Juli 2018

Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung

Bei der Fachtagung „Demokratie inklusive. Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung“ geht es um die Frage, wie Demokratie und gleichwertige Vielfalt in der frühen Bildung gestärkt werden können.

Die Tagung findet am 13./14. November 2018 in Berlin statt.

Die Kindertagesbetreuung – als Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsinstanz außerhalb der Familie - hat den Auftrag, Kinder auf das Zusammenleben in einer vielfältigen, demokratisch verfassten Gesellschaft vorzubereiten. Diesem pädagogischen Anspruch kommt umso mehr Bedeutung zu, wenn demokratische Werte durch eine zunehmende gesellschaftliche und politische Akzeptanz von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Diskriminierung verstärkt unter Druck geraten.

  • Wie kann dieser Anspruch umgesetzt werden?
  • Welche Konzepte gibt es für die Praxis?
  • Welche relevanten Handlungsebenen sind einzubeziehen, damit frühe Demokratiebildung gelingt?

Diesen und anderen Fragen will die Fachtagung „Demokratie inklusive“ nachgehen. In einem einführenden Statement wird Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey die gesellschaftliche Bedeutung von Demokratieförderung im frühkindlichen Bereich beleuchten. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, in Podiumsdiskussionen, Workshops und anderen partizipativ angelegten Formaten bestehende Ansätze und Konzepte der Demokratiebildung und Antidiskriminierung kennenzulernen und mit Expertinnen und Experten aus Praxis und Wissenschaft darüber ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Wohlfahrtsverbänden, Träger, sowie Kita-Leitungen und Fachberatungen.

Die Teilnahme an der Fachtagung ist kostenlos. Anmeldeschluss ist der 05.10.2018.

Detaillierte Informationen finden Sie im Programmflyer oder hier:

Deutscher Kita-Preis 2019: Jetzt als „Kita des Jahres“ bewerben!

Qualität in der frühen Bildung wird ausgezeichnet

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und weitere Partner zeichnen auch 2019 besondere Qualität in der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung aus. Insgesamt gibt es 130.000 Euro Preisgelder.

Ab sofort können sich Kindertageseinrichtungen und lokale Bündnisse für frühe Bildung unter www.deutscher-kita-preis.de/bewerbung um den Deutschen Kita-Preis 2019 bewerben.

Die Bewerbungsfrist endet am 31. August 2018.

Gesucht werden Kitas und lokale Bündnisse, die sich kontinuierlich für gute Qualität in der frühen Bildung engagieren und dabei das Kind in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. Zudem spielen Mitwirkungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern sowie die Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort bei der Auswahl der Preisträger eine wichtige Rolle.

Die Auszeichnung macht deutlich, wie bunt und vielfältig gute Qualität in der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung aussehen kann und wie sie gelingt. Da jede Kita unter anderen Rahmenbedingungen arbeitet, nimmt die Jury diese bei der Auswahl der Preisträger ganz bewusst mit in den Blick. Außerdem schaut sie nicht nur auf hervorragende Ergebnisse, sondern würdigt auch besonders gute Prozesse.

Die Preisträger werden im Mai 2019 in Berlin gekürt. In jeder der beiden Kategorien „Kita des Jahres“ und „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ stehen dann 65.000 Euro Preisgelder zur Verfügung. Es werden jeweils ein erster Platz und vier zweite Plätze vergeben. Die beiden Erstplatzierten dürfen je 25.000 Euro mit nach Hause nehmen. Die vier Zweitplatzierten in jeder Kategorie werden mit je 10.000 Euro ausgezeichnet. Insgesamt ist die Auszeichnung mit 130.000 Euro dotiert. Wer gewinnt, entscheidet eine Jury aus Wissenschaft, Praxis, Politik, Verbänden und Zivilgesellschaft.

Alle Informationen zum Deutschen Kita-Preis, zu den Bewerbungsmodalitäten, zur Auswahl der Preisträger und zur Preisverleihung finden Interessierte hier:

Leitlinien Kitaverpflegung

Mittagsmahlzeit in der Kindertageseinrichtung

Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat Leitlinien zur Kitaverpflegung in Bayern herausgegeben. Sie beleuchten die Aspekte Gesundheit, Nachhaltigkeit, Wertschätzung und Wirtschaftlichkeit und richten sich an die Verpflegungsverantwortlichen in den Kindertageseinrichtungen.

Die Broschüre können Sie kostenlos bestellen oder als PDF herunterladen.

Gutes Essen in der Kita trägt dazu bei, dass Kinder fit durch den Kitatag gehen. Es prägt die Esskultur, die Wertschätzung für Lebensmittel und das Ernährungsverhalten.

Ein Mittagessen in der Kita, das allen schmeckt, ist eine große Herausforderung. Kitaleitungen, Eltern, das pädagogische Personal, Speisenanbieter und Träger haben dabei das gleiche Ziel: Sie alle wollen ein qualitativ hochwertiges Essen, das gesund ist, gut schmeckt und gleichzeitig wirtschaftlich ist.

Die Leitlinien sind eine gute Orientierungshilfe für eine leckere und gesunde Verpflegung in Kitas.

Mehr Informationen auf www.schulverpflegung.bayern.de

Wertebildung sollte an erster Stelle stehen

Soziale Kompetenzen spielend lernen

© Tomsickova/Fotolia

Werte sind die Leitlinien im Leben eines Menschen. Sie sind die Basis für ein verantwortungsvolles Dasein und den Umgang der Menschen in einer Gesellschaft. Ohne Werte kann eine Gesellschaft kaum existieren. Hier würde lediglich das Gesetz des Stärkeren regieren, in dem Verbrechen, Unterdrückung und Gewalt an der Tagesordnung wären. Aber im Gegensatz zu vielem anderen sind Werte nicht in uns angelegt. Wir müssen sie erst lernen und erfahren. Dabei ist jedes Kind auf die Erfahrung mit seiner Umwelt angewiesen. Uns kommt dabei eine enorme Verantwortung zu.

In seinem Buch „Grundlagen der Elementarpädagogik“ setzt sich der bekannte Sozialpädagoge Prof. Dr. Armin Krenz mit dem Thema intensiv auseinander. In den Mittelpunkt seiner Betrachtung stellt er dabei eine Begriffsdefinition aus dem Brockhaus von 1960.

„Bildung ist die (bewusste) Entwicklung er Anlagen des Menschen mit Hilfe der Erziehung und des eigenen Strebens zur innerlichen Erfassung der religiösen, sittlichen, künstlerischen und wissenschaftlichen Werte.“

Für Krenz sind hier gleich mehrere Aspekte von besonderer Bedeutung. „Eine Bildung von Werten sowie die Existenz einer Bildung als Werteorientierung existiert nicht von Anfang an – sie ist weder genetisch programmiert noch anlagebedingt existent. Vielmehr ergibt sich eine Bildung aus bzw. von Werten durch eine Entwicklung.

Eine Bildung und Werteentwicklung umfasst offensichtlich zwei Aspekte, durch die sie selbst entstehen kann: Zum einen ist es möglich, sie selbst bewusst zu initiieren und damit zu steuern, zum anderen geschieht sie auch unterbewusst (nebenbei) durch bestimmte Erlebnisse, Erfahrungen und Eindrücke, denen der Mensch im Laufe seiner Biografie ausgesetzt ist.“

Es sind diese beiden Aspekte, von denen nicht nur die Wertebildung, sondern letztlich unser aller Zukunft abhängt. Denn wenn Werte die Basis unserer Handlungen bilden, gestalten wir mit diesen auch unser Leben und beeinflussen das Leben von anderen. Unsere Werte finden Eingang in unsere gesellschaftliche Verfassung, in unsere Gesetze, in unsere Wirtschaft, Politik und unser Sozialsystem. Von daher ist der Spruch „Seid nett zu euren Kindern, sie suchen eines Tages euer Altersheim aus“, nicht nur witzig, sondern auch wahr. Denn auf Basis der Werte, die wir unseren Kindern vermitteln, werden diese uns eines Tages auch behandeln.

Mag dies auch eine Binsenweisheit sein, scheint sie im Alltag kaum präsent zu sein. Ebenso wenig wie andere Binsenweisheiten, die da heißen „Wie man in den Wald hineinschreit, so schallt es zurück“ oder „Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg auch keinem andern zu.“

Krenz schreibt dazu: „So zeigen uns viele Alltagsbeispiele, dass eine „Spaßgesellschaft“ hauptsächlich einer egozentrischen Wunschbefriedigung nachgeht und damit sozialgeprägten Werten (z.B. Rücksichtnahme auf andere; Mitverantwortung für das Wohlergehen anderer; Aufgabenerfüllung im Dienste der Gemeinschaft …) keine wesentliche Bedeutung beimisst.“

Wohin das führt, zeigt sich unter anderem in den enormen sozialen Ungerechtigkeiten, dem verantwortungslosen Umgang mit der Umwelt, der letztlich in die Klimakatastrophe führen wird oder den menschenverachtenden Handlungen gegenüber den Armen und Schwachen in unserer Gesellschaft.

All diese und viele andere Missstände sind letztlich nichts anderes als Ausdruck einer mangelhaften Bildungslandschaft, der es eben nicht gelungen ist, die Bedeutung von Werten zu vermitteln. Dabei findet Bildung inmitten unserer Gesellschaft statt. Kinder lernen von ihren Vorbildern. Sie lernen das zu schätzen, was ihre Vorbilder schätzen.

Wenn für diese aber eben nicht die sozialgeprägten Werte im Vordergrund stehen, sondern das Streben nach Reichtum, hoher sozialer Stellung und großer Macht entsteht unter anderem aufgrund der Unerreichbarkeit dieser Ziele für die meisten Menschen eine sinnentleerte Gesellschaft. Diese füllt ihre Leere durch dauernden Konsum und tut jene, die sich verantwortungsvoll der Zukunft stellen gerne als Gutmenschen ab.

Und wenn es sich nun auch pathetisch anhören mag, liegt der Schlüssel für eine glückliche Zukunft in der Bildung und damit in unserer Hand. Kinder lernen von unserem Vorbild und wenn dieses glaubhaft ist, haben wir die Möglichkeit, ihnen jene Werte nahe zu bringen, die ihnen und uns helfen, eine glückliche und sinnvolle Zukunft zu gestalten. Wie wir das tun sollen, dafür gibt es etliche Anregungen für spielerisches Wertelernen, das in seiner Bedeutung ganz sicher vor dem Erlernen von MINT-Fächern und vielem anderen steht. Dass wir das tun sollten, daran gibt es keinen Zweifel. Krenz schreibt dazu:

„Wertebildung wird demnach als eine persönlichkeitsbildende und nachhaltige Entwicklung angesehen, die sich in erster Linie auf emotional-soziale und handlungsorientierte Kompetenzen bezieht, ausgerichtet auf bedeutsame Einstellungen, Werte und Sichtweisen. Diese gilt es auf der Grundlage von verinnerlichten Erkenntnissen in eigene Entscheidungen und in das eigene Handeln einfließen zu lassen.“ (Armin Krenz: Grundlagen der Elementarpädagogik, ISBN 978-3-944548-03-6, München 2014, 19,90 €)

Gernot Körner

Buchtipp:

Lebenswerte
Soziale Kompetenzen spielend lernen
Blanco, Laura; Carbonelli Silvia
Krüger, Anima; Curto, Rosa Maria
Oberstebrink
ISBN: 9783934333673
128 Seiten, 14,95 €
Mehr dazu auf www.oberstebrink.de

Warum müssen wir manchmal tapfer sein? Warum können wir nicht alles haben, was wir haben wollen? Und was geschieht, wenn wir einander nicht vertrauen? Ethische Fragen, die sich jederzeit aus der kindlichen Lebenswelt ergeben und Kinder oft unausgesprochen bewegen, werden hier anschaulich und praxisnah behandelt:
Beim Betrachten der Illustrationen, im begleitenden Gespräch, beim szenischen Nachspielen und bei den passenden Spielen und Bastelarbeiten. Dieses Buch hilft Familien und Erziehern bei dieser elementaren Aufgabe auf unangestrengte, ideenreiche und für alle Beteiligten vergnügliche Weise. Kleine szenische Geschichten, Diskussionen, Spiele und Beschäftigungsideen begleiten und vertiefen jeweils ein bedenkenswertes Sprichwort oder philosophisches Zitat. So kommt, fast beiläufig und Woche für Woche, ein weiterer Aspekt sozialer Kompetenzen zu Sprache und ins Spiel.



Elterntaxi stehenlassen!

    

Spielend leicht zu Fuß gehen

Das Deutsche Kinderhilfswerk und der ökologische Verkehrsclub VCD rufen Schulen und Kindertageseinrichtungen in ganz Deutschland unter dem Motto „Elterntaxi stehenlassen!“ dazu auf, sich ab sofort zu den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ anzumelden. Die Teilnahme ist kostenlos. Schulen und Kindergärten können mit eigenen Aktionen teilnehmen und Material und Unterstützung erhalten.

Während der Aktionstage vom 17. bis 28. September 2018 sollen möglichst viele Kinder deutschlandweit zu Fuß, mit dem Rad oder dem Roller zur Schule oder Kindertagesstätte kommen.

Gehen Kinder zu Fuß zur Schule oder in die Kita, lernen sie, sich sicher im Verkehr zu bewegen und bekommen Freude am Laufen. Sie entdecken ihre Umgebung selbstständig, sammeln Energie für den Tag und können sich in der Schule besser konzentrieren. Die Aktionstage sollen Eltern, Schulen und Kitas dazu ermuntern, Kindern diese Erfahrungen auf spielerische Weise zu ermöglichen.

Wer teilnehmen möchte, kann sich auf der Webseite www.zu-fuss-zur-schule.de eintragen. Im Anschluss erhält er Informationen und Spielideen für die Aktionstage im September.

Auf der Webseite finden sich weitere Informationen und Tipps zur Durchführung der Aktionstage 2018 zum Download als PDF