November 2011

Väter - eine vernachlässigte Gruppe?

Eine bei der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft weitgehend vernachlässigte Gruppe von Eltern sind die Väter. Dies ist bedauerlich: Väter nehmen einen wichtigen Platz im Leben zumindest der jüngeren Kinder ein; die Väterforschung hat ihre große Bedeutung insbesondere für die Entwicklung kognitiver Kompetenzen, sozialer Fertigkeiten, der Geschlechtsrollenidentität und des Selbstwertgefühls belegt.

Väter sind wichtige Miterzieher, die von den Erzieher/innen bzw. Lehrer/innen nicht ignoriert werden dürfen. Sie sollten nicht länger "Zaungäste" in der Kindertageseinrichtung oder Schule sein, sondern Gelegenheiten erhalten, auch eine "neue Väterlichkeit" auszuprobieren, anderen Vätern zu begegnen und sich ihren Kindern zu widmen.

Deshalb sollten Erzieher/innen bzw. Lehrer/innen schon vom ersten Kontakt an väterfreundliche Signale aussenden, z.B. indem sie ausdrücklich auch Väter zu Elterngesprächen und -abenden einladen. So können diese ihre Perspektiven und Ansichten einbringen, die sich oft von denen der Mütter unterscheiden. Auch können sie als Mitglieder des Elternbeirats gewonnen oder zu bestimmten Themen als Fachmann in die Gruppe bzw. in den Unterricht eingeladen werden.

In vielen Kindertageseinrichtungen konnte eine besonders hohe Beteiligung von Vätern durch reine Vater-Kind-Aktionen erreicht werden - insbesondere wenn die Väter direkt von ihren Kindern eingeladen wurden. Relativ wenig Arbeit machen gemeinsame Abendmahlzeiten, da diese von den Kindern vorbereitet werden können. Gegen 19.00 Uhr werden nahezu alle Väter den Weg in die Kindertageseinrichtung gefunden haben. Schon etwas anspruchsvoller und aufwändiger sind Spielkreise für Väter und Kinder. Hierzu kommen eigentlich nur drei - für Erzieher/innen ungünstige - Zeitpunkte in Frage: der Freitagnachmittag oder der Samstagvormittag bzw. -nachmittag. Wenn man zwei bis drei Stunden für den Spielkreis ansetzt, ist z.B. folgendes Programm möglich: (1) die Kinder zeigen ihren Vätern den Kindergarten, (2) Freispiel, (3) Beschäftigung, (4) Imbiss. Beschäftigungen können Bastelaktivitäten, Tonen, Werken u.Ä. beinhalten. Bei solchen Spielkreisen erfahren die Väter, wie ihre Kinder gefördert werden und mit welchen Spielmaterialien sie tagtäglich umgehen. Vater-Kind-Aktionen können aber auch im Wald oder auf Abenteuerspielplätzen stattfinden. Ferner können sie einen sportlichen Charakter haben: Beispielsweise können bei einem Fußballspiel die Kinder gegen die Väter antreten - wobei Letztere nur im Sitzen spielen dürfen oder je zwei Väter an den Beinen zusammengebunden werden. Dann haben auch Kleinkinder echte Gewinnchancen!

Vielerorts sind positive Erfahrungen mit Angeboten nur für Väter gesammelt worden. Besonders bewährt haben sich Aktivitäten, zu denen Körperkraft und handwerkliches Geschick benötigt werden. So haben viele Kindertageseinrichtungen mit Hilfe von Vätern die Außenanlagen umgestaltet oder Holzeinbauten in Gruppenräumen erstellt. Auch zu Gartenarbeiten und zum Reparieren von Geräten bzw. Spielsachen lassen sich Väter relativ leicht gewinnen. Insbesondere längerfristige oder häufige Projekte schweißen die Beteiligten zusammen: Es kommt zu intensiven Gesprächen; Freundschaften entstehen.

Vereinzelt - etwas häufiger in den USA als in Deutschland - wird von reinen Vätergruppen berichtet. Hier treffen sich Väter am Abend, um über die Entwicklung und Erziehung von Kindern, über altersgemäße Beschäftigungen und Erziehungsschwierigkeiten zu diskutieren. Ferner wird die Vaterrolle reflektiert, das traditionelle Männerbild hinterfragt und nach Wegen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesucht. Auf diese Weise wird der Weg zu eher partnerschaftlichen, verständnisvollen und empfindsamen Beziehungen zu Frauen und Kindern geebnet.

Solche Vätergruppen kommen in der Regel nur zustande, wenn Väter persönlich oder telefonisch eingeladen werden. Erfahrungsgemäß lassen sich mehr Männer gewinnen, wenn die Treffen ungezwungen beginnen - z.B. mit einem gemeinsamen Imbiss - und gemütlich ausklingen. Hat die Gruppe mit einigen wenigen Vätern begonnen, können diese gebeten werden, andere Väter anzusprechen - Männer lassen sich leichter von anderen Männern "anwerben". Manchmal wirkt es sich auch positiv aus, wenn die Gruppe von einem Mann, beispielsweise einem Erziehungsberater, geleitet wird.

Schließlich sind reine Freizeitangebote für Väter denkbar - die möglichst von den Vätern selbst organisiert werden sollten: Fußball, Handball, Basketball, Kegeln, Besuch von Sportveranstaltungen, Skatabende, Ausflüge u.v.a.m. Hier lernen Väter einander besser kennen - und dann fällt es ihnen leichter, auch einmal über die Entwicklung und Erziehung ihrer Kinder zu diskutieren.

Besonders wichtig ist aber, Väter in Elterngespräche einzubeziehen, da diese den Kernbereich der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit Eltern bilden. Das bedeutet allerdings, dass oft Termine am späten Nachmittag oder frühen Abend vereinbart werden müssen. Erzieher/innen und Lehrer/innen können Väter bitten, ihren Eindruck von der Entwicklung und Verhalten ihres Kindes zu äußern und dessen Stärken, Schwächen, Interessen und Eigenarten zu charakterisieren. Sie können sich durch Fragen wie "Was machen Sie gerne mit Ihrem Kind?" oder "Wie verstehen Sie Ihre Rolle als Vater?" einen Einblick in die Vater-Kind-Beziehung verschaffen. Und sie können Väter motivieren, ihre Ansichten über Erziehung und Bildung einzubringen und zu klären, wie diese in Familie, Kindertageseinrichtung und Schule umgesetzt werden könnten. Häufig werden dann die Fach- bzw. Lehrkräfte feststellen, dass Väter durchaus eigene Vorstellungen und Sichtweisen haben, die zu kennen wichtig für den erzieherischen Umgang mit dem jeweiligen Kind ist.

Quelle: www.elternarbeit.info

 

Wir können das! - Ein Medienpaket zum Thema Kindersicherheit für die KiTa

Das Medienpaket „Wir können das“ richtet sich an Kindergartenkinder, an Erzieher/innen und an Eltern. Ziel ist es, die hohe Zahl von Unfällen in Kindertageseinrichtungen zu verringern und zugleich die Kompetenz der Kinder, der Erzieher/innen und Eltern zu stärken.

Jedes Jahr verletzen sich 1.7 Millionen Kinder bei einem Unfall so schwer, dass sie einen Arzt aufsuchen müssen. Die Unfälle ereignen sich in der Freizeit, zu Hause, auf der Straße und auch im Kindergarten. Daher haben sich der Gesamtverband der deutschen Versicherer, die Deutsche Verkehrswacht und die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder zusammengeschlossen, um gemeinsam einen wirksamen Beitrag für mehr Sicherheit zu leisten. Mit der mehrjährig angelegten Initiative „Wir können das!“ werden Bausteine für die Kinder selbst, zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit im Kindergarten, zur Ansprache der Eltern und zur Information der allgemeinen Öffentlichkeit entwickelt.

Primär sollen mit dem Projekt Vorschulkinder auf alterstypische Unfallgefahren aufmerksam gemacht werden. Sie lernen, welches die häufigsten Gefahrensituationen sind, wie es typischerweise zu Unfällen kommt und was getan werden kann, um diese zu vermeiden. Mit Bewegungsspielen, Experimenten, eigenen Erlebnissen und Erfahrungen werden alle Sinne angesprochen und sicherheitsbewusstes Verhalten aktiv gefördert.
Inhalte des Medienpakets sind eine Praxismappe für Erzieher/innen mit Projekten zur Unfallverhütung, die mit Kindern in der KiTa durchgeführt werden können, ein Malbuch für Kinder und ein Poster für Eltern.

Neu hinzugekommen sind weitere Projektanleitungen. Die neuen Bausteine beinhalten Sicherheitsübungen und -spiele zu den Themen „Verhalten gegenüber Hunden“, „ Brandgefahr in der Weihnachtszeit“ und „ Sicher durch Schnee und Eis“, "Sicher auf dem Schulweg", "KiTa: Schwimmbadbesuch mit Kindern".
Die Homepage zur Initiative www.wir-koennen-das.de bietet darüber hinaus Spielmöglichkeiten für Kinder, Tipps für Erzieherinnen zur Unfallprävention im Kindergartenalltag sowie einen kostenfreien Newsletter, der dreimal jährlich erscheint.

Der spielzeugfreie Kindergarten

Ausgegangen vom Suchtarbeitskreis Weilheim-Schongau und hier der Unterarbeitsgruppe Kindergarten entwickelte eine Mitarbeiterin des örtlichen Gesundheitsamtes, Elke Schubert, und ein Mitarbeiter des örtlichen Jugendamtes, Rainer Strick, anfang der 90-ziger Jahre das Konzept in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Kindergarten Penzberg.

Projektziel Lebenskompetenzförderung
Ziel dieser Arbeitsgruppe war die Entwicklung eines suchtpräventiven Projektes im Kindergarten, das an der Lebenskompetenzförderung ansetzt. Dazu gehört z.B. die Fähigkeit sich verständlich zu machen und andere zu verstehen, Bedürfnisse wahrzunehmen und die Fähigkeit Beziehungen aufzubauen (vgl. Winner 1998). Studien aus der Präventionsforschung haben ergeben, dass diejenigen Maßnahmen am wirksamsten sind, die versuchen Lebenskompetenzen zu stärken. Aus der Vorschulpädagogik ist bekannt, dass Kinder Spielräume brauchen, in dem diese ihre Themenschwerpunkte selbst setzen können, ihr Entwicklungstempo bestimmen können und ihre Spielpartnerinnen und Spielpartner eigenständig auswählen können. Für Kinder sollte deshalb ein Erfahrungsraum geschaffen werden, den sie selbst gestalten können und in dem sie in ihren Fähigkeiten gefördert werden.

Bedeutung des Spielzeugs

Die Projektinitiatoren setzten sich, im Sinne einer ursachenorientierten Prävention, mit der Lebenswelt von Kindern und den sie umgebenden Konsumgütern auseinander. Eines der beliebtesten Konsumgütern von Kindern ist das Spielzeug. Spielzeug regt Kinder zu vielem an, aber wir wissen alle, dass Spielzeug heutzutage oftmals im Überfluss vorhanden ist und sich mit dem Kauf von Spielzeug Frustrationen und unbefriedigte Bedürfnisse verdrängen lassen können. Bezogen auf die Fülle der Angebote, die teilweise aufkommende Langeweile trotz oder gerade wegen des Überflusses ging es darum, wieder Spielraum zu schaffen für Phantasie und Kreativität und damit auch für Selbstbestätigung und Selbstbewusstsein. Wenn Spielen immer weniger von kindlichen Bedürfnissen und Phantasien und immer mehr von Fertigprodukten geprägt wird, die das Spiel schon vorgeben, ist es wichtig, Kindern wieder den Freiraum zu verschaffen, "zu sich selbst zu kommen", für einen begrenzten Zeitraum eine "Gegenerfahrung" zu machen. Dass sich viele Kinder diesen Freiraum nicht nehmen lassen, ist klar, aber primärpräventive Ansätze wenden sich bewusst nicht nur an eine Gruppe von im engeren Sinne Gefährdeten, sondern an alle Kinder, um auch die zu erreichen, die zunächst vielleicht nicht die Möglichkeit haben, die o.g. Kompetenzen zu entwickeln. (vgl. Schubert, Strick 1996).

Konzeptbausteine
Aus diesen Überlegungen heraus entstand die Idee und das Konzept zum "Spielzeugfreien Kindergarten".

Ohne Spielzeug und Materialien 
Für einen begrenzten Zeitraum - 3 Monate - soll, natürlich zusammen mit den Kindern und mit langer Vorbereitungszeit, das Spielzeug entfernt werden, um Kindern die Möglichkeit und Chance zu geben, sich mit sich selbst auseinander zusetzen, mit ihren Stärken und ihren Schwächen.. Aber nicht nur das vorgefertigte Spielzeug soll entfernt werden, sondern alle Materialien, wie z.B. Papier und Stifte, so dass letztendlich nur noch das Mobiliar vorhanden ist. Wichtig ist: das Projekt ist nicht gegen Spielzeug. Wir wissen alle, dass es viel sinnvolles Spielzeug gibt und dies auch notwendig für die kindliche Entwicklung ist. Im Projekt soll für einen begrenzten Zeitraum ein neuer Spielraum, ein neuer Erfahrungsraum geschaffen werden, in dem Kinder ihre eigenen Fähigkeiten, ihren eigenen Rhythmus, ihre eigenen Grenzen und Möglichkeiten erkennen können. Durch die temporäre Entfernung des Spielzeugs erhalten so die Kinder die Chance sich stärker auf Gruppenprozesse einzulassen, verschiedene Positionen in der Gruppe zu erproben und sich in anderen Rollen zu versuchen.

Neue Rolle der ErzieherInnen
Neben der Herausnahme des Materials ist ein zweiter wichtiger Bestandteil des Projektes die neue Aufgabe und Rolle der Erzieherinnen. Statt Spiel- oder andere Themenangebote durchzuführen, statt vorschnelle Lösungen anzubieten, wechseln sie in eine beobachtende Rolle, weg von der "Animation" hin zu einer interessierten Beobachterin. Die Erzieherinnen werden unterstützende Partnerinnen und Begleiterinnen der Kinder.

Elternarbeit
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die intensive Elternarbeit. Eltern müssen vor Projektbeginn, während und nach dem Projekt grundlegende Informationen und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch erhalten. Vor der Durchführung sollte eine weitgehende Zustimmung zum Projekt bei den Eltern vorhanden sein. Auch die Großeltern können einbezogen werden, indem sie einen Nachmittag mit ihren Kindern in den Kindergarten eingeladen werden, um von ihren Spielen in ihrer Kindheit zu erzählen.

Projektbegleitung
Das Konzept sieht weiterhin eine externe Projektbegleitung zur Unterstützung in der Elternarbeit und zur Praxisreflexion und - dokumentation vor.

Verbreitung und Koordination auf Landesebene
Erfahrungen im städt. Kindergarten Penzberg, der 1992 zum ersten Mal das Projekt durchführte, waren für alle Beteiligten sehr positiv. Von Anfang an war die Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V. (aj) durch Gespräche beteiligt und hat das Projekt interessiert verfolgt. Von der aj herausgegebene Materialien wie die Projektdokumentation, Projektleitfaden, Elterninfo, wissenschaftliche Begleitstudie und ein Videofilm sowie zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen haben zu einer großen Verbreitung des Projekts geführt. In einer Datenbank hat die Aktion Jugendschutz alleine in Bayern über 130 Kindergärten gesammelt, die eine spielzeugfreie Zeit durchgeführt haben.

Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland und auch in der Schweiz und Österreich zahlreiche Kindergärten, die das Projekt durchgeführt haben. In den letzten Jahren stand seitens der Aktion Jugendschutz zunehmend die Fortbildung, Vernetzung und Betreuung von Fachkräften, die Kindergärten bei der Durchführung unterstützen und begleiten, im Vordergrund. So wurden bislang über 30 Projektbegleiter intensiv fortgebildet und in Netzwerktreffen inhaltlich betreut.

Quelle: www.spielzeugfreierkindergarten.de

Verbrennungen

Jetzt ist die Zeit der Laternenumzüge und oft gibt es im Anschluss daran noch ein großes Lagerfeuer. Außerdem wird in der Vorweihnachtszeit im Kindergarten gerne gebacken und dabei schon mal die ein oder andere Kerze angezündet. Dies sind alles Situationen, die Verbrennungen zur Folge haben können. Dann gilt es folgende Maßnahmen zu ergreifen.

Verbrennungen und besonders Verbrühungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Kindesalter. Ähnlich wie bei Vergiftungen sind Kinder im ersten Entdeckungsalter zwischen 2 und 4 Jahren vorrangig gefährdet.

Das Ausmaß der Verletzung ist abhängig von der Art des heißen Stoffes, seiner Temperatur und Einwirkungsdauer. Siedendes Wasser hat z. B. eine Temperatur von ca. 100°C, Öl in einer Friteuse ca. 200°C und eine offene Flamme ca. 1200°C. Schon 52°C heißes Wasser schädigt die Haut.
Eltern und Erzieher haben hier eine hohe Verantwortung, nicht nur Gefahrenquellen vor dem Kind aus dem Weg zu räumen, sondern  Kinder  auch in der Einschätzung von Gefahrensituationen altersgerecht zu unterweisen. 

Sofortmaßnahmen
Ruhe bewahren – keine Panik
1. Löschen
2. Kühlen
3. Notruf (Rettungsleitstelle, Notarzt)

Das sollten Sie tun, wenn sich jemand verbrannt oder verbrüht hat:
Es kommt auf schnelle Hilfeleistung an!
Den Patienten mit Decken, durch Wälzen am Boden oder Wasser löschen
Feuerlöscher nie auf den Kopf richten
Bei Brandwunden nur Wasser, keine Hausmittel anwenden (Mehl, Öl ...)
Kühlen mit Wasser und feuchten Tüchern (bis zu 1 Stunde nach dem Unfall)
Danach Brandwunden steril abdecken
Bei Verbrühungen Kleidung rasch, aber vorsichtig entfernen
Brandblasen nicht öffnen! Infektionsgefahr!
Bei Säuglingen und Kleinkindern grundsätzlich Vorstellung in einer Klinik

Bei einer Verbrennung oder Verbrühung soll die betroffene Stelle sofort gekühlt werden – am besten mindestens zehn Minuten lang unter kaltes Wasser halten. Das Wasser sollte ca. 15 °C kühl sein, denn Eis oder Eiswasser lindern zwar zunächst den Schmerz, aber führen anschließend zu einer stärkeren Durchblutung, so dass es noch mehr weh tut, darüber hinaus kann ein Kälteschaden entstehen. Stoff, der mit der Brandwunde verklebt ist, löst sich so gut ab. Ist das nicht möglich, kalte feuchte Tücher (die nicht fusseln) auflegen und häufig wechseln. Später können bei kleineren Verbrennungen Gels die Wundheilung unterstützen.

Verbrennungsgrade
Man unterscheidet drei Verbrennungsgrade, deren Symptome sich langsam entwickeln, so dass das tatsächliche Ausmaß anfangs nicht immer eindeutig zu erkennen ist.

Bei Verbrennungen 1. Grades ist die Haut gerötet, heiß und geschwollen. Der Betroffene verspürt einen brennenden, ziehenden Schmerz.
Kommt es zur Hautrötung mit starker Schwellung, Blasenbildung und oberflächlicher Zerstörung der Haut mit starken Schmerzen, liegt eine Verbrennung 2. Grades vor. Bei Verbrennungen durch heiße Gegenstände oder zum Beispiel Fett bilden sich fast immer Blasen, die Wunde fängt bald an zu nässen.
Eine Verbrennung 3. Grades ist gekennzeichnet durch die vollkommene Zerstörung der Oberhaut und tieferer Gewebsschichten bis hin zur Verkohlung. Die Schmerzempfindlichkeit ist durch die Schädigung der Nervenenden stark vermindert. Die Haut wird weiß, es kann sich ein tiefer Schorf bilden. 

Lebensgefahr besteht bei Erwachsenen, wenn 15% der Körperoberfläche verbrannt sind, bei Kleinkindern bereits ab 8%. Die Einschätzung der Verbrennungsfläche erfolgt nach der Neunerregel. Danach werden bei Erwachsenen Verbrennungen des Kopfes und des Halses mit 9%, der Arme mit je 9%, der Vorder- und Rückseite des Rumpfes mit je 2 mal 9%, des Genitales mit 1% und der Beine mit je 2 mal 9% angesetzt.
Bei Kindern gelten wegen der deutlich unterschiedlichen Körperproportionen folgende Werte: Kopf und Hals 16%, Arme je 9%, Vorder- und Rückseite des Rumpfes je 16%, Beine je 17%.

Als Faustregel für die Beurteilung der verbrannten Körperoberfläche gilt auch die sog. Handflächenregel: Die Handfläche des Betroffenen entspricht 1% seiner Körperoberfläche.

Vorsichtsmaßnahmen
Stellen Sie Tassen oder Kannen mit heißen Getränken weit entfernt vom Tischrand auf!
Verwenden Sie keine herunterhängenden Tischdecken!
Achten Sie bei Tauchsiedern oder Wasserkochern auf herabhängende Kabel!
Essen oder trinken Sie nichts Heißes, während ein Kind auf Ihrem Schoß sitzt! 
Kochen Sie möglichst auf den hinteren Herdplatten! Sichern Sie den Herd mit einem Gitter!
Topf und Pfannengriffe nach hinten drehen!
Brennendes Fett in der Pfanne mit einem Deckel ersticken, niemals mit Wasser löschen!
Fläschchen und Brei aus der Mikrowelle fühlen sich oft nur lauwarm an, obwohl der Inhalt kochend heiß ist. Daher gut umrühren und vor dem Füttern selbst probieren!
Lassen Sie Kinder  nie allein mit offenem Feuer! 
Sperren Sie Streichhölzer und Feuerzeuge konsequent weg! Unterschätzen Sie nicht die Reichweite des Kindes – sie erhöht sich täglich! 
Besuchen Sie einen Erste-Hilfe-Kurs oder frischen Sie Ihre Kenntnisse regelmäßig auf.

Halten Sie die Rufnummer der Rettungsleitstelle am Telefon bereit!

Wichtige Adressen
Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e.V.  
Segeberger Chaussee 35
22850 Norderstedt
Tel. 040 / 529 50 666
Fax 040 / 529 50 688

Kostenlose Hotline 0800 - 0 112 123

www.Paulinchen.de
Homepage mit Hinweisen zur Vorbeugung, Ersten Hilfe, Adressen regionaler Gruppen etc.