Januar 2019

Wie es gelingt, eigene Stärken und Schwächen zu entdecken

Sich seiner eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden, sie zu erkennen und sich mit ihnen zu befassen, ist eine positive Grundvoraussetzung für die Arbeit in sozialpädagogischen Einrichtungen. So sind es doch immer die starken Persönlichkeitsmerkmale, die uns nachhaltig durch unser Leben tragen und uns stützen, wenn wir etwas Neues beginnen, Herausforderungen annehmen oder eine schwierige Lebensphase bewältigen. In jedem Menschen gibt es aber auch passive Persönlichkeitsmerkmale, die uns lähmen und ein Weiterkommen verhindern.

Wer kennt das nicht? Eine Aufgabe kommt auf uns zu, die wir annehmen und so schnell wie möglich erledigen wollen und dann hakt es. Im nächsten Schritt geht man der Aufgabe aus dem Weg, indem man erst Aufgaben, die einem leichter fallen, bearbeitet. Oder man möchte die Aufgabe bearbeiten und lenkt sich mit anderen Dingen ab: mit Telefonaten, Gesprächen mit Kolleginnen/Kollegen, mit dem Bearbeiten von Post und E-Mails oder indem man sich aus irgendwelchen Gründen selbst vertröstet, ablenkt, bestraft und sich total verzettelt, so dass gar nichts mehr so richtig gelingt. Man möchte gerne und kann nicht so, wie man es sich vorgenommen hat. Da hat jeder so seine „Schwächen“, um nicht oder nur sehr widerwillig aktiv zu werden. Irgendetwas blockiert uns und verhindert ein zielstrebiges und effektives Weiterkommen. So gibt es viele Möglichkeiten zur Ablenkung und zum Hinauszögern, die wir nutzen, um die für uns anstrengenden, lästigen und unangenehmen Aufgaben zu vernachlässigen und in die Ferne zu schieben. Darum ist es ja so wichtig, dass wir auch die eigenen Schwächen erkennen und annehmen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, die eigenen Schwächen und Formen der Passivität zu erkennen, sie sich einzugestehen, mit ihnen umzugehen und sie als Herausforderung für persönliche Veränderungsprozesse wertzuschätzen. Wer seine eigenen Fähigkeiten, Stärken und Ressourcen entdecken will, braucht die Bereitschaft, seine eigenen passiven Muster zu erkennen, seine eigenen Grenzen und Ängste aufzuspüren und den Mut, diese zu überwinden. Erst dann können persönliche Wachstumsprozesse stattfinden.

Zum passiven Denken und Verhalten gehören alle Formen der Abwertung, sowohl bei sich selbst wie auch bei anderen Menschen. Weitere Zeichen von passivem Verhalten sind Überanpassung (es allen recht machen) und jede Form von destruktivem Verhalten (ohnmächtig sein, Gewalt ausüben etc.). Passives Verhalten sollte demnach nicht hingenommen oder unterstützt werden, da es weder entwicklungsförderlich noch problemlösend ist. Eine Grundvoraussetzung ist einerseits zu erkennen, dass man selbst im Bereich der Passivität ein Problem hat, und andererseits zu erkennen, wie man auf passives Verhalten von anderen reagiert.

Wir Menschen sind da sehr unterschiedlich. Es gibt Menschen, für die es einfach ist, die eigenen Stärken und Schwächen zu benennen und es gibt Menschen, die ein Problem haben, ihre Stärken zu benennen. Ihnen fällt es leichter über ihre Schwächen zu reden. Es gibt gravierende Unterschiede in der Selbstwahrnehmung. Doch jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Das Erkennen und der Umgang mit den eigenen Stärken und Schwächen sind wesentlich, wenn wir etwas an unseren Denk- und Verhaltensmustern verändern wollen. Das Bild, das wir von uns selbst haben, ist handlungsleitend bei den Fragen, ob wir uns wert-voll oder wert-los fühlen, wie stark unser Selbstwertgefühl ausgeprägt ist und wie wir in den verschiedenen Situationen unseres Lebens reagieren. Wir selbst sind es, die darüber bestimmen, wie unser Leben verläuft. Und wir selbst treffen auch die Entscheidung, ob wir etwas verändern wollen oder nicht. Die folgende Übung kann einen Beitrag leisten, die eigenen Stärken und Schwächen besser zu erkennen und nach Möglichkeiten zu suchen, unsere Stärken zu vermehren und dadurch unsere Schwächen mehr und mehr zu beseitigen.

Übung: „Eigene Stärken und Schwächen erkennen“

Du brauchst Papier und etwas zum Schreiben. Beantworte die folgenden Fragen:

1)         Meine Stärken! Schreibe drei Stärken auf, bei denen du dir wirklich sicher bist, dass sie zu dir gehören. Benenne zu jeder Stärke mindestens ein Alltagsbeispiel, an dem auch andere diese Stärke von dir erkennen können. Welche Bedingungen brauchst du, um deine Stärken zeigen zu können? Was gibt dir Sicherheit?

2)         Meine Schwächen! Schreibe eine Schwäche auf und überprüfe, ob sie sich wirklich hinderlich auf dein Leben auswirkt. Finde Beispiele, wo es so war. Keiner ist perfekt und wenn du deine Stärken und Fähigkeiten erkennst, wirst du deine Schwächen annehmen und verändern können. Das Annehmen ist der erste Schritt, um eine Schwäche verändern zu können. Was kann dir helfen, deine Schwäche zu verwandeln? Was wirst du tun? Welche konkreten Lösungsmöglichkeiten gibt es?

Entwicklungsförderliche und -hinderliche Persönlichkeitsmerkmale erkennen 

„Du allein bestimmst, ob du wert-voll oder wert-los sein willst.“ (Gudrun Kropp)

Unsere eigenen Stärken zu stärken und unsere eigenen Schwächen zu schwächen, heißt in erster Linie, uns bewusst zu machen, welche eigenen Persönlichkeitsmerkmale in Bezug auf uns selbst und auf andere Menschen entwicklungsförderlich und welche entwicklungshinderlich sind. Wenn wir davon ausgehen, dass jedes Verhalten entweder entwicklungsförderlich oder entwicklungshinderlich ist, ist es unabdingbar sich auf die Auseinandersetzung mit sich selbst einzulassen.

Über die Selbstreflexion können wir erkennen, wie unsere Verhaltensweisen und Ausdrucksformen auf uns selbst und auf andere wirken, welche Gefühle und Gedanken damit einhergehen und ob sie eher ein Klima von Wohlbehagen und Freude oder eine unbehagliche Stimmung auslösen. Stärken zu stärken und Schwächen zu schwächen bedeutet nicht, immer wieder das zu tun, was man sowieso schon gut kann und was gut tut; beispielsweise mit den Kindern immer das gleiche Spiel zu spielen oder Fachtagungen zu immer gleichen Themen zu besuchen, weil uns das Sicherheit gibt; Entspannungswochenenden zu buchen; oder sich nur mit fachlichen Praxishilfen zu beschäftigen, anstatt ein pädagogisch wertvolles Fachbuch zu lesen, durch welches wir etwa im Bereich der Entwicklungspsychologie neue Erkenntnisse gewinnen könnten. Wollen wir unsere „Stärken stärken“ und unsere „Schwächen schwächen“, ist es notwendig, uns neugierig auf Neues einzulassen, regelmäßig etwas zu tun, das wir noch nie gemacht haben, Herausforderungen anzunehmen und Wagnisse einzugehen.

Stärken zu stärken und Schwächen zu schwächen heißt, …

  • an sich selbst zu arbeiten, basale Fähigkeiten aufzubauen und zu festigen, um etwa vom Gefühl der Belastung zur Entlastung zu kommen, oder sich von negativen, herunterziehenden Gedanken lösen zu können, um Freude zu empfinden und seine Aufgaben und Herausforderungen genießen zu können.
  • sich seiner eigenen Fragen und Probleme bewusst zu werden.
  • Verständnis für sich selbst und andere aufzubringen, um somit für sich selbst und für andere (Kinder, Kolleginnen/Kollegen, Eltern etc.) gut sorgen zu können.
  • sich mit dem Selbstbild sowie mit dem Bild, das wir von anderen haben, auseinanderzusetzen, um sich selbst und andere besser zu verstehen.
  • in Konfliktsituationen nach verschiedenen Lösungsmöglichkeiten zu suchen, um diese im Austausch mit anderen klären zu können.
  • hinderliche Kommunikationsmuster zu vermeiden und zu verändern, um konstruktiv agieren zu können und für Klarheit zu sorgen.
  • sich selbst zu reflektieren und durch die Verwandlung hinderlicher Anteile selbst Ausgangspunkt für Veränderungsprozesse zu sein.
  • sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, nach innen zu gehen, seinem Herzen zu folgen und sich nicht von anderen verunsichern und beirren zu lassen.
  • bereit und mutig zu sein und sich zielorientiert, selbstbestimmt, motiviert, engagiert und in seinem eigenen Tempo auf den Weg zu sich selbst zu machen.
  • seine eigene unverwechselbare Identität zu erkennen.

In diesem Sinne ist Selbstreflexion eine Notwendigkeit, um die eigenen Stärken zu erkennen und sie bewusst einsetzen zu können. Dadurch können wir auch besser mit den eigenen Schwächen umgehen, sie verwandeln und dementsprechend schwächen.

Diesen Artikel haben wir aus folgendem Buch entnommen:

Starke Erzieher – starke Kinder
Eigene Ressourcen entdecken und einsetzen
Nürge, Kathrin
Burckhardthaus-Laetare
ISBN: 9783944548241
240 Seiten, 20,00 €

Mehr dazu auf www.oberstebrink.de



CREATIVA 2019 – der Dreh- und Angelpunkt für Europas Kreativbranche

 Seit mehr als drei Jahrzehnten hat die CREATIVA in der Messe Dortmund einen festen Platz im Terminkalender eines jeden Kreativen. Einmal im Jahr treffen zahlreiche kreative Aussteller und Besucher auf Europas größter Kreativmesse aufeinander. Die Messe beweist dabei Jahr für Jahr aufs Neue ihren Status als internationale Plattform für Kommunikation und Innovation der kreativen Szene. Auf einer Gesamtfläche von über 40.000 Quadratmetern finden alle, die gestaltend tätig sind, auch in diesem Jahr sämtliche Kreativprodukte und -techniken unter einem Dach.

Erstmalig präsentiert die CREATIVA 2019 zudem eine zentrale Fläche mit Produkten und Exponaten zu Trendthemen, die Besuchern Anregungen und Inspirationen für Kreativprojekte liefern. Die Produkte zum „Nachmachen“ können dann direkt an den Ständen der Messe-Aussteller erworben werden. Außerdem steht ein Mützen-Weltrekordversuch mit dem Titel „CREATIVA-Weltrekord mit Herz“ auf dem Programm.

Echt KUH-L: Jetzt anmelden zum Schülerwettbewerb

Ackern für die Vielfalt: Teamarbeit in und mit der Natur

ECHT KUH-L! beschäftigt sich grundsätzlich mit dem Thema Ökolandbau und Fragestellungen rund um eine nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung. Der Wettbewerb stellt dabei jedes Jahr ein anderes Thema heraus. ECHT KUH-L! ist eine Maßnahme des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft.

Schülerwettbewerb ECHT KUH-L! startet in die neue Runde

In diesem Schuljahr dreht sich alles um die biologische Vielfalt von Pflanzen und Partnerschaften in der Natur. Unter dem Motto „Ackern für die Vielfalt: Teamarbeit in und mit der Natur“ sollen Kinder und Jugendliche herausfinden, was biologische Vielfalt eigentlich bedeutet, und warum eine Vielfalt an Kulturpflanzen so wichtig ist für die Landwirtschaft und natürlich auch für die Ernährung. Schülerinnen und Schüler sollen den Artenreichtum auf dem Acker erkennen und natürliche Partnerschaften in der Landwirtschaft entdecken. Nützlinge und Schädlinge, Bakterien und Leguminosen, Bestäuber und Pflanzen – es gibt ein erstaunliches Miteinander in der Natur und auf dem Feld. Darum geht’s in diesem Jahr bei ECHT KUH-L!.

Wer kann mitmachen?

Wettbewerbsbeiträge können von Klassenverbänden eingereicht werden, von Schüler- und außerschulischen Gruppen und auch von einzelnen Kindern und Jugendlichen. Der Kreativität sind dabei (fast) keine Grenzen gesetzt. Einsendeschluss ist der 28. März 2019.

Weitere Informationen zum Wettbewerb und zur Anmeldung finden Sie im Internet unter www.ECHTKUH-L.de.

Über 40 tolle Preise

Zu gewinnen gibt’s wieder tolle mehrtägige Berlin-Reisen, Tagesausflüge, attraktive Sachpreise, Geldpreise, die Trophäe „KUH-LE KUH“ in Gold, Silber und Bronze sowie einen Geldpreis als „Sonderpreis Schule“.
Preise

KreisOlino: Das Kombinationsspiel für Fantasie und Kreativität

KreisOlino, das sind kunterbunte Filzplatten als kreatives Sortier-, Stapel- oder Memospiel. Jedes Quadrat ist so vorgestanzt, dass sich einfarbige Kreisscheiben entnehmen lassen, die sich aus fünf Teilen zusammensetzen. Die Teile sind untereinander austauschbar und miteinander kombinierbar. Durch seinen Vielfalt fördert das Spiel Kreativität, Feinmotorik, Auge-Hand-Koordination und Sensorik.

Inhalt/Material: 40 quadratische Filzplatten in 20 Farben, jeweils in doppelter Ausführung, insgesamt 240 Teile.
Maße: Quadrat 8 x 8 cm, kleiner Kreis Ø außen 1,2 cm, großer Kreis Ø außen 6 cm, 5 mm stark.
UVP 87,95 €

5 x 2 Kinokarten + Poster für die Winzlinge zu gewinnen

Die Winzlinge sind wieder da. Nach dem Kinofilm „Operation Zuckerdose“ haben Hélène Girard und Thomas Szabo nun ein neues Abenteuer inszeniert. diesmal reisen die Winzlinge in die Karibik. Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) hat den Kinofilm mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ ausgezeichnet. Mit viel Witz und originellen Einfällen brummen und summen „Die Winzlinge“ ab 21. Februar 2019 bundesweit in den Kinos.

Zum Inhalt:

Bei einem heimlichen Ausflug in die Kastanienfabrik seines Dorfes landet ein junger unerschrockener Marienkäfer versehentlich in einer Pappschachtel und wird in die Karibik verschifft. Ohne zu zögern, begibt sich sein Papa auf eine abenteuerliche Reise, um den geliebten Nachwuchs zu finden. Kaum wieder vereint, stehen sie vor der nächsten Herausforderung: Die Heimat ihrer neuen karibischen Marienkäferfreunde ist in Gefahr, von einer großen Baufirma zerstört zu werden. Zum Glück kann unser Held auf seine tierischen Freunde zählen, allen voran die schwarze Ameise und die clevere Spinne, die aus der Heimat zu Hilfe eilen! Gemeinsam entwickeln sie einen ausgeklügelten Plan, um das idyllische Paradies zu retten.
 

DIE WINZLINGE – ABENTEUER IN DER KARIBIK

Originaltitel: Minuscule - Les Mandibules du Bout du Monde
Regie: Hélène Giraud, Thomas Szabo
Produktionsland/-jahr: Frankreich 2018
Lauflänge: 89 Minuten
Kinostart: 21. Februar 2019
Facebook: www.facebook.com/DieWinzlinge.DerFilmInhalt

Gemeinsam mit dem Weltkino Filmverleih verlosen wir fünfmal zwei Kinogutscheine und das Filmplakat. Die Verlosung läuft bis zum 1. Februar 2019. Um an der Verlosung teilzunehmen, tragen Sie bitte Ihre Daten und das Stichwort: „Winzlinge“ in das Formular ein.

Die Verlosung ist am 1. Februar 2019 abgelaufen.

Wir bedanken uns für die vielen Einsendungen und gratulieren allen Gewinnern.

„tas tas“: Mit langen Reihen punkten und verstehen

„tas tas“ stammt aus dem Japanischen und bedeutet „plus plus“. Denn bei diesem Spiel gilt es, möglichst lange Reihen in waagerechter, senkrechter oder diagonaler Reihe mit den gleichen Motiven zu bilden. Mit jeder Motivreihe können die Spieler Punkte erzielen. Wer geschickt legt und die meisten Punkte sammelt, hat gewonnen. Das Spiel fördert das Mengen- und Additionsverständnis, die Konzentration und die visuelle Wahrnehmung.

  • Für 2-6 Spieler. Ab 6 Jahren.
  • Inhalt/Material: 48 Legetäfelchen aus Holz, Spielanleitung, im Pappkarton.
  • Maße: Legetafel ca. 7,5 x 2,5 cm.
  • Preis ca. 41 Euro.

Sprachliche Bildung und Sprachförderung in Kita und Schule

Broschüren und weitere Materialien zum online Lesen

Sprache ist der Schlüssel zu Bildung und zur Teilhabe an der Gesellschaft. Deshalb sind sprachliche Bildung und Sprachförderung besonders wichtig. Kinder mit sprachlichen Schwierigkeiten, mit nicht-deutscher Herkunftssprache, aber auch Kinder, deren Sprachentwicklung gegenüber Gleichaltrigen schon fortgeschritten ist, stehen hier im Mittelpunkt.

Die vorliegende Broschüre „sprachliche Bildung und Sprachförderung in der Kita“ bietet eine Sammlung aus zahlreichen praktischen Ideen, Tipps und Möglichkeiten, wie die sprachliche Entwicklung von Kindern in der Kita begleitet und unterstützt werden kann.

In der Broschüre „sprachliche Bildung und Sprachförderung in der Schule“ sind etliche zentrale Hinweise für die Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen in der Schule enthalten, um deren Teilhabe zu ermöglichen. Es finden sich grundlegende Informationen, praktische Tipps zur Förderung sowie weiterführende Hinweise zu den Bereichen

  • Sprachverstehen
  • Aussprache
  • Wortschatz
  • Grammatik
  • Pragmatik/Kommunikation
  • Redefluss (Stottern/Poltern)
  • Stimme
  • Mutismus
  • Mehrsprachigkeit
  • Schriftspracherwerb
  • Schriftsprache – Lesen
  • Schriftsprache - Schreiben

Beide Broschüren gibt es auf der Webseite der dgs online zu lesen (nicht ausdrucken) oder können gegen eine Schutzgebühr von € 2,- zuzüglich Portokosten hier bestellt werden: 

Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik e. V. (dgs)
dgs-Bundesgeschäftsstelle
Werderstr. 12, 12105 Berlin


Telefon: 030 6616004

Fax: 030 66160 24

E-Mail: info@dgs-ev.de

http://www.dgs-ev.de

Leseschwäche schon in der Kita erkennen

Familienaufstand!

Lina hatte sich riesig auf die Schule gefreut. Schon im Kindergarten galt sie als Rechenmeisterin. Für Buchstaben interessierte sie sich dagegen nie. Manchmal fragte sie nach einem, vergaß ihn aber schnell oder malte ihn gerne mal seitenverkehrt aufs Papier. Sprache schien ohnehin nie wirklich ihr Thema zu sein. Beim Krabbeln, Laufen oder Sauberwerden war sie früh dran. Nur beim Sprechen lernen schien sie sich unendlich viel Zeit zu lassen.

Das Selbstbewusstsein leidet

In der Schule zeigen sich zuerst beim Lesen erste Probleme. Einzelne Buchstaben kann sie gerade noch entziffern, bei ganzen Wörtern scheitert sie. Beim Schreiben kommt sie mit den Schwüngen und der Form nicht zurecht. Sie gilt als die Langsamste und Unordentlichste. Die Lehrerin meint, Lina übe zu wenig. Aber die Eltern üben mit ihrem Kind jede freie Minute. Bald schon hat Lina die Lust verloren, verweigert sich, hält sich für zu dumm.

Heute verstehen die Eltern von Lina nicht, warum sie nicht sofort reagierten. „Wir dachten, dass bei Lina der Knoten irgendwann schon platzen würde“, erzählt die Mutter. Stattdessen begann eine jahrelange Leidensgeschichte, die erst ihr Ende fand, als ein Facharzt für Kinderpsychiatrie bei Lina eine Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS) diagnostizierte.

Lina erhält eine Legasthenie-Therapie, in der sie nicht nur das Lesen und Schreiben, sondern auch das Selbstbewusstsein trainiert. Mittlerweile kann sie auch wieder lachen.

Warum wir Schwächen erst spät erkennen

Hätte es überhaupt so weit kommen müssen? Konnten die Erzieher im Kindergarten nicht schon feststellen, dass Lina gefährdet ist? Aber sie war ja völlig unauffällig – oder?

Bei genauer Betrachtung war Lina eben nicht unauffällig. Ihr später Spracherwerb, ihr Desinteresse an Buchstaben und der Umgang damit, waren klare Zeichen dafür, dass Lina ein gefährdetes Kind ist. Bei näherem Hinsehen hätten dies Fachärzte feststellen können.

Ist ein Kind aufgeweckt und in den meisten Bereichen normal entwickelt, übersehen oft viele Eltern und Erzieherinnen die Warnsignale oder es heißt eben „die kleine Lina ist so aufgeweckt. Da platzt der Knoten sicher bald“. Das passiert jedoch nur in den seltensten Fällen.

Legasthenie-Risiko erkennen

Seit Jahrzehnten erforscht die Psychologin Dr. Petra Küspert an der Universität Würzburg in Zahlreichen Projekten die Voraussetzungen für Schulerfolg und die Prävention von Lernleistungsstörungen. „Engagierte Eltern und Erzieherinnen können eine Reihe von Hinweisen auf ein LRS- oder Legasthenie-Risiko bei einem Vorschuldkind entdecken“, schreibt Sie in ihrem Buch „Neue Strategien gegen Legasthenie“. Um zu verstehen wie das geht, empfiehlt es sich, erst einmal die Fähigkeiten und Fertigkeiten anzusehen, die sich als bedeutendste Vorläufermerkmale des Schriftspacherwerbs erwiesen haben. Die pädagogisch-psychologische Forschung nennt dazu Intelligenz, frühe Schriftkenntnis, visuelle Aufmerksamkeit, Arbeits- und Langzeitgedächtnis und die phonologische Bewusstheit. Normale Intelligenz als Voraussetzung für den Schriftspracherwerb wird sicher niemand in Frage stellen. Bei der frühen Schriftkenntnis geht es laut Küspert nicht um die Menge der Buchstaben, die ein Kind schon bei der Einschulung kennt. „Es geht um das Verständnis des alphabetischen Prinzips. Es genügt, dass die Kinder schon einige Buchstaben sicher kennen – und damit bereits einen Einblick in die Schriftsprache und den engen Zusammenhang zwischen Lauten und Buchstaben gewonnen haben.“

Visuelle Aufmerksamkeit bedeutet, die Genauigkeit und Sicherheit, mit der Kinder visuelles Material verarbeiten. Auf Symbolebene bedeutet das etwa, den „Unterscheid zwischen den Buchstaben ,l’ und ,b’ darin zu entdecken, dass das ,b’ auf der einen Seite noch einen Bauch hat“, so die Psychologin.

Was heißt „phonologische Bewusstheit“ 

Dass wiederum ein gutes Gedächtnis Voraussetzung fürs Lernen ist, dürfte auch jedem klar sein. Beim Schreiben lernen kommt es darauf an, im Arbeitsgedächnis den Buchstaben Laute zuzuordnen,. Diese gilt es so lange zu behalten, bis aus allen Buchstaben ein Wort gebildet ist. Das Langzeitgedächtnis ist dazu da, um auf das bereits Erlernte dauerhaft sicher zurückgreifen zu können.

Große Bedeutung misst Küspert der phonologischen Bewusstheit zu. Dazu erläutert die Forscherin, dass „ein Kind phonologische Bewusstheit besitzt, wenn es ein Gespür für den Klang der gesprochenen Sprache entwickelt hat. So kann es beispielsweise reimen, Wörter in Silben zerlegen und schließlich sogar die einzelnen Laute innerhalb eines Wortes erkennen.“ Erste Vorstufen sind etwa, Reimwörter zu finden, Silben zu klatschen oder Sätze in Wörter zu zerlegen. Kann das ein Kindergartenkind mit etwa fünf Jahren noch nicht, heißt das zwar nicht, dass wir hier gleich einen Legastheniefall haben. Dennoch ist dies ein deutliches Warnsignal, dem Eltern und Erzieherinnen nachgehen sollten. Eltern empfiehlt Küspert deshalb folgendes:

  • Achten Sie doch einmal ganz bewusst darauf, ob Ihr Vorschulkind mit dem Reimen klarkommt, ob es Silben klatschen kann.
  • Besprechen Sie mit der Erzieherin im Kindergarten, ob sich Ihr Kind mit entsprechenden Spielen (Gedichte lernen und aufsagen, Liedertexte einprägen, Mitklatschen) genauso freudig beschäftigt wie seine gleichaltrigen Kameraden in der Gruppe oder ob es solche Spiele zu meiden sucht, sich gern dabei ausklinkt.
  • Achten Sie darauf, ob Ihr Kind Farben oder Würfelbilder schnell benennen kann.
  • Wie steht es mit dem Gedächtnis Ihres Kindes? Kann es sich Sachen gut merken, auch wenn sie nicht hochinteressant für das Kind selbst sind? Kann es kurze Aufträge behalten – oder fordert es immer wieder Informationen nach, die Sie schon längst gegeben haben?

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind sich im Vorschulalter in einem dieser Bereich schwertut, dann sollten Sie mit Ihrem Kind ein Frühdiagnosezentrum oder eine Frühförderstelle aufsuchen. Natürlich gibt es noch weitere Anzeichen wie Legastheniefälle in der Verwandtschaft oder Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung. Hätten Linas Eltern entsprechend reagiert, wäre ihr vermutlich ein langer Leidensweg erspart geblieben. Denn es gibt mittlerweile nicht nur eine Reihe spielerischer Tests, die eine LRS zuverlässig aufdecken, sondern auch Förderprogramme wie das „Würzburger Trainingsprogramm“, das von Petra Küspert und Wolfgang Schneider entwickelt wurde. Ein Programm für alle Kinder zur Vorbereitung auf die Schule, aber vor allem für gefährdete Kinder, die damit entsprechend aufholen können. Zudem hätten auch die Eltern viel dazu beitragen können, dass Lina durch verschiedene Spiele einen Einblick in der klang der Sprache erhält. Der Knoten platzt eben nicht einfach. Aber mit sorgfältiger Beobachtung und liebevoller, spielerischer Förderung lässt er sich Stück für Stück auflösen.

Dr. Petra Küspert
Neue Strategien gegen Legasthenie
Lese- und Rechtschreibschwäche: erkennen, vorbeugen, behandeln
Oberstebrink Verlag
ISBN: 978-3-934333-12-3
19,90 Euro.

Mehr dazu auf oberstebrik.de

Liebe auf dem Schirm – Ein Thema für Kinder?

FLIMMO-Ausgabe jetzt kostenlos erhältlich

Ob aus Freundschaft mehr wird, interessiert Mädchen oft früher als Jungen. Während manche Küssen schön und romantisch finden, wenden sich andere noch angeekelt ab. Doch spätestens in der Pubertät beschäftigt die erste Liebe alle. Kinder orientieren sich dann verstärkt an medialen Vorbildern, die sie in Film und Fern- sehen, aber auch auf YouTube oder Instagram finden. Nicht immer stoßen sie dabei auf gute Beispiele in Sachen Liebe. In Kuppelshows oder Scripted-Reality-Serien stehen inszenierte Gefühlsausbrüche, Streit und Intrigen im Vordergrund. Beliebte YouTuber stellen ihr Privat- und Gefühlsleben oft schonungslos für hohe Klickzahlen zur Schau. Wie man Kinder beim Umgang mit fragwürdigen Bildern über Liebe und Beziehung begleitet, können Eltern in der aktuellen FLIMMO-Ausgabe nachlesen. Außerdem gibt es Tipps zu geeigneten Filmen rund um das erste Herzklopfen und Verliebtsein.

Eine Auswahl weiterer Texte in FLIMMO 1/2019:

 

  • Rundum vermarktet: Jim Knopf
  • FLIMMO erklärt: Gruselstoff für Kinder – Zwischen Spannung & Angst
  • Fernsehen im Netz: KiKA-Player - Flimmit

 

Wie immer gibt es die komplette Broschüre als PDF zum Herunterladen auf www.flimmo.tv

Männer in der Kinderbetreuung

Ein Seminar für männliche Fachkräfte in der Frühpädagogik

© DEB

Nach wie vor sind männliche Pädagogen im Elementarbereich eine Seltenheit. Wo es doch welche gibt, sind die Frauen stark in der Überzahl. Dabei ist der Ruf nach einem höheren Männeranteil in Kindergarten und Grundschule klar und deutlich. Männer setzen in der pädagogischen Arbeit andere Schwerpunkte und haben einen anderen Umgang mit Kindern. Als Mann reflektieren Sie im Seminar Ihren Status als „Exot in Frauenteams“ und stärken Ihr Selbstverständnis. 

Inhalte:

  • Warum sind Männer in Kitas wichtig?
  • Welche männlichen Eigenschaften können für die kindliche Entwicklung von Bedeutung sein?
  • Sind männliche Eigenschaften in einem von Frauen geprägten Arbeitsfeld überhaupt erwünscht?
  • Was wäre in einer Kita anders, wenn dort nur Männer arbeiten würden?
  • Erfahrungsaustausch, Kleingruppenarbeit, Diskussionen und Kurzinputs

Nur für Männer!!! 

  • Kursleitung:   Achim Weise
  • Uhrzeit:          9.00 - 16.30 Uhr
  • Kosten (€):    125,-
  • Ort:     Pädagogische Ideenwerkstatt BAGAGE
  • Datum:           25. Februar 2019

 

Mehr zum Seminar und zur Anmeldung