April 2012

Modellprojekt "Hand in Hand. Kita ohne Rassismus"

Ziel des Projektes ist die Entwicklung neuer spezifischer Methoden und Ansätze für die frühkindliche Bildungsarbeit in den Bereichen Demokratieförderung, Wertevermittlung, vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung sowie Selbstwirksamkeit als eine Präventionsstrategie gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Über Kampagnenarbeit, Fortbildungsangebote und Engagementförderung sollen ErzieherInnen und Eltern für die demokratische Wertevermittlung in Bezug auf Demokratie, Vielfalt und Selbstwirksamkeit sensibilisiert und qualifiziert werden.

Die Internetpräsenz des Modellprojektes mit seinen Angeboten, Ergebnissen und Erfahrungen ist unter www.friedenskreis-halle.de/kita zu finden.

Handbuch für Erzieherinnen zur Werte-, Demokratie- und Vielfaltförderung
Aus dem Inhaltsverzeichnis:

Werte
Warum sind Werte wichtig?
Wertewandel
Werteförderung
Ziel der Werteförderung
Normen und Regeln
Was hat das mit mir als Erzieherin zu tun?
Anregungen für die Werteförderung
Beobachtung von gelebten Werten
Ausgewählte Werte im Fokus
Weitere Impulse zur Förderung von Werten
Literatur

Demokratie
Demokratie lernen in Kindertagesstätten
Partizipation als zentraler Bestandteil der Demokratieförderung
Soziale Kompetenzen als Teil der Demokratieförderung
Was hat das mit mir als Erzieherin zu tun?
.Anregungen für die Förderung von Demokratie
Verfahren der Entscheidungsfindung
Partizipation von Kindern stufenweise fördern

Vielfalt
Ziel einer Vielfaltförderung
Kinder und Vielfalt
Was hat das mit mir als Erzieherin zu tun?
Vorurteilsbewusstes Lernen bei Erzieherinnen
Wie erkenne ich, ob Vielfalt in meinem Umfeld gelebt wird?
Anregungen zur Förderung von Vielfalt

u.w.

Über das Bundesmodellprojekt
Hand in Hand. Kita ohne Rassismus
Bildungsangebote des Friedenskreis Halle
Der Träger – Friedenskreis Halle

Das Handbuch kann kostenlos unter http://www.friedenskreis-halle.de/kita/texte/Kita-Handbuch-1.pdf heruntergeladen werden.

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Fortbildungen für ErzieherInnen

Demokratie leben - Demokratische Spielregeln im Kita-Alltag
Freitag, 26.10.2012, 9-16 Uhr
Demokratie beruht auf den Grundprinzipien der Freiheit und Gleichheit aller Menschen. Schon in der Kita erscheint sie in verschiedenen Formen und Ausprägungen. ErzieherInnen sind gefordert, demokratische Regeln in den Alltag einzubinden.
Wie gelebte Demokratie im Kindergartenalter praktiziert werden kann, welche Grundbausteine dafür erforderlich sind und an welche demokratischen Spielregeln sich gehalten werden sollte, ist Inhalt dieser Fortbildung.

(Inter)kulturelle Kompetenzen in Kindertagesstätten
Mittwoch, 14.11.2012, 9-16 Uhr
Was ist, wenn nicht alle Kinder Ostern und Weihnachten feiern? Wie kann eine Bildungspartnerschaft mit Familien aufgebaut werden, die kein deutsch sprechen? Wie können ErzieherInnen mit den täglichen Herausforderung umgehen, die vielfältige Herkunft, Sprache und Religionen in Kindertagesstätten mit sich bringen? Welche Unterschiede gibt es überhaupt und wie diese anerkennen? Lassen sich Kulturen so von einander abgrenzen, wie wir denken? Innerhalb der Fortbildung sollen kulturelle Selbst- und Fremdbilder und die Entstehung von Vorurteilen erkannt und hinterfragt werden. Ziel ist das Leben in kultureller Vielfalt als etwas Alltägliches zu erkennen und Neugier und Offenheit für Fremdes, Anderes und Unbekanntes zu wecken. ErzieherInnen erhalten neue Impulse, Anregungen und Handlungsoptionen für die Kita.

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Fortbildungen für Kitateams
Im Rahmen des Bundesmodellprojekts „Hand in Hand. Kita ohne Rassismus“ wurden in Zusammenarbeit mit Modellkindertagesstätten und auf Grundlage von teilnehmenden Beobachtungen Fortbildungen zu unterschiedlichen Themen entwickelt.
Die Fortbildungen werden vorrangig als Inhouse-Fortbildungen angeboten.
Vielfalt annehmen – Eine Herausforderung im Kita-Alltag
Demokratie leben - Demokratische Spielregeln im Kita-Alltag
Werte erziehen - Eine „Wert-schätzung“ im Kita-Alltag
(Inter)kulturelle Kompetenzen in Kindertagesstätten
Konflikte bearbeiten – Eine zentrale Aufgabe von ErzieherInnen
Alltagsrassismus im Kita-Alltag begegnen
Herausforderungen in der Kita:
Wertebildung, Förderung von Demokratie und Vielfalt

Vielfalt annehmen – Eine Herausforderung im Kita-Alltag
Vielfalt ist ein zentraler Bestandteil im ErzieherInnenalltag. Sie begegnet uns u.a. in Sprachen, Kulturen, Verhaltensweisen, Erziehungsstilen und persönlichen Werten. Im Alltag ist oft wenig Zeit, um Chancen und Grenzen dieser Vielfalt positiv wahrzunehmen. Die Fortbildung bietet die Möglichkeit, die eigene Arbeit mit ihren spezifischen Herausforderungen zu reflektieren und neue Impulse, Anregungen und Tipps im Umgang mit Vielfalt zu bekommen.

Demokratie leben - Demokratische Spielregeln im Kita-Alltag
Demokratie beruht auf den Grundprinzipien der Freiheit und Gleichheit aller Menschen. Schon in der Kita erscheint sie in verschiedenen Formen und Ausprägungen. ErzieherInnen sind gefordert, demokratische Regeln in den Alltag einzubinden. Wie gelebte Demokratie im Kindergartenalter praktiziert werden kann, welche Grundbausteine dafür erforderlich sind und an welche demokratischen Spielregeln sich gehalten werden sollte, ist Inhalt dieser Fortbildung.

Werte erziehen - Eine „Wert-schätzung“ im Kita-Alltag
Die Vermittlung von Werten ist ein wichtiger Bestandteil im Kita-Alltag. Nach den Eltern und dem engsten sozialen Umfeld sind ErzieherInnen die nächsten Vorbilder, die den Kindern Werte vorleben. Hierbei stehen die ErzieherInnen vor der Herausforderung, eigene Wertvorstellungen mit den Werten der Einrichtung in Einklang zu bringen. Im Rahmen dieser Fortbildung sollen ErzieherInnen unterstützt werden, sich zentrale Werte bewusst zu machen, diese bewusst zu hinterfragen, um zielgerichtet einen Wert-vollen Kita-Alltag zu gestalten.

(Inter)kulturelle Kompetenzen in Kindertagesstätten
Was ist, wenn nicht alle Kinder Ostern und Weihnachten feiern? Wie kann eine Bildungspartnerschaft mit Familien aufgebaut werden, die kein deutsch sprechen? Wie können ErzieherInnen mit den täglichen Herausforderung umgehen, die vielfältige Herkunft, Sprache und Religionen in Kindertagesstätten mit sich bringen? Welche Unterschiede gibt es überhaupt und wie diese anerkennen? Lassen sich Kulturen so von einander abgrenzen, wie wir denken? Innerhalb der Fortbildung sollen kulturelle Selbst- und Fremdbilder und die Entstehung von Vorurteilen erkannt und hinterfragt werden. Ziel ist das Leben in kultureller Vielfalt als etwas Alltägliches zu erkennen und Neugier und Offenheit für Fremdes, Anderes und Unbekanntes zu wecken. ErzieherInnen erhalten neue Impulse, Anregungen und Handlungsoptionen für die Kita.

Konflikte bearbeiten – Eine zentrale Aufgabe von ErzieherInnen
Sowohl im ErzieherInnenalltag als auch im Alltag der Kinder spielt der Umgang mit Konflikten eine zentrale Rolle. In der Vermittlung und Schlichtung von Konflikten durch die ErzieherInnen werden den Kindern wichtige Elemente im Umgang mit diesen Situationen aufgezeigt und vorgelebt. Ziel dieser Fortbildung ist es, ErzieherInnen für den bewussten Umgang mit Konflikten zu sensibilisieren und Impulse dafür zu vermitteln, wie Kinder in Konflikten aktiv und selbstwirksam begleitet werden können.

Alltagsrassismus im Kita-Alltag begegnen
ErzieherInnen sind in ihrem Alltag immer wieder mit offenen und nicht so offenen alltagsrassistischen Vorfällen konfrontiert. Der Workshop wird deshalb das Thema Alltagsrassismus beleuchten. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme zur Verbreitung rassistischer und menschenfeindlicher Einstellungsmuster werden mögliche Reaktionen auf alltagsrassistische Situationen diskutiert. Ziel ist es, Handlungssicherheit im Umgang mit Alltagsrassismus zu erlangen. Außerdem soll ergründet werden, inwieweit wir selber TrägerInnen von Vorurteilen sind und wie diese Vorurteile in der Arbeit mit Kindern kritisch reflektiert werden können. Dazu wird neben Grundzügen der Anti-Bias-Erziehung u.a. auch der Ansatz der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung eingeführt. Die Fortbildung wird in Kooperation mit Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. angeboten.

Herausforderungen in der Kita: Wertebildung, Förderung von Demokratie und Vielfalt
Die Vermittlung von Werten ist ein wichtiger Bestandteil im Kita-Alltag und gerade innerhalb unserer globalisierten Welt stellen die Werte Demokratie und Vielfalt eine besondere Herausforderung dar. Hierbei stehen die ErzieherInnen vor der Aufgabe, eigene Wertvorstellungen mit den Werten von Einrichtung, Kindern und Familien in Einklang zu bringen. Wie gelebte Wertebildung, Demokratie und Vielfalt im Kindergarten praktiziert werden können, welche Grundbausteine dafür erforderlich sind und an welche Regeln sich gehalten werden sollte, ist Inhalt dieser Fortbildung. Die Fortbildung bietet die Möglichkeit die eigene Arbeit mit ihren spezifischen Herausforderungen zu reflektieren und neue Impulse, Anregungen und Tipps im Umgang mit Werten, Vielfalt und Demokratie zu bekommen.

Zielgruppe der Fortbildungen:
ErzieherInnen, Träger von Bildungseinrichtungen, Eltern

Dauer:
jeweils 1 Tag

Wir arbeiten nach den festgeschriebenen Qualitätsstandards des Qualifizierungsverbundes der AGDF (Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden), die wir gemeinsam mit anderen Bildungsinstitutionen laufend überprüfen und weiterentwickeln. Zu den wichtigsten Standards für uns gehören:
Anwendung partizipativer und teilnehmerInnenorientierter Seminarmethoden
handlungs- und prozessorientierte Arbeitsweise
Arbeit im TrainerInnenteam.
Kontakt: Friedenskreis Halle e.V.
Christof Starke
Geschäftsführer
0345.27980751
 geschaeftsfuehrer@friedenskreis-halle.de

Quelle: www.friedenskreis-halle.de

Astma: Infos für die Kita Praxis

Das Asthma ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege mit dauerhaft bestehender Überempfindlichkeit. Bei entsprechend veranlagten Personen führt die Entzündung zu anfallsweiser Luftnot infolge einer Verengung der Atemwege. Diese Atemwegsverengung wird durch vermehrte Sekretion von Schleim, Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und Bildung von Ödemen der Bronchialschleimhaut verursacht, sie ist durch Behandlung rückbildungsfähig. Fünf Prozent der Erwachsenen und sieben bis zehn Prozent der Kinder leiden an Asthma bronchiale.

Bei einem Asthmaanfall kommt es zu akut auftretender Luftnot. Vor allem die Ausatmung ist erschwert und diese ist oft von pfeifenden Atemgeräuschen begleitet. Teilweise tritt Husten auf, auch in Form von Hustenanfällen. Bei Kindern ist Husten in der Regel das führende Symptom, daher wird hier die Diagnose "Asthma" oft erst spät gestellt. Das erschwerte Atmen und die Luftnot können zu Angstgefühlen mit Unruhe und Sprechschwierigkeiten führen. Charakteristisch für Asthma ist das Fehlen von Symptomen im beschwerdefreien Intervall. (Mit Material von: Wikipedia)

Informationen für Pädagogen: 
Asthma: Handeln Sie rechtzeitig
Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter!

Das ist Asthma: 
Bei Asthma besteht eine erhöhte Empfindlichkeit der Atemwege gegenüber verschiedenen Reizen.
Die Atemwege verengen und entzünden sich, werden rot und geschwollen.
Asthma ist nicht ansteckend.
Asthma ist eine allergische Erkrankung wie auch der Heuschnupfen und die Neurodermitis. 
Die Veranlagung für Asthma wird vererbt. 

Daran erkennen Sie Asthma:
Die Verengung und Entzündung der Atemwege beim Asthma führt zu Symptomen,  die man hören und spüren kann. 

1. Das kann das Kind spüren:
    Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen
    Atemnot
    Beklemmungsgefühl, Stechen im Brustkorb 

2. Das können Sie hören:
    Pfeifende oder keuchende Geräusche im Brustkorb
    Erschwerte, brodelnde oder ziehende Atmung
    immer wieder auftretender trockener Husten bei körperlicher Anstrengung und/oder in der Nacht 

Wenn bei einem Kind eines der angeführten Symptome auftritt, könnte es Asthma haben. Raten Sie den Eltern zu einem Arztbesuch.

Das bedeutet Asthma: 
Wenn die Diagnose Asthma gestellt wird, sollten sich Eltern und Betroffene aktiv über diese Krankheit informieren. Oft sind zur Behandlung spezielle Maßnahmen im Wohnbereich und ein atemwegserweiterndes Medikament ausreichend.  Bei einigen Kindern ist zur Verbesserung und Normalisierung der Lungenfunktion jedoch zusätzlich eine entzündungshemmende Inhalationsbehandlung über längere Zeit notwendig.

Das kann Asthmasymptome auslösen: 
Allergene, wie z.B. Hausstaubmilben, Tierhaare, Gräserpollen, Baumpollen, gelegentlich Schimmelpilze und gewisse Nahrungsmittel. 
Erkältungsviren 
körperliche Anstrengung 
kalte Luft 
Zigarettenrauch, Verkehrsabgase, Hausbrandabgase, Staub, Duftstoffe,  Räucherstäbchen und Stress können Asthmasymptome verstärken.

Hausstaubmilben 
Hausstaubmilben lieben Matratzen, Teppichböden und Polstermöbel;
daher sollten diese Einrichtungen in Kindergärten und Schulen möglichst vermieden werden.  
Decken und Polster in Kuschelecken sollten aus zumindest mit 60°C  waschbaren Materialien sein und etwa alle 2 Wochen gewaschen werden. 
Günstig sind glatte Böden und Möbel.
Die Hausstaubmilbenbelastung kann auch bei Schikursen, Landschulwochen, in Jugendherbergen und Matratzenlagern bei Asthmakindern zu Atembeschwerden führen. Die Bereitstellung eines allergenarmen Zimmers ist bei solchen  Schulveranstaltungen wünschenswert. 

Schimmel 
Die Schimmelbildung wird durch eine hohe Luftfeuchtigkeit im  Raum gefördert.
Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 45 % und 55 % betragen. 
Sie können durch vermehrtes Lüften und Heizen der Schimmelbildung vorbeugen.

Tiere 
Haustiere sollten nicht in Kindergärten und Schulen mitgenommen  oder dort gehalten werden. 
Vor allem Katzen können bei Asthmakindern schwere Asthmaanfälle auslösen und Räume über Wochen mit dem allergenen Staub belasten. 
Bei einer starken Tierhaarallergie können sogar Tierhaare oder Tierstaub  auf der Kleidung anderer Kinder zu Atembeschwerden führen. 
Der Besuch von Zirkusvorstellungen, Kleintierausstellungen oder  Bauernhöfen kann für Asthmakinder belastend sein. 

Asthma und Sport 
Asthma ist kein Hindernis für sportliche Höchstleistungen. Körperliche  Belastung kann aber zu Atemproblemen führen. 
Asthmakinder sollen Sport betreiben, die Belastung jedoch selbst wählen. 
Asthmakinder sollten immer ein bronchienerweiterndes  Medikament mit sich führen. Manchmal ist auch die Inhalation eines Medikamentes vor der körperlichen Belastung notwendig. 
Asthmamedikamente sind keine Dopingmittel.
Nach der Aufwärmphase kann die Belastung individuell angepasst und mit Pausen gesteigert werden. Bei Atemnot sollte das Kind eine Pause für Atemübungen bzw. für die Einnahme eines bronchienerweiternden Medikamentes einlegen.
Beim Turnen im Freien können während des Pollenfluges und bei Inhalation
kalter Luft verstärkt Asthmabeschwerden auftreten.

Kinder brauchen frische Luft 
Setzen Sie sich für rauchfreie Kindergärten und Schulen ein.
Wenn Ihr Kindergarten bzw. Ihre Schule an einer stark befahrenen Straße liegt,  versuchen Sie über die der Straße abgewandte Seite zu lüften.
Verwenden Sie in Innenräumen keine Duftlampen und Räucherstäbchen.
Kinder mit Asthma haben auch im Kindergarten oder in der Schule  Beschwerden, speziell beim Laufen oder bei kalter Luft. Sprechen Sie mit  den Eltern über das Asthma des Kindes. Das Kind sollte immer ein Medikament mit haben, das die Atemwege sofort erweitern kann.

Im Erste-Hilfe-Kasten sollte ein bronchienerweiterndes Medikament und eine  Inhalierkammer (Spacer) zur Verfügung stehen. 

Internetseiten des Asthma Projektes Salzburg: http://www.salzburg.at/asthma

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Kitas im Allergie-Check
Deutscher Allergie- und Asthmabund überprüft Kindergärten
Da immer mehr Kinder an Allergien, Asthma und Neurodermitis erkranken, widmet sich der Deutsche Allergie- und Asthmabund mit dem Projekt Kita-Check den kleinsten Patienten mit einem weit reichenden Konzept.

Beim Kita-Check wird die Allergen- und Schadstoffbelastung der jeweiligen Kitas überprüft, Eltern werden per Fragebogen zum Gesundheitszustand der Kinder und die Mitarbeiter der Kita zum Umgang mit Allergien, Asthma und Neurodermitis in der Einrichtung befragt.

Basierend auf den Testergebnissen werden die Kitas bzw. deren Träger zu Interventionsmaßnahmen beraten, ebenso werden Schulungen und Beratungen für Kita-Personal und Eltern angeboten.
Die Ergebnisse der ersten überprüften 30 Kindergärten zeigen, dass hier deutlicher Handlungsbedarf besteht.

Dazu nur wenige Beispiele:
Auf der politischen Ebene werden Feinstaubwerte für die Außenluft als kritisch bewertet, wenn 50 μ   Feinstaub /m3 Luft überschritten werden. In den Kitaräumen wurden oftmals Durchschnittswerte von über 1.000 μ Feinstaub /m3 gemessen - und dies bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer der Kinder in den Kitas von sechs bis acht Stunden.
Viele der beprobten Kitas wiesen Schimmelpilzbefall auf.
In über 70% der Kitas waren veraltete, unzureichende Staubsauger im Einsatz.
Eine Vielzahl der Kitas nutzte aus finanziellen Gründen Bastelmaterialien, die Schadstoffe freisetzen.
In vielen Kitas fanden sich Matratzen mit extrem hohen Milbenkonzentrationen
Vielfach bestand Unkenntnis zum Umgang mit Kindern, die unter Lebensmittelallergien leiden.

Daher will der Deutsche Allergie- und Asthmabund die Datenlage erweitern, Beratungsangebote sowie Schulungen ermöglichen und auch weitergehende Interventionsmaßnahmen (Luftreiniger, Matratzen, Bodenbeläge, Farben, Ausstattung etc.) anbieten.

Ein Ziel des DAAB ist es auch, durch die Testung weiterer Kitas mit einer ausreichend großen Datenlage Diskussionen anstoßen zu können, die in bauliche sowie Hygiene- Konsequenzen bzw. - Standards münden.

Gleichermaßen sollen Kitas weitere konkrete Hilfen angeboten werden.
Für dieses Projekt sammelt der Deutsche Allergie- und Asthmabund in 2012 Spenden, um möglichst vielen kleinen Patienten in den Kitas helfen zu können. Jede Spende hilft.

Spendenkonten:
Gladbacher Bank AG, Konto Nr. 15 359 030 / BLZ 310 601 81
Stadtsparkasse, Konto Nr. 175 950 / BLZ 310 500 00

Infos:
Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB), Fliethstr. 114, 41061 Mönchengladbach
www.daab.de
Interessenten für einen Kita-Check vor Ort können sich per Email unter info@daab.de melden.

Außerdem bieten wir nun Informationsmaterialien für Eltern und Kita-Personal an wie den Elternratgeber oder das Bewegungsbuch mit Spielen und Sportübungen für asthmakranke Kinder in Kindergarten und Grundschule. 

1.Bewegungsübungen für Kinder mit Asthma – Ratgeber für Kitas und Grundschulen (s.Bild) 2.Kochen für kleine Leckermäulchen mit Nahrungsmittelallergien- Rezepte ohne Kuhmilch, Soja,    Weizen  und Hühnerei 3.Ratgeber für Eltern: Informationen zu Allergien, Asthma und Neurodermitis
  Diese können unter info@daab.de bestellt werden. Ansonsten bieten wir auch eine Hotline an, wenn es Fragen zu Allergien, Asthma und Neurodermitis gibt 02161/10 20 7.

Die weiteren COVER DER BROSCHÜREN öffenen sich per Klick auf das Bild.



Epilepsie im Kindergarten

Auch für die Erzieher(-innen) ist die Integration von Kindern mit Epilepsie in die bestehende Kindergartengruppe sicherlich nicht alltäglich und eine kleine Herausforderung. Wie gehe ich mit dem Kind um? Wie schütze ich es vor Anfällen? Was tue ich bei einem Anfall? Das sind nur einige der aufkommenden Fragen.

Ein ganz normaler Tag im Kindergarten:
Wichtige Informationen für Erzieher und Erzieherinnen

Eine unbeschwerte Zeit im Kindergarten ist für die Entwicklung eines jeden Kindes von großer Bedeutung - auch für ein epilepsiekrankes Kind. Daher sollte besonders dem epilepsiekranken Kind ein Leben ermöglicht werden, das so normal wie möglich ist. Das schließt den Besuch eines Kindergartens ein - egal ob es sich dabei um einen Regelkindergarten oder einen Förderkindergarten handelt. Die neu gewonnene Selbstständigkeit stärkt das Selbstbewusstsein des Kindes, und in der Gemeinschaft kann es sich sozial, emotional und geistig weiterentwickeln.

Ständig im Austausch bleiben
Personen, die die Aufsichtspflicht und Verantwortung für ein epilepsiekrankes Kind übernehmen, sollten ausführlich über die Erkrankung informiert werden. Der ständige Kontakt zu den Eltern des Kindes aber auch zum behandelnden Arzt kann hier hilfreich sein - auch um Unsicherheiten auszuräumen.

Generell gilt: Bei der Beaufsichtigung von Menschen mit Epilepsie besteht keine besondere Haftungsverpflichtung. Somit ist auch die Haftung des Kindergartens auf die reguläre Beaufsichtigung und ggf. auf das Einhalten von Notfallmaßnahmen beschränkt. Beobachten Sie bei einem epilepsiekranken Kind Verhaltens-auffälligkeiten, gilt es, die Ursache zu erkennen und zu beseitigen. Möglicherweise ist eine soziale Ausgrenzung für die Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich. Suchen Sie das Gespräch mit den Eltern, um herauszufinden, was die Ursache des veränderten Verhaltens sein könnte.

Kindergartengruppe nicht unbedingt (vollständig) informieren
Überlegen Sie auch zusammen mit den Eltern, in wie weit die Kindergartengruppe über die Epilepsieerkrankung informiert werden soll. Je wahrscheinlicher das Auftreten eines Anfalls im Kindergarten ist, desto eher empfiehlt sich eine ausführliche Information aller möglichen Anwesenden. Denn die Konfrontation mit einem Anfall ist für die anwesenden Kinder leichter zu verarbeiten, wenn sie zuvor über einen möglichen Ernstfall informiert worden sind.
Selbstvertrauen des Kindes stärken

Ein epilepsiekrankes Kind hat häufig mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Schneller als gesunde Kinder kann es an seine Belastungsgrenze stoßen. Manchmal geht es bestimmten Aufgaben auch aus Angst von vornherein aus dem Weg. Aufgaben sollten daher so gestellt sein, dass sie bewältigt werden können. Auch ein Signal, welches vermittelt, dass in bestimmten Bereichen keine besondere Leistung erwartet wird, sondern dass allein das Bemühen zählt, kann für das Kind motivierend sein. Es ist also wichtig, nicht nur den Erfolg, sondern auch das Bemühen und den individuellen Einsatz anzuerkennen und zu loben. Um das Kind richtig einzuschätzen sollten Sie die Belastungsgrenze des Kindes regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls mit den Eltern oder/und dem Arzt abzustimmen.

Selbstständigkeit verbessern
Die Lebensqualität von epilepsiekranken Kindern mit Behinderung oder Entwicklungsstörung kann verbessert werden, indem Betreuer und Eltern Selbständigkeit und Unabhängigkeit fördern. Im Rahmen eines gezielten Förderkonzeptes kann z.B. die Verbesserung einzelner Fertigkeiten (Stabilisierung der Handmotorik, Farben- und Formenerfassung etc.) im Mittelpunkt stehen. Grundsätzlich sollte der Entwicklungsförderung eine neuropsychologische Diagnostik durch den Arzt vorausgehen und das therapeutische Ziel mit den Eltern vereinbart werden.

Auch epilepsiekranke Kinder toben gerne
Gerade für sportliche Aktivitäten gilt: Wer nicht mitmacht, gerät schnell ins Abseits! Das kann für ein Kind entwicklungshemmende Folgen haben, die möglicherweise weitreichender sind als die Epilepsie. Besondere Risiken, wie z.B. beim Spielen auf Klettergerüsten, einem Trampolin oder im Plantschbecken, müssen allerdings erkannt, und eine entsprechende Beaufsichtigung sollte sichergestellt werden. So kann das epilepsiekranke Kind an sportlichen Aktivitäten teilnehmen und muss sich nicht als Außenseiter fühlen!

Bei einem Anfall Ruhe bewahren
Wie im Falle eines Anfalles zu handeln ist, sollte im Vorfeld zwischen Eltern und Erziehern besprochen werden. Wie verhalten sich die Erzieher dem betroffenen Kind gegenüber am besten? Wann sind die Eltern zu informieren? Wann ist es ratsam, den betreuenden Arzt herbeizurufen? Darüber sollten sich alle Aufsichtspersonen einig sein. Beruhigend ist, dass epileptische Anfälle in der Regel nach drei bis fünf Minuten von selbst aufhören. Sie werden tatsächlich nur in Ausnahmen zu Notfällen.

Generell gilt:
Ruhe bewahren!
Alle Gegenstände, die beim Sturz des Kindes eine Verletzungsgefahr darstellen (Stuhl, Spielzeug etc.), aus dem Weg räumen.
Das Kind vorsichtig, ohne es festzuhalten, so dirigieren, dass es sich bei einem Sturz nicht verletzen kann.
Beengende Kleidungsstücke am Hals lockern und ggf. Brille abnehmen.
Beim Kind bleiben bis der Anfall vorbei ist.
Andere Kinder beruhigen und erklären, was passiert ist.
Je nach Absprache die Eltern und den behandelnden Arzt informieren. Genaue Beobachtung und Beschreibung des Anfalls (Zeitpunkt, Verlauf, Dauer) sind wertvolle Informationen für den Arzt.

Auf keinen Fall: 
Das Kind aufrichten.
Versuchen, die Bewegungen (Krämpfe) des Kindes zu stoppen und es festhalten.
Dem Kind etwas zwischen die Zähne zwängen.

Wenn die Erwachsenen mit dem Anfall eines Kindes zielgerichtet und sicher umgehen, wird das Geschehen bei den anderen Kindern keine Angst auslösen.
Anzeichen einer epileptischen Erkrankung

Über die Hälfte aller Epilepsien beginnen im Kindesalter. Eine epileptische Erkrankung äußert sich aber nicht immer in Form von gut erkennbaren Anfällen. Bei symptomarmen Anfällen kann lange Zeit übersehen werden, dass das Kind aufgrund einer Epilepsie oft zerstreut, abwesend oder unmotiviert wirkt. Eine unerkannte Epilepsie kann schwere Schäden für die Entwicklung der Persönlichkeit mit sich bringen. Daher ist es sinnvoll, dass Eltern und Erzieherinnen auch über unauffällige epileptische Anfallsformen informiert sind. Auffällige Beobachtungen sollten immer mit den Eltern besprochen werden, jedoch ist die eindeutige Diagnose auf jeden Fall einem Arzt zu überlassen.

Folgende Auffälligkeiten könnten auf eine Epilepsie hinweisen:
Absencen
Das Kind unterbricht plötzlich seine Tätigkeit, ist für einige Sekunden abwesend, starrt vor sich hin oder wirkt verträumt. Dann fährt es mit seiner vorherigen Beschäftigung fort.
Myoklonien (Muskelzuckungen)
Das Kind hat für kurze Zeit unkontrollierte Zuckungen am Körper.
Milde psychomotorische Anfälle
Das Kind ist verwirrt, nimmt seine Umgebung nicht mehr richtig wahr und macht unter Umständen unkontrollierte Bewegungen.

Quelle: www.epilepsie-gut-behandeln.de/Kindergarten.html#id624