2011

Arztkoffer für Puppen und Teddys

In diesem tollen Kasten aus lackiertem Holz ist reichhaltiges Material für die Erste Hilfe im Kindergarten bei verletzten Puppen und Teddys enthalten!

Süße Schwesternhaube und detailliert lackierte Holzteile wie Pinzette, Spritze mit gefedertem Kolben, Tropfen- und Pillendose, Stethoskop mit süßer Erdbeer-Deko, 6 süße Heftstreifen mit Erdbeermotiv und Klemmbrett mit Notizzetteln bringen Kindern in Rollenspielen die Welt nahe! Mit einem Schnappschloss versehen, hält der Deckel mit Tragegriff den Inhalt sicher an seinem Platz..

Produkteigenschaften:
Produktmaße (LxB) in cm: 19 x 17
Material: Holz
Gewicht: 1,716 kg
Altersempfehlung: ab 3 Jahren

Quelle: www.pirum-holzspielzeuge.de

"U1 bis U9 - Früherkennungsprogramm für Kinder"

Was bedeutet Früherkennung? Was wird bei den einzelnen U-Untersuchungen untersucht? Wer trägt die Kosten? Zur Beantwortung dieser und anderer Elternfragen hat die BZgA Präsentationsunterlagen entwickelt, die Erzieherinnen und Erzieher im Rahmen ihrer Zusammenarbeit mit Eltern nutzen können.

Die Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U9 sind ein wesentlicher Baustein zur gesunden kindlichen Entwicklung. Sie bieten dem Kind die Chance, dass mögliche Probleme oder Auffälligkeiten meist frühzeitig erkannt und behandelt werden können, für Eltern bedeuten sie einige Sicherheit. Denn die kindliche Entwicklung ist so vielfältig wie Kinder verschieden, was gerade in den ersten Lebensjahren Eltern häufig auch verunsichern kann. 

Die wichtigstenen Informationen zum Früherkennungsprogramm für Kinder hat die BZgA in einem 17-seitigen Folienvortrag zusammengefasst. Übersichtlich und ansprechend gestaltet können die Unterlagen beispielsweise im Rahmen eines Elternabends eingesetzt werden, um Eltern über die Bedeutung der Früherkennung und die Schwerpunkte der einzelnen Untersuchungen umfassend zu informieren.

Die Inhalte im Einzelnen:
Durchführung und Kosten
Früherkennung bedeutet …
Krankheits-Früherkennung
Früherkennung von Entwicklungproblemen
Jede U-Untersuchung umfasst …
U1 bis U9 (Untersuchungen, Schwerpunkte und Beratung, Impfungen)
Vorbeugen und unterstützen (Was Eltern tun können)

Der Vortrag kann als PDF heruntergeladen werden. Sie können die Materialien auf Folien oder Papier ausdrucken oder mit PC und Beamer für Ihren Vortrag nutzen. 

www.kindergesundheit-info.de/fuer-fachkraefte/hintergrundwissen/frueherkennungsuntersuchungen/folienvortrag-u1-bis-u9-frueherkennungsprogramm-fuer-kinder/





Kinder mit Diabetis im Kindergarten

Jedes Kind mit Diabetes kann und sollte einen Kindergarten besuchen. So können Kinder mit Diabetes am besten erfahren, dass sie dazugehören und nicht „anders“ sind als andere Kinder. Diese positive Erfahrung ist gerade für Kinder mit Diabetes wichtig, damit sie selbstbewusst und sicher mit der lebenslangen Therapie umgehen können und sich altersgemäß entwickeln.

Was ist Diabetis?
Bei Kindern handelt es sich um den Typ 1 Diabetes. Dies ist eine Stoffwechselstörung, bei der das lebensnotwendige körpereigene Hormon Insulin in der Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar nicht gebildet wird. Das Insulin reguliert den Blutzucker. Die Kinder benötigen eine lebenslange Behandlung mit täglich mehrmaligen Insulingaben. Diese werden meist mit einem Insulin-Pen (ähnlich einem Stift) oder einer Insulinspritze unter die Haut gespritzt. Viele Kinder werden heute mit einer Insulinpumpe behandelt. Mit einer Insulinpumpe kann das Insulin ständig über einen Katheter (feiner Schlauch), der in der Haut liegt, gegeben werden.

Bei Krankheitsbeginn fallen Kinder mit Typ 1 Diabetes durch häufiges Wasserlassen, großen Durst, Gewichtsabnahme und Einschränkung der Leistungsfähigkeit auf. Diese Anzeichen entstehen durch den Insulinmangel, der zu hohen Blutzuckerwerten führt. Mit beginnender Insulinbehandlung verschwinden diese Anzeichen Die Kinder sind wieder normal belastbar.

Beim Typ 1 Diabetes bildet die Bauchspeicheldrüse zunächst zu wenig und später kein Insulin mehr. Das fehlende Insulin wird mehrmals täglich mit einem Insulin-Pen oder einer Insulinspritze gespritzt oder kontinuierlich mit einer Insulinpumpe zugeführt.

Die Insulinmenge muss mit der Nahrung abgestimmt werden. Dabei kommt es auf den richtigen Zeitpunkt, die richtige Menge und die Zusammensetzung der Nahrung an.
Außerdem muss bedacht werden, dass körperliche Anstrengung den Blutzucker senken kann.
Durch regelmäßige Blutzuckerkontrollen wird überprüft, ob die Behandlung erfolgreich ist.
Der Blutzuckerwert kann mit einem kleinen, einfach zu bedienenden Gerät bestimmt werden.
Viele Kinder können die Blutzuckermessung schon selbst durchführen. Sie sind jedoch aufgrund ihres Alters nicht in der Lage, die Messergebnisse (Zahlen) zu interpretieren oder die notwendige Insulinmenge zu berechnen. Hier ist Ihre Hilfe erforderlich, vor allem, wenn ein zu niedriger
Blutzuckerwert vorliegt, der sofort behandelt werden muss.

Der Blutzuckerwert kann auch einmal zu hoch sein, dies bedeutet keine akute Gefahr.
 Zumeist reicht es aus, wenn die Eltern bei der nächsten Insulingabe darauf reagieren.

Für den Kindergarten ist wichtig:
Kinder mit Diabetes müssen die Nahrungsmittel, die sie mitgebracht haben, vollständig zur vorgegebenen Zeit essen. Die Teilnahme am gemeinsamen Kindergartenfrühstück und am Mittagessen ist in der Regel problemlos möglich. Wenn das Kind einmal etwas zusätzlich gegessen oder getrunken hat, ist das kein Grund zu großer Sorge. Die Eltern sollten darüber jedoch informiert werden, wenn sie das Kind abholen.

Die Ernährung bei Typ 1 Diabetes ist eine vollwertige Ernährung, die sich an der gesunden Ernährung aller Kinder orientiert. Es sind keine Spezialnahrungsmittel für „Diabetiker“ erforderlich. Auch kleinere Mengen an Süßigkeiten, z B bei Kinderfesten, sind möglich, wenn sie vorher mit den Eltern besprochen wurden.

Es gibt auch Nahrungsmittel, die den Blutzucker nicht oder nur gering ansteigen lassen. Diese
können Kinder zwischendurch zusätzlich essen oder trinken:
rohes Gemüse wie Möhren, Kohlrabi, Tomaten, Paprika Limonaden mit Süßstoff ungezuckerte Früchte- und Kräutertees zuckerfreies Kaugummi und zuckerfreie Bonbons
Mehr Infos in der kompletten Ausgabe der Borschüre: Kinder mit Diabetis im Kindergarten
Bestellung unter: www.ffits.com/novo-akademie/files/Kindergarten_Brochure.pdf

Väter - eine vernachlässigte Gruppe?

Eine bei der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft weitgehend vernachlässigte Gruppe von Eltern sind die Väter. Dies ist bedauerlich: Väter nehmen einen wichtigen Platz im Leben zumindest der jüngeren Kinder ein; die Väterforschung hat ihre große Bedeutung insbesondere für die Entwicklung kognitiver Kompetenzen, sozialer Fertigkeiten, der Geschlechtsrollenidentität und des Selbstwertgefühls belegt.

Väter sind wichtige Miterzieher, die von den Erzieher/innen bzw. Lehrer/innen nicht ignoriert werden dürfen. Sie sollten nicht länger "Zaungäste" in der Kindertageseinrichtung oder Schule sein, sondern Gelegenheiten erhalten, auch eine "neue Väterlichkeit" auszuprobieren, anderen Vätern zu begegnen und sich ihren Kindern zu widmen.

Deshalb sollten Erzieher/innen bzw. Lehrer/innen schon vom ersten Kontakt an väterfreundliche Signale aussenden, z.B. indem sie ausdrücklich auch Väter zu Elterngesprächen und -abenden einladen. So können diese ihre Perspektiven und Ansichten einbringen, die sich oft von denen der Mütter unterscheiden. Auch können sie als Mitglieder des Elternbeirats gewonnen oder zu bestimmten Themen als Fachmann in die Gruppe bzw. in den Unterricht eingeladen werden.

In vielen Kindertageseinrichtungen konnte eine besonders hohe Beteiligung von Vätern durch reine Vater-Kind-Aktionen erreicht werden - insbesondere wenn die Väter direkt von ihren Kindern eingeladen wurden. Relativ wenig Arbeit machen gemeinsame Abendmahlzeiten, da diese von den Kindern vorbereitet werden können. Gegen 19.00 Uhr werden nahezu alle Väter den Weg in die Kindertageseinrichtung gefunden haben. Schon etwas anspruchsvoller und aufwändiger sind Spielkreise für Väter und Kinder. Hierzu kommen eigentlich nur drei - für Erzieher/innen ungünstige - Zeitpunkte in Frage: der Freitagnachmittag oder der Samstagvormittag bzw. -nachmittag. Wenn man zwei bis drei Stunden für den Spielkreis ansetzt, ist z.B. folgendes Programm möglich: (1) die Kinder zeigen ihren Vätern den Kindergarten, (2) Freispiel, (3) Beschäftigung, (4) Imbiss. Beschäftigungen können Bastelaktivitäten, Tonen, Werken u.Ä. beinhalten. Bei solchen Spielkreisen erfahren die Väter, wie ihre Kinder gefördert werden und mit welchen Spielmaterialien sie tagtäglich umgehen. Vater-Kind-Aktionen können aber auch im Wald oder auf Abenteuerspielplätzen stattfinden. Ferner können sie einen sportlichen Charakter haben: Beispielsweise können bei einem Fußballspiel die Kinder gegen die Väter antreten - wobei Letztere nur im Sitzen spielen dürfen oder je zwei Väter an den Beinen zusammengebunden werden. Dann haben auch Kleinkinder echte Gewinnchancen!

Vielerorts sind positive Erfahrungen mit Angeboten nur für Väter gesammelt worden. Besonders bewährt haben sich Aktivitäten, zu denen Körperkraft und handwerkliches Geschick benötigt werden. So haben viele Kindertageseinrichtungen mit Hilfe von Vätern die Außenanlagen umgestaltet oder Holzeinbauten in Gruppenräumen erstellt. Auch zu Gartenarbeiten und zum Reparieren von Geräten bzw. Spielsachen lassen sich Väter relativ leicht gewinnen. Insbesondere längerfristige oder häufige Projekte schweißen die Beteiligten zusammen: Es kommt zu intensiven Gesprächen; Freundschaften entstehen.

Vereinzelt - etwas häufiger in den USA als in Deutschland - wird von reinen Vätergruppen berichtet. Hier treffen sich Väter am Abend, um über die Entwicklung und Erziehung von Kindern, über altersgemäße Beschäftigungen und Erziehungsschwierigkeiten zu diskutieren. Ferner wird die Vaterrolle reflektiert, das traditionelle Männerbild hinterfragt und nach Wegen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesucht. Auf diese Weise wird der Weg zu eher partnerschaftlichen, verständnisvollen und empfindsamen Beziehungen zu Frauen und Kindern geebnet.

Solche Vätergruppen kommen in der Regel nur zustande, wenn Väter persönlich oder telefonisch eingeladen werden. Erfahrungsgemäß lassen sich mehr Männer gewinnen, wenn die Treffen ungezwungen beginnen - z.B. mit einem gemeinsamen Imbiss - und gemütlich ausklingen. Hat die Gruppe mit einigen wenigen Vätern begonnen, können diese gebeten werden, andere Väter anzusprechen - Männer lassen sich leichter von anderen Männern "anwerben". Manchmal wirkt es sich auch positiv aus, wenn die Gruppe von einem Mann, beispielsweise einem Erziehungsberater, geleitet wird.

Schließlich sind reine Freizeitangebote für Väter denkbar - die möglichst von den Vätern selbst organisiert werden sollten: Fußball, Handball, Basketball, Kegeln, Besuch von Sportveranstaltungen, Skatabende, Ausflüge u.v.a.m. Hier lernen Väter einander besser kennen - und dann fällt es ihnen leichter, auch einmal über die Entwicklung und Erziehung ihrer Kinder zu diskutieren.

Besonders wichtig ist aber, Väter in Elterngespräche einzubeziehen, da diese den Kernbereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern bilden. Das bedeutet allerdings, dass oft Termine am späten Nachmittag oder frühen Abend vereinbart werden müssen. Erzieher/innen und Lehrer/innen können Väter bitten, ihren Eindruck von der Entwicklung und Verhalten ihres Kindes zu äußern und dessen Stärken, Schwächen, Interessen und Eigenarten zu charakterisieren. Sie können sich durch Fragen wie "Was machen Sie gerne mit Ihrem Kind?" oder "Wie verstehen Sie Ihre Rolle als Vater?" einen Einblick in die Vater-Kind-Beziehung verschaffen. Und sie können Väter motivieren, ihre Ansichten über Erziehung und Bildung einzubringen und zu klären, wie diese in Familie, Kindertageseinrichtung und Schule umgesetzt werden könnten. Häufig werden dann die Fach- bzw. Lehrkräfte feststellen, dass Väter durchaus eigene Vorstellungen und Sichtweisen haben, die zu kennen wichtig für den erzieherischen Umgang mit dem jeweiligen Kind ist.

Quelle: www.elternarbeit.info

 

Wir können das! - Ein Medienpaket zum Thema Kindersicherheit für die KiTa

Das Medienpaket „Wir können das“ richtet sich an Kindergartenkinder, an Erzieher/innen und an Eltern. Ziel ist es, die hohe Zahl von Unfällen in Kindertageseinrichtungen zu verringern und zugleich die Kompetenz der Kinder, der Erzieher/innen und Eltern zu stärken.

Jedes Jahr verletzen sich 1.7 Millionen Kinder bei einem Unfall so schwer, dass sie einen Arzt aufsuchen müssen. Die Unfälle ereignen sich in der Freizeit, zu Hause, auf der Straße und auch im Kindergarten. Daher haben sich der Gesamtverband der deutschen Versicherer, die Deutsche Verkehrswacht und die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder zusammengeschlossen, um gemeinsam einen wirksamen Beitrag für mehr Sicherheit zu leisten. Mit der mehrjährig angelegten Initiative „Wir können das!“ werden Bausteine für die Kinder selbst, zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit im Kindergarten, zur Ansprache der Eltern und zur Information der allgemeinen Öffentlichkeit entwickelt.

Primär sollen mit dem Projekt Vorschulkinder auf alterstypische Unfallgefahren aufmerksam gemacht werden. Sie lernen, welches die häufigsten Gefahrensituationen sind, wie es typischerweise zu Unfällen kommt und was getan werden kann, um diese zu vermeiden. Mit Bewegungsspielen, Experimenten, eigenen Erlebnissen und Erfahrungen werden alle Sinne angesprochen und sicherheitsbewusstes Verhalten aktiv gefördert.
Inhalte des Medienpakets sind eine Praxismappe für Erzieher/innen mit Projekten zur Unfallverhütung, die mit Kindern in der KiTa durchgeführt werden können, ein Malbuch für Kinder und ein Poster für Eltern.

Neu hinzugekommen sind weitere Projektanleitungen. Die neuen Bausteine beinhalten Sicherheitsübungen und -spiele zu den Themen „Verhalten gegenüber Hunden“, „ Brandgefahr in der Weihnachtszeit“ und „ Sicher durch Schnee und Eis“, "Sicher auf dem Schulweg", "KiTa: Schwimmbadbesuch mit Kindern".
Die Homepage zur Initiative www.wir-koennen-das.de bietet darüber hinaus Spielmöglichkeiten für Kinder, Tipps für Erzieherinnen zur Unfallprävention im Kindergartenalltag sowie einen kostenfreien Newsletter, der dreimal jährlich erscheint.

Der spielzeugfreie Kindergarten

Ausgegangen vom Suchtarbeitskreis Weilheim-Schongau und hier der Unterarbeitsgruppe Kindergarten entwickelte eine Mitarbeiterin des örtlichen Gesundheitsamtes, Elke Schubert, und ein Mitarbeiter des örtlichen Jugendamtes, Rainer Strick, anfang der 90-ziger Jahre das Konzept in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Kindergarten Penzberg.

Projektziel Lebenskompetenzförderung
Ziel dieser Arbeitsgruppe war die Entwicklung eines suchtpräventiven Projektes im Kindergarten, das an der Lebenskompetenzförderung ansetzt. Dazu gehört z.B. die Fähigkeit sich verständlich zu machen und andere zu verstehen, Bedürfnisse wahrzunehmen und die Fähigkeit Beziehungen aufzubauen (vgl. Winner 1998). Studien aus der Präventionsforschung haben ergeben, dass diejenigen Maßnahmen am wirksamsten sind, die versuchen Lebenskompetenzen zu stärken. Aus der Vorschulpädagogik ist bekannt, dass Kinder Spielräume brauchen, in dem diese ihre Themenschwerpunkte selbst setzen können, ihr Entwicklungstempo bestimmen können und ihre Spielpartnerinnen und Spielpartner eigenständig auswählen können. Für Kinder sollte deshalb ein Erfahrungsraum geschaffen werden, den sie selbst gestalten können und in dem sie in ihren Fähigkeiten gefördert werden.

Bedeutung des Spielzeugs

Die Projektinitiatoren setzten sich, im Sinne einer ursachenorientierten Prävention, mit der Lebenswelt von Kindern und den sie umgebenden Konsumgütern auseinander. Eines der beliebtesten Konsumgütern von Kindern ist das Spielzeug. Spielzeug regt Kinder zu vielem an, aber wir wissen alle, dass Spielzeug heutzutage oftmals im Überfluss vorhanden ist und sich mit dem Kauf von Spielzeug Frustrationen und unbefriedigte Bedürfnisse verdrängen lassen können. Bezogen auf die Fülle der Angebote, die teilweise aufkommende Langeweile trotz oder gerade wegen des Überflusses ging es darum, wieder Spielraum zu schaffen für Phantasie und Kreativität und damit auch für Selbstbestätigung und Selbstbewusstsein. Wenn Spielen immer weniger von kindlichen Bedürfnissen und Phantasien und immer mehr von Fertigprodukten geprägt wird, die das Spiel schon vorgeben, ist es wichtig, Kindern wieder den Freiraum zu verschaffen, "zu sich selbst zu kommen", für einen begrenzten Zeitraum eine "Gegenerfahrung" zu machen. Dass sich viele Kinder diesen Freiraum nicht nehmen lassen, ist klar, aber primärpräventive Ansätze wenden sich bewusst nicht nur an eine Gruppe von im engeren Sinne Gefährdeten, sondern an alle Kinder, um auch die zu erreichen, die zunächst vielleicht nicht die Möglichkeit haben, die o.g. Kompetenzen zu entwickeln. (vgl. Schubert, Strick 1996).

Konzeptbausteine
Aus diesen Überlegungen heraus entstand die Idee und das Konzept zum "Spielzeugfreien Kindergarten".

Ohne Spielzeug und Materialien 
Für einen begrenzten Zeitraum - 3 Monate - soll, natürlich zusammen mit den Kindern und mit langer Vorbereitungszeit, das Spielzeug entfernt werden, um Kindern die Möglichkeit und Chance zu geben, sich mit sich selbst auseinander zusetzen, mit ihren Stärken und ihren Schwächen.. Aber nicht nur das vorgefertigte Spielzeug soll entfernt werden, sondern alle Materialien, wie z.B. Papier und Stifte, so dass letztendlich nur noch das Mobiliar vorhanden ist. Wichtig ist: das Projekt ist nicht gegen Spielzeug. Wir wissen alle, dass es viel sinnvolles Spielzeug gibt und dies auch notwendig für die kindliche Entwicklung ist. Im Projekt soll für einen begrenzten Zeitraum ein neuer Spielraum, ein neuer Erfahrungsraum geschaffen werden, in dem Kinder ihre eigenen Fähigkeiten, ihren eigenen Rhythmus, ihre eigenen Grenzen und Möglichkeiten erkennen können. Durch die temporäre Entfernung des Spielzeugs erhalten so die Kinder die Chance sich stärker auf Gruppenprozesse einzulassen, verschiedene Positionen in der Gruppe zu erproben und sich in anderen Rollen zu versuchen.

Neue Rolle der ErzieherInnen
Neben der Herausnahme des Materials ist ein zweiter wichtiger Bestandteil des Projektes die neue Aufgabe und Rolle der Erzieherinnen. Statt Spiel- oder andere Themenangebote durchzuführen, statt vorschnelle Lösungen anzubieten, wechseln sie in eine beobachtende Rolle, weg von der "Animation" hin zu einer interessierten Beobachterin. Die Erzieherinnen werden unterstützende Partnerinnen und Begleiterinnen der Kinder.

Elternarbeit
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die intensive Elternarbeit. Eltern müssen vor Projektbeginn, während und nach dem Projekt grundlegende Informationen und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch erhalten. Vor der Durchführung sollte eine weitgehende Zustimmung zum Projekt bei den Eltern vorhanden sein. Auch die Großeltern können einbezogen werden, indem sie einen Nachmittag mit ihren Kindern in den Kindergarten eingeladen werden, um von ihren Spielen in ihrer Kindheit zu erzählen.

Projektbegleitung
Das Konzept sieht weiterhin eine externe Projektbegleitung zur Unterstützung in der Elternarbeit und zur Praxisreflexion und - dokumentation vor.

Verbreitung und Koordination auf Landesebene
Erfahrungen im städt. Kindergarten Penzberg, der 1992 zum ersten Mal das Projekt durchführte, waren für alle Beteiligten sehr positiv. Von Anfang an war die Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V. (aj) durch Gespräche beteiligt und hat das Projekt interessiert verfolgt. Von der aj herausgegebene Materialien wie die Projektdokumentation, Projektleitfaden, Elterninfo, wissenschaftliche Begleitstudie und ein Videofilm sowie zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen haben zu einer großen Verbreitung des Projekts geführt. In einer Datenbank hat die Aktion Jugendschutz alleine in Bayern über 130 Kindergärten gesammelt, die eine spielzeugfreie Zeit durchgeführt haben.

Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland und auch in der Schweiz und Österreich zahlreiche Kindergärten, die das Projekt durchgeführt haben. In den letzten Jahren stand seitens der Aktion Jugendschutz zunehmend die Fortbildung, Vernetzung und Betreuung von Fachkräften, die Kindergärten bei der Durchführung unterstützen und begleiten, im Vordergrund. So wurden bislang über 30 Projektbegleiter intensiv fortgebildet und in Netzwerktreffen inhaltlich betreut.

Quelle: www.spielzeugfreierkindergarten.de

Verbrennungen

Jetzt ist die Zeit der Laternenumzüge und oft gibt es im Anschluss daran noch ein großes Lagerfeuer. Außerdem wird in der Vorweihnachtszeit im Kindergarten gerne gebacken und dabei schon mal die ein oder andere Kerze angezündet. Dies sind alles Situationen, die Verbrennungen zur Folge haben können. Dann gilt es folgende Maßnahmen zu ergreifen.

Verbrennungen und besonders Verbrühungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Kindesalter. Ähnlich wie bei Vergiftungen sind Kinder im ersten Entdeckungsalter zwischen 2 und 4 Jahren vorrangig gefährdet.

Das Ausmaß der Verletzung ist abhängig von der Art des heißen Stoffes, seiner Temperatur und Einwirkungsdauer. Siedendes Wasser hat z. B. eine Temperatur von ca. 100°C, Öl in einer Friteuse ca. 200°C und eine offene Flamme ca. 1200°C. Schon 52°C heißes Wasser schädigt die Haut.
Eltern und Erzieher haben hier eine hohe Verantwortung, nicht nur Gefahrenquellen vor dem Kind aus dem Weg zu räumen, sondern  Kinder  auch in der Einschätzung von Gefahrensituationen altersgerecht zu unterweisen. 

Sofortmaßnahmen
Ruhe bewahren – keine Panik
1. Löschen
2. Kühlen
3. Notruf (Rettungsleitstelle, Notarzt)

Das sollten Sie tun, wenn sich jemand verbrannt oder verbrüht hat:
Es kommt auf schnelle Hilfeleistung an!
Den Patienten mit Decken, durch Wälzen am Boden oder Wasser löschen
Feuerlöscher nie auf den Kopf richten
Bei Brandwunden nur Wasser, keine Hausmittel anwenden (Mehl, Öl ...)
Kühlen mit Wasser und feuchten Tüchern (bis zu 1 Stunde nach dem Unfall)
Danach Brandwunden steril abdecken
Bei Verbrühungen Kleidung rasch, aber vorsichtig entfernen
Brandblasen nicht öffnen! Infektionsgefahr!
Bei Säuglingen und Kleinkindern grundsätzlich Vorstellung in einer Klinik

Bei einer Verbrennung oder Verbrühung soll die betroffene Stelle sofort gekühlt werden – am besten mindestens zehn Minuten lang unter kaltes Wasser halten. Das Wasser sollte ca. 15 °C kühl sein, denn Eis oder Eiswasser lindern zwar zunächst den Schmerz, aber führen anschließend zu einer stärkeren Durchblutung, so dass es noch mehr weh tut, darüber hinaus kann ein Kälteschaden entstehen. Stoff, der mit der Brandwunde verklebt ist, löst sich so gut ab. Ist das nicht möglich, kalte feuchte Tücher (die nicht fusseln) auflegen und häufig wechseln. Später können bei kleineren Verbrennungen Gels die Wundheilung unterstützen.

Verbrennungsgrade
Man unterscheidet drei Verbrennungsgrade, deren Symptome sich langsam entwickeln, so dass das tatsächliche Ausmaß anfangs nicht immer eindeutig zu erkennen ist.

Bei Verbrennungen 1. Grades ist die Haut gerötet, heiß und geschwollen. Der Betroffene verspürt einen brennenden, ziehenden Schmerz.
Kommt es zur Hautrötung mit starker Schwellung, Blasenbildung und oberflächlicher Zerstörung der Haut mit starken Schmerzen, liegt eine Verbrennung 2. Grades vor. Bei Verbrennungen durch heiße Gegenstände oder zum Beispiel Fett bilden sich fast immer Blasen, die Wunde fängt bald an zu nässen.
Eine Verbrennung 3. Grades ist gekennzeichnet durch die vollkommene Zerstörung der Oberhaut und tieferer Gewebsschichten bis hin zur Verkohlung. Die Schmerzempfindlichkeit ist durch die Schädigung der Nervenenden stark vermindert. Die Haut wird weiß, es kann sich ein tiefer Schorf bilden. 

Lebensgefahr besteht bei Erwachsenen, wenn 15% der Körperoberfläche verbrannt sind, bei Kleinkindern bereits ab 8%. Die Einschätzung der Verbrennungsfläche erfolgt nach der Neunerregel. Danach werden bei Erwachsenen Verbrennungen des Kopfes und des Halses mit 9%, der Arme mit je 9%, der Vorder- und Rückseite des Rumpfes mit je 2 mal 9%, des Genitales mit 1% und der Beine mit je 2 mal 9% angesetzt.
Bei Kindern gelten wegen der deutlich unterschiedlichen Körperproportionen folgende Werte: Kopf und Hals 16%, Arme je 9%, Vorder- und Rückseite des Rumpfes je 16%, Beine je 17%.

Als Faustregel für die Beurteilung der verbrannten Körperoberfläche gilt auch die sog. Handflächenregel: Die Handfläche des Betroffenen entspricht 1% seiner Körperoberfläche.

Vorsichtsmaßnahmen
Stellen Sie Tassen oder Kannen mit heißen Getränken weit entfernt vom Tischrand auf!
Verwenden Sie keine herunterhängenden Tischdecken!
Achten Sie bei Tauchsiedern oder Wasserkochern auf herabhängende Kabel!
Essen oder trinken Sie nichts Heißes, während ein Kind auf Ihrem Schoß sitzt! 
Kochen Sie möglichst auf den hinteren Herdplatten! Sichern Sie den Herd mit einem Gitter!
Topf und Pfannengriffe nach hinten drehen!
Brennendes Fett in der Pfanne mit einem Deckel ersticken, niemals mit Wasser löschen!
Fläschchen und Brei aus der Mikrowelle fühlen sich oft nur lauwarm an, obwohl der Inhalt kochend heiß ist. Daher gut umrühren und vor dem Füttern selbst probieren!
Lassen Sie Kinder  nie allein mit offenem Feuer! 
Sperren Sie Streichhölzer und Feuerzeuge konsequent weg! Unterschätzen Sie nicht die Reichweite des Kindes – sie erhöht sich täglich! 
Besuchen Sie einen Erste-Hilfe-Kurs oder frischen Sie Ihre Kenntnisse regelmäßig auf.

Halten Sie die Rufnummer der Rettungsleitstelle am Telefon bereit!

Wichtige Adressen
Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V.  
Segeberger Chaussee 35
22850 Norderstedt
Tel. 040 / 529 50 666
Fax 040 / 529 50 688

Kostenlose Hotline 0800 - 0 112 123

www.Paulinchen.de
Homepage mit Hinweisen zur Vorbeugung, Ersten Hilfe, Adressen regionaler Gruppen etc.

Sicherheit in der Vorweihnachtszeit

In fast jeder Kindertageseinrichtung werden die Kinder ab Anfang Dezember auf Weihnachten eingestimmt. Es wird gebacken, gebastelt und mit Kerzen und Lichterketten eine besinnliche Stimmung geschaffen. Diese Zeit kann gut genutzt werden, um den Kindern den sicheren und richtigen Umgang mit Streichhölzern, Kerzen und Feuer zu vermitteln.

Lernziele
Die Kinder sollen
• Regeln für den richtigen Umgang mit Feuer und Kerzen kennen lernen und
  diese Regeln konsequent  einhalten
• den praktischen Umgang mit Streichhölzern und Kerzen erlernen
• lernen, dass Feuer sehr gefährlich werden kann, wenn man sorglos damit umgeht
• wissen, dass immer ein Erwachsener dabei sein muss, wenn sie ein Feuer anzünden
• im Notfall richtig reagieren können

Dauer
ca. 4 Wochen

Hintergrundinformationen
Nicht nur zu Hause, auch in der Kindertageseinrichtung sorgen Kerzenschein und die weihnachtliche
Dekoration für eine festliche Stimmung und Kinderaugen leuchten auf, wenn die Kerzenflammen
züngeln. Neugier und Freude an der heißen Lichtquelle stehen aber in einem Spannungsfeld
mit der Angst der Kleinen vor Feuer, eventuellen Schmerzerfahrungen, dem Reiz des Verbotenen
und den tatsächlichen Gefahren im Umgang mit Feuer – eine ideale Gelegenheit, mit Kindern die
Grundregeln zum sicheren Umgang mit Streichhölzern, Kerzen und Feuer zu erarbeiten. Ziel ist
es, den Kindern Sicherheit und einen angemessenen Respekt im Umgang mit Feuer zu vermitteln.
Sie werden dann Feuer besser einschätzen und sich auch in Gefahrensituationen richtig verhalten
können. Kontrolliertes Üben im Sinne der Brandschutzerziehung ist wesentlich wirkungsvoller als
Verbote. Wichtig ist dabei natürlich auch die Vorbildfunktion der Erwachsenen, denn sie zeigen den
Kindern, wie sie selbst mit Streichhölzern, Kerzen und offenem Feuer umgehen.

Einige wichtige Dinge, die immer beachtet werden sollten:
Hinweise zur Durchführung
Zu Beginn der Weihnachtszeit wird mit den Kindern darüber gesprochen, wie die Dekoration für die Weihnachtszeit in der Einrichtung/im Gruppenraum aussehen soll. Zu bestimmten Anlässen sollen auch Kerzen aufgestellt und angezündet werden. Das geht aber nur, wenn alle Kinder sich an die Sicherheitsregeln halten. Damit verständlich wird, wofür Sicherheitsregeln notwendig sind, wird über die schönen und die gefährlichen Seiten des Feuers gesprochen sowie darüber, wofür Feuer benötigt wird. In Bewegungspausen oder in der Turnstunde kann das Thema Feuer auch aufgegriffen werden und in verschiedenen Spielen können die gemachten Erfahrungen bzw. das erworbene Wissen verarbeitet werden. Im Stuhlkreis sprechen die Kinder darüber, welche Erfahrungen sie bereits mit Feuer gemacht haben. Haben sie schon einmal an einem Lagerfeuer gesessen? Haben sie schon einmal Holz für ein Feuer gesucht? Was brennt besonders gut? Was brennt gar nicht? Haben sie schon einmal ein Streichholz entzündet? Haben sie schon einmal eine Kerze angezündet? Was wäre, wenn wir gar kein Feuer hätten? Ist einem Kind schon einmal etwas Schlimmes mit Feuer passiert? Was ist da passiert?
Wieso ist das passiert?
In diesem Zusammenhang wird darüber gesprochen, wozu die Menschen Feuer benutzen und was bei sorglosem Umgang mit Feuer alles passieren kann. Dabei sollte natürlich auch darüber gesprochen werden, wie Kinder sich richtig verhalten, falls in der Wohnung ein Brand ausbricht:

Dazu gehören folgende Regeln:
1. Nicht vor dem Feuer und Rauch verstecken, sich schnell in Sicherheit bringen
2. Möglichst schnell den Brandraum verlassen
3. Keine Zeit vergeuden um z.B. Spielzeug mitzunehmen
4. Türen zum Brandraum schließen
5. wenn es draußen brennt, Tür schließen, damit der Rauch und das Feuer nicht reinkommen können
6. den Raum nur verlassen, wenn der Rauch und das Feuer nicht im Weg sind
7. Wenn möglich, Feuerwehr rufen
8. Sich ans Fenster stellen und bemerkbar machen
9. Hilfe holen

Übung: Anzünden eines Streichholzes/eines Teelichtes
Ermöglicht man einem Kind, eigene Erfahrungen mit dem Entzünden von Streichhölzern und Kerzen unter Aufsicht eines Erwachsenen zu machen, so verliert das Feuer den Reiz des Verbotenen und Geheimnisvollen. Das ist wichtig, da viele Brandunfälle beim heimlichen Zündeln passieren. In Kleingruppen (4–5 Kinder) kann dies in der Einrichtung geübt werden.

Benötigtes Material
• eine feuerfeste Unterlage (z. B. ein Teller)
• ein Teelicht
• eine Streichholzschachtel (keine Streichholzheftchen!) mit verschiedenen funktionsfähigen und
  unbrauchbaren Streichhölzern (abgebrochen, abgeknickt, abgebrannt)
• eine mit Wasser gefüllte Schale (oder ein großes Glas)
• Eimer/Gartengießkanne mit Wasser
• ein feuerfestes Gefäß (z. B. eine Tonschale)

Die Erzieherin/der Erzieher erklärt, dass sich das Streichholz mit einem Zischen entzündet, die Flamme
aber dann ganz ruhig brennt – also nicht erschrecken und das Streichholz fest in der Hand halten.
Die Erzieherin/der Erzieher zeigt zuerst, wie man ein Streichholz richtig  an der Schachtel vom Körper weg – damit die Kleidung kein Feuer fängt – anzündet und rechtzeitig wieder auspustet.

Bei dem selbstständigen Entzünden eines Streichholzes sollte darauf geachtet werden, dass
• das Streichholz nicht beschädigt ist
• es nicht zu weit hinten angefasst wird, da es sonst leichter bricht
• nichts in der Nähe des Streichholzes ist, das Feuer fangen könnte: lange Haare, weite Kleidung,      Tücher, leicht entzündbare Gegenstände
• das Streichholz an der geschlossenen Schachtel vom Körper weg angerissen wird
• das Streichholz ausgeblasen und nicht ausgeschüttelt wird, da sich sonst glühende Teile lösen
  könnten
• das erloschene Streichholz zum Abkühlen auf einen feuerfesten Teller/Schale gelegt und
  nicht wieder in die Schachtel zurückgelegt wird
• ein Wasserbehälter bereit steht, in dem das Streichholz ggf. abgelöscht werden kann

Im ersten Schritt wird nur geübt, wie ein Streichholz richtig angezündet und wieder ausgepustet wird. Dazu sucht sich das Kind aus der Streichholzpackung ein geeignetes Streichholz aus (in der Packung sind auch beschädigte Streichhölzer zu finden). Das Kind übt das Entzünden, das Auspusten mit vorgehaltener Hand, das Ablegen des Streichholzes und/oder das Löschen im Wasser. Erst wenn die Kinder dies richtig beherrschen, können sie üben, eine Kerze anzuzünden. Gelingt es dem Kind nicht sofort, das Streichholz beim ersten Mal rechtzeitig auszupusten, kann es das Streichholz in die bereit gestellte Wasserschale fallen lassen. Sobald das Anzünden und Ausblasen von Streichhölzern beherrscht wird, kann im nächsten Schritt geübt werden, eine Kerze anzuzünden.

Es sollte darauf geachtet werden, dass
• das Teelicht oder eine Kerze beim Anzünden gerade steht und der Docht aufgerichtet ist
• die Kerze standsicher auf einer nicht brennbaren oder feuerfesten Unterlage steht
• die Kerze durch vorsichtiges Auspusten gelöscht wird
• zur Sicherheit immer ein kleiner Eimer mit Wasser oder eine gefüllte Gartengießkanne griffbereit               stehen

Grundsätzlich gilt: Streichhölzer dürfen nie ohne Erwachsene angezündet werden.

Spiele rund ums Feuer
Das Spiel bietet den Kindern einen wichtigen Raum, bereits gemachte Erfahrungen zu verarbeiten und in kindlicher Phantasie auszuleben. Für den Umgang mit dem Thema Feuer gibt es zahlreiche Spiele, die vorab oder zwischen den Übungseinheiten im Bewegungsraum oder draußen gespielt werden können.

Lagerfeuer, Wasser, Rauch und Brand

Die Kinder laufen kreuz und quer durch den Raum. Je nach Ausruf der Erzieherin oder eines ausgewählten Kindes müssen sie wie folgt reagieren. In der Mitte des Raumes ist ein Lagerfeuer. Das Feuer kann durch aufgehäufte Tücher dargestellt werden ggf. liegen sie auf einem kleinen Kasten. 

„Lagerfeuer!“: Alle Kinder setzen sich in einen Kreis und halten die Hände in sicherem Abstand über das  Feuer.
„Wasser!“: Alle Kinder stellen sich hintereinander in eine Reihe und löschen mit einem imaginären Schlauch (oder einem langen Seil) gemeinsam das Feuer.
„Rauch!“: Auf den Boden knien oder legen (Erklärung: Der Rauch steigt nach oben, unten ist bessere  Luft zum Atmen).
„Brand!“: Etwas Blaues (= Wasser) berühren.

Training der Feuerwehrmänner/Feuerwehrfrauen
Gemeinsam wird überlegt, was Feuerwehrleute alles können müssen – damit sie für den Einsatz im Notfall immer fit sind – können die Kinder das auch?
Sie sollten z.B.:
schwindelfrei sein: Die Kinder steigen auf die Sprossenwand und wieder hinunter.
einen schweren Schlauch tragen: Die Kinder machen einen Staffellauf und müssen ein langes, dickes Tau mit sich tragen und dieses an den nächsten Läufer übergeben.
ein gutes Gedächtnis haben: Die Kinder sitzen im Kreis. In der Mitte liegen verschiedene Gegenstände, z. B. Streichhölzer, Kerze, Wasserflasche, Seilchen, etc. unter einem Tuch. Das Tuch wird für eine Minute gehoben und die Kinder sollen aufzählen, welche Dinge sie sich gemerkt haben oder welche der Dinge die dort liegen, von ihnen benötigt werden, um eine Kerze anzuzünden.
mit dem Sprungtuch umgehen können: Die Kinder spannen und lösen gemeinsam ein Schwungtuch.
Ein darauf liegender Ball darf nicht herunterfallen. sich im Dunkeln/Nebel zurechtfinden: Einem Kind
werden die Augen verbunden und es muss von der Raummitte 2-3 Kinder finden, die leise oder laute
Geräusche (oder Hilferufe) abgeben.

Tipps für die Weihnachtszeit in der Einrichtung
• Den Adventskranz auf eine nicht brennbare Unterlage stellen, z.B. Glasplatte oder Porzellanteller.
• Kerzen auf Adventskränzen sicher aufstellen, gegen Kippen sichern
  und auswechseln noch bevor sie niedergebrannt sind.
• Dünne, lange Kerzen kippen leichter um,
  deshalb dickere Kerzen (ca. 4 cm) für den Adventskranz benutzen.
• Trockene Tannenzweige immer wieder gegen frisches Grün austauschen.
  Insbesondere in beheizten Räumen trocknen Tannenzweige schnell aus und
  können schon von kleinen Funken entzündet werden.
• Um alle Kerzen einen ausreichenden Sicherheitsabstand wahren.
• Kerzen nicht unter Zweige oder Dekorationsmaterial platzieren.
• Brennende Kerzen dürfen niemals zwischen Regalbrettern abgestellt werden!
• Lassen Sie brennende Kerzen niemals unbeaufsichtigt.
  Wenn Sie den Raum verlassen, müssen die Kerzen ausgepustet werden.
• Beim Kauf von Lichterketten auf gute Qualität und sichere Produkte (Sicherheitskennzeichen und
  Warnhinweise) achten und die Funktionstüchtigkeit immer wieder kontrollieren.
• Streichhölzer und Feuerzeuge an einem für Kinder nicht zugänglichen Ort lagern.

Im Notfall
Auch die Kinder sollten die wichtigste Regel bei Verbrennungen kennen:
Die verbrannte Stelle muss sofort unter kühles fließendes Wasser gehalten werden!
Bei schwereren Verbrennungen gilt:

• Ruhe bewahren und das Kind beruhigen
• Das Kind ausziehen, aber eingebrannte Kleidung nicht mit Gewalt entfernen
• Das Kind mit kühlem Wasser ca. 20 Minuten abduschen (die Wassertemperatur sollte etwa 20° C
  betragen)
• Ist nur ein Körperteil verletzt (Hand, Arm, Bein, Fuß), genügt es,
  die betroffene Region entsprechend lang unter fließendem Wasser zu kühlen
• Verbände anlegen oder in eine Rettungsfolie wickeln
  (Isolierdecke mit der goldenen Seite zum Kind gewandt)
• Dem Kind nichts zu essen oder zu trinken geben
• Zum nächsten Kinderarzt oder ins Krankenhaus fahren oder Notruf 112 anrufen
• Eltern informieren und um das Impfbuch des Kindes bitten (Tetanusschutz)

Notruf absetzen
Natürlich ist auch das Absetzen des Notrufs „112“ ein ganz wesentlicher und wichtiger Bestandteil jeder
Brandschutzerziehung. Dazu gibt es eine ausführliche Projektbeschreibung unter dem Titel „Hilfe holen“ in der Praxismappe für Erzieherinnen und Erzieher, die ebenfalls im Rahmen der Initiative „Wir können das“ veröffentlicht wurde.

Weiterführende Informationen
Wenn das Thema „Feuer“ ausführlicher bearbeitet werden soll, können zur praktischen Durchführung
die örtliche Feuerwehren angesprochen werden oder bestehende Konzepte und Informationsmaterialien zur Brandschutzerziehung und -aufklärung der Feuerwehrverbände
(z. B. www.sicherheitserziehung-nrw.de; www.brandschutzaufklaerung.de) genutzt werden.
Auch die Fachabteilungen Schadenverhütung/Brandschutz der Versicherer können mit ihrem
Know-how und weiterem Informationsmaterial unterstützen.
Einige Feuerwehren bieten Mitmachausstellungen zur Brandschutzerziehung an, z.B. im Floriansdorf
in Iserlohn. Informieren Sie über die Angebote Ihrer Feuerwehr!

Die Initiative „Wir können das!“
Dieses Ergänzungsblatt ist Teil der Initiative „Wir können das!“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft in Zusammenarbeit mit der Deutschen Verkehrswacht und der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.

Die Initiative „Wir können das!“ hat speziell für den Kindergarten ein neues Medienpaket zum Thema Kindersicherheit zusammengestellt. Inhalte sind Arbeitshilfen für Erzieherinnen und Erzieher, ein Erlebnisheft für Kinder sowie ein Poster für Eltern.

Das Medienpaket kann angefordert werden über
www.das-sichere-kind.de
www.lernwerkstadt.de
www.kindersicherheit.de
Dort sind auch weitere Informationen und Downloads zur Initiative „Wir können das“ zu finden.
Kinder können sich spielerisch mit den Ampelinis über Unfallverhütung informieren unter www.ampelini.de

Herausgeber:
Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V.
Heilsbachstraße 13
53123 Bonn
Homepage: www.kindersicherheit.de

Hände-Hygiene

Hände sind durch ihre vielfältigen Kontakte mit der Umgebung und anderen Menschen die Hauptüberträger von Infektionskrankheiten. Zu den wichtigsten Maßnahmen der Infektionsverhütung und Bekämpfung von Krankheiten gehört das Händewaschen und ggf. die Händedesinfektion.

Das Händewaschen reduziert die Keimzahl auf den Händen.
Es ist zwingend erforderlich in der Küche vor dem Umgang mit Lebensmitteln, nach dem Zubereiten von mit Erde behafteten Lebensmitteln, rohem Fleisch und Eiern und insbesondere nach jedem Toilettengang und Wickelvorgang. Ebenfalls nach Tierkontakt und nach intensivem Kontakt zu Kindern, die an Durchfall, Husten oder Schnupfen leiden.

Händewaschen sollte grundsätzlich zu Dienstbeginn der Erzieherinnen/Kinderpflegerinnen erfolgen. Zum Händewaschen sind flüssige Waschpräparate aus Spendern und Einmalhandtücher zu verwenden, Gemeinschaftshandtücher sollten nicht benutzt werden.

Jedes Kind sollte je nach Alters und Entwicklungsstand eine ordnungsgemäße Handwaschtechnik erlernen. Diese gründliche Händereinigung sollte nach dem Spielen, nach jeder Verschmutzung, nach jedem Töpfchen- oder Toilettengang, nach Tierkontakt und vor und nach jedem Essen erfolgen.
Die Händedesinfektion dient dazu gegebenenfalls Krankheitserreger so zu reduzieren, dass es nicht zu einer Übertragung von Krankheiten kommt.

Nach Erste-Hilfe-Maßnahmen, z. B. nach Kontakt mit Blut und Sekreten, nach Kontakt zu Kindern die an Durchfall leiden und ggf. nach dem Wickelvorgang (z. B. im Falle einer erhöhten Infektionsgefahr bei Durchfall oder Erbrechen) ist eine Händedesinfektion notwendig. Prophylaktische Händedesinfektion sollte vor dem Anlegen von Pflastern, Verbänden o.ä. durchgeführt werden. Ein viruswirksames Händedesinfektionsmittel (in Absprache mit dem Gesundheitsamt) sollte unter Verschluß bereitgestellt sein (z. B. Erste-Hilfe-Schrank). Auch bei Desinfektionsmitteln ist auf das Verfallsdatum zu achten!
Für eine Händedesinfektion ist es erforderlich, ca. 3 - 5 ml Händedesinfektionsmittel mindestens 30 Sekunden lang in die trockenen Hände einzureiben (Fingerzwischenräume, Handrücken und Fingerkuppen sowie Nagelfalz nicht vergessen).

Einmalhandschuhe sind bei Kontakt mit Blut, Eiter, Sekreten anzuwenden. Im Falle einer erhöhten Infektionsgefahr bei Durchfall oder Erbrechen empfiehlt es sich auch beim Wickelvorgang mit Einmalhandschuhen zu arbeiten. Nach dem Arbeiten mit Einmalhandschuhen muss eine zusätzliche Händedesinfektion durchgeführt werden.
Hände- sowie ein Flächendesinfektionsmittel sind an einem sicheren Ort vorzuhalten, z. B. im Erste-Hilfe-Schrank aufbewahren!

Quelle: www.gesundheitsamt-bw.de

Hygienepläne Kiga/Schule
Als Orientierung für die Kriterien, die im Hinblick auf Hygienemaßnahmen in Schulen und Kindergärten Beachtung finden, können Sie sich unter www.hygiene-tipps-fuer-kids.de einen Rahmenhygieneplan für Schulen bzw. Kindertagesstätten des Länderarbeitskreises als PDF-Datei herunterladen. Er ist exemplarisch für andere Rahmenhygienepläne, die als Muster zur Erstellung eines eigenen Planes dienen. Dort gibt es außerdem  viele Informationen und Anregungen zum Thema Hygiene für Kinder und Erwachsene.







Erste Hilfe bei Vergiftungen

Da Kinder sich im Gegensatz zu Erwachsenen aus Unwissenheit vergiften, können Anzeichen wie Erbrechen oder plötzliche Müdigkeit auf eine Vergiftung hinweisen.

Die häufigsten Vergiftungen bei Kindern sind Vergiftungen mit

1. Reinigungsmitteln
2. Medikamente
4. Giftpflanzen

Vergiftungen erkennen
Wenn Kinder sich plötzlich unwohl fühlen, sich erbrechen oder ausgesprochen müde werden, kann eine unbemerkte Vergiftung die Ursache sein. Sind Kinder in einem fremden Haushalt, können Sie dort leichter Medikamente oder ähnliches finden als zuhause. Passen Sie also auf, wenn Ihr Kind beispielsweise bei den Großeltern zu Besuch ist und dort im Nachtkästchen auf ein Sammelsurium von Pillen stoßen könnte.

Vergiftungszentralen
Vergiftungen bei Kindern sind so vielfältig, dass oft professioneller, vor allem individueller Rat, nötig ist. Es sind an verschiedenen Kliniken in Deutschland Vergiftungszentralen eingerichtet worden, die diese Beratung geben –für Nicht-Mediziner sowie für Ärzte. Sie erhalten dort Informationen inwieweit eingenommene Substanzen für das Kind giftig sind, welche Maßnahmen Sie durchführen können und ob eine Klinikbehandlung notwendig ist.

Vergiftungszentralen in Deutschland

Berlin 030 - 192 40
Bonn 0228 - 192 40
Erfurt 0361 - 730 730
(gilt für Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen)

Freiburg 0761 - 192 40
Göttingen 0551 - 192 40
(gilt für Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein)

Homburg/Saar 06841 - 192 40
Mainz 06131 - 192 40 oder 0700-GIFTINFO
München 089 - 192 40
Nürnberg 0911 - 398 2451

Wichtige Angaben

Menge des Gifts.
Eine halbe Packung, eine Beere oder maximale Menge

Art des Gifts.
Name des Medikaments, Packung. Beschreibung der Pflanze. Beeren oder Pflanzenteile mitnehmen

Symptome
Verhalten, Schmerzen, Erbrechen ...

Zeitpunkt der Einnahme wie viel Zeit ist bereits vergangen

Gewicht des Kindes meist ist das Gewicht nicht bekannt, deshalb auch:

Alter des Kindes zur Abschätzung des Körpergewichts

Was Sie bei Vergiftungen tun können
Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die Sie selbst bei Vergiftungen durchführen können. Eine Maßnahme wie z. B. Erbrechen mag bei einer Art der Vergiftung (z.B. Schlafmittel) sinnvoll sein, bei einer anderen Vergiftungsart (z.B. Schaumbildner oder Lampenöl) ist erbrechen nachteilhaft oder sogar schädlich. Es gibt also einige Ausnahmen. Nehmen Sie sich etwas Zeit und spielen Sie verschiede Vergiftungen im Kopf durch. Mit den hier gegebenen Hintergrundinformationen stellen Sie fest, wie logisch die verschiedenen Methoden bei Vergiftungen sind.

Kein vorschnelles handeln
Tödliche oder lebensgefährliche Vergiftungen sind selten. Die Therapie beschränkt sich meist auf die Gabe von Flüssigkeit, medizinischer Kohle oder eines Entschäumungsmittels. Übertriebene Maßnahmen haben in der Vergangenheit zu einigen Todesfällen bei Kindern geführt. Diese falschen und/oder übertriebenen Maßnahmen machen immerhin ein fünftel der Todesursachen bei Vergiftungen im Kindesalter aus.

Erbrechen
Erbrechen ist notwendig bei stark giftigen, schnell wirksamen Substanzen. Bei gering giftigen Pflanzen, Medikamenten oder Substanzen ist es meist sinnvoller, die ungefährlichere Form der Giftentfernung durch Gabe von medizinischer Kohle zu wählen. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall eine Vergiftungszentrale. Erbrechen wird durch Reizung der Rachenhinterwand mit den Fingern ausgelöst. Je voller der Magen ist, desto leichter kommt Erbrechen zustande. Unter Umständen sollte das Kind etwas Wasser trinken, um besser Erbrechen zu können. Erbrechen eignet sich besonders bei Vergiftung mit Medikamenten oder Pflanzenteilen. Allerdings darf die Vergiftung nicht zu lange zurückliegen.
Erbrechen darf nicht durch Salzwasser ausgelöst werden. Eine konzentrierte Salzlösung ist tödlich für Kleinkinder. Heben Sie Erbrochenes auf, wenn das Gift unbekannt ist und identifiziert werden muss.
Bei Bewusstlosigkeit darf Erbrechen nicht ausgelöst werden.

Nicht Erbrechen bei Spülmitteln und ätzenden Stoffen und bei Lampenöl

Giftpflanzen
Viele giftige Pflanzen, Pflanzenteile und Früchte schmecken nicht sehr gut. Kleinkinder spucken sie oft schnell wieder aus. Meist sind die eingenommenen Mengen gering. Vergiftungserscheinungen beschränken sich meist auf Übelkeit oder leichtes Erbrechen. Nur jede 70. Pflanzenvergiftung endet mit deutlichen oder schweren Vergiftungserscheinungen. Todesfälle mit Pflanzen oder Pflanzenteilen sind glücklicherweise selten. Es gibt eine Faustregel, nach der Kinder 1 Beere jeder heimischen Pflanze 
unbeschadet essen können.

Zigaretten auf dem Spielplatz
Haben Sie sich auch schon mal öfter über leichtsinnig weggeworfene Zigaretten, sogenannte Kippen, auf dem Spielplatz geärgert. Ist Ihnen auch schon einmal aufgefallen wie Kinder im Kleinkindalter gerne Zigaretten in den Mund stecken? Kinder sind natürlich „Nachmacher“ und ahmen die Großen gerne nach. So ist es nur allzu verständlich, dass Tabakvergiftungen zu den häufigsten Vergiftungen im Kindesalter zählen. Ähnlich häufig nehmen Kinder Medikamente und Haushaltsreiniger in den Mund.

Tödlich und harmlos zugleich
Es ist weithin bekannt, dass der Gehalt an Nikotin einer Zigarette für ein Kleinkind tödlich sein kann. Sein kann....... !
In Zahlenwerten ausgedrückt: Eine Zigarette mit ca. 1g Tabak enthält ca. 15-25 mg Nikotin. Das entspricht der tödlichen Menge an Nikotin für ein Kleinkind. Doch in der Praxis sind Zigarettenvergiftungen alles andere als lebensgefährlich.
Die Nachfrage bei der Vergiftungszentrale in Berlin ergibt, dass Erfahrungen von ca. 8000 Vergiftungsfällen mit Tabak bei Kindern vorliegen. Die Erfahrung aus der Praxis zeigt: Vergiftungen mit Zigaretten und Kippen enden im Normalfall nicht tödlich. In den letzten Jahrzehnten ist jedenfalls kein Kleinkind an einer Zigarette gestorben.

Nikotin im Magen
Warum die Vergiftungen mit Zigaretten, Tabak zum Selbstdrehen und Kippen meist milde und nur selten schwer verlaufen liegt am Magen. Der Magen enthält Magensäure. Diese saure Umgebung führt dazu, dass Nikotin schlecht in Lösung geht. Die dadurch langsam aufgenommene Menge Nikotin kann wiederum von der Leber relativ gut entgiftet werden.

Die Symptome der Tabakvergiftung bei Kindern
Wenn ein Kleinkind eine Zigarette oder Kippe gegessen hat entsteht meistens nach ein bis drei Stunden Erbrechen. Das Erbrechen ist auch schon wieder eine Art glücklicher Umstand, da das Gift möglicherweise erbrochen wird. Weitere Symptome sind Blässe, Unruhe, gesteigerter Speichelfluss, Benommenheit, Zittrigkeit und Schwitzen.
Schwere Vergiftungssymptome sind zu erwarten, wenn die Kinder noch unter einem Jahr alt sind (Säuglinge).
Bei Schweren Vergiftungsbildern im Kleinkindalter, ausgelöst zum Beispiel durch Tabaksud, mehr als eine Kippe oder Schnupftabak kann es zusätzlich zu oben genannten Symptomen auch zu Schläfrigkeit, Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen und Kreislauf- und Atemstörungen kommen.

Nicht Erbrechen bei Spülmitteln und ätzenden Stoffen
Da beim Vorgang des Erbrechen Magenkontraktionen erfolgen, können Schaumblasen entstehen, wenn Wasch- Putz- und Spülmittel geschluckt wurden. Da Schaum nicht in die Lunge gelangen darf, ist bei Schaumbildnern Erbrechen nicht erlaubt. Aus einem ganz anderen Grund dürfen ätzende Dinge nicht erbrochen werden. Säuren und Laugen schädigen die Schleimhaut. Der Magen ist gegen Säure(und Laugen) durch eine dicke Schleimschicht gut geschützt, schließlich produziert der Magen selbst Salzsäure. Ungeschützt dagegen ist die Speiseröhre. Die Speiseröhre darf nicht durch Erbrechen erneut verätzt werden. Nachtrinken und verdünnen ist hier angezeigt. Wie empfindlich die Speiseröhre ist, wissen Diejenigen, die unter Sodbrennen leiden. Die Beschwerden entstehen, wenn Magensaft in die Speiseröhre gelangt. Auch Vergiftungen mit ätzenden Substanzen sind sehr schmerzhaft.Ähnlich schleimhautzerstörend sind Lösungsmittel, wie Benzin, Spiritus und Petroleum. Da diese Flüssigkeiten stark abstoßend riechen, kommen Vergiftungen nur selten und in geringen Maßen vor.

Nicht Nachtrinken bei Spülmitteln:
Bei Aufnahme von Schaumbildnern (Spülmittel etc.) sollte keine Flüssigkeit gegeben werden. Je mehr Flüssigkeit vorhanden ist, desto mehr Schaum kann gebildet werden. Ohne Flüssigkeit kein Schaum. Bei Aufnahme von Schaumbildnern wird der Schaum mit Sab Simplex® (oder Lefax®) zerstört

Nachtrinken/Verdünnen
Eine Verdünnung des aufgenommenen Giftes ist nötig, wenn ätzende Stoffe nicht erbrochen werden dürfen. Am besten ist das Nachtrinken von reichlich Wasser, Tee oder verdünnten Säften. Früher wurde auch Milch zur Verdünnung empfohlen. Theoretisch ist das auch sinnvoll. Milch ist hat die Fähigkeiten Säuren und Laugen zu puffern. Die Milch gerinnt aber im Magen und das ausflockende Eiweiß, setzt sich in die Falten von Magen und Darm. Bei einer Darmspiegelung wird so die Sicht verdeckt. Bei manchen Stoffen beschleunigt Milch sogar die Aufnahme im Darm. Deshalb sollte Milch nicht gegeben werden.Bei Aufnahme von Säuren und Laugen sollten keine Neutralisationsversuche unternommen werden.

Quelle: www.erste-hilfe-fuer-kinder.de