Juli 2017

Rückengesundheit für Erzieher

Katja ist 44, 1,75m groß und Erzieherin aus Leidenschaft. Sie liebt es, bei allen Aktivitäten ganz nah zwischen den Jungen und Mädchen zu sitzen. Wenn da nur das ständige Sitzen auf den viel zu kleinen Kindestühlen wäre, das Herabbeugen zu den Kleinsten beim Mittagessen, das Herausheben aus den Kinderstühlen etc.
Seit Wochen hat sie immer häufiger Rückenschmerzen, auch der Nacken ist ständig verspannt, so dass ihr Kopf häufig schmerzt und sie regelmäßig zur Physiotherapie gehen muss.

Sie als Erzieher kennen den Spagat zwischen dem Anspruch, immer für die Kids und ihre Bedürfnisse dazu sein und den Belastungen, die der Kita-Alltag für Sie als Erzieher mit sich bringt.  Tische, Stühle und Einrichtungsgegenstände in Kitas sind  ja meist vor allem eins: kindgerecht und nicht zwingend Erzieher/Erwachsenengerecht.

Wie können Erzieher im Berufsalltag besser auf ihre eigene Gesundheit achten? Dazu hat die Unfallkasse Rheinland Pfalz jetzt die Filmreihe „In unserer Kita ist immer etwas los“ veröffentlicht.  
Darin stehen die täglichen Verhaltensweisen und Gesundheitsprävention im Blickpunkt. Der erste Clip befasst sich beispielweise mit dem Thema „Beim Heben, Tragen oder Bücken – achten Sie auf Ihren Rücken!“. Er beleuchtet in anschaulicher und kurzweiliger Form verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen in Kitas.

Dabei werden folgende Bereiche angesprochen und visuell dargestellt:

  • Heben, Tragen, Bücken
  • Essenssituation
  • Ankleiden der Kinder
  • Schlafen / Zu Bett bringen
  • Spielen in der Gruppe
  • Kochen mit Kindern
  • Wickeln

Die einzelnen Sequenzen sollen zur Diskussion anregen und das eigene Verhalten reflektieren bzw. hinterfragen.
Unser Tipp: Schauen Sie sich die kurzen Clips an und besprechen Sie sie mit Kollegen. Manchmal helfen schon wenige Veränderungen wie ein anderer Stuhl oder eine minimale Veränderung, um ihren Bewegungsablauf gesünder zu machen. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken!

 

Fotos: Screenshots aus den Videos der Unfallkasse Rheinland Pfalz

Ideen für Ihre Gesundheitsprävention als Erzieher

  • Kinder beim Anziehen auf eine Treppe oder eine andere Erhöhung stellen
  • Rollende Hocker ohne Rückenlehne nutzen statt auf zu kleinen Kita-Stühlen zu sitzen
  • Kleine Kinderleiter für den Wickeltisch, anstatt die Kinder immer wieder hochzuheben
  • Stäbe des Kinderbettchens öffnen, damit das Kind selbst reinkrabbeln kann, anstatt es über die Stäbe hinweg ins Krippenbettchen zu legen
  • Kinder beim Kochen auf Hocker /  Tritthocker stellen

 

50 Jahre Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Aktion Kinder stark machen

Gesundheitskompetenz für Jung und Alt

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wird 50 Jahre alt: Gegründet am 20. Juli 1967, trägt die Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit mit ihrem Sitz in Köln seit einem halben Jahrhundert mit bundesweiten Präventionsmaßnahmen zur gesundheitlichen Aufklärung der Bevölkerung bei.
Aufgabe der BZgA ist es, der Bevölkerung qualitätsgesicherte, fachlich fundierte und zielgruppengerecht aufbereitete Gesundheitsinformationen zur Verfügung zu stellen. Sie unterstützt Bürger dabei, einen gesunden Lebensstil zu entwickeln, um in gesunden Verhältnissen aufwachsen, leben, arbeiten und gesund älter werden zu können.
 
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erklärt dazu: „Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil unseres Gesundheitswesens geworden. Seit 50 Jahren informiert sie Bürger mit großem Einsatz – und oft auch mit Humor – zu wichtigen Gesundheitsfragen. Dabei hat sie bewiesen: Gesundheitsförderung wirkt! Mit dem Präventionsgesetz haben wir dafür gesorgt, dass hochwertige Angebote der Gesundheitsförderung dorthin getragen werden, wo Menschen leben, lernen, arbeiten oder ihre Freizeit verbringen – in die Kita, Schule, an den Arbeitsplatz, in die Pflegeeinrichtung oder ins Stadtquartier.“

Prävention und Gesundheitsförderung werden heute als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen – so arbeitet die BZgA eng mit einer Vielzahl von Kooperationsverbünden und Netzwerken zusammen.
Eine von vielen bekannten und erfolgreichen Aktionen ist die Mitmach-Initiative „Kinder stark machen“, die durch die frühe Suchtvorbeugung hilft, junge Menschen vor Missbrauch zu schützen und ihnen ein suchtfreies Leben zu ermöglichen.

Quelle und Foto: © Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln