Spiele und Aktionen im Schnee

Eis und Schnee

Wie herrlich, wenn es draußen schneit und die Seen zugefroren sind! In vielen Städten ist das eher eine Seltenheit, deshalb muss schnell reagiert und ein Fest organisiert werden, dessen Vorbereitung nicht so aufwendig ist. Die Einladung erfolgt rasch telefonisch und mitgebracht wird, was gerade im Haus ist. Wer mit der Kindergartengruppe feiert, fragt einige engagierte Eltern, ob sie kurzentschlossen mit in den Schnee ziehen können.

Wem schon ein paar Tage vorher bekannt ist, dass sich eine Kaltfront nähert, kann das Fest auch etwas vorausplanen und den Kindern eine ganz verrückte Einladung mitgeben: Der Mini-Zettel mit dem Einladungstext wird in eine Klarsichtfolie eingerollt und in einem Eiswürfel eingefroren. Allerdings ist in diesem Fall nicht ganz sicher, ob alle Eiswürfel heil zu Hause ankommen, da garantiert einige im Mund der Kinder verschwinden werden! Auf der Einladung steht, dass die Kinder und Erwachsenen in warmer Kleidung zum Fest kommen und möglichst ein Paar Ersatzhandschuhe und ein zweites Paar Socken mitbringen sollen, denn erfahrungsgemäß bleibt bei Spielen im Schnee die Kleidung nicht ganz trocken.

Weil Kinder trotz der vielen Bewegung schneller frieren als Erwachsene, ist es eine gute Idee, für eine warme Ecke zu sorgen. Solch eine Wärmequelle könnte eine Tonne sein, wie sie Gleisarbeiter benutzen, es genügt aber auch ein stabiler Abfalleimer aus Stahl, in dem ein kleines Feuerchen gemacht wird, an dem sich die Gäste aufwärmen können. Die Dekoration des Festplatzes rund ums Feuer erfolgt während des Festes. Hier gibt es auch leckere, warme Getränke zum Aufwärmen und etwas zum Naschen, denn Bewegung an frischer Luft macht hungrig: Heißer Kakao oder Früchtepunsch sind im Winter sehr beliebt, Laugenbrezeln oder Plätzchen schnell aufgebacken oder besorgt. Die meisten Einrichtungen haben einen großen Vorrat an festen Plastikbechern, die nach der Aktion gespült und wieder verwendet werden können.

Wenn einige Eltern kleinere Geschwisterkinder mitbringen, werden ein paar der angebotenen Spiele natürlich speziell für die Kleinen variiert. Bei kleineren Kindern ist es noch wichtiger, sie in Bewegung zu halten, damit ihnen nicht kalt wird. Man kann zum Beispiel eine Schatzsuche veranstalten, wobei ein Luftballon, eine farbige Murmel oder ein bunter Tischtennisball die Suche nicht ganz so schwer machen. Zieht man mit mehreren Kindern los, wird so lange gesucht, bis jedes Kind einen kleinen Schatz hat. Wer schon selbst etwas gefunden hat, darf den anderen beim Suchen helfen, das fördert ganz nebenbei soziales Verhalten. Je nachdem, wie hoch der Schnee liegt, können die Kinder auch versuchen, in die Fußstapfen ihres Vordermannes zu treten. Schaffen sie das schon?

Schauen Sie sich die im Folgenden beschriebenen Spiele auf Möglichkeiten einer Vereinfachung für kleine Kinder an. Die Kleinen und Großen müssen ja nicht die ganze Zeit miteinander spielen. Vielleicht nimmt sich eine Mutter oder ein Vater zwischendurch der jüngeren Bande an und probiert mit ihnen eine einfachere Spielvariante aus.

Spiele im Schnee

Kugelwettkullern

Der frische Schnee fordert dazu heraus, eine große Schneekugel zu rollen. Es werden mehrere Mannschaften zu je ca. acht Kindern gebildet, die in einem Abstand von jeweils fünf großen Schritten voneinander entfernt in einer Reihe hintereinander stehen. Auf ein Signal hin beginnt jeweils der hinterste Spieler einer Mannschaft eine Kugel zu formen, die er dann zu seinem Vordermann hinrollt. Dieser übernimmt die Kugel und rollt sie weiter zum nächsten Mitspieler seiner Mannschaft. Ist die Kugel schließlich beim Vordersten angelangt, muss dieser die inzwischen schon recht groß gewordene Schneekugel bis zur ungefähr zehn Schritte entfernten Ziellinie rollen. Die Mannschaft, deren Kugel als erste durchs Ziel rollt, hat gewonnen.

Als weitere Hürde könnte die Kugel zunächst um den eigenen Körper herumgerollt werden müssen, bevor sie an den nächsten Mitspieler weitergegeben werden darf. Wird die Kugel zu groß für den letzten Spieler, helfen alle Kinder seiner Mannschaft mit, sie ins Ziel zu rollen.

Bleib von der Kugel weg

Je zwei Kinder rollen eine Schneekugel und lassen sie zwischen sich auf dem Boden liegen. Dann fassen sie sich an den Händen und versuchen auf ein Signal hin, sich gegenseitig zur Kugel hinzuziehen.

Ältere Kinder spielen dies gerne als Wettspiel: Dann scheidet der Partner, der die Schneekugel berührt hat, aus. Die Sieger kämpfen in den nächsten Runden so lange miteinander, bis zum Schluss nur noch ein Gewinner übrig ist.

Bei kleineren Kindern endet das Spiel meistens so, dass ein Partner auf der Nase liegt und sich eine wilde Schneeballschlacht anschließt. Wenn auch Erwachsene mitspielen und die Kinder erleben, dass diese nicht weinen, wenn sie Schnee ins Gesicht bekommen, bleiben in der Regel nur ganz wenige Kinder übrig, die es nicht leiden können, wenn sie mit Schnee beworfen werden.

 Schneemänner

Ganz bestimmt kommt im Laufe des Festes irgendeiner auf die Idee, aus den heil gebliebenen Schneekugeln einen Schneemann zu bauen, der mit Möhren, Ästen oder anderen Gegenständen, die man in der Nähe findet, verziert werden kann. Dabei muss es aber nicht bei einem Schneemann bleiben, andere verrückte Schneegestalten leisten ihm sicher gerne Gesellschaft: Ob Riesenschneehühner oder flotte Schneeautos, jeder darf nach Lust und Laune bauen!

 Schneefestung

  • Zielscheiben oder Stöckchen

Schneekugeln können auch zu einer Festung aufgebaut werden. Die Festung besitzt Schießscharten. Dort halten die Ritter auf ein Signal hin drei Minuten lang Zielscheiben oder Stöckchen hoch. Sie selbst nehmen hinter dem Schneewall Deckung. In diesen drei Minuten, die ein unparteiischer Erwachsener an- und abpfeift, werden die Ritter von einer gleich großen Gruppe Angreifer mit Schneebällen beschossen. Die Ritter merken sich, wie oft ihre Zielscheibe bzw. ihre Stöckchen getroffen wurde/n. Ist die Zeit um, werden alle Treffer zusammengezählt und in den Schnee geschrieben. Dann werden die Rollen getauscht.

Welche Angreifergruppe konnte die meisten Treffer landen?

Mit älteren Kinder, denen es nichts ausmacht, von einem Schnee­ball getroffen zu werden, kann das Spiel auch ohne Zielscheiben oder Stöckchen gespielt werden. Jeder Ritter, der von einem Schneeball getroffen wurde, ist verwundet. Nach zwei Treffern scheidet er aus.

Zielwerfen

  • Holzleisten, Winkel, Tacker, Stifte, Messer oder Cutter

Wem das Spiel „Schneefestung“ zu wild ist, der kann sich auch ein anderes Ziel aussuchen, das mit Schneebällen beworfen werden soll. Das trainiert die Feinmotorik und hält warm. Als Ziel könnten zum Beispiel Figuren aus Pappe dienen. Die Schneebälle bleiben daran haften und bilden so eine schöne Dekoration. Allerdings muss diese Aktion gut vorbereitet werden, denn die Pappfiguren würden sonst viel zu schnell aufweichen und umkippen. Deshalb werden sie mit Holzleisten auf der Rückseite verstärkt und mit einem Winkel versehen, sodass sie fest im Schnee stehen. Am besten eignen sich dazu große Waschmaschinen- oder Kühlschrankkartons. Die Händler sind meist froh, wenn sie diese nicht selbst entsorgen müssen.

Die Umrisse der Figuren werden mit einem Stift aufgemalt und anschließend mit einem Messer oder Cutter ausgeschnitten. Vor allem große Tiergestalten sehen gut aus, und es gibt ja einige Tiere, die während der Wintermonate weiß sind, wie zum Beispiel Schneeeule, Eisbär, Schneehase oder Fuchs. Auch die „wilden Kerle“ aus dem Buch von Maurice Sendak und andere selbst kreierte Gestalten machen sich gut. Später können sie dann mit viel Gebrüll umtanzt werden, das hält warm.

Eismänner

  • Eimer, Wasser, evtl. Pinsel und umweltfreundliche Farbe

Wenn man bei Frost Schneemänner oder die mit Schneebällen beworfenen Gestalten aus dem vorhergehenden Spiel vorsichtig mit Wasser übergießt, bildet sich an deren Oberfläche eine Eiskruste. Schon so sehen die Eisfiguren toll aus. Gibt man zusätzlich etwas umweltfreundliche Farbe ins Gießwasser, wirken sie noch skurriler.

Großen Spaß macht es auch, diese Figuren mit den Farben richtig zu bemalen. Wenn man sie dann am nächsten Tag noch einmal besucht, kann man sich dabei über das gelungene Fest unterhalten.

Schneeballtitschen

Dieses Spiel ist dem Tontaubenschießen abgeguckt. Da Kinder in der Regel noch nicht so gut zielen können, werfen sie die Schneebälle so hoch sie können in die Luft und die Erwachsenen versuchen mit ihren Schneebällen, die der Kinder zu treffen. Wenn sich die Kinder ebenfalls im Zielwerfen üben wollen, wird eine Dose oder ein ähnlicher Gegenstand auf einen Schneehaufen gesetzt, der mit Schneebällen abgeschossen werden soll.

Hase und Jäger

Ein paar Kinder sind die Hasen, die in einem abgegrenzten Spielfeld herumflitzen. Aber da kommen schon die Jäger (die Erwachsenen) mit ihren Schneeballwurfgeschossen und versuchen, die Hasen zu treffen. Gelingt es ihnen oder sind die Hasen geschickter, schlagen einen Haken und sind auf und davon?

Viel Spaß macht es den Kindern auch, wenn die Erwachsenen die Hasen und sie selbst die Jäger sind. Da die Kinder in der Regel in der Überzahl sind, wird es ihnen gemeinsam vielleicht gelingen, alle Hasen zu treffen. So mancher Erwachsene läuft dann zur künstlerischen Höchstform auf und sinkt theatralisch zu Boden.

Wenn alle Hasen am Boden liegen, kommen die Kinder meistens neugierig näher, um zu gucken, ob den Erwachsenen nicht vielleicht doch etwas zugestoßen ist. Dann kann man sie sich gut schnappen und „einseifen“. Wie beruhigend, dass nach dem Spiel heißer Kakao und nicht der Kochtopf auf die Hasen wartet!

Schneerätsel

Am Aufwärmfeuer gibt es neben warmen Getränken auch kleine Rätsel zu lösen:

  1. Mal ist es hart, mal bricht es, bei Sonne wird es flüssig.
                Eis
  2. Erst sitzt er im Gras, aber bald ist er verschwunden.
                Raureif
  3. Womit kann man kein Wasser tragen: mit einem Becher, einer Tasse oder einem Sieb?
                Mit einem Sieb
  4. Wie kann man dennoch Wasser mit einem Sieb transportieren?
                Wenn es gefroren ist
  5. Womit kann man Eis am besten essen: mit dem Messer, der Gabel, der Zunge oder dem Löffel?
                Mit der Zunge oder einem Löffel

Diesen Artikel haben wir aus dem Buch von Eckart Bücken „Feste für das Kinderjahr“ entnommen.

Feste für das Kinderjahr
Mit Kindern Feste vorbereiten und feiern
Eckart Bücken
Burckhardthaus-Laetare
ISBN 9783944548159
9,90 €
Mehr dazu auf www.oberstebrink.de



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