Unser Geld Teil 4: Wozu braucht man Geld?
Grundsätzlich würde jeder, den man nach der Richtigkeit dieser Behauptung fragt sagen, dass sie natürlich stimmt. Allerdings ist das nur im übertragenen Sinne so. Gemeint ist nicht das Geld an sich, sondern die „Eigenschaften“, die Geld besitzt.
Welche Aufgaben hat unser Geld?
Wenn wir einen etwas kaufen wollen, bezahlen wir mit Geld. Es ist also Zahlungsmittel und in dieser Funktion immer noch Tauschmittel.
Mit Geld kaufen wir Dinge, die wir nicht selbst herstellen können oder wollen, auf die sich aber jemand anderes spezialisiert hat. Gleichzeitig vertrauen wir darauf, dass wir das Geld, das wir für unsere Waren oder unsere Arbeitsleistung erhalten, wieder gegen beliebige Güter eintauschen können.
Nicht jeder muss alles selber machen – das ist die Grundidee der Arbeitsteilung sowie der Spezialisierung. Beides sind Kennzeichen einer modernen Volkswirtschaft. Und ohne Geld würde diese Arbeitsteilung nicht funktionieren!
Geld dient aber auch als Recheneinheit und Wertmaßstab. Mit ihm lässt sich der Wert eines Autos, eines Eisbechers oder eines Kinobesuchs vergleichen. Wertmesser kann Geld nur solange sein, wie es von allen als solcher anerkannt wird.
Zudem dient Geld zur Wertaufbewahrung. Man kann es sparen und zu einem späteren Zeitpunkt darüber verfügen. Durch Inflation kann das Geld allerdings auch an Wert verlieren, durch Zinsen kann es sich vermehren.
Nur knappes Geld ist wertvoll
Früher bemaß sich der Wert des Geldes am Warenwert des verwendeten Materials, zum Beispiel bei Goldmünzen. Heute dagegen sichert die Knappheit des Geldes seinen Wert. Diese Knappheit muss jemand steuern. In modernen Volkswirtschaften sind dafür die Zentralbanken zuständig, in Deutschland also die Deutsche Bundesbank.
Seit dem Jahre 1999 sichert das sogenannte Eurosystem durch eine Politik des knappen Geldes die Preisstabilität und hält damit den Wert unseres Geldes stabil. Zum Eurosystem gehören die Europäische Zentralbank in Frankfurt und die nationalen Zentralbanken derjenigen EU-Mitgliedstaaten, die den Euro eingeführt haben.
Wer bewahrt unser Geld auf?
Geld gibt es nicht nur in Form von Banknoten und Münzen, sondern auch als Buchgeld – also als Geld, das sich als Guthaben oder Kredit auf den Konten der Kreditinstitute befindet. Gezahlt wird durch Umbuchung von Konto zu Konto.
In Deutschland gibt es ein dichtes Netz an Kreditinstituten unterschiedlichster Größe. Sie verwalten, leihen und verleihen Geld an ihre Kunden. Für selbst ausgeliehenes Geld bezahlen sie geringere Leihgebühren. Von Kunden hingegen, die bei ihnen Schulden machen, verlangen sie höhere Leihgebühren – die Zinsen. Je größer das Risiko für die Bank ist, desto mehr Zinsen muss der Schuldner bezahlen.
Außerdem erledigen die Geldinstitute den bargeldlosen Zahlungsverkehr und kaufen und verkaufen, verwahren und verwalten Wertpapiere für ihre Kunden und auf eigene Rechnung. Weil die meisten Kreditinstitute in Deutschland alle diese Bankaufgaben erledigen, heißen sie Universalbanken. Dazu zählen die Kreditbanken, die Sparkassen mit ihren Landesbanken sowie die Genossenschaftsbanken.
Kreditinstitute in Deutschland
-Zu den Kreditbanken gehören die Großbanken, die Regionalbanken, die Zweigstellen der ausländischen Banken, sowie die Direktbanken. Ihr Hauptgeschäft ist die Entgegennahme von Einlagen sowie die Gewährung von Krediten für Industrie und Handel.
-Träger der Sparkassen sind vor allem Gemeinden oder Gemeindeverbände. Sie sind demnach öffentlich-rechtlich organisiert und wurden zur Förderung der regionalen Wirtschaft gegründet. Die Sparkassen nehmen Spareinlagen an und vergeben Darlehen für den Bau von Häusern, für Investitionen ihrer Gemeinden sowie Kredite an mittelständische Betriebe. Außerdem wickeln sie den bargeldlosen Zahlungsverkehr ab.
-Die Genossenschaftsbanken, auch Kreditgenossenschaften genannt, verstehen sich als Banken der kleineren und mittleren Unternehmen. Man unterscheidet die gewerblichen Kreditgenossenschaften (Volksbanken) und die ländlichen Kreditgenossenschaften (Raiffeisenbanken).
Quelle: Deutsche Bundesbank
Der Wirtschaftskreislauf
Der „Wirtschaftskreislauf“ ist ein Modell, um die komplizierten Vorgänge in einer arbeitsteiligen Wirtschaft vereinfacht darzustellen: Zwischen privaten Haushalten, Unternehmen, Banken, dem Staat und dem Ausland fließen Geld- und Güterströme. Die Haushalte erhalten zum Beispiel Geld für ihre Arbeitsleistung. Dieses Geld geben sie wiederum für den Kauf von Konsumgütern aus.
Wusstest Du ...
dass Banken oder Sparkassen mit dem Geld anderer Leute arbeiten? Wenn Du ein Konto bei einer Bank eröffnest und dort Geld einzahlst, leihst Du der Bank Dein Geld. Dafür bekommst Du Zinsen, sogenannte Guthaben- oder Sparzinsen. Dein Geld wird aber nicht im Tresorraum extra für Dich aufbewahrt. Sondern die Bank verleiht Dein Geld an jemand anderen, der vielleicht ein Haus bauen möchte. Für das Ausleihen muss auch er der Bank Zinsen, sogenannte Kredit- oder Schuldzinsen, zahlen. Diese Zinsen sind höher als die Zinsen, die Du für Dein gespartes Geld bekommst. Daran verdient die Bank.
Quelle: Hopsa Themaheft 9 / www.hopsa-themaheft.de
