2012

Ruhephasen im Kita-Alltag mit Kindermeditationen

Ob Mittagspause oder Rückzugsmöglichkeit in turbulenten Spielzeiten – es gibt Momente im Kita-Alltag, wo Kinder Ruhe brauchen. Sowohl die ErzieherInnen als auch die Kinder sind dankbar für Hilfe, die sich problemlos in den Tagesablauf integrieren lässt. Da kommen die „Gute-Nacht-Meditationen für Kinder“ von Petra Katharina gerade recht, denn obwohl sie eigentlich für die abendliche Situation vor dem Einschlafen konzipiert sind, schaffen sie auch unter Kita-Bedingungen Zeiten zum Entspannen und Auftanken .

Die erste Meditation dieser Hörbuch-Reihe widmet sich dem Thema „innere Ruhe“. Sie wurde mit dem Gütesiegel von spielen & lernen ausgezeichnet. Wie alle weiteren Meditationen führt sie die Kinder auf eine Fantasiereise. Nach einführenden leichten Atemübungen und Übungen aus dem autogenen Training führt die Autorin und Sprecherin die kleinen Hörer in eine Trance. Mit imaginierten Bildern aus der Natur schafft sie einen inneren Ort des Friedens und der Geborgenheit, von dem aus die fantastische Reise startet und die Ereignisse des Tages aus der sicheren Distanz des Beobachters angeschaut und verabschiedet werden können. Bei der „Reise zum See der tausend Träume“ werden diese bildhaften Erinnerungen an den Schwanz eines Drachens gebunden, den das Kind symbolisch fortfliegen lässt, um sich dann in einem gemütlichen Boot von einer Wolke auf den See ziehen zu lassen, aus dem die Träume aufsteigen.

Die folgenden Hörbücher befassen sich mit den Themen Macht und Leichtigkeit, die dritte Ausgabe zum Thema Vertrauen erscheint in Kürze unter dem Titel „Reise ins Feld der Federn“. Alle Hörbücher sind mit einem hohen Anspruch an pädagogischer, literarischer, tontechnischer und gestalterischer Qualität produziert – bis hin zur kindgerechten Verpackung. Das mag daran liegen, dass die Autorin alles selbst in die Hand nimmt und viel Erfahrung mitbringt. Die gelernte Erzieherin hat nach ihrer dreijährigen Berufstätigkeit Philosophie und Germanistik studiert, im namibischen Radio Kinder- und Literatursendungen entwickelt und moderiert, anschließend in einer Agentur für Film, Funk und Fernsehen gearbeitet und ist seit 2006 als Autorin, Texterin und Hörbuchproduzentin selbstständig. Aber das Wichtigste in ihrem Leben, so sagt sie selbst, war die Erziehung ihrer eigenen, inzwischen erwachsenen Kinder und die eigene spirituelle Entwicklung.

Weiterführende Infos, Möglichkeiten die Autorin für Vorträge und Meditationen zu buchen, sowie direkt und ohne Versandkosten zu bestellen (jede CD kostet 10 Euro) gibt es unter www.heilsame-geschichten.net.

Bewegungsbetonte Gesundheitswochen in der Kita

Impulsgeber für Bewegung, Spiel und Spaß im ganzen Jahr. Eine Materialsammlung zur Nutzung in Kindertagesstätten, Kindertagespflege und Familien.

Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen, ist eine Aufgabe in gemeinsamer Verantwortung von Eltern und Erzieherinnen und Erziehern, Lehrerinnen und Lehrern. In den Kindertageseinrichtungen und den Schulen unseres Landes ist die Gesundheitsförderung deshalb Bestandteil des Bildungs- und Erziehungsauftrages.

Welche Aktivitäten sind nun aber besonders geeignet, damit ein Kind gesundheitsfördernde Kompetenzen
erwerben kann? Und wie lassen sich diese Aktivitäten auch ohne viel Aufwand in den Alltag integrieren?
Hilfestellung zur Gesundheitsförderung gibt Ihnen diese Materialsammlung. Neben vielfältigen Anregungen für Spiel und Bewegung im Alltag der Kindertagesförderung und der Schule enthält sie vor allem wertvolle Hinweise darüber, welche Sinnesbereiche besonders angesprochen und gefördert werden.

Herausgeber:
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg -Vorpommern
Werderstraße 124, 19055 Schwerin
Layout und Satz:
GRAF FISCH DESIGN
Lange Straße 46/48, 17489 Greifswald
Illustrationen:
Anne Schreiber
Druck:
Druckhaus Panzig
Studentenberg 1a, 17489 Greifswald
1. Auflage: September 2012

Sie können die Texte des vorliegenden Materials kostenfrei unter
http://www.bildung-mv.de/export/sites/lisa/de/Fruehkindliche_Bildung/Modellprojekte/Projekt_Gesundheitswoche.pdf

Quelle: www.bildung-mv.de


Vorsicht bei Kindern und Kerzen

Auch im Kindergarten werden in der vorweihnachtlichen Zeit Kerzen angezündet. Dann ist es besonders wichtig, dass die Kinder sicher an das Thema: Feuer herangeführt werden. Hier finden Sie Hintergrundinformationen und ein Konzept für die Brandschutzerziehung im Kindergarten.

Es knistert, leuchtet, duftet, wärmt – und verbrennt. „Der richtige Umgang mit Feuer wie jetzt mit Kerzen in der Vorweihnachtszeit erfordert so viel Konzentration und Disziplin, dass selbst Erwachsene sich oft genug die Finger verbrennen. Umso gefährdeter sind Kinder“, sagt Martina Abel, Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ (BAG).

Jährlich 13 000 Verbrennungsunfälle mit Kindern

In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 13 000 Kinder Verbrennungen und Verbrühungen, die so schwerwiegend sind, dass sie ärztlich behandelt werden müssen. Rund 7 000 dieser Unfälle haben sogar Krankenhausaufenthalte zur Folge. „Die Belastung durch Angst und Schmerzen nach Verbrennungen ist enorm. Die meisten Kinder erleben den Unfall bei vollem Bewusstsein“, erläutert Adelheid Gottwald von der Initiative für brandverletzte Kinder Paulinchen e. V.

Kindern ein Vorbild sein

So sicher lassen sich Streichhölzer und Feuerzeuge gar nicht verschließen, dass Kinder nicht an sie herankämen; dennoch gehören sie natürlich sicher verwahrt. „Die beste Möglichkeit, bei Kindern Respekt - nicht Angst - vor offenen Flammen zu schaffen, ist ein gutes Vorbild“, sagt Abel. Erwachsene sollten nicht leichtsinnig mit Feuer umgehen sowie brennende Kerzen und Kamine immer im Auge haben – besonders wenn Kinder in der Nähe sind. Empfehlenswert ist auch ein Eimer Wasser oder gar Feuerlöscher in dem Raum, in dem viele Kerzen angezündet werden.

Umgang mit Feuer üben

Es lässt sich auch mit Kindern der Umgang mit Feuer üben. „So ist es zum Beispiel möglich, dass das Kind im Beisein einer Aufsichtsperson ein Streichholz entzündet und die Kerze anmacht“, sagt Abel. Danach werden Streichholz und Co. aber wieder an einem kindersicheren Ort verstaut. „Das sind nicht nur objektiv sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen, sondern auch psychologisch wirksame Erziehungsmaßnahmen, weil Kinder aus diesem Verhalten den richtigen Schluss ziehen können, dass mit Feuer nicht zu spaßen ist“, so die BAG-Geschäftsführerin.

Bei Verbrennungen kühlen

Ist es trotzdem zu einer Verletzung gekommen, sollte die betroffene Körperstelle mit fließendem kalten Wasser gekühlt werden (Faustregel: 20 Minuten bei 20 Grad). Ungeeignet sind Brandsalben und sonstige vermeintliche Wundermittel. Schwere Verbrennungen gehören umgehend in die Hände eines Arztes.

Vorsicht Feuer – was ist im Vorfeld zu tun

Kerzen kippsicher aufstellen Keine Tischdecken oder Deckchen unter die Kerzen, da Kinder daran ziehen können Eine Auffangschale aus nicht brennbarem Material unterstellen Brennbares wie Vorhänge, Adventsschmuck, Tannenäste oder Servietten sollten immer außerhalb der Reichweite von Kerzen sein Bei kleinen Kindern auf Kerzen verzichten und auf elektrische Kerzen mit dem Gütesiegel „GS“ zurückgreifen. Löschmaterial wie einen Eimer Wasser oder ein feuchtes Handtuch griffbereit haben Rauchmelder sind preiswert und sehr wirksam, denn sie signalisieren frühzeitig den Ausbruch eines Brandes und können so Leben retten

Über die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ (BAG)

Die "Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V." (BAG) mit Sitz in Bonn ist ein bundesweit tätiger Verein. Sie wurde 1998 unter dem Dach der Bundesvereinigung für Gesundheit e. V. auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit und mit Unterstützung des Gründungsförderers Johnson & Johnson ins Leben gerufen. Ziel des Vereins ist es, Kinderunfälle zu reduzieren, innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit sowie Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene voran zu bringen. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister.

Quelle: www.kindersicherheit.de

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Konzept für die Brandschutzerziehung in Kindergärten und Tageseinrichtungen für Kinder

Kostenloser Download unter: http://www.sicherheitserziehung-nrw.de/uploads/media/Konzept_fuer_die_BE_in_Kindergaerten.pdf

Ganzheitliche Gesundheitsbildung im Kindergarten

Die Stadt München hat in Zusammenarbeit mit der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) ein neues Münchner Werkbuch zum Thema „Ganzheitliche Gesundheitsbildung in Kindertageseinrichtungen“ herausgegeben. Das 80 Seiten umfassende Buch, das allen Münchner Kindertageseinrichtungen zur Verfügung gestellt wird, zeigt die grundlegenden Konzepte und Denkansätze, die für die Förderung eines gesunden Lebensstils der Kinder im Kita-Alltag wichtig sind.

Es gibt anschauliche Praxismaterialien und Beispiele, wie eine bewusste und ausgewogene Ernährung, vielfältige Bewegung und regelmäßige Entspannung aber auch Umweltbewusstsein sowie Körperpflege und -erfahrung im Kita-Alltag integriert werden können. Zudem bietet das Münchner Werkbuch den pädagogischen Fachkräften in den Kitas Anregungen und Tipps, wie Eltern und soziale Risikogruppen bei der Gesundheitsförderung in den Kitas einbezogen werden können. Das Münchner Werkbuch ist auf Grundlage des Praxishandbuchs „Gesunde Kita – starke Kinder“ von der Plattform Ernährung und Bewegung e.V. entstanden und im Verlag Heinrich Vogel erschienen.

Inhalte Münchner Werkbuch:

Gesundheitsförderung in der Kindertageseinrichtung Elternhaus und Kindertageseinrichtung Hand in Hand Elterndialog aus Sicht einer Kinderkrippenleiterin Projektarbeit in Kindertageseinrichtungen Praxismaterialien zu den Themen: Bewegung, Ernährung, Entspannung, Naturerfahrung und Umweltbewusstsein sowie Körpererfahrung, Körperpflege und Hygiene Checklisten zur Gesundheitsbildung

Das Münchner Werkbuch steht ab sofort als PDF Download auf der Homepage von Plattform und Ernährung e.V. unter www.pebonline.de zur Verfügung.

Quelle: www.ernaehrung-und-bewegung.de

Mit Hausschuhen oder Barfuß im Kindergarten?

Nicht passende Schuhe sind der Hauptgrund für spätere Fußschäden! Passende Schuhe sind innen mindestens 12 mm länger als die Füße. Neue Schuhe können sogar noch etwas mehr Spielraum haben (17 mm). Barfußgehen ist das Beste für kleine Füße: Dabei wird die Fußmuskulatur abwechslungsreich geschult und gekräftigt. Und eine kräftige Fußmuskulatur ist die beste Voraussetzung für gesunde und widerstandsfähige Kinderfüße.

Kinderfüße sind weich wie Gummi
Deshalb passen sie auch so gut in viel zu kleine Schuhe! Außerdem ist ihr Nervensystem noch nicht so differenziert entwickelt, um zu kleine Schuhe als unangenehm empfinden zu können.
Gesunde Füße brauchen passende Schuhe!
Untersuchungen belegen immer wieder, dass kaum ein Kind passende Schuhe trägt. (Siehe: Ergebnisse des Österreichischen Forschungsprojektes) Gelegentlich sind sie sogar bis zu 3 Nummern zu klein!
Und das sind immerhin fast 2cm ...

Mehr Infos unter:
www.kinderfuesse.com
www.familienhandbuch.de/gesundheit/aktuell-und-wichtig/tipps-fur-den-kinderschuhkauf

Seelische Störungen erkennen und handeln

Psychische Störungen können körperliche Krankheiten bedingen und umgekehrt. Da Körper und Seele untrennbar miteinander verbunden sind, lassen sich Ursache und Folge nicht immer leicht voneinander unterscheiden. Seelische Störungen sind beispielsweise Ängste, Aufmerksamkeitsdefizite oder Depressionen. Wie Sie im Einzelfall bei einer solchen Erkrankung helfen können, erfahren Sie hier.

Weiterlesen... Hintergrundwissen seelische Störungen Autismus: Kanner-Syndrom und Asperger-Syndrom Ängste und Angststörungen Zwänge und Zwangsstörungen Aggressionen, Aggressionsstörung Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts-)Syndrom (AD[H]S) Schul- und Lernprobleme Essstörungen Hyperventilation Depression, depressive Verstimmungen Quelle: www.gesundheitfuerkinder.de

Buchtipp:
Gesundheit für Kinder (s.Foto) ist auch als Buch im Kösel-Verlag erschienen. Über die Artikel auf dieser Internetseite hinaus enthält es weitere Kapitel zur Vorbeugung und Erkennung von Krankheiten, Reisen mit Kindern sowie Notfällen. 


Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche,
Dr. med. Arne Schäffler

Gesundheit für Kinder:
Kinderkrankheiten verhüten, erkennen, behandeln

Moderne Medizin – Naturheilverfahren – Selbsthilfe
Aktualisierte und überarbeitete Neuauflage

4., überarb. und durchges. Auflage 2010
528 Seiten, 575 Fotos, Grafiken und Schaubilder
Gebunden, mit Leseband
ISBN 978-3-466-30904-7

 

Laktose - Intoleranz

Die Laktose-Intoleranz ist keine Allergie, sondern eine Nahrungsmittelunverträglichkeit durch einen Enzymmangel! Patienten mit einer Laktose-Intoleranz weisen einen Enzymdefekt auf: das Enzym Laktase ist vermindert oder gar nicht vorhanden. Dieser Enzymdefekt kann angeboren sein (die Laktose-Intoleranz macht sich dann bereits im Säuglingsalter bemerkbar) oder kann durch bestimmte Darmkrankheiten (z.B. Zöliakie, Morbus Crohn) verursacht werden. Sie kann auch nach Darmoperationen oder nach Einnahme bestimmter Antibiotika auftreten.

Laktose (auch “Lactose“, Milchzucker) ist ein aus den Einfachzuckern Galaktose und Glukose bestehender Zweifachzucker (Disaccharid). Laktose ist in der Milch, in Milchprodukten wie Quark, Käse, in zahlreichen industriell hergestellten Lebensmitteln und einigen Arzneimitteln enthalten.

Im Dünndarm wird Laktose durch das Enzym Laktase in seine beiden Bestandteile Galaktose und Glukose gespalten, die nach Aufnahme durch den Darm in die Blutbahn übertreten. Laktase ist normalerweise in ausreichender Menge im Dünndarm vorhanden. Fehlt dieses Enzym oder ist es in nicht ausreichender Menge vorhanden, so wandert der Milchzucker weiter in den Dickdarm. Dort wird er von Bakterien verdaut. Dabei entstehen Gase und andere Stoffwechselprodukte, die zu Blähungen führen können. Weiterhin zieht der Milchzucker Wasser an, was bei vielen Patienten zu Durchfall führt.
 

Eine Laktose-Intoleranz kann auf verschiedene Weisen festgestellt werden:

Erste Hinweise liefern Selbstbeobachtungen: wenn nach dem Trinken von einem Glas Milch die o.g. Beschwerden zeitnah auftreten, spricht dies für eine Laktose-Intoleranz. Beim Laktose-Intoleranztest wird eine größere Menge reiner Laktose aufgelöst in Wasser verabreicht und anschließend der Blutzuckerspiegel gemessen. Steigt der Blutzuckerspiegel nicht oder nur wenig an, konnte die Laktose im Dünndarm nicht in Galaktose und Glukose (= Blutzucker) gespalten werden. Beim Wasserstoff-Atemtest wird der Wasserstoffgehalt in der Ausatemluft gemessen. Wasserstoff entsteht beim Abbau der Laktose durch die Darmflora.

Eine Behandlung erfolgt – je nach Empfehlung des Arztes und des Ernährungsberaters – durch Meidung von laktosehaltigen Lebensmitteln und Produkten, Umstieg auf Sojamilch, laktosearme Milchprodukte (Kennzeichnung: „ – L “) und gegebenenfalls auch durch Einnahme von Medikamenten, die das Enzym Laktase enthalten.

Laktose ist möglicherweise auch in Aromen, Backwaren, Brotaufstrichen, Gewürzmischungen, Fisch- und Gemüsekonserven,  Mayonnaise und Salatdressings, in Fertiggerichten, Schokolade und Süßigkeiten, Wurstwaren und Verdickungsmitteln enthalten.

Mehr zum Thema Laktose-Intoleranz:

Häufigkeit Weiterführende Links Literatur

Quelle: www.allum.de - Das Kinderärztliche Portal
             

Impetigo

Die sehr ansteckende Impetigo [contagiosa] (Grindflechte, Grind) ist die bei Kindern am häufigsten vorkommende bakterielle Hautentzündung. Sie tritt vornehmlich bei Klein- und Kindergartenkindern auf, meist im Gesicht oder an den Händen, selten auch im Bereich der Genitalien.

Leitbeschwerden
Meist an den Fingern oder im Gesicht: Zunächst klare, dann eitrige Hautbläschen mit rotem Hof, die sich allmählich ausbreiten und auf der Haut honiggelbe Krusten bilden.

Wann zum Arzt
Heute noch, wenn das Kind den beschriebenen Ausschlag im Gesicht hat.
Sofort, wenn das Kind Fieber bekommt oder es ihm zunehmend schlechter geht

Die Erkrankung
Unsere Haut ist natürlicherweise von unzähligen gutartigen Bakterien besiedelt. Wirkungsvolle Schutzmechanismen, z. B. der Säureschutzmantel der Haut, verhindern, dass die Bakterien in tiefere Hautschichten vordringen. Ist die Haut jedoch geschädigt, können infektionsauslösende Bakterien in die Haut eindringen und zu einer bakteriellen Hautentzündung führen. Entsprechend häufig tritt die Impetigo nach Erkältungen auf, bei denen die Haut rund um Mund und Nase entzündet und dadurch vorgeschädigt ist. Häufiger betroffen sind auch Kinder mit Neurodermitis.

Impetigo wird meist durch Staphylokokken oder -Bakterien ausgelöst. Häufig werden diese Keime z. B. aus dem Rachen des Kindes verschleppt oder von einem anderen Kind übertragen. Das Kind, von dem die Ansteckung ausgeht, muss selbst nicht krank sein: Gerade Streptokokken und Staphylokokken kommen bei manchen gesunden Kindern im Rachen oder der Nase vor.

Als Folge der Infektion bilden sich Hautbläschen unterschiedlicher Größe; kleine Bläschen sind für Streptokokken typisch, große Blasen für Staphylokokken. Die Bläschen sind von einem geröteten Saum umgeben und trüben rasch eitrig ein. Wenn sie platzen, entstehen die typischen honiggelben Krusten und die Herde breiten sich aus – oft helfen hier die kratzenden Finger des Kleinkindes nach. Kinder mit ausgedehnten Entzündungen können Fieber entwickeln und sich in ihrem Allgemeinbefinden beeinträchtigt fühlen.

Impetigo ist sehr ansteckend. Erkrankte Kinder sollten deshalb möglichst keinen Kontakt zu anderen Kindern haben, sie dürfen Kindergarten oder Schule nicht besuchen.

Komplikationen. Die Impetigo heilt praktisch immer narbenlos ab, Komplikationen sind bei rechtzeitiger Behandlung selten. Bei Streptokokken-Infektionen können wie bei der eitrigen Angina (Streptokokken-Angina) Immunreaktionen auftreten, z. B. eine Nierenkörperchenentzündung (Glomerulonephritis) oder, extrem selten, ein akutes rheumatisches Fieber. Bei Staphylokokken kann eine Immunreaktion der Haut zu schweren Entzündungen und Hautablösungen führen (Lyell-Syndrom).

Das macht der Arzt
Der Arzt erkennt die Impetigo allein anhand des typischen Bilds. In schwereren Fällen macht er möglicherweise einen Hautabstrich, um den genauen Erreger festzustellen.

Leichtere Formen lassen sich in aller Regel durch eine äußerliche Behandlung in den Griff bekommen: Durch Auflegen feuchter Kompressen mit evtl. desinfizierenden Lösungen (z. B. Kamillosan® oder Braunovidon®) werden die Krusten abgelöst. Danach werden Antibiotikasalben oder -gels (z. B. Fucidine® oder Turixin®) aufgetragen.

Bei einer ausgedehnten Impetigo muss das Kind Antibiotika einnehmen. Auch bei immer wiederkehrender Impetigo werden orale Antibiotika verordnet. Zudem wird in solchen Fällen durch einen Rachenabstrich geprüft, ob hier etwa ein Keimreservoir vorhanden ist; dieses muss dann zusätzlich durch in die Nase eingebrachte Antibiotikasalben (Mupirocin®) behoben werden.

Selbsthilfe
Da die in den Blasen und Krusten enthaltenen Bakterien leicht verschleppt werden können, empfiehlt es sich, die Herde z. B. mit Wundgaze abzudecken; damit wird auch das Kratzen erschwert. Um die Übertragung zu erschweren, sollte das Kind nicht die gleichen Handtücher benutzen wie die übrigen Familienmitglieder, seine Kleidung, Bettwäsche und die Handtücher sollten täglich gewaschen werden, möglichst bei 60 °C.

Komplementärmedizin
Bewährt hat sich die Behandlung mit Calendula-Essenz. Diese wird im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt und als feuchte Kompresse mehrmals täglich auf die betroffene Haut gelegt. Auch Thymiantee wird von manchen naturheilkundlichen Ärzten zur oberflächlichen Behandlung empfohlen.

Von: Dr. med. Herbert Renz-Polster

Quelle: www.apotheken.de
Bild: www.impetigopictures.net/

ADHS Kinder nehmen Zeit anders wahr

Kinder und Jugendliche, die unter dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) leiden, haben offenbar eine veränderte Wahrnehmung der Zeit: Wenn Kinder mit ADHS die Dauer von Zeitspannen beurteilen sollten, erlebten sie gleiche Zeitdauern als wesentlich länger als andere Kinder. Dies haben Prof. Dr. Helmut Prior vom Institut für Psychologie der Goethe-Universität, Dr. Marco Walg vom LVR-Klinikum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Dr. Johannes Oepen vom Viktoriastift in Bad Kreuznach zeigen können.

Forscher-Team veröffentlicht Ergebnisse eines Verhaltenstests

Ergebnisse ihrer Studie haben die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe des wissenschaftlichen Magazins „Journal of Attention Disorders” veröffentlicht. Aufgrund der beteiligten Hirnstrukturen war bereits vermutet worden, dass die Verarbeitung von Zeit bei ADHS verändert ist. Die neue Studie „Adjustment of Time Perception in the Range of Seconds and Milliseconds: The Nature of Time-Processing Alterations in Children With ADHD” liefert nun den ersten klaren Beleg in Verhaltenstests.

31 Kinder mit ADHD und 29 Kinder ohne Störung lernten zunächst, ein auf dem Computerbildschirm für kurze Dauer (z.B. 1,3 Sekunden) gezeigtes Kreissymbol von einem für längere Dauer (z.B. 2,5 Sekunden) gezeigten gleich aussehenden Symbol zu unterschieden. In anschließenden Tests bewerteten sie für eine größere Serie von Zeitspannen,  ob diese „kurz“ oder „lang“ waren.  Dieselben Zeitspannen wurden von Kindern mit ADHD sehr viel häufiger als lang wahrgenommen. Außerdem taten sich ADHS-Kinder schwerer als andere Kinder, sich auf die neue Situation einzustellen, wenn die getesteten Zeitspannen insgesamt verlängert oder verkürzt wurden.

Die publizierten Befunde werfen ein neues Licht auf die Gründe für Impulsivität und mangelnde Konzentration bei ADHS, der am häufigsten diagnostizierten Störung bei Kindern und Jugendlichen. „Ein optimiertes Zeitmanagement, zum Beispiel durch Strukturierung komplexer Aufgaben in Teilaufgaben, dürfte ein wesentlicher Ansatzpunkt sein, um mit ADHS einhergehende Probleme im Schulunterricht und anderen Lebensbereichen in den Griff zu bekommen“, so der Frankfurter Wissenschaftler Prior.

Informationen: Journal of Attention Disorders, Online First, Doi: 10.1177/1087054712454570 Prof. Dr. Helmut Prior, Institut für Psychologie, Campus Bockenheim, Goethe-Universität, Tel. (069) 798- 22118 Prior@psych.uni-frankfurt.de Dr. Marco Walg, LVR-Klinikum, HHU Düsseldorf, Tel. (0211) 922 4553, marco.walg@lvr.de

Quelle:
www.uni-frankfurt.de

Schlafstörungen rechtzeitig erkennen

Schlafstörungen von Kindern bleiben von den Eltern oft lange unerkannt. Sie sind unsicher, ob die unruhigen Nächte auch im Kleinkind- und Kindergartenalter nicht doch noch normal sind. Und wenn das Kind bereits älter ist, bekommen sie von seinen ruhelosen Nächten oft gar nichts mit.

Beobachten Sie das Tagesverhalten Ihres Kindes

Schlafstörungen gehen fast immer mit einem veränderten Verhalten des Kindes am Tag einher. Die Auswirkungen auf das Tagesverhalten und die Stimmung des Kindes können jedoch je nach Art der Störung und je nach Kind und Alter sehr unterschiedlich sein. Wenn ein Kind tagsüber meist müde ist, als Kleinkind quengelt und zur Weinerlichkeit neigt oder als Schulkind Schwierigkeiten hat, aufmerksam zu sein und sich zu konzentrieren, können dies deutliche Zeichen sein, dass es nachts zu wenig Schlaf bekommt. Besonders im Schulalter, aber auch bereits während der Kindergartenzeit, kann umgekehrt ein gesteigerter Bewegungsdrang (vor allem wildes Toben, nicht still sitzen können) bis hin zur Hyperaktivität auf Schlafstörungen hindeuten.

Einschlafprobleme im Kindergarten- und Grundschulalter treten häufig zusammen mit emotionalen Problemen auf. Oft, aber nicht immer, merkt man diesen Kindern die Belastungen auch tagsüber an. Sie wirken vielleicht niedergeschlagen oder zeigen andere auffällige Verhaltensweisen, wie Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Kindern oder ausgeprägte Trennungsprobleme. Beobachten Sie Ihr Kind genau und gehen Sie zum Kinderarzt oder zur Kinderärztin, wenn Ihnen sein Verhalten auffällig oder sehr unausgeglichen vorkommt.

Halten Sie Rücksprache mit Betreuungspersonen

Besonders deutlich zeigt sich der Schlafmangel oft am Vormittag: Die Kinder sind unkonzentriert und schlafen manchmal sogar ein. Die Eltern können solche Symptome oft gar nicht wahrnehmen, weil ihre Kinder um diese Zeit in der Kindertagesstätte oder in der Schule sind. Wenn Sie regelmäßig Rücksprache mit den Betreuungspersonen oder Lehrkräften Ihres Kindes halten und sich nach dessen Verhalten in der Einrichtung erkundigen, kann Ihnen das wertvolle Hinweise auf eventuelle Schlafprobleme Ihres Kindes liefern.

Erkennen Sie Hinweise auf sich anbahnende Schlafstörungen

Die meisten Schlafstörungen entstehen nicht von heute auf morgen, sondern bahnen sich langsam an und verfestigen sich dann. Wenn Sie etwa merken, dass Sie stets besonders viel Zeit dafür aufwenden, Ihrem sieben-, achtmonatigen Kind beim Einschlafen zu "helfen", Ihr Kind auch als Kleinkind regelmäßig nachts aufwacht, ohne wieder selbständig einzuschlafen, oder das Zubettgehen abends immer wieder mit allen Mitteln hinauszögert, können dies Hinweise auf sich anbahnende Schlafstörungen sein. Sie sollten vor allem dann beachtet werden, wenn das Schlafverhalten Ihres Kindes Sie selbst oder die gesamte Familie belastet und um den notwendigen Schlaf bringt. Sind solche Schlafprobleme erst einmal erkannt, können sie in der Regel gelöst werden, bevor sie sich verfestigen und möglicherweise weitere Probleme nach sich ziehen.

Mehr Infos zum Thema unter : http://www.kindergesundheit-info.de/fuer-eltern/schlafen/schlafen4/schlafstoerungen-fruehzeitig-erkennen/