Frühe Einschulung
Relativ früh eingeschulte Kinder wechseln laut einer Studie des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) seltener auf ein Gymnasium.

Die Untersuchungen belegen, dass sogenannte Kann-Kinder, die aufgrund von Stichtagsregelungen früh eingeschult werden, am Ende der Grundschulzeit im Durchschnitt schlechter abschneiden als ihre älteren Mitschüler. Demnach sinkt für ein Drittel dieser Schüler die Wahrscheinlichkeit, nach der vierten Klasse auf ein Gymnsium zu wechseln.
"Die Forschungsergebnisse zeigen, dass relativ früh eingeschulte Kinder in vielerlei Hinsicht benachteiligt sind. Nicht nur ihre Leistungen liegen unter denen der älteren Mitschülerinnen und Mitschüler, sondern sie sind zum Beispiel auch häufiger Opfer von Gewalt oder Mobbing in der Schule", sagt Andrea Mühlenweg, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZEW, das in Zusammenarbeit mit der Uni Hannover die repräsentative Studie zu den Schullaufbahnen hessischer Schüler durchgeführt hat. Ursache für die schlechtere Leistungsprognose sei, dass diese Schüler ununterbrochen mit den älteren Kindern in der Klasse verglichen würden. "Selbst wenn die Kinder intelligent sind und eigentlich die besten Voraussetzungen hätten, konkurrieren sie immer mit Mitschülern, die schon weiter sind als sie selbst", so die Bildungsforscherin.
Die Wissenschaftler betonen indes, dass die Ergebnisse ihrer Studie nicht per se gegen ein frühes institutionalisiertes Lernen sprechen, wohl aber einen sensibleren Umgang mit dem Thema verlangen.
Foto: Heidi Velten

