Februar 2020

Kinder der Zukunft verändern den Kindergarten

(c) Dusyma

„Wir können davon ausgehen“, schreibt Antje Bostelmann in ihrem Beitrag, „dass die Digitalisierung weiterhin auf verschiedenen Wegen in die Bildungsarbeit Einzug hält. Von einer Fokussierung auf Tablets, über die Nutzung digitaler Spielzeuge, bis hin zu Makeraktivitäten werden Kindergärten und Schulen unterschiedliche Ansätze ausprobieren.“

Das Motto „vom Konsumenten zum Produzenten“ solle über allen pädagogischen Entwicklungen stehen und Leitsatz für die pädagogische Arbeit des Kindergartens sein. Unabhängig davon, welcher Weg von der pädagogischen Einrichtung gewählt werde, müsse es stets um die wichtigen Bildungsziele gehen: Dazu gehörten Informationskompetenz, Technikkompetenz, und Produktionskompetenz.

Dabei gehe es darum, hinter die Oberfläche zu schauen und dabei zu verstehen, wie Technik funktioniere, wie Technologien aufgebaut seien und wie digitale Entwicklungen unser Leben beeinflussen.

„Es braucht eine grundlegende ethische Debatte“, so Bostelmann, „auch unter Pädagogen, darüber, wie weit der Mensch die Hilfe der Technologien annehmen kann, ohne seine Selbstbestimmung aufzugeben.“ Der Ausgang dieser Debatte entscheide über die Herausforderungen, vor denen unsere Kinder künftig stehen würden. Kriterien dafür könnten Lernmaterial statt Spielzeug, Lernen statt Unterhaltung, Hilfen zum Verstehen, Nachhaltigkeit, Zulassung in Deutschland und Lernsoftware ja oder nein sein.

Im Kindergarten stehe das Lernen in der realen Welt im Vordergrund. „Die Kinder lernen die Welt kennen und verstehen. Sie tun dies in der freien Natur, durch Begegnungen mit authentischen Menschen und Schauplätzen, wie zum Beispiel bei einem Besuch im Rathaus, beim Bäcker oder der Feuerwehr und durch das Zusammensein mit anderen Kindern. Eine Verlagerung dieser frühkindlichen Lernanlässe in die digitale Welt ist für Bildungsinstitutionen nicht zulässig. Daher ist Lernsoftware im Kindergarten gar nicht und in der Grundschule sehr sparsam und sehr sorgfältig ausgewählt einzusetzen.“

Die Weiterentwicklung vorhandener Funktionsräume zu Lernwerkstätten, welche reale und digitale Materialien integrieren, wäre aus Sicht Bostelmanns ein erster Schritt. Darüber hinaus stelle Technik an die Raumausstattungen in Kindergarten und Schule besondere Anforderungen wie Alltagsintegration und einfaches Handling, Sicherheit und Stromversorgung.

Haus der kleinen Forscher: Nachhaltigkeit in der Kita

Christoph Wehrer / © Stiftung Haus der kleinen Forscher

 

Deutschlands Kitas und Horte haben großes Interesse daran, Nachhaltigkeit zu thematisieren und fördern – sowohl in der Organisation als auch in der pädagogischen Arbeit. Allerdings sind bisher nur wenige Kita- und Hortleitungen mit dem Konzept einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vertraut. Das ergab eine repräsentative Befragung im Auftrag der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“.

Bildung für nachhaltige Entwicklung wurde jüngst von einer Forschungsgruppe des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung als eine von sechs „Kipp-Interventionen“ bezeichnet, die im Kampf gegen den Klimawandel eine positive Trendwende hervorrufen könnten. In Deutschlands Kitas gibt es dafür eine große Offenheit: Fast jede Kita- und Hortleitung in Deutschland (97 %) hat grundsätzlich Interesse am Themenfeld Nachhaltigkeit. Ähnlich schätzen die Leitungskräfte die Interessenlage der Erzieherinnen und Erzieher in ihren Einrichtungen ein.

Großes Interesse, aber kaum Ideen zu "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Auch wenn das Interesse groß ist, sind nur wenige Pädagog*innen in Kita und Hort mit dem Konzept „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ umfassend vertraut und können die Abkürzung BNE erklären (nur 30 Befragte konnten sagen, wofür BNE konkret steht). Auf der anderen Seite spielen der Erhebung zufolge in den Einrichtungen unterschiedliche Teilaspekte von Bildung für nachhaltige Entwicklung durchaus bereits eine wichtige Rolle. So geben 58 % an, sie würden Nachhaltigkeit bereits in ihren Einrichtungsalltag integrieren, indem sie beispielsweise auf eine regionale oder saisonale Verpflegung der Kinder achten. 49 % sagen, sie würden den Umgang mit Ressourcen (Natur, Wasser, Material) reflektieren. Außerdem teilen 69 % mit, sie setzten Projekte mit den Kindern um, die sich unmittelbar mit Nachhaltigkeit beschäftigen, z. B. zum Thema Abfallentsorgung.

„Die meisten Leitungskräfte haben aus den Aktivitäten zur Nachhaltigkeit jedoch noch kein ganzheitliches Bildungskonzept entwickelt. Das braucht es aber, wenn gute BNE gelingen soll, die über Mülltrennung hinausgeht“, so das Fazit von Ute Krümmel, BNE-Projektleiterin bei der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. 

 

Erklärfilm: BNE in Kita und Hort integrieren

Zwei Projektideen zum Thema Nachhaltigkeit von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher

 
Projektidee 1: Gutes Material?

Werk- und Rohstoffe sind extrem wertvoll. Wie viel davon steckt z. B. in einem Getränkekarton? Untersuchen Sie mit den Kindern gemeinsam, woraus alltägliche Gebrauchsgegenstände bestehen.

Mehr zu dem Experiment: Materialerkundung

Projektidee 2: Gerecht verteilt?

Für Kinder ist Gerechtigkeit bereits ein großes Thema. Probieren Sie mit den Kindern zusammen mal, schwer teilbare Dinge fair aufzuteilen! Geht das überhaupt?

Mehr zu dem Experiment: Gerecht verteilt?

Über die Stiftung "Haus der kleinen Forscher"

Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ engagiert sich für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) – mit dem Ziel, Mädchen und Jungen stark für die Zukunft zu machen und zu nachhaltigem Handeln zu befähigen. Partner der Stiftung sind die Helmholtz-Gemeinschaft, die Siemens Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung und die Deutsche Telekom Stiftung. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Interview mit Rolf Zuckowski: Kita ist mehr

Die Idee, aus dem beliebten Rolf-Zuckowski-Song “Leben ist mehr” die Variante “Kita ist mehr” zu machen, entstand 2018 auf dem “Musik in der Kita”-Kongress. Rolf Zuckowski lag dabei am Herzen, das Bewusstsein in der Gesellschaft dafür zu stärken, was Erzieherinnen und Erzieher in ihrem Beruf täglich leisten. Wir haben mit ihm über die Entstehungen und die Botschaft des Songs gesprochen. 

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Rolf Zuckowski (c) Tine Acke
Wie entstand die Idee für den “Kita ist mehr”-Song?

Auf dem Kita-Musik-Kongress des Lugert Verlages kamen im Herbst 2018 die Gespräche mehrfach auf den Wunsch nach einer besseren Würdigung und Anerkennung des Berufsstandes der Erzieherinnen und Erzieher in der breiten Öffentlichkeit. Ich machte daraufhin den Vorschlag der Thematik ein gestandenes, kraftvolles Lied zu widmen, das sich gut neu betexten lässt. Mit „Leben ist mehr“ war das passende Lied schnell gefunden, denn es bietet sich bestens für individuelle Erfahrungen, Gedanken und Perspektiven an. Der Lugert-Verlag veröffentlichte in seiner Zeitschrift „Musik in der Kita“ bald danach einen Aufruf, der zu ergiebigen Einsendungen führte, die ich mit einer Reihe von Textdichtern der „Celler Schule“ (einer Fördereinrichtung für Talente) in eine singbare Form brachte. Wir produzierten bald darauf gemeinsam eine Tonaufnahme, die auf dem Kita-Musikkongress 2019 in Hamburg in der Abschlussveranstaltung uraufgeführt wurde und nun auf allen bekannten Streaming-Plattformen und zum Download verfügbar ist. 

Rolf Zuckowski: Kita ist mehr

 
 Bis heute besuchen Sie regelmäßig Kindergärten und Grundschule. Wie wichtig ist der Austausch mit Kindern und Erzieherinnen und Erzieher für Ihre Arbeit als Kindermusiker?

Ich bin vor allem im Rahmen meiner Stiftung „Kinder brauchen Musik“ gern zu Gast bei unseren einwöchigen Kreativ-Projekten „Eine Klassenreise zur Musik“. Dort singe ich an einem Abend, dem „Bergfest“, etwa eine halbe Stunde lang spontan mit den Grundschulkindern, in der Regel Drittklässler. In Gesprächen, auch mit den Lehrerinnen und Lehrern höre ich viel aus dem schulischen Leben und versuche, diese Erkenntnisse in meine Arbeit einfließen zu lassen. Kindergärten besuche ich nur noch selten, sie sind aber oft Teil von gemeinnützigen Veranstaltungen, bei denen ich als „singender Ehrengast“ einen Beitrag leiste. Neue Lieder für diese Altersstufe schreibe ich kaum noch, aber immerhin ist vor einigen Jahren das Lied „Bei uns in der Kita“ entstanden, in dem die ganze Vielfalt des Jahreskreises im Kinderleben spürbar wird.

 

 Wie nehmen Sie die täglichen Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher wahr?

Das kann ich nur noch indirekt durch Gespräche am Rande meiner ehrenamtlichen Tätigkeiten, wie z.B. als Pate der "Klangstrolche“, einer Hamburger Einrichtung zur Musikalisierung der Kitas, die wir finanziell mit unserer Stiftung "Kinder brauchen Musik“ fördern. In den letzten drei Jahrzehnten habe ich hunderte von Einrichtungen besucht und mit den Kindern gesungen. Die dabei gesammelten Eindrücke und der über all die Jahre gewachsene Respekt vor dem Erzieherberuf haben mich tief geprägt.

 

Was könnte aus Ihrer Sicht mehr junge Menschen motivieren, eine Erzieherausbildung zu beginnen?

Die Freude am Umgang mit kleinen Kindern sollte sich möglichst schon vorher gezeigt haben. Darauf aufzubauen heißt, einen ganz elementaren und für unsere Gesellschaft wichtigen Beitrag für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder zu leisten. Zu erleben, wie aus kleinen Menschen schon in den frühen Jahren unverwechselbare Personen werden, ist einfach faszinierend. Ohne feste Lehrpläne, wie in der Schule, kann man in der Kita und im weiteren Erlebnisumfeld der Kinder zwischen Spielen und Lernen ein vielfältiges Alltagsleben und besondere Ereignisse gestalten, bei dem man eigene musische, sportliche, kreative und handwerkliche Fähigkeiten einbringen und sich immer wieder selbst weiterbilden und -entwickeln kann. Einen guten Teamgeist zu spüren und vielleicht sogar in die Funktion der Leitung einer Einrichtung hinein zu wachsen ist eine spannende Perspektive. 

 

Tipps und Anleitungen für das Kinderschminken

Photo by Gift Habeshaw on Unsplash

Ein Piraten–, Löwen– oder Eisprinzessinnen–Kostüm ist schnell gekauft. Das Angebot im örtlichen Spielzeugladen oder den einschlägigen Online-Shops ist groß. Doch wirklich wild, schön oder niedlich wird das Kostüm erst durch ein gut geschminktes Gesicht. Doch keine Angst: Mit ein paar Tipps und Tricks ist Kinderschminken gar nicht so schwer. 

Vor dem eigentlichen Schminken:
  • Gesicht waschen: Kinderschminke hält am besten auf sauberer und fettfreier Haut
  • Kostüm anziehen: Vor dem Schminken unbedingt das Kostüm anziehen und es mit einem Handtuch vor Farbe schützen
  • Grundieren: Am besten grundiert ihr das Gesicht der Kinder vor dem eigentlichen Schminken mit einer dünnen weißen Schmink-Schicht. Die farbige Schminke wirkt so kräftiger und lässt sich nachher besser entfernen. 

Noch ein guter Tipp: Das Schminken sollte nicht länger dauern, als das Kind stillsitzen und sich konzentrieren kann. Im Zweifel ist deshalb weniger mehr.

4 tolle Tutorials fürs Kinder-Schminken

Auf YouTube gibt eine große Zahl von guten Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Kinderschminken. Das sind unsere vier Favoriten.

Kinderschminken Grundkurs (englisch)

Kinderschminken-Anleitung: Die Eiskönigin Elsa

Anleitung für einen Hund, Hello Kitty, Spiderman und einen Marienkäfer

Kinderschminken üben... ohne Kinder!

Die richtige Ausstattung für das Kinderschminken

Eine Grundausstattung zum Kinderschminken ist leicht besorgt und zum Glück gar nicht teuer.

Das sollte in eurem Schmink-Koffer nicht fehlen:
  • Eine bunte Farbpalette (Achtung: Weiß ist die wichtigste Farbe)
  • Ein Set einfacher Schminkpinsel in verschiedenen Größen
  • Make-Up Schwämme
  • Feuchttücher für Kinder und weiche Papiertücher
  • Mehrere Becher zum Auswaschen der Pinsel
  • Ein Haarband

Richtige Kinderschminke kaufen

Gerade zur Faschingszeit gibt es in zahlreichen Supermärkten und Drogerien ein breites Angebot in Sachen Kinderschminke. Leider sind längst nicht alle Produkte wirklich für die zarte Kinderhaut geeignet. So hat Öko-Test 2017 Kinderschminke getestet – mit erschreckendem Ergebnis: Nur zwei Schminken waren empfehlenswert. 7 von 12 Produkten schnitten besonders schlecht ab: Sie enthielten Konservierungsmittel, krebserregende Stoffe und andere bedenkliche Substanzen. Zwei positive Beispiele gab es für die Tester aber auch: Die einzige zertifizierte Naturkosmetik, Jofrika Nature for Fun 5 Schminkstifte, und die Livos Vida Naturschminke schneiden mit „gut“ ab.

Selbst wenn ihr euch nicht für einen der Testsieger entscheidet, gibt es doch ein paar Qualitätskriterien für Kinderschminken.

Die Schminke sollte auf Wasserbasis, gut deckend und wischfest sein. Außerdem sollte sie möglichst wenige Inhaltstoffe enthalten und dermatologisch getestet, frei von Parabenen, Parfümstoffen oder anderen chemischen Konvervierungsstoffen sein.

Abschminken

Die gute Nachricht: Wasserlösliche Kinderschminke lässt sich ziemlich leicht entfernen. Um einen Berg von Freuchttüchern zu verhindern, nutzt man am besten ein weiches Handtuch oder einen Waschlappen mit etwas Wasser und einer milden, kinderfreundlichen Seife. Make-Up Entferner oder Babyöl sind dagegen eher ungeeignet. Bei Farbe in Augenbrauen und Haaren sind Feuchttücher die beste Wahl.

Und bei allen anderen Farbresten hilft am Ende nur die Badewanne am Abend nach der Faschingsparty in der Kita.

 

 

 

Ein Lied für die Kita: Wir sind die Piraten (Gratis Download)

Tanzen und Musizieren wie Piraten

Zwei Kinder haben sich als Piraten verkleidet.
A. Jüttner-Lohmann - Fotolia

 

Ab dem dritten Lebensjahr lernen Kinder innerhalb von Rollenspielen, sich mit sich selbst und anderen auseinanderzusetzen. Sie nutzen sie, um Konflikte aufzuarbeiten, Lösungsstrategien zu entwickeln, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und Extreme auszuloten.

Das Thema Piraten eignet sich dafür wunderbar: Die Kinder spielen mit Mimik und Gestik, erweitern ihr Bewegungsrepertoire und testen Grenzen aus. Und egal, ob Piratenkapitän oder Piratenprinzessin – Kinder sind fasziniert von Piratenschiffen, Säbelkämpfen und versteckten Goldschätzen. Mit dem Lied "Wir sind die Piraten" verwandelt sich die Kita schnell in ein wildes Piratenschiff auf seinem Weg über die sieben Weltmeere. Besonders gut passen dieses Lied und die tollen Bewegungsideen zur baldigen Faschingsfeier in der Kita.

Zu Verfügung gestellt wurde uns das Pirat-Lied vom Lugert Verlag

Kostenloses Testpaket:

Musik eröffnet Kindern vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Um das zu nutzen, liefert Ihnen „Musik in der Kita“ vielfältige Ideen zum Singen, Bewegen und Musizieren. Spielend leicht bringen Sie so mehr Musik in den Kita-Alltag.

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Achtung: Das Angebot gilt nur bis zum 24. Februar 2020.