medien können Zugänge zu den Themen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus geschaffen werden. Diese helfen den Kindern und Jugendlichen, Verständnis zu entwickeln sowie Folgen des eigenen und fremden Handelns besser einschätzen zu können. Kinder und Jugendliche können sich oft in Hauptfiguren in Büchern und Filmen hineinversetzen. Wichtig ist dabei, dass Geschichten erzählt und besprochen werden, die auch handlungswirksam sind und Lösungsoptionen zeigen. 

Digitaler Fachvortrag „Umgang mit Rassismus im pädagogischen Kontext

Die Tipps sind nur ein Auszug des digitalen Fachvortrages, der im Rahmen des Projekts „Aktiv gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus“ stattgefunden hat und ab sofort online frei verfügbar ist. Referentin Deborah Krieg, von der Bildungsstätte Anne Frank, erklärt im Vortrag die Bedeutung von Rassismus für das Miteinander an aber auch außerhalb der Schule. Sie hilft dabei, unterschiedliche Formen und Mechanismen von Rassismus zu erkennen, eigene Handlungen zu betrachten oder zu hinterfragen und eine Haltung zu entwickeln. All das unterstützt dabei, im handlungsfähig zu bleiben.

Fachvortrag „Umgang mit Rassismus im pädagogischen Kontext“

Über das Projekt „Aktiv gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus“

300 Schulen und außerschulische Einrichtungen nehmen deutschlandweit am Projekt „Aktiv gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus“ der Stiftung Lesen teil. Gefördert wird es im Rahmen der Kulturprojekte zur Bekämpfung von Rechtsextremismus & Rassismus durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Mit dem Projekt der Stiftung Lesen erhalten pädagogische Fachkräfte Medienboxen und Begleitmaterialien zur Unterstützung, um Kinder und Jugendliche im Hinblick auf Demokratiebewusstsein, Antirassismus und Prävention gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Hass und Intoleranz zu stärken. Zusätzlich dazu gab es verschiedene Weiterbildungsangebote durch Seminare und einen Fachvortrag, um pädagogische Fachkräfte für diese Themen zu sensibilisieren. 


Top Themen Weiterbildung

Zertifikatskurse: Kita-Sozialraumarbeit und Traumapädagogik

Die Hochschule Koblenz führt seit mehr als 20 Jahren berufsbegleitende Fernstudiengänge in Kooperation mit dem zfh – Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund durch. Für Erzieherinnen und Erzieher gibt es zwei berufsbegleitenden Zertifikatskurse: Fachkraft zur Kita-Sozialraumarbeit und Traumapädagogik.Für beide Zertifikatskurse können sich Interessierte noch bis zum 15.01.2024 online beim zfh anmelden unter http://www.zfh.de/anmeldung

Fachkraft für Kita-Sozialraumarbeit
Kindertageseinrichtungen sind wichtige Bausteine im Sozialraum. Das Ziel der Kita-Sozialraumarbeit als institutionsbezogene und sozialräumlich ausgerichtete Fallarbeit ist es, einen Beitrag zur Prävention von Problemlagen und zur Minimierung von sozialen Problemen zu leisten. Der berufsbegleitende Zertifikatskurs ermöglicht es den Teilnehmenden, ihre bisher erworbenen professionellen Kompetenzen zu reflektieren, zu vertiefen und weiterzuentwickeln. So qualifizieren sie sich für die Tätigkeit in der Kita-Sozialraumarbeit. Eingebunden in das System der Kindertagesbetreuung entlasten sie Leitungen und pädagogische Fachkräfte in Kitas. Anstellungsträger sind in der Regel Kindertageseinrichtungen bei den zuständigen öffentlichen und freien Trägern, bspw. beim Jugendamt.

Traumapädagogik
Pädagogische Fachkräfte stehen zunehmend vor der Herausforderung, Kindern, die belastende Flucht- und Kriegserfahrungen oder Naturkatastrophen, bzw. Gewalt und Migration erlebt haben, adäquat zu begegnen. Traumapädagogik und Intervention bei Belastungen stellen immer öfter einen wichtigen Bestandteil der täglichen pädagogischen Arbeit dar. Die Hochschule Koblenz hat auf diesen Bedarf reagiert und bietet den zweisemestrigen Zertifikatskurs Traumapädagogik an. Als Zugangsvoraussetzung gilt der Nachweis einer Tätigkeit im pädagogischen Feld.

Weiterführende Links:
http://www.zfh.de/kita-sozialraumarbeit
http://www.zfh.de/traumapaedagogik
http://www.hs-koblenz.de/maks

 

zfh – Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund

Das zfh – Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund bildet gemeinsam mit 21 staatlichen Hochschulen den zfh-Hochschulverbund. Das zfh ist eine wissenschaftliche Institution des Landes Rheinland-Pfalz mit Sitz in Koblenz und basiert auf einem 1998 ratifizierten Staatsvertrag der Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland. Neben den 15 Hochschulen dieser drei Bundesländer haben sich weitere Hochschulen aus Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein dem Verbund angeschlossen. Das erfahrene Team des zfh fördert und unterstützt die Hochschulen bei der Entwicklung und Durchführung ihrer Fernstudienangebote. Mit einem Repertoire von 100 berufsbegleitenden Fernstudienangeboten in wirtschaftswissenschaftlichen, technischen/naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Fachrichtungen ist der zfh-Verbund bundesweit größter Anbieter von Fernstudiengängen an Hochschulen mit akkreditiertem Abschluss. Alle zfh-Fernstudiengänge mit dem akademischen Ziel des Bachelor- oder Masterabschlusses sind von den Akkreditierungsagenturen ACQUIN, AHPGS, ASIIN, AQAS, FIBAA bzw. ZEvA zertifiziert und somit international anerkannt. Neben den Bachelor- und Masterstudiengängen besteht auch ein umfangreiches Angebot an Weiterbildungsmodulen mit Hochschulzertifikat. Derzeit sind über 6.000 Fernstudierende an den Hochschulen des zfh-Verbunds eingeschrieben.


Top Themen Medien

Aktiv gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus

Kinder und Jugendliche in ihrem Demokratiebewusstsein unterstützen, gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sensibilisieren und gleichzeitig die Lesemotivation und -kompetenz stärken – das ist das Ziel des Projekts „Gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus – Prävention und Sensibilisierung“ der Stiftung Lesen. Unter Förderung von Kulturstaatsministerin Claudia Roth, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, wurden umfangreiche Medienpakete für Schulen und außerschulische Einrichtungen zusammengestellt, begleitet von pädagogischen Materialien und Online-Seminaren für pädagogische Fachkräfte.

Sowohl im außerschulischen wie auch schulischen Umfeld sind Kinder und Jugendliche häufig mit diskriminierenden bis hin zu rassistischen Aussagen konfrontiert, entweder gegenüber der eigenen Person oder im direkten Umfeld. Schulen und pädagogische Einrichtungen sind daher wichtige Orte zur Diskriminierungsprävention, denn hier kann eine Vielzahl an Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft erreicht werden. Genau da setzt das Projekt „Gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus – Prävention und Sensibilisierung“ der Stiftung Lesen an. Ziel des Angebots ist es, durch den Einsatz von altersgemäßen Lesestoffen und anderer Medien die Sozial- und Bildungskompetenzen von Kindern und Jugendlichen zwischen ca. 8 und 14 Jahren auszubauen: „Bei diesem Projekt gehen die Stärkung des Demokratiebewusstseins und Leseförderung Hand in Hand. Lesen ist eine Basiskompetenz. Sie ermöglicht den Zugang zu Bildung und ist der Schlüssel zur Welt. Wer nicht richtig lesen kann, kann politische, gesellschaftliche oder auch wissenschaftliche Informationen nicht richtig verarbeiten und einordnen. Gerade heute mit dieser ungefilterten Vielzahl an Nachrichten und Desinformationen, vor allem auch im digitalen Raum, ist Lesekompetenz wichtiger denn je. Mit diesem Projekt wollen wir das Bewusstsein und die Eigenverantwortung junger Menschen gegenüber menschenfeindlichen Tendenzen über die Förderung der Lese- und Medienkompetenz stärken“, berichtet Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer Stiftung Lesen.

Schulen fördern Lesekompetenz und Demokratiebewusstsein  

Im Rahmen des Angebotes konnten bundesweit 300 Schulen und außerschulische Einrichtungen an dem Projekt teilnehmen. EineLehrkraft aus Brandenburg berichtet: „Gerade in der aktuellen politischen Lage ist die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen gegenüber Themen wie Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus wichtiger denn je! Die Reaktionen auf die aktuellen Ereignisse in Israel zeigen das täglich. Die Medienboxen der Stiftung Lesen unterstützen uns dabei, wirklich schwierige Themen an unsere Schülerschaft heranzutragen und ins Gespräch zu kommen. Dadurch werden Kinder und Jugendliche nicht nur in ihrer Lesekompetenz gestärkt, sondern lernen Verantwortung zu übernehmen und sich für Demokratie stark zu machen!”

Der Kulturstaatsministerin Claudia Roth ist Rassismusprävention ein wichtiges Anliegen: „Rassismus und Antisemitismus sind leider für viele Kinder und Jugendliche Alltag – in der Schule wie in der Freizeit. Umso wichtiger ist es, dass wir junge Menschen dabei unterstützen, sich Kompetenzen anzueignen, sich eine eigene Meinung zu bilden, Desinformationen zu erkennen und anderen Menschen respektvoll zu begegnen. Lesen ist nicht nur unerlässlich für Chancengleichheit und den Zugang zu Bildung, sondern auch die Basis für Demokratie.“

Diskriminierungsprävention von Anfang an

Über den Einsatz abwechslungsreicher altersgerechter Medien werden Kinder und Jugendliche im Rahmen des Projekts über verschiedene Formen von Diskriminierung aufgeklärt und sensibilisiert. Die Geschichten in Büchern und Filmen bieten Identifikationspotenzial, eröffnen Denk- und Handlungsalternativen, die im geschützten Raum in fachübergreifender und außerunterrichtlicher Gruppenarbeit ausprobiert und auf konkrete Alltagssituationen übertragen werden können. Dadurch lernen Kinder und Jugendliche Verantwortung zu übernehmen und sich für Demokratie stark zu machen. Gleichzeitig werden sie in ihrer Lesemotivation- und Lesekompetenz gestärkt und ihre Sozialkompetenzen nachhaltig gesteigert. Pädagogische Fach- und Lehrkräfte bekommen über Begleitmaterialien und digitale Einführungsseminare Impulse, wie mit menschenverachtenden und antidemokratischen Tendenzen im Schul- und Einrichtungsalltag umgegangen werden kann und wie Kinder und Jugendliche beispielsweise über den Umgang mit Fake News aufgeklärt werden können. Für November 2023 ist ein digitaler Fachvortrag aus dem Kontext der Kinder- und Jugendarbeit zu den Themen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus geplant.

Weitere Informationen finden Sie unter:https://www.stiftunglesen.de/schulportal/sekundarstufe/praevention-und-sensibilisierung-gegen-rechtsextremismus-antisemitismus-und-rassismus  


Top Themen Weiterbildung

Frühkindliche Bildung: Wie gut ist unser Kita-Personal qualifiziert?

FernUniversität in Hagen

Frühkindliche Bildung: Wie gut ist unser Kita-Personal qualifiziert?

9,1 Prozent des pädagogischen Personals in Kitas und Horten haben keine entsprechende Berufsausbildung – die Tendenz ist steigend. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Ausgabe des Ländermonitorings Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung, das heute in Zusammenarbeit mit Forschenden des Lehrgebiets Empirische Bildungsforschung der FernUniversität in Hagen veröffentlicht worden ist.

Weniger Bildungsmöglichkeiten, mehr Betreuung durch Laien

Viele Eltern in Deutschland erleben gerade unmittelbar die Auswirkungen der fehlenden Fachkräfte: Immer mehr Kitas reduzieren die Betreuungszeiten oder bieten zeitweise nur eine Notbetreuung an. Vor dem Hintergrund fehlender pädagogischer Fachkräfte in Kitas werden die sogenannten Fachkräftekataloge in einigen Bundesländern deutlich erweitert. Diese setzen die Qualifikationsanforderungen für die pädagogische Arbeit fest. Ziel ist es, mehr personelle Ressourcen in die Kitas zu bringen. In einigen Bundesländern dürfen nun beispielsweise auch Logopäd:innen und Geburtshelfer:innen ohne die spezifische, fachschulische Ausbildung für die Arbeit mit Kita-Kindern als pädagogische Fachkraft in einer Kita arbeiten. Der Indikator „Qualifikationsniveau des pädagogischen Personals in Kitas" im Ländermonitor gibt Auskunft über das Ausbildungsniveau der Fachkräfte. Die Aufweichung des Fachkräfteangebots steht dabei im Zusammenhang mit dem Personalmangel in Kitas und verhält sich doch konträr zum Anspruch, gute pädagogische Arbeit leisten zu wollen. Eine Studie, die ebenfalls in Kooperation zwischen Bertelsmann Stiftung und FernUni entstanden ist, zeigt die Auswirkungen des Personalmangels auf das pädagogische Handeln: Weniger Bildungsmöglichkeiten für die Kinder, mehr reine Betreuung – unter Aufsicht zunehmend pädagogischer Laien.

Abhängig von der Mitarbeit der Auszubildenden

Hatten 2012 noch 94,1 Prozent des pädagogischen Personals in Kitas (inklusive Horte) einen fachlichen Berufsabschluss (Ausbildung oder Studium), so sind dies zum 1. März 2022 nur noch 90,9 Prozent. Hingegen steigt im selben Zeitraum der Anteil der Beschäftigten ohne Ausbildung sowie von Personen, die sich aktuell noch in der Ausbildung befinden von 5,9 Prozent auf 9,1 Prozent. In Berlin ist dieser Anteil besonders stark von 6,5 Prozent (2012) auf 16,1 Prozent (2022) gestiegen. Die Anzahl der Personen in Kitas (inklusive Horten), die sich aktuell in Ausbildung befinden, hat sich in zehn Jahren verdoppelt. Waren 2012 noch 3,4 Prozent der Beschäftigten Auszubildende, sind es 2022 6,8 Prozent. Das pädagogische Berufsfeld der frühen Bildung ist damit zunehmend von der Mitarbeit und Unterstützung ihrer Auszubildenden abhängig.
Das Hauptmotiv, sich für den anspruchsvollen Beruf Erzieher:in zu entscheiden, ist noch immer in erster Linie die Freude an der Arbeit mit Kindern. „Damit diese Motivation in der praktischen Arbeit nicht auf der Strecke bleibt, braucht es gute Arbeitsbedingungen und verlässliche Strukturen. Dazu gehören auch Kolleginnen und Kollegen, die die gleichen Fachkompetenzen vorweisen, so dass nicht zusätzliche Belastungen durch die Anleitung der fachfremd Tätigen entstehen“, sagt Prof. Dr. Julia Schütz, Leiterin des Lehrgebiets Empirische Bildungsforschung. „Hierfür braucht es einerseits eine gute Fachberatung sowie andererseits unbedingt Fort- und Weiterbildungsangebote.“

Qualifikationsniveau an Ihrem Standort

Als Heimat der FernUniversität liegt die Stadt Hagen mit 68,8 Prozent Fachschulabschluss und 14,4 Prozent mit Berufsfachschulabschluss in etwa im deutschlandweiten Durchschnitt. Wie ist es eigentlich um das Qualifikationsniveau an Ihrem Wohnort bestellt? Diese und weitere Antworten finden Sie auf der Homepage des Ländermonitors.

Insgesamt blickt das Lehrgebiet Empirische Bildungsforschung auf eine fünfjährige Zusammenarbeit in diesem Projekt mit der Bertelsmann Stiftung. Insbesondere stand es vor der Herausforderung, komplexe primärstatistische Daten nachvollziehbar und verständlich aufzubereiten. So gelang es, Komplexität zu reduzieren, Entwicklungstrends zu erkennen und den Wissenstransfer im Bereich der frühkindlichen Bildung zu unterstützen. Nun ist es an der Zeit, neue Schwerpunkte zu setzen. So konzentrieren sich die Forschenden der FernUni aktuell auf die Bildungsbereiche der Erwachsenen- und Hochschulbildung, beispielsweise im Projekt Lernen und Arbeiten in der digitalen Transformation im Bildungssektor, welches am Institut Arbeit – Bildung – Digitalisierung läuft.


 

Weitere Informationen:

https://www.laendermonitor.de/de/startseite Ergebnisse des Ländermonitors
https://www.fernuni-hagen.de/bildungswissenschaft/empirische-bildungsforschung/a... Lehrgebiet Empirische Bildungsforschung
https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/fruehkindliche-bildung Infos zum Projekt der Bertelsmann Stiftung

 


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Forscheridee im Dezember: Winterfutter für die Vögel

Winterfutter für die Vögel

Mit selbstgemachten Futteranhängern können Sie Wildvögeln im Winter bei der Futtersuche helfen! Womit füttert man? Und welche Vögel kommen an die Futterstelle?

Sie brauchen:

  • 300 g Futtermischung für Wildvögel - Achtung: ambrosiafrei!
  • 300 g Kokosfett
  • 1 Esslöffel Pflanzenöl
  • Kochtopf und Kochlöffel
  • Ausstechförmchen
  • Backpapier
  • Holzstäbchen
  • Schnur oder Kordel

Wichtig! Falls Sie die Futtermischung selbst zusammenstellen, verwenden Sie niemals gesalzene, gesüßte oder gewürzte Speisen, denn Vögel werden davon krank.

So funktioniert’s

Alltagsbezug aufgreifen

Die Kinder hören Vögel in Sträuchern zwitschern - auch im Winter. Dann lassen sie sich gut darin erkennen. Welche Vögel sind das? Sind es immer die gleichen oder verschiedene Vögel? Vielleicht fragen sich die Kinder auch, ob die Vögel frieren oder genug zu fressen haben.

Kinderzeit-Podcast: Forschendes Lernen in der Kita

Die richtige Mischung?

Untersuchen Sie gemeinsam die Futtermischung, bevor es losgeht. Welche der Zutaten erkennen die Kinder? Was mögen die anderen Bestandteile sein? Finden Sie es zusammen heraus. Welche Zutaten könnten Sie noch hinzufügen – vielleicht

getrocknete Apfelstückchen oder Rosinen? Vergleichen Sie dazu verschiedene Fertigmischungen, manche enthalten getrocknete Mehlwürmer oder andere Insekten. Auch Ihr eigenes Müsli kann als Inspiration dienen; verwenden Sie aber für die Vögel bitte nur zuckerfreie Zutaten.

Futteranhänger herstellen

  1. Geben Sie das Fett in einen Topf und erwärmen Sie es auf kleiner Flamme, bis es flüssig ist. Fügen Sie das Pflanzenöl hinzu. So wird die Masse beim Aushärten nicht brüchig.
  2. Rühren Sie mit den Kindern die Körnermischung ein und lassen Sie die Masse so weit abkühlen, dass die Kinder sie noch gut formen können.
  3. Die Kinder setzen nun die Backförmchen auf das Backpapier, befüllen sie mit der Masse und streichen alles glatt. Stecken Sie ein Stöckchen in die Mitte für ein Loch zum Aufhängen.
  4. Wenn die Masse ausgehärtet ist, lösen die Kinder alles aus den Förmchen, entfernen das Stöckchen und fädeln die Kordel durch das Loch.

Futter aufhängen und beobachten

Schauen Sie sich draußen in der Nähe um: Wo möchten Sie das Futter für die Vögel anbieten? Zum Beobachten eignet sich ein Ort in Fensternähe. Wichtig ist auch, dass Katzen in der Nähe der Futterstelle keine Versteckmöglichkeiten haben, da die Vögel sonst leichte Beute sind. Wenn Sie die Futteranhänger platziert haben, können die Kinder ihre gefederten Gäste beobachten. Versuchen Sie, die Arten zu identifizieren und z. B. Unterschiede in der Schnabelform zu erkennen. Welche Körner oder Früchte picken die Vögel am liebsten aus den Futter-Anhängern heraus und wer kommt zu welcher Tageszeit? Notieren Sie gemeinsam, was es alles zu entdecken gibt. Mit Fotos, Zeichnungen und ein paar eingeklebten Futterproben wird daraus ein richtiges Forschungstagebuch.

Sterne, Glocken, Stiefel, die satt machen | Forscheridee

Wissenswertes für Erwachsene

Auch Gartenvögel haben Lieblingsspeisen. Man unterscheidet grob zwischen Körner-, Weichfutter- und Allesfressern. Buch- und Grünfinken, Zeisige und Stieglitze sind Körnerfresser. Sie haben kräftige, kegelförmige Schnäbel, um z. B. Sonnenblumenkerne und Nüsse aufzuknacken. Zu den Weichfutterfressern gehören u. a. Amseln, Stare, Zaunkönige und Rotkehlchen. Ihre spitzen, zierlichen Schnäbel sind perfekt, um Insekten und Früchte zu fressen. Deshalb sind für die Winterfütterung Rosinen, Getreideflocken und feinere Samen gut geeignet. Gemahlene oder geschrotete ungesalzene Nüsse sowie frische bzw. getrocknete Äpfel und Birnen mögen sie ebenfalls gern. Sperlinge, Meisen, Spechte und Kleiber sind Allesfresser; sie mögen sowohl Körner (Sonnenblumenkörner, Hanf, Mohn) als auch Insekten und Früchte (Hirse, Bucheckern, zerkleinerte Haselnüsse).

 Online-Kurs: Stadt, Land, Wald – Winterwald

Begeben Sie sich virtuell auf Entdeckungstour durch den Lebensraum Winterwald. Lernen Sie, welche Pflanzen und Lebewesen im Wald zu finden sind und erhalten Sie Ideen, wie Sie mit Kindern diesen Ort entdecken und erforschen können. Das alles bietet der kostenlose Online-Kurs „Stadt, Land, Wald: Winterwald“ auf der Lernplattform Campus der Stiftung Kinder forschen.

 

Die gemeinnützige Stiftung Kinder forschen

Die gemeinnützige Stiftung Kinder forschen engagiert sich für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) – mit dem Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen und zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern vor Ort bietet die Stiftung bundesweit ein Bildungsprogramm an, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei unterstützt, Kinder im Kita- und Grundschulalter qualifiziert beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Die Stiftung Kinder forschen verbessert Bildungschancen, fördert Interesse am MINT-Bereich und professionalisiert dafür pädagogisches Personal. Partner der Stiftung sind die Siemens Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung, die Dieter Schwarz Stiftung und die Friede Springer Stiftung. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Mehr über die Bildungsinitiative Stiftung Kinder forschen: www.stiftung-kinder-forschen.de